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Verwendung von Adressdaten über ein Formular

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Verwendung von Adressdaten über ein Formular
    Liebe Forumsgemeinde,

    dies ist mein erster Post und ich hoffe, ich stelle meine Frage richtig:
    Mal angenommen, ein gemeinnütziger Verein (kirchliche Institution) stellt auf ihrer Website ein Formular für deren Veranstaltung zur Verfügung, über dieses sich die Teilnehmer mit kompletter postalischer Adresse und E-Mail anmelden.

    Darf der gemeinnütziger Verein, die Adressen anschließend nutzen, um die Teilnehmer zu ähnlichen Veranstaltungen einzuladen?
    Muss in dem Formular zwingend ein Haken sein, über den die Teilnehmer der Infopost zustimmen, oder geht das auch ohne?
    Gibt es eine andere Handhabung für E-Mail-Infopost und postalischer Infopost?

    Vielen Dank für die Aufklärung,
    maeck

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Verwendung von Adressdaten über ein Formular
    Darf der gemeinnütziger Verein, die Adressen anschließend nutzen, um die Teilnehmer zu ähnlichen Veranstaltungen einzuladen?
    Nicht ohne deren ausdrückliche Zustimmung (im Opt-In verfahren - heißtr der Benutzer muss aktiv werden [Häkchen setzen] zu zustimmen)
    Muss in dem Formular zwingend ein Haken sein, über den die Teilnehmer der Infopost zustimmen, oder geht das auch ohne?
    Es gibt auch andere Methoden, allerdings müssen die eindeutig seion.
    Gibt es eine andere Handhabung für E-Mail-Infopost und postalischer Infopost?
    Jein.
    Was die Zustimmung bei so gesammelten daten angeht, gibt es keine Unterschiede, ob man sie verwenden darf oder nicht.
    Man kann aber postalisch Werbung senden, wenn man die Adresse aus Adresslisten hat, die zuu einer solchen Verwendung vorgesehen sind.
    Email Werbung ohne Zustimmung ist immer ausgeschlossen.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Verwendung von Adressdaten über ein Formular
    Hallo aaky,
    danke für deine schnelle Antwort.
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Nicht ohne deren ausdrückliche Zustimmung (im Opt-In verfahren - heißtr der Benutzer muss aktiv werden [Häkchen setzen] zu zustimmen)
    Das heißt, das Häckchen muss gesetzt werden, dass sie Infos bekommen. Oder kann die Frage auch so gestellt werden, dass die Teilnehmer einen Haken setzen müssen, wenn Sie KEINE Infopost erhalten wollen?

    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Es gibt auch andere Methoden, allerdings müssen die eindeutig seion.
    Was genau gibt es für andere Optionen?

    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Email Werbung ohne Zustimmung ist immer ausgeschlossen.
    Hast Du dafür einen rechtlichen Link, den ich zur Argumentation anbringen könnte?

    danke, maeck

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Verwendung von Adressdaten über ein Formular
    Das heißt, das Häckchen muss gesetzt werden, dass sie Infos bekommen. Oder kann die Frage auch so gestellt werden, dass die Teilnehmer einen Haken setzen müssen, wenn Sie KEINE Infopost erhalten wollen?
    Das wäre nicht zulässig, da dies ein Opt-out wäre (die Zustimmung würde ohne Aktion erfolgen)
    Was genau gibt es für andere Optionen?
    Man kann auch Textfelder haben, wo der Besucher "ja" reinschreiben muss .... Ich meine also rein technisch, nicht inhaltlich
    Hast Du dafür einen rechtlichen Link, den ich zur Argumentation anbringen könnte?
    Such einfach mal im Internet nach Spam, Werbeemail und entsprechenden Urteilen. Da gibt es Unmengen.

    Oder eben allgemein:
    [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Spam#Rechtslage_in_Deutschland[/url]
    Wichtigster Satz:
    Aus unerwünschter E-Mail-Werbung kann sowohl ein wettbewerbsrechtlicher als auch ein privatrechtlicher Unterlassungsanspruch des Empfängers an den Versender erwachsen. Es ist dabei unerheblich, ob und wie häufig der Spammer schon spammte: Ein Unterlassungsanspruch entsteht ab der ersten E-Mail.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Verwendung von Adressdaten über ein Formular
    Okay, danke!

    Nur um sicher zu gehen: Wäre es zulässig, wenn der gemeinnützige Verein gar keine Abfrage macht, und dann bei der ersten Werbe-eMail zu ähnlichen Veranstaltungen einen eindeutigen Hinweis macht, wie man sich aus dem Newsletter austragen kann?
    So was wie "Wenn Sie keinen weiteren E-Mails erhalten möchten, klicken Sie auf folgenden Link"?

    Wenn ich mich recht erinne, dann würde dieses Verfahren doch auf jeden Fall für postalische Sendungen möglich sein, oder?

    Ich habe schon so viele Meinungen darüber gehört, dass ich gerne mal eine rechtliche Grundlage dafür finden möchte

    maeck

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Verwendung von Adressdaten über ein Formular
    Nur um sicher zu gehen: Wäre es zulässig, wenn der gemeinnützige Verein gar keine Abfrage macht, und dann bei der ersten Werbe-eMail zu ähnlichen Veranstaltungen einen eindeutigen Hinweis macht, wie man sich aus dem Newsletter austragen kann?
    Es kommt darauf, wem der Kunde zugestimmt hat. Wenn er überhaupt keiner Zusendung zugestimmt hat, wäre auch die erste Mail bereits Spam.
    Zu den Urtielen: Google ist dein Freund und die Begriffe Spam und urteil führen zu zahlreichen Treffern.
    Hier mal zwei
    http://www.beckmannundnorda.de/bghspam.html
    http://www.telespiegel.de/html/urteil-unerwuenschte_werbe-ema.html

    In dem zweiten Beitrag wird auch die Sache mit dem Austragenh erklärt und anhand von Urteilen unterlegt. Wenn man sich dann die Mühe macht, diese Urteile zu lesen, findet man auch die Rechtsgrundlagen.
    Wenn ich mich recht erinne, dann würde dieses Verfahren doch auf jeden Fall für postalische Sendungen möglich sein, oder?
    Die postalische Zusendung ist etwas anderes. Diese ist im wesentlichen gestattet, und man kann sich austragen.

    Der Grund ist ganz einfach: Da postalische Sendungen den Absender Geld kosten, wird er sich überlegen, ob er Millionen von unerwünschten Werbebriefen (ode rHinweisen zu Veranstaltungen oder was auch immer) schickt.

    Und ganz zum Abschluss: Was soll allein der Gedanke, rechtliche Lücken dafür zu suchen, dass man jemandem, der seine Adresse angeben musste damit dankt, dass man diese Daten einfach nur missbraucht?
    Wenn jemand Interesse hat, dann wird er auch das Häkchen setzen, wenn nicht, sollte man ihn verschonen und nicht nach irgendwelchen Lücken suchen.

    Allein der Versuch wird von mir genauso als negativ betrachtet wie die hunderten Spammails, die sich tagtäglich bei mir einfinden - oder sogar noch schlimmer: Die Spammer wissen was sie tun und das es (meistens) rechtswidrig ist, die anderen versuchen ihr Verhalten - was genauso ist - in irgendeiner Art und Weise zu rechtfertigen.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Verwendung von Adressdaten über ein Formular
    Vielen Dank aaky, für deine Ausführungen!
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Und ganz zum Abschluss: Was soll allein der Gedanke, rechtliche Lücken dafür zu suchen, dass man jemandem, der seine Adresse angeben musste damit dankt, dass man diese Daten einfach nur missbraucht?
    Wenn jemand Interesse hat, dann wird er auch das Häkchen setzen, wenn nicht, sollte man ihn verschonen und nicht nach irgendwelchen Lücken suchen.

    Allein der Versuch wird von mir genauso als negativ betrachtet wie die hunderten Spammails, die sich tagtäglich bei mir einfinden - oder sogar noch schlimmer: Die Spammer wissen was sie tun und das es (meistens) rechtswidrig ist, die anderen versuchen ihr Verhalten - was genauso ist - in irgendeiner Art und Weise zu rechtfertigen.
    Ich gebe dir vollkommen recht und deswegen erkundige ich mich ja auch.
    Der gemeinnützige Verein will keine Daten missbrauchen, aber die rechtlichen Möglichkeiten ausnutzen - und das finde ich legitim.

    Natürlich kann man davon ausgehen, dass jemand seinen Haken setzt, wenn er das will. Aber da jeder von uns so viel SPAM bekommt, übergeht man (zumindest ich) meistens solche Haken. Es geht hier nicht um Newsletter im klassischen Sinn, die in regelmäßigen Intervallen kommen, sondern um Informationen zu gleichartigen Veranstaltungen und die kommen 2-3x jährlich.

    Also nochmals vielen Dank und einen schönen Abend,
    maeck

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