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gecrackte Software - Nachweis?

  1. Neuer Benutzer
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    Standard gecrackte Software - Nachweis?
    Hallo e-recht24

    Rein hypothetisch angenommen, eine Person x benutzt ein Shareware-Tool gecrackt, sprich er testet eine x-beliebige Version einmalig aus. Der Urheber erfährt davon und verwarnt mit einer Frist zum Kauf der Software oder Klage.

    Fragen:
    a) Wie will der Urheber plausibel vor Gericht nachweisen, dass Person x mutwillig gecrackt hat? Selbst wenn bei einer Internetverbindung beim starten der Software ein Versionscheck erfolgt und eine abweichende Versionsnummer einer Trial-Software vorliegt, heisst es ja noch nicht direkt, dass es gecrackt ist? Man kann mit beliebigen Tools *.exe Dateien fixen/ändern, für was auch immer!. Dieses Ändern einer Software kann man ja niemandem verbieten?

    b) Kann sich die Person x darauf berufen, dass sie lediglich die Trial genutzt hat, welche frei zum Download verfügbar ist? Dafür muss natürlich Punkt a geklärt sein! Der Nachweis.

    c) Wie würde eine Klage im groben verlaufen, wenn der Angeschuldigte im Ausland sitzt? Macht das überhaupt Sinn, aus Deutschland jemanden im Ausland zu klagen? Vorallem in einem Nicht-EU-Land? Auch fernes Ausland!
    Das sind wahrscheinlich bei einem Nicht-EU-Land die Chancen sehr gering?

    Vielen Dank für eure Antworten!

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gecrackte Software - Nachweis?
    a) Irgendeinen Nachweis wird der Urheber schon haben. Sonst käme er nicht auf die Idee. Ob der vor Gericht Bestand hätte oder mit irgendwelchen Argumenten widerlegt werden könnte müsste man dann sehen.
    b) Eigentlich die gleiche Antwort wie A. Es kommt auf den Nachweis an
    c) Relativ wenig, aber das ist Sache des Urhebers. Wenn er dazu in der Lage ist, warum sollte er es nicht machen?
    Dieses Ändern einer Software kann man ja niemandem verbieten?
    Doch kann man, da eine Software ein Werk darstellt und nicht ohne Zustimmung des Urhebers verändert werden darf.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: gecrackte Software - Nachweis?
    Zu Punkt a) mal ernsthaft, dafür braucht man doch immernoch einen Hausdurchsuchungsbefehl, um eine Beweislage auch 100% abzusichern?

    Man kann doch nicht vor Gericht gehen und sagen: Die IP-Adresse, die wahrscheinlich dem User: x gehört, hat dann und dann (server-logs), mit einer modifizierten *.exe-Datei meine Software ausgeführt, welche mit folgendem crack im Internet: ww.crack.com/crack.exe (fiktiv) gefixt wurde?

    Das sagt ja noch nichts darüber aus, ob es auch wirklich Person x oder nicht doch Person y oder z war? Vielleicht der Nachbar, Freundin, etc. wer auch immer.

    Das ist in meinen Augen total schwammig! Das reicht doch nicht mal für eine Klage?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gecrackte Software - Nachweis?
    Für eine Anzeige reicht das allemal - dazu geht man noch nicht "vor Gericht", das kommt erst nach der Ermittlung. Ist doch bei den ganzen Tauschbörsen-Nutzern auch nicht anders.
    Und die Ermittlung der Umstände (Version, Täter ...) erfolgt dann nach der Anzeige im Zuge des Ermittlungsverfahrens durch die entsprechenden Behörden (ua. auch mit Hausdurchsuchungen). Das ist überall so
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  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: gecrackte Software - Nachweis?
    Auf gut Deutsch! Wenn Person x abstreitet und behauptet, sie hätte nichts damit zu tun, wäre es ja so gesehen Aussage gegen Aussage. Man hätte die Aussage der Technik oder besser formuliert den Hinweis und auf der anderen Seite aber einen User der behauptet/aussagt er hätte damit nicht im geringsten was zu tun. An diesem Punkt müsste man eine Hausdurchsuchung forcieren! Nach meiner Meinung. Aber vielleicht kenne ich mich da zu wenig aus?!?!?

    Nochmals, dass ist doch ein ziemlich unrealistisches Szenario! So ein Hinweis soll wirklich genügen, eine komplette Hausdurchsuchung in einem Nicht-EU-Land durch zu führen?
    Geändert von peter.fuchs (08.01.2009 um 14:40 Uhr)

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gecrackte Software - Nachweis?
    Ob unrealistisch oder nicht - das mag dahin gestellt sein.

    Auch gehe ich erstmal - wie bereits erwähnt - von deutschem Recht aus. Hier muss jede Anzeige verfolgt werden - ob sie dann mangels Beweisen oder wegen Unerheblichkeit eingestellt wird, ist ein ganz anderes Thema.
    Wenn ich also (irgendwie) nachweisen kann, dass jemand mein Recht verletzt steht mir dieses Rechtsmittel der Anzeige jederzeit offen - und bis dahin kostet das auch noch keinen Cent. Warum sollte ich das also nicht machen? Wenn ich mir sicher bin, dass meine Beweise irgendwie Bestand haben könnten, würde ich mir nicht mal Gedanken darüber machen - noch habe ich bis zu einer Anzeige nichts verloren und kann nur gewinnen, warum sollte ich als Urheber das also nicht machen?

    Und wenn ich gute Beziehungen zu Anwälten im Nicht-EU Ausland habe und dort ähnliches Recht wie in D besteht (oder eben entsprechende Rechte für Urheber) warum sollte ich das nicht auch dort machen? Wie gesagt, Anzeigen und die entsprechenden Ermittlungen kosten in der Regel nichts.

    Ich persönlich würde das nicht als "unrealistisch" sehen, zumal der Urheber ja schon irgendwelche Informationen hat, die ihn zu der entsprechenden Mitteilung befähigten. Die strafrechtliche Verfolgung ist nur ein weiterer Schritt mit sehr geringem Aufwand.
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  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: gecrackte Software - Nachweis?
    Mal ein ganz anderer Einwand. Darf eine Software überhaupt nach Hause telefonieren? Wäre das nicht eindeutig ein Einbruch in die Privatsphäre eines Users! So gesehen kam der Urheber an Informationen durch Spionage. Was wahrscheinlich auch nicht ganz sauber ist? Ich kann mir das in so einem Fall nur derart erklären. Wie soll der Urheber sonst an solche Informationen ran kommen, wenn nicht über ein Backdoor in seiner Software? Ist das Grauzone?

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: gecrackte Software - Nachweis?
    Wenn man dem zugestimmt hat (zum beispiel durch Nutzungsbedingungen) darf das jede Software, dann dürfen die sammeln und schicken was die wollen (siehe Google Chrome & Co.) Man muss nur die Zustimmung durch die Nutzung des Programms geben.

    Auch geht es dabei nur um personenbezogene Daten - also Daten, die die Identifikation der Person eindeutig ermöglichen. Und die IP zählt da nach Ansicht einiger Gerichte nicht mit dazu. Es wäre also durchaus legitim, wen die Software "nach Hause telefoniert" - solange nicht persönliche Daten betroffen sind.
    Das Recht auf Privatsphäre ist hier uninteressant,. da in diese nicht eingegriffen wird (die Nutzung oder Nichtnutzung des Programms hat keinerlei Auswirkungen auf das private Leben).
    Und von Spionage kann ja wohl überhaupt nicht die Rede sein, wenn nicht fremde Informationen (programmunabhängige) gesendet werden.

    Auch das alles nach deutschem Recht. In anderen Rechtssystemen werden auch die persönlichen Daten nicht so eng gesehen. Das deutsche Recht ist dabei meines Wissens nach das, was Personen mit am meisten schützt.
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