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Urheberrecht Landkarte und Schadensersatzforderung

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Urheberrecht Landkarte und Schadensersatzforderung
    Hi bin nagelneu hier,
    und hier folgt die Frage:

    Mal angenommen eine Landkarte wurde auf der Homepage eines kleinen Dienstleisters A als
    Anfahrtsbeschreibung genutzt. A bekommt Post von einer Kanzlei bezüglich "Unerlaubte
    Nutzung von Kartenrechten im Internet".

    Angenommen es wird eine Unterlassungserklärung gefordert. Weiterhin würde eine Strafe in
    4-stelliger Höhe gefordert (entgangene Lizenzgebühren). Weiterhin wird in der
    Unterlassungserklärung eine Gebührenerstattung gefordert. Als Gegenstandswert der
    Gebührenerstattung wird der ca. 6-Fache Wert des geforderten betrags angegeben.

    Diese Kosten sind für A natürlich gerade in der jetztigen Zeit immens hoch und er
    ist ziemlich verzweifelt. Leider kennt er sich mit diesem Problem überhaupt nicht
    aus und war sich des Verstosses auch nicht bewußt.

    Tja, was kann A nun tun und was ist der beste Weg. A weiß das er einen Fehler begangen hat
    und die besagte karte ist sofort entfernt worden.

    Danke für eure und viele Grüße

  2. Benutzer
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    Standard ???
    Hi,
    also ob man da viel machen darf weiß ich nicht aber es ist doch eigentlich logisch bevor man inhalte benutz sollte man aber sowiso immer vorher fragen.

    cu

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht Landkarte und Schadensersatzforderung
    Also das war vor vielen Jahren, und dieser spezielle Fall hat sich wohl längst erledigt. Aber ähnliche Fälle kommen sicher auch heute immer wieder vor.

    Ich würde folgendes tun:
    Zunächst natürlich sofort den Mangel abstellen (wurde hier auch richtig getan).

    Die Schadensersatzforderung scheint hier weit überzogen. Also führe ich eine Preisermittlung durch, was eine solche Lizenz tatsächlich kosten würde. (Preisanfrage bei Mitbewerbern und durch einen Dritten beim Verlag selbst). Wenn dann herauskommt, dass eine solche Lizenz für XX zu haben ist, dann kann nicht XXXX als Schadenersatz gefordert werden.

    (Wenn herauskommt, dass so etwas tatsächlich XXXX kostet, dann wird es etwas schwieriger. Davon gehe ich aber jetzt nicht aus.)

    Ist XX erträglich, dies als Schadensersatz zur Zahlung anbieten. So etwas nennt man dann "Lehrgeld zahlen". Sofern keine Einigung erzielt wird, muss man eine neutrale Instanz hinzuziehen.

    Wenn man zu wenig Geld hat, um sich einen Anwalt zu leisten, kann man sich bis zu einem gewissen Streitwert auch selbst vor Gericht vertreten. Schließlich ist man mündiger Bürger. Letztendlich ist der Richter auch studierter Jurist und kann den Anwaltlosen vor Übervorteilung durch den Beanwalteten schützen, denn ein Richter ist neutral.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wer ehrlich mit dem Richter spricht, bekommt in aller Regel eine faire Entscheidung.

    Wenn es auch für diesen Fall viel zu spät sein dürfte, so hoffe ich doch, dass ich vergleichbaren Fällen damit helfen konnte.

    Kandidat66

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht Landkarte und Schadensersatzforderung
    Und inzwischen gibt es auch schon genügend Rechtssprechung zu dem Thema ... Also erst mal dirt erkundigen.
    Wenn man zu wenig Geld hat, um sich einen Anwalt zu leisten, kann man sich bis zu einem gewissen Streitwert auch selbst vor Gericht vertreten.
    Davon würde ich immer abraten. Ist wie ohne Ahnung ein Haus zu bauen ... Vor Gericht gibt es soviele Fallstricke, und der gegnerische Anwalt wird sich freuen, diese bereit zu legen.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht Landkarte und Schadensersatzforderung
    Hallo aaky,

    du sagtest zum Thema sich vor Gericht selbst vertreten:
    "Davon würde ich immer abraten. Ist wie ohne Ahnung ein Haus zu bauen ... Vor Gericht gibt es soviele Fallstricke, und der gegnerische Anwalt wird sich freuen, diese bereit zu legen."

    Es ist die beliebteste Werbeaussage von Anwälten, dass man vor Gericht ohne diese keine Chance hätte.
    Diese Aussage ist nachweislich falsch.

    Richtig ist: Man hat bessere Chancen.

    Eine Schlacht ist erst verloren, wenn einer aufgibt. Wenn ich nur mangels Anwalt mich nicht traue für mein Recht zu kämpfen, dann bin ich doch zum wehrlosen Stück Vieh degradiert.

    Ein guter Richter kennt sehr wohl den Unterschied zwische Sachlage, Rechtslage und den rethorischen Künsten eines Anwalts.

    In der Regel sind die Richter auch diejenigen, die im Rechtsstudium etwas besser abgeschnitten haben, als diejenigen, die sich als Anwalt durchs Leben schlagen müssen. Denn Richterposten sind durchaus begehrt.

    Weiterhin haben die meisten Richter einen sehr gut entwickelten Sinn für Gerechtigkeit. In der Urteilsfindung erkennen diese dann auch die zutreffenden Paragraphen, die im Sinne von wahrer Gerechtigkeit diese Entscheidung stützen.

    Der Anwalt ist ein Dienstleister, der mir bei der Durchsetzung meiner Rechte hilft, und nicht mehr. Mit Anwalt habe ich also bessere Chancen oder/und einfach mehr Bequemlichkeit (ich mus mich nicht selbst einlesen), aber auch ein höheres Risiko. Wenn ich verliere habe ich nicht nur die gegnerischen Kosten sowie die Prozesskosten am Hals, sondern auch die Kosten meines eigenen Anwalts. Die wenigsten Anwälte sind bereit auf Erfolgsbasis zu arbeiten.

    Wenn wir soweit kommen, dass wir ohne Anwalt kein Recht mehr bekommen können, dann würden alle, die sich keinen Anwalt leisten können zu Sklaven gemacht werden.

    Dies ist Gott sei Dank noch nicht so!

    Gruß

    Kandidat66

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht Landkarte und Schadensersatzforderung
    Es ist die beliebteste Werbeaussage von Anwälten, dass man vor Gericht ohne diese keine Chance hätte.
    Das hab ich nie behauptet. Abgesehen davon, dass ich kein Anwalt bin, also nichts davon hätte, für diese zu werben.
    Eine Schlacht ist erst verloren, wenn einer aufgibt. Wenn ich nur mangels Anwalt mich nicht traue für mein Recht zu kämpfen, dann bin ich doch zum wehrlosen Stück Vieh degradiert.
    Wenn ich mich nicht traue, traue ich mich mit oder ohne Anwalt nicht. Und wenn ich mich traue, ist es auch egal, ob ich ewinen habe oder nicht. Das trauen hat nichts damit zu tun, ob ich mir einen Anwalt nehme. Dieses Argument ist, schlicht gesagt "Schwachsinn" und zeigt etwas anderes: Du reduzierst "Recht wahrnehmen" auf "Geld ausgeben".
    In der Regel sind die Richter auch diejenigen, die im Rechtsstudium etwas besser abgeschnitten haben, als diejenigen, die sich als Anwalt durchs Leben schlagen müssen. Denn Richterposten sind durchaus begehrt.
    Ich hoffe, das liest keiner, der aus Überzeugung Anwalt ist und sich nicht zum "Richter" berufen fühlt. Eben weil er lieber mit Klienten zusammenarbeitet ... Nicht jeder Arzt will Professor an einer Uni werden, nicht jeder Pastor Bischof ... Wer das "Oberste" als erstebenswertes Ziel sieht und andere, die es nicht erreichen (wollen) abwertend beurteilt - der tut mir einfach nur leid.
    Weiterhin haben die meisten Richter einen sehr gut entwickelten Sinn für Gerechtigkeit. In der Urteilsfindung erkennen diese dann auch die zutreffenden Paragraphen, die im Sinne von wahrer Gerechtigkeit diese Entscheidung stützen.
    Nicht besser und schlechter als die, die auch Jura studiert haben. Und manchmal mag ich das arg bezweifeln (gerade zum Thema Internet)
    Der Anwalt ist ein Dienstleister, der mir bei der Durchsetzung meiner Rechte hilft, und nicht mehr. Mit Anwalt habe ich also bessere Chancen oder/und einfach mehr Bequemlichkeit (ich mus mich nicht selbst einlesen), aber auch ein höheres Risiko. Wenn ich verliere habe ich nicht nur die gegnerischen Kosten sowie die Prozesskosten am Hals, sondern auch die Kosten meines eigenen Anwalts. Die wenigsten Anwälte sind bereit auf Erfolgsbasis zu arbeiten.
    Du hast aber einen wichtigen Punkt vergessen: die Kenntnisse. Wer sich also zutraut, da mit einem Anwalt gleichzuziehen, der darf sich gern selbst vertreten. Aber solche Leute stellen auch keine Fragen in Foren ...
    Wenn wir soweit kommen, dass wir ohne Anwalt kein Recht mehr bekommen können, dann würden alle, die sich keinen Anwalt leisten können zu Sklaven gemacht werden.
    Die Frage ist, was du unter "leisten können" verstehst. Hier geht es eher um "leisten wollen". Denn wer es wirklich nicht kann, dem stehen Einrichtungen wie Prozesskostenhilfe zur Verfügung. Aber davon scheinst du noch nichts gehört zu haben. Und andererseits kann sich jeder eine Rechtsschutzversicherung besorgen. Und die kann sich jeder leisten, der 10 € im Monat übrig hat. Und die anderen bekommen eben die staatliche Hilfe ...
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  7. Neuer Benutzer
    Registriert seit
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    Standard AW: Urheberrecht Landkarte und Schadensersatzforderung
    Hallo aaky,

    du sagtest:

    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Wer sich also zutraut, da mit einem Anwalt gleichzuziehen, der darf sich gern selbst vertreten. Aber solche Leute stellen auch keine Fragen in Foren ...
    Ich glaube diese Feststellung entspricht den Tatsachen.

    Gruß

    Kandidat66

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