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Privatverkauf - Defekte Ware in OVP

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Privatverkauf - Defekte Ware in OVP
    Hallo,

    habe folgenden Fall:

    Angenommen man versteigert bei EBay als Privatverkäufer, unter Ausschluß jeglicher Gewährleistung, Ware in ungeöffneter Originalverpackung. Käufer X fragt vor(!) Auktionsende nach ob Herstellergarantie dabei ist. Verkäufer schreibt zurück, dass weder Rechnung noch Kaufbeleg mitgeliefert wird, da die Ware ein Geschenk war.

    Selber Käufer X ersteigert die Ware für ca. 25 EUR (inkl. Versandkosten), stellt einen Defekt fest und besteht auf Rückerstattung des Kaufbetrags zuzüglich Rücksendekosten. Nach einigem Hin und Her, sowei einer kleinen Entschädigung (5 EUR), welche vom Käufer ausgeschlagen wurde, erkläre man sich bereit den Kaufbetrag inkl. Versandkosten zurückzuerstatten.

    Jetzt besteht der Käufer sogar darauf, dass man in Vorleistung tritt und ihm den Kaufbetrag vorher überweist, bevor er die Ware zurückschickt.

    Meine bescheidenen Fragen nun :

    1. Muss man ihm den Kaufpreis inkl Rücksendekosten zurückerstatten?

    2. Darf der Käufer diese Vorleistung überhaupt verlangen?

    Vielen herzlichen Dank schon mal vorab für die Antworten.

    sal

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Privatverkauf - Defekte Ware in OVP
    Da die private Gewährliestung oder Garantie nicht Sachmängel einschließt, hat der Käufer durchaus das Recht der Nachbesserung. Er kann also die Lieferung einer mangelfreien Ware verlangen.
    Bei privatenm Verkäufern muss der Käufer allerdoings nachweisen, dass der Sachmangel von Anfang an bestand, sonst ist der Verkäufer nicht verpflichtet irgendwas zu unternehmen.
    Und nur wenn keine Nachbesserung möglich ist oder diese endgültig verweigert wird (was bei privaten Verkäufen oftmals ist, da kaum einer noch einen zweiten identischen Artikel liegen hat oder das Teil reparieren lassen kann) kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten. Dann sind die empfangenen Leistungen Zug um Zug zurück zu gewähren. Eine Pflicht zur Vorleistung besteht nicht.
    Wenn sich Verkäufer und Käufer nicht einig werden empfiehlt sich ein seriöser und zuverlässiger Treuhanddienst.

    Ansonsten hoffe ich für den Verkäufer, dass er sich die Seriennummer notiert hat, wenn dies möglich war. Denn diese Masche ist immer noch sehr beliebt: Käufer hat ein defektes Teil zu Hause, kauft ein neues, funktionierendes. Reklamiert anschließend beim Verkäufer, dass dieser angeblich defektes geliefert hat. Käufer bekommt sein Geld zurück und behält natürlich das funktionierende ...
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Privatverkauf - Defekte Ware in OVP
    Danke für die schnelle Antwort.

    Heißt also konkret, dass der Käufer die Ware dem Verkäufer zur Nachbesserung zurückschicken muß? Falls die Nachbesserung/Reparatur nicht gelingt oder unmöglich ist, hat der Käufer Anspruch auf die Rückerstattung des Kaufpreises.

    Der Käufer hat des öfteren mit dem Gang zum Rechtsanwalt gedroht, falls der Verkäufer nicht in Vorleistung tritt. Bestehen überhaupt Erfolgschancen bei einem Streitwert von ca. 25 EUR?

    sal

  4. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
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    Standard AW: Privatverkauf - Defekte Ware in OVP
    Der Käufer hat des öfteren mit dem Gang zum Rechtsanwalt gedroht, falls der Verkäufer nicht in Vorleistung tritt. Bestehen überhaupt Erfolgschancen bei einem Streitwert von ca. 25 EUR?
    Das hat weniger mit dem Streitwert zu tun, als mit der Aussicht auf Erfolg. Die Frage die sich mir stellt: Was will der Käufer mit einem Anwalt erreichen? Mehr als das Gesetz erlaubt wird er auch mit dem besten Anwalt nicht bekommen.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

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