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Bestellung im Ausland mit anderen Daten?

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Bestellung im Ausland mit anderen Daten?
    hi ihr, ich habe mal eine rechtliche Frage zu klären, die etwas schwer zu schildern ist.

    es geht um sogenannte "Virtuelle-Waren"-Händler. Also es gibt da solche Händler im Internet
    die haben eigene Webseiten und verkaufen sowas wie Computerspiel-Geld oder man kann sie bezahlen
    für das spielen deines Spiels. Da wir in unserer Runde eine Diskussion darüber hatte,
    wollte ich einfach mal hier nachfragen wie das ausschaut.

    Man nehme an, jemand geht zu deren Seite, legt sich dort einen Service in den Warenkorb und sendet diese
    "Bestellung" ab (mit falschen Angaben wie Name usw.). Dann nimmt er Kontakt mit dieser Firma auf und vereinbart
    (mit einem Messanger z.B. MSN) das die Firma anfängt seinen Charakter zu spielen, auch bevor die Zahlung bei
    ihnen eingetroffen ist. Da er ihnen gesagt das es dauert 4 Tage ins Ausland und er braucht den Service von ihnen dringend.

    Nach 4 Tagen fragt die Firma die schon ziemlich viel für ihn gespielt hat, was mit dem Geld ist, und er meint das er sich es
    anderst überlegt hat und nimmt sein Spiel ohne es zu bezahlen wieder (er ändert die Zugangsdaten) wieder.

    Kann diese Firma, rechtliche Schritte gegen ihn nutzen? Und wenn ja wie? Sie haben keine richtigen Daten von der Bestellung
    und sonst auch keine Daten von ihm bekommen. Zudem kommt das die Firma im Ausland (z.B. China) ist und sie keinen Nachweis haben
    dass etwas nachträglich in einem Messanger abgemacht wurde. Somit sollte die Firma doch eigentlich auf dem trockenen landen, und
    pech gehabt haben? Der Provider aus Deutschland wird sicherlich keine ausländische Firma irgendwelche IP-Adressen oder sonstwas
    abgleichen lassen.

    was meint ihr, also dies ist rein allgemein betrachtet, und hat nichts mit einer Rechtsberatung zutun usw.

    Gruß,
    lagstar

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bestellung im Ausland mit anderen Daten?
    Wer sagt denn, dass diese Firma nicht hier in D klagt. Auch wenn der Sitz in China ist, heißt das nicht, dass die sich nicht hier einen Anwalt nehmen können. Und im Zuge eines Strafverfahrens (z.B. Betrug) rücken die Provider sehr wohl die Daten raus - sind sogar verpflichtet dazu.

    Auch sollte man sich nicht sicher fühlen, dass nicht irgendwelche Daten mitgeloggt wurden (IP ja wohl garantiert, und Messenger Protokolle kann man durchaus speichern, wenn man das vernünftig macht könnten die sogar vor Gericht Bestand haben).
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Bestellung im Ausland mit anderen Daten?
    Natürlich haben wir uns auch bei der Sache vorgestellt das die Firma aus "China" auch einen deutschen Anwalt nehmen könnte, doch sind mir an den Punkt gelangt, wo es eine Sache des Aufwands ist.

    Man nehme an der Kunde hat für 50€ bestellt und nach seinen 4 Tagen einen Wert von 20€ der Firma ohne zu zahlen an Arbeitszeit genommen. So wird diese sicherlich sich nicht den Aufwand machen, und klagen. Da man bei einer Klage im ersten Fall nur aufgefordert wird das Geld zu begleichen, oder nicht?

    Somit ist uns auch klar warum diese Firmen auch mit "erst Zahlen, dann bekommen" arbeiten, deshalb haben wir für uns auch diesen Fall durchspielt und darüber nachgedacht.

    Da wird wohl was wahres dran sein, warum diese Firman alle das so machen, wird nicht so einfach sein das Geld von deutschen wieder zu bekommen.

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bestellung im Ausland mit anderen Daten?
    So wird diese sicherlich sich nicht den Aufwand machen, und klagen.
    Da wäre ich mir auch nicht sicher. Man nehme zum Beispiel eoine Frima, die gerade darauf aus ist, an "Nicht-Bezahlern" zu verdienen.
    Die eröfffnen in D eine (Briefkasten-)Firma und schöleißen eine Rechtsschutzversicherung ab (ist zwar etwas teurer als eine private, aber nach ein püaar Leuten hat man das Geld drin).
    Dann suchen die sich noch einen befreundeten Anwalt.
    Und dann gehts los Dank der RV kostet es erstmal nichts. Anzeige (Betrug) kostet auch nichgts. Man erhält die Daten, der Anwalt wird tätig, man hat den "Täter" und weiss wem man die Anwaltsrechnung schickt. Der Anwalt hat natürlich dafür gesorgt, dass die Beweise rechtlich sauber sind, auch auf den Datenschutz hingewiesen wurde ...
    Die Firma hat erstmal keine Kosten und relativ geringen Aufwand, die Kosten für den Täter werden aber ziemlich hoch ...
    Da man bei einer Klage im ersten Fall nur aufgefordert wird das Geld zu begleichen, oder nicht?
    Die Klage ist erstmal nur dazu da, an die Daten zu kommen. Da kommt in der Regel keine Zahlungsaufforderung, ich könntemir sogar vorestellen, dass die wegen Belanglosigkeit eingestellt wird. Aber eigentlich ist das egal, denn sie dient nur der Ermittlung der wahren Identität. Danach gehts erst richtlich los: Anwaltliche Mahnung, Eintreiben der Forderung, Anwaltskosten, Schadensersatz ....

    Ist jetzt auch spekuliert, aber ich würde es nicht ausschließen, das etwas kommt. Und einmal 20 € sind vielleicht den Streß nicht wert, 100 mal schon, und bei 1000 mal lohnt sich sogar ein "organisiertes" Vorgehen.
    Da wird wohl was wahres dran sein, warum diese Firman alle das so machen, wird nicht so einfach sein das Geld von deutschen wieder zu bekommen.
    Sicherlich ist es ein Aufwand und die Voraussetzungen das so durchzuziehen wie ich oben erwähnt hab ist vielleicht auch etwas stark vereinfacht. Und das genau deswegen eher Vorkasse verlangt wird ist auch klar. Aber das ist bei eBay Händlern auch nicht anders, und für die wäre es rechtlich viel einfacher.
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  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Bestellung im Ausland mit anderen Daten?
    nun gut, aber man nehme an, man würde das so durchziehen wie ich sagte, und dann wenn der anwald sich meldet das Geld bezahlen. Dann sollte es doch keine weiteren Konzequenzen geben? Weil man ja das Geld beglichen hat. Oder gibt es da eine Art Zeitraum, wann man richtig viel Geld bezahlen muss?

    Ich meine Firma X aus dem Ausland klägt, Betrüger Y bekommt einen Brief vom Anwald und zahlt den Betrag. Klage vorbei? oder kommen da noch eine Menge andere Kosten auf den Geklagten zu usw.?

    Das würde uns sehr interessieren, eine Klage wird doch meistens als Druck verwendet das man bezahlt, wenn man es dann tut, scheint die Sache doch gegessen zu sein...

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bestellung im Ausland mit anderen Daten?
    Erstmal musst du unterscheiden zwischen strafrechtlicher und zivilrechtlicher Klage.

    Die strafrechtliche: Anzeige wegen Betrug, Ermittlung der Daten, eventuell (aber eher unwahrscheinlich) Strafverfahren mit Verurteilung (Geldstrafe oder Gefängnis - letzteres wohl eher nicht). Hier können schon Anwaltskosten anfallen, die der "Verlierer" zahlt. Bei Einstellung der Anzeigende, bei Verurteilung der Verurteilte. Da es hier aber keines Anwalts bedarf (eine Anzeige kann jeder machen), sind die Kosten vernachlässibar. Und falls doch, können diese im zivilrechtlichen Verfahren als Schadensersatz geltend gemacht werden. Selbst bei einer Verurteilung bekommt aber der Klagende noch kein Geld - das geht an den Staat, weswegen immer das zivilrechtliche notwendig wird.

    Die zivilrechtliche: Die erfolgt dann, wenn man die Daten des "Täters" hat (deswegen auch die strafrechtliche vorher). Hier wird die Forderung eingeklagt, zuzüglich Schadensersatz (Zinsen, Anwaltskosten, Kosten des strafrechtlichen Verfahrens wenn es eingestellt wird, Kosten für die Administration der Daten ....). Was den Schadensersatz angeht kann man erfinderisch sein, selbst die Fahrtkosten zum Anwalt kann man geltend machen Und nur im zivilrechtlichen Verfahren bekommt der Gläubiger auch wirklich sein Geld.
    Das würde uns sehr interessieren, eine Klage wird doch meistens als Druck verwendet das man bezahlt, wenn man es dann tut, scheint die Sache doch gegessen zu sein...
    Solange es bei der Androhung bleibt stimme ich dir zu. Ist es erstmal so weit gekommen, wird es meistens teurer (selbst Mahnbescheide u.ä. kosten ja m,eistens schon mehr als der eigentliche Betrag ...)
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