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Käufer droht mit Anwalt! Bitte um Hilfe!

  1. Neuer Benutzer
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    Unglücklich Käufer droht mit Anwalt! Bitte um Hilfe!
    Hallo,
    nehmen wir mal an, es gäbe einen Käufer der bei Ebay einen Artikel ersteigert hätte. Der Artikel hätte einen Marktwert von über 200 Euro und würde für ca. 150 Euro verkauft werden. Er wäre 5 Tage neu und würde nur getestet.
    In der Auktion stände aber als Artikelzustand "Neu" und nicht "neuwertig" (wie bereits erwähnt: 5 tage neu und nur getestet).
    Der Kunde würde die Ware erhalten und diesen Punkt bemängeln. Er würde sogar mit einem Anwalt drohen weil er aus Prinzip diesen Artikel als gebraucht ansieht (selbst gebraucht wäre der Artikel nicht unter 100 Euro weggegangen). Nehmen wir weiterhin an, der Käufer hätte einen Spezialisten beauftragt und der hätte ihm für die Konfiguration, sagen wir mal 120 Euro berechnet. Der Spezialist würde ihm dann noch platt sagen, wenn die Box "neu" wäre, dann hätte das nicht so lange gedauert. So weit so gut.
    Nun kommen wir zum eigentlichen Problem.

    Hätte der Kunde in so einem fiktiven Fall die Möglichkeit über 50 % des Geldes zurückzuverlangen oder zum Rücktritt aus dem Kaufvertrag unter der Voraussetzung, dass die 120 Euro des Spezialisten verrechnet sein würden (also Artikelpreis - 120 Euro)??? Ansonsten Klage wegen Betrug???
    Der Käufer könnte ja, bevor er einen Spezialisten zu Rate zieht, den Verkäufer anrufen und er hätte ihm kostenlos weiter helfen können. Wieviel Prozent vom Kaufpreis könnte er bei verlangen? Und dürfte er beim Rücktritt aus dem Kaufvertag die Rechnung des Technikers verrechnen, wenn er auf seine Verantwortung einen bestellt hätte?

    Bitte um Hilfe zu diesem fiktiven Beispiel.
    Danke für jede Hilfe!
    Geändert von gustus (17.11.2008 um 15:04 Uhr)

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Käufer droht mit Anwalt! Bitte um Hilfe!
    ZUm Thema neu bei eBay
    Richtlinien für den Artikelzustand "neu" und "gebraucht"

    Grundsätzlich kann ein Artikel als neu bezeichnet werden, wenn er unbenutzt und voll funktionstüchtig ist, keinerlei Mängel oder Gebrauchsspuren aufweist und eine bestimmte Lagerzeit nicht überschritten hat. Ausschlaggebend ist dabei, ob sich der Zustand des Artikels durch die Lagerung negativ verändert hat oder ob der Artikel aufgrund neuerer Modelle in diesem Bereich technisch veraltet ist (z.B. Audio & Hi-Fi, Elektrogeräte, Foto & Camcorder, Handy & Organizer, Computer, PC- & Videospiele).

    Bitte beachten Sie, dass diese Richtlinien nur eine generelle Hilfestellung darstellen. Verfassen Sie als Verkäufer die Artikelbeschreibung so genau wie möglich, um Unklarheiten auszuschließen. Gehen Sie beispielsweise darauf ein, ob
    - der Artikel in ungeöffneter oder versiegelter Originalverpackung geliefert wird.
    - Bedienungsanleitungen im Lieferumfang enthalten sind.
    - Zubehör mitgeliefert wird und in welchem Umfang.
    - eine Herstellergarantie besteht und auf den Käufer übertragbar ist.
    - es sich bei dem Artikel um ein Ausstellungs- oder Vorführobjekt handelt.
    - der Artikel über ein gültiges Verfallsdatum verfügt (z.B. Feinschmecker, Beauty & Gesundheit).
    - Herstelleretiketten vorhanden sind (z.B. Kleidung & Accessoires).
    - Echtheitszertifikate für den Artikel mitgeliefert werden (z.B. Uhren & Schmuck).
    [url]http://pages.ebay.de/artikelneu/[/url]

    Insoweit wäre also klar was als "neu" bezeichnet werden kann udn darf. Das gilt sowohl für Verkäufer als auch Käufer.
    Im Beispiel würd eich den Artikel also durchaus als neu ansehen, es sei denn, er weist durch den Test Gebrauchsspuren auf (manche schöleppen ihr Handy zum Test ja tagelang mit rum)
    Nehmen wir weiterhin an, der Käufer hätte einen Spezialisten beauftragt und der hätte ihm für die Konfiguration, sagen wir mal 120 Euro berechnet. Der Spezialist würde ihm dann noch platt sagen, wenn die Box "neu" wäre, dann hätte das nicht so lange gedauert.
    Kommt darauf an, warum es länger gedauert hat. Ich würde mir entsprechende Beweise liefern lassen - anderenfalls einen "Gegen-Spezialisten" entsprechende Aussagen bringen lassen.
    Hätte der Kunde in so einem fiktiven Fall die Möglichkeit über 50 % des Geldes zurückzuverlangen oder zum Rücktritt aus dem Kaufvertrag unter der Voraussetzung, dass die 120 Euro des Spezialisten verrechnet sein würden (also Artikelpreis - 120 Euro)???
    Ich würde sagen weder noch. Oder besser: Versuchen kanne r es, nur ob er damit durchkommt.
    Ansonsten Klage wegen Betrug???
    Auch das kann er machen. Nur die Frage, wie weit er damit kommt. Auch hat er damit weder Geld noch wird der Vertrag dadurch nichtig. Das muss er trotzdem noch zivilrechtlich durchsetzen.
    Der Käufer könnte ja, bevor er einen Spezialisten zu Rate zieht, den Verkäufer anrufen und er hätte ihm kostenlos weiter helfen können.
    Könnte er Aber manche denken nicht soweit
    Wieviel Prozent vom Kaufpreis könnte er bei verlangen?
    Dafür gibt es keine Gesetze
    Und dürfte er beim Rücktritt aus dem Kaufvertag die Rechnung des Technikers verrechnen, wenn er auf seine Verantwortung einen bestellt hätte?
    Könnte er, aber auch hier die Frage, ob es gerechtfertigt ist.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

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