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Muss X eine Steuernummer beantragen?

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Muss X eine Steuernummer beantragen?
    Guten Tag,

    Beispielsweise Person X möchte einen Internetseite eröffnen, unter der sich andere Personen zu Bonusaktionen anmelden können. Person X ist bei einem Partnernetzwerk angemeldet.

    Meldet sich die andere Person, nun unter einer Bonusaktion an, bekommt Person X eine Provision dafür. Die Provisionen werden varwaltet auf dem Partnernetzwerk.

    Beantragt Person X nun eine Auszahlung bei dem Natzwerk so wird die Mehrwertsteuer von dem Netzwerk einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

    Muss Person X eine Steuernummer für X seine Internetseite beantragen, oder muss das nicht, da das Netzwerk dies erledigt?

  2. Seilschaft BlackPanders
    Seilschaft BlackPanders ist offline
    Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss X eine Steuernummer beantragen?
    Soweit nun meine Erfahrungen von Webseiten in Erfahrungen gebracht habe, müssen diese eine Steuernummer beantragen. Oder diesen Service löschen.

    Es heißt nun, wer eine Privatseite eröffnet darf kein Geld durch andere User egal welcher Art gewinn herausholen. Auch Partnerseiten sollten entfernt werden, da es nicht Ersichtlich ist, ob nicht und wie diese diese Webseite unterstützen.


    Soweit meine Erfahrungen und entsprechenden Anfragen hier und dort.


    Zitat Zitat von jupiter Beitrag anzeigen
    Guten Tag,

    Beispielsweise Person X möchte einen Internetseite eröffnen, unter der sich andere Personen zu Bonusaktionen anmelden können. Person X ist bei einem Partnernetzwerk angemeldet.

    Meldet sich die andere Person, nun unter einer Bonusaktion an, bekommt Person X eine Provision dafür. Die Provisionen werden varwaltet auf dem Partnernetzwerk.

    Beantragt Person X nun eine Auszahlung bei dem Natzwerk so wird die Mehrwertsteuer von dem Netzwerk einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

    Muss Person X eine Steuernummer für X seine Internetseite beantragen, oder muss das nicht, da das Netzwerk dies erledigt?

  3. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
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    Standard AW: Muss X eine Steuernummer beantragen?
    Erstmal geht es nicht darum, "eine Steuernummer zu beantragen". Wer Einkommen gewerblicher Art hat (und darunter würde ich das zählen) muss ein Gewerbe (oder selbständige Tätigkeit) anmelden. Und wenn man das angemeldet hat, bekommt man die Steuernummer automatisch - die Steuernummer ist also nur "Beiwerk" - viel wichtiger ist das Gewerbe. Und die damit verbunden Pflichten (Steuererklärungen, Buchhaltung, Rechnungswesen ...)

    Andererseits
    Beantragt Person X nun eine Auszahlung bei dem Natzwerk so wird die Mehrwertsteuer von dem Netzwerk einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
    Wenn das Netzwerk in D ansässig ist finde ich die Vorgehensweise sehr fraglich, denn ich persönlich kenne keine rechtliche Grundlage die das erlaubt. Die Umsatzsteuer wird normalerweise von dem abgeführt, der sie im Rahmen seiner gewerblichen Tätigkeit einnimmt.
    Für mich sieht das eher nach "Betrug" aus. Falls also jemand die rechtliche Grundlage kennt - ich lerne gern dazu. Wenn nicht, würde ich bei dem zuständigen Finanzamt mal anfragen, ob die tatsächlich abgeführt wird (und dann bekommt man sicherlich auch die rechtliche Grundlage genannt)
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss X eine Steuernummer beantragen?
    Zitat Zitat von jupiter Beitrag anzeigen
    Beantragt Person X nun eine Auszahlung bei dem Natzwerk so wird die Mehrwertsteuer von dem Netzwerk einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
    Das kann m.E. nicht sein, bzw. ist nicht korrekt.

    1. Umsatzsteuer ("Mehrwertsteuer" heißt es schon lange nicht mehr) muß derjenige auf seine Umsätze abführen, der umsatzsteuerpflichtig ist.

    2. Wäre also der Netzwerkteilnehmer umsatzsteuerpflichtig, so müsste er auf seine vom Partnernetzwerk ausgeschütteten Erträge Umsatzsteuer zahlen.

    Normalerweise würde der Netzwerkteilnehmer in dem Fall dem Netzwerk-Betreiber eine Rechnung stellen, und auf dieser die Umsatzsteuer ausweisen, und der Netzwerk-Betreiber würde den Netto-Rechnungsbetrag plus USt bezahlen und könnte seinerseits die USt bei seinem Vorsteuerabzug wieder geltend machen. (Für Umsatzsteuerpflichtige ist die USt ein durchlaufender Posten, tatsächlich gezahlt wird sie nur von Endverbrauchern, die nicht USt-pflichtig sind.)

    3. Nun gibt es die Konstruktion, daß sich ein Zahlungspflichtiger quasi selbst eine Rechnung stellt, weil nur er ermitteln kann, wieviel der Zahlungsempfänger eigentlich zu bekommen hat.
    (Zeitungsverlage machen das z.B. so bei den freien Mitarbeitern, und "Partnerprogramme" der Einfachheit halber auch - sie müssten ja sonst erst dem Partner eine Nachricht übermitteln, wieviel er zu bekommen hat und ihn auffordern, das in Rechnung zu stellen...)

    4. In diesem Fall darf der Zahlende nur dann Umsatzsteuer mit auszahlen, wenn ihm die Umsatzsteuernummer des Zahlungsempfängers vorliegt. Die gilt als ausreichender Nachweis, daß der Zahlungsempfänger umsatzsteuerpflichtig ist.

    5. Wenn der Zahlungsempfänger nicht umsatzsteuerpflichtig ist (weil Privatmann mit steuerfreien Nebeneinkünften gem. EStG) oder er als Kleinunternehmer gem. §19 UStG auf Umsatzsteuer-Befreiung optiert hat, dann darf ihm keine Umsatzsteuer ausgezahlt werden.

    Abziehen darf m.E. der Partner-Netzwerk-Betreiber die USt niemals. Warum sollte er auch?

    Er hat ggf. Umsatzsteuer auf seine eigenen Umsätze zu entrichten, aber nie auf die Umsätze seiner Vertragspartner. Und Umsatzsteuer darf überhaupt nicht auftauchen, wenn der Zahlungsempfänger nicht nachweislich umsatzsteuerpflichtig ist. (Anderenfalls wäre das Steuerhinterziehung, da dann beim Vorsteuerabzug das Finanzamt betrogen wird.)

    Der einzige Fall, in dem ein Zahlungspflichtiger für den Zahlungsempfänger Steuern abführt (abgesehen von den angestellten Arbeitsverhältnissen) ist die sog. "Ausländersteuer". Ausländische Künstler ohne Wohn/Geschäftssitz in Deutschland, die in Deutschland auftreten, sind hier "eingeschränkt" steuerpflichtig. Für sie muß der Veranstalter die Steuern ans Finanzamt abführen.

    Aber das kann man m.E. beim besten Willen nicht auf ein Partner-Netzwerk anwenden, und Umsatzsteuer betrifft es schon gar nicht, den da geht es um Einkommenssteuer, nicht um Umsatzsteuer.

    Die Geschichte würde ich doch mal entweder dem zuständigen Finanzamt oder einem Steuerberater vorlegen.

    Muss Person X eine Steuernummer für X seine Internetseite beantragen, oder muss das nicht, da das Netzwerk dies erledigt?
    Wie schon geschrieben wurde: eine Steuernummer kann man nicht beantragen, man bekommt sie zugeteilt, wenn man sich zur Einkommens- und ggf. Umsatzsteuerveranlagung anmeldet.

    Ob im Einzelfall eine Steuerpflicht besteht oder ob das unter den "steuerfreien Nebenverdienst" bei einem festangestellten Arbeitsverhältnis fällt, kann man nur bei Kenntnis aller Details klären, und das bleibt dann sowieso einem Steuerberater vorbehalten. (Oder dem Finanzamt, das kann und muß ja auch Auskünfte erteilen.)
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  5. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss X eine Steuernummer beantragen?
    5. Wenn der Zahlungsempfänger nicht umsatzsteuerpflichtig ist (weil Privatmann mit steuerfreien Nebeneinkünften gem. EStG) oder er als Kleinunternehmer gem. §19 UStG auf Umsatzsteuer-Befreiung optiert hat, dann darf ihm keine Umsatzsteuer ausgezahlt werden. ... Und Umsatzsteuer darf überhaupt nicht auftauchen, wenn der Zahlungsempfänger nicht nachweislich umsatzsteuerpflichtig ist.
    Wo steht das denn? Meines Wissens sind alle Leistungen, die nicht expizit im Gesetz ausgeschlossen sind, umsatztsteuerpflichtig. Die Frage ist nur, ob sie auf der Rechnung separat ausgewiesen wird und ob jemand die wiederbekommt/entrichten muss.
    Ansonsten würde jeder Laden rechtswidrig handeln, der auf seinen Bons die Mehrwertsteuer (und hier ist es die Mehrwertsteuer) ausweist.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

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