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Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt
    Hier ein mir nicht ganz unbekanntes Problem bei Ebay… )

    Verkäufer A verkauft bei Ebay einen gebrauchten Computer an Käufer B. Zum Zeitpunkt des Versands ist der Computer voll funktionsfähig, dies kann von weiteren Personen bezeugt werden.
    Nach Erhalt behauptet B, der PC sei defekt. A teilt ihm mit, dass er die Beanstandungen von B nicht nachvollziehen könne und bietet B die Rücknahme an.
    B reagiert nicht auf dieses Angebot. Er schreibt stattdessen, er habe den PC nun reparieren lassen müssen und droht mit seinem Anwalt.
    A weist B daraufhin, dass er ihm die Rücknahme angeboten habe und die Reparatur nicht abgesprochen wurde und somit die alleinige Entscheidung von B gewesen sei.
    B gibt A eine schlechte Bewertung und droht abermals mit seinem Anwalt: er werde A verklagen und zudem eine Sperrung des Ebay-Mitgliedskontos veranlassen.

    A hat seitdem nicht mehr auf die zuletzt zunehmend aggressiven (und wirren) Schreiben von B reagiert.
    B konnte bis heute nicht artikulieren, was er eigentlich von A will, sondern droht stattdessen seit seinem zweiten Schreiben mit dem Anwalt und behauptet nun sogar, es hätte nie ein Angebot zur Rücknahme der Ware gegeben (obwohl B damals auf die entsprechende Email geantwortet hatte).
    Nach Ansicht von A hat B mit seiner ohne Rücksprache getroffenen Entscheidung, den PC reparieren zu lassen, sämtliche Lösungsmöglichkeiten selbst ausgeschlossen: Eine Rücknahme scheidet nun aus. Ebenso hätte der Schaden, sofern er im Versand entstanden ist, über die Versicherung der Post geregelt werden können - auch dies ist nun jedoch nicht mehr möglich


    Wie seht ihr den Fall bzw. wie sieht es rechtlich aus?

    Vielen Dank!!!

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt
    A sollte alle Beweise schön sammeln und sich auf die Anwaltsschreiben von B freuen und damit selbst zu einem Anwalt gehen. Ich persönlich würde A gute Chancen einräumen
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt
    Ich bin ja ziehmlich unbedarft, aber haben eMails überhaupt bestand als Beweise?

    Wäre da nicht echter Schriftverkehr besser?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt
    Ich bin ja ziehmlich unbedarft, aber haben eMails überhaupt bestand als Beweise?
    Warum nicht. Das sind genauso Schriftstücke wie alles andere.

    Das Problem ist bei Emails nur, dass der Zugang vom Absender nachgewiesen werden muss - was eben nicht möglich ist. Somit kann der Empfänger immer behaupten, er habe die Mail nicht bekommen. Nur wenn er so klug ist, auf eine Mail zu antworten dürfte ihm das schwer fallen.

    Jetzt könnte man zwar behaupten, Mails kann man fälschen - kann man mit Briefen auch.
    Und auch in erhaltenen Emails stehen Angaben zum tatsächlichen Absender drin (IP, Rechnername, Server). Somit kann auch der Versand verfolgt werden.

    Der einzige Grund, weswegen man in rechtlichen Angelegenheiten eigentlich mit Einschreiben kommunizieren sollte, ist eben, dass dabei der Versandnachweis als Nachweis des Zugangs ausreicht - egal ob der andere einen funktionierenden Briefkasten hat oder nicht
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  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt
    Bei Wikipedia steht halt was anderes.

    E-Mails haben wenig Beweiskraft, da der Sender bei den herkömmlichen Protokollen und Log-Mechanismen keine Möglichkeit hat, zu beweisen, wann er was an wen versendet hat und ob der Empfänger die E-Mail erhalten hat oder ob sie tatsächlich abgesendet wurde.[7]

    Durch eine elektronische Signatur und vor allem durch eine qualifizierte elektronische Signatur können allerdings im Rechtsverkehr (Zivilrecht, Verwaltungsrecht) Verbindlichkeiten geschaffen werden, die auch vor Gericht Bestand haben. [...]
    Zitat von [url]www.wikipedia.org[/url]

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt
    Wieso soll das was anderes sein? Lesen kannst du, oder? Ich habe geschrieben:
    Das Problem ist bei Emails nur, dass der Zugang vom Absender nachgewiesen werden muss - was eben nicht möglich ist.
    Und was ist das anderes als
    wann er was an wen versendet hat und ob der Empfänger die E-Mail erhalten hat oder ob sie tatsächlich abgesendet wurde
    ?
    Das bedeutet doch nichts anderes, als das er nicht beweisen kann, dass der Empfänger sie tatsächlich erhalten hat (ob er nun beweisen kann, das sie abgeschickt wurde ist dabei überflüssig wie ein Loch im Bauch - entscheidend ist, dass der Empfänger sie bekomen hat = Zugang).
    Durch eine elektronische Signatur und vor allem durch eine qualifizierte elektronische Signatur können allerdings im Rechtsverkehr (Zivilrecht, Verwaltungsrecht) Verbindlichkeiten geschaffen werden, die auch vor Gericht Bestand haben. [...]
    Aber auch dann müsste der Zugang bewiesen werden - was auch mit Signatur nicht möglich ist.

    Und wenn er beweisen kann, das der Empfänger sie erhalten hat, weil er zum Beispiel darauf geantwortet hat, kann er auch bei einer Email nicht behaupten, er hätte davon nichts gewusst: Und genau darum geht es doch, ob eine Email relevant ist oder nicht. Er könnte jetzt bestenfalls behaupten, irgendwas wäre gefälscht - aber das kann er auch bei Post, das ist keine Eigenart der Email ...
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  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt
    Das bedeutet nicht nur, daß man nicht beweisen kann daß der Empfänger die Mail erhalten hat, es bedeutet auch, daß der Inhalt der Mail nicht bewiesen werden kann.

    Also kann der Empfänger durchaus sagen: "Ja, ich habe eine Mail erhalten, aber da steht was völlig anderes drin, wie man lesen kann... ."

    Aber okay, natürlich kann man auch Briefe fälschen, steht außer Frage.

  8. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Ebay - Käufer behauptet, Ware sei defekt
    Angenommen, jemand hat ein ähnliches Problem
    Folgendes: Verkäufer bietet eine Buchserie auf EBay an. Der Käufer kauft diese. Der Verkäufer hatte bei der Auktion darauf hingewiesen, dass er Privatverkäufer ist und damit auch der Garantiefall nicht zum Tragen kommt:

    "Ich bin Privatverkäufer und deshalb bieten Sie bitte nur, wenn sie damit einverstanden sind, auf die Ihnen nach dem Fernabsatzgesetz zustehende Gewährleistung/Garantie vollständig zu verzichten."

    Der Verkäufer hatte die Ware nach Eingang der Zahlung (PayPal) wie vereinbart als DHL-Paket losgeschickt; die Bücher befanden sich in dem Paket, abgesichert durch Luftpolster (nicht jedes einzelne Buch, sondern als Absicherung gegen evt. Stöße um den Stapel herum). Dieses Paket war nicht beschriftet mit "Vorsicht Buch" oder ähnlichem.
    Der Verkäufer beobachtete den Status der Sendung anhand des Sendungsidentcode. Auffällig war, dass das von der Nummer her spätere Paket wesentlich früher ankam, das andere dagegen sehr lange im Lager lag (es sei denn, Ostern rechtfertigt eine Verzögerung von 6 Tagen).

    Das Paket kommt beim Käufer an. Dieser schreibt nun jedoch, dass a) Bücher fehlen (die der Verkäufer in die Pakete eingepackt hat - leider keine Zeugen außer dem Partner, keine Fotos außer dem für EBay) b) die Bücher schlecht verpackt waren; sie hätten so aufeinander gelegen dass beim Transport die Seiten verknickt und sogar leicht eingerissen wären. Er hätte gerne einen Vorschlag, wie man das jetzt lösen würde.

    Der Käufer ist in diesem Fall ein gewerbliches Mitglied, das selbst einen Shop (spezialisiert auf eben diese Buchserie) besitzt, der Verkäufer privat.

    Die Fragen, die sich hier jetzt stellen, sind folgende:
    a) Was kann der Käufer - außer einer schlechten Bewertung - nun tun?
    b) Ist der Verkäufer für evt. Transportschäden haftbar?
    c) Muss der Verkäufer das Geld zurückerstatten?
    d) Mit welchen Problemen muss der Verkäufer rechnen?

    Bin für jede Antwort dankbar!

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