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Persönliche eMail Adresse bei einer Firma

  1. tla-wedel
    tla-wedel ist offline
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    Standard Persönliche eMail Adresse bei einer Firma
    Hallo Allerseits,

    ich habe mich gerade gefagt, ob die eMail-Adresse (vorname.Nachname@firma.xxx), die mir von einer Firma zur Verfügung gestellt wird, meine "persönliche" Adresse ist.

    Konkret: Kann die Firma verlangen, dass ich meine eMails an eine(n) Kollegen(in) weiterleite.
    Argumente dafür: Im Urlaub/Krankheit gehen keine Kundenmails verloren. Kann selbstverständlich auch mit zusätzlicher, funktionaler Adresse erreicht werden (verkauf@firma.xxx)
    Argumente dagegen: Auch die (unter Umständen sogar erlaubten) privaten Nachrichten werden von den Kollegen gelesen.

    Darf die Firma, nachdem ich aus der Firma ausgeschieden bin, die Adresse weiterhin betreiben?
    Argumente dafür: Kunden könnten die Adresse weiter benutzen und die Mail eines Kunden geht nicht verloren.
    Argumente dagegen: Die Firma kann den Anschein erwecken ich würde weiterhin zu Firma gehören und so den Kunden täuschen.

    Kann dies alles durch eine Dienstvereinbarung geregelt werden?
    Könnte man dem widersprechen?
    Kann man eine funktionale Adresse verlangen?

    Fragen über Fragen.
    Die Diskussion ist eröffnet.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Persönliche eMail Adresse bei einer Firma
    ich habe mich gerade gefagt, ob die eMail-Adresse (vorname.Nachname@firma.xxx), die mir von einer Firma zur Verfügung gestellt wird, meine "persönliche" Adresse ist.
    In der Regel werden solche Emails zur Verfügung gestellt, um die betriebliche Kommunikation zu gewährleisten. Mit einer privaten Email hat das herzlich wenig zu tun.
    Argumente dagegen: Auch die (unter Umständen sogar erlaubten) privaten Nachrichten werden von den Kollegen gelesen.
    Ist die private Komunikation mit dieser Adresse gestattet? Wenn ja, könnte das dem entgegenstehen. Wenn nein kann es dieses Argument gar nicht geben.
    Darf die Firma, nachdem ich aus der Firma ausgeschieden bin, die Adresse weiterhin betreiben?
    Warum nicht? Meistens ist nach dem Auscheiden diese Email noch Kunden bekannt - vielleicht sogar als einzige. Eine Aufrechterhaltung und Weiterleitung macht für eine Firma durchaus Sinn.
    Argumente dagegen: Die Firma kann den Anschein erwecken ich würde weiterhin zu Firma gehören und so den Kunden täuschen.
    In der Regel wird das Auscheiden eines Mitarbeiters den Kunden bekannt gegeben - wenn nicht merken sie es früher oder später. Und da es sich um eine Firmenadresse handelt, sollte sie nur im Rahmen der Firmen (oder eben den Kunden/Lieferanten ...) bekannt sein. Im Impüressum und auf Kontaktformularen sollte sie in einem soölchen Fall aber selbstverständlich verschwiden - das kann man nach seinem Ausscheiden aber auch fordern.

    Kann dies alles durch eine Dienstvereinbarung geregelt werden?
    Die private Nutzung müsste in einer solchen geregelt sein. Ist es das nicht, ist die private Nutzung nicht zulässig.
    Könnte man dem widersprechen?
    Man kann allem widersprechen, Arbeitsverträgen Vereinbarungen, Regelungen ... Nur inwieweit das dem Aufenthalt am Arbeitsplatz zuträglich ist, lass ich dahin gestellt. Die Nicht-Zustimmung zu einer betrieblichen Regelung ist ein ordentlicher Kündigungsgrund (es sei denn, irgendeine Ausnahme wie Mutterschutz, Härte für den Arbeitnehmer, Ungleichbehandlung) greift hier.
    Kann man eine funktionale Adresse verlangen?
    Nein, da das eine Sache ist, die der Arbeitgeber entscheidet. Und nur er. Allerdings kann man sich natürlich auch mit ihm einigen, nur müssen muss er gar nichts.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Super-Moderator
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    Standard AW: Persönliche eMail Adresse bei einer Firma
    Gab es keine entsprechende Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber? Auch beispielsweise über die private Nutzung etc.?

    Aber auch ohne würde ich die gleiche Ansicht wie aaky vertreten. Eine solche Adresse dient in erster Linie für geschäftliche Zwecke, um direkter mit Kunden in Kontakt zu bleiben etc., für private Zwecke dient die eher nicht.
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    Dies ist keine Rechtsberatung, sondern nur eine persönliche Meinung

  4. tla-wedel
    tla-wedel ist offline
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    Standard AW: Persönliche eMail Adresse bei einer Firma
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    .... Mit einer privaten Email hat das herzlich wenig zu tun.
    von privat habe ich auch nichts geschrieben. Die Frage war, ob sie persönlich ist.

    Ist die private Komunikation mit dieser Adresse gestattet? Wenn ja, könnte das dem entgegenstehen. Wenn nein kann es dieses Argument gar nicht geben.
    Meine Annahme beruhte aber eben darauf, dass es erlaubt ist.

    Meistens ist nach dem Auscheiden diese Email noch Kunden bekannt - vielleicht sogar als einzige.
    Dann hat die Firma allerdings ein grundlegendes Kommunikationsproblem.

    Eine Aufrechterhaltung und Weiterleitung macht für eine Firma durchaus Sinn.
    Die Frage ist aber nicht, ob es sinnvoll ist, oder nicht. Die Frage ist, ob es Rechtens ist!

    Im Impüressum und auf Kontaktformularen sollte sie in einem soölchen Fall aber selbstverständlich verschwiden - das kann man nach seinem Ausscheiden aber auch fordern.
    Wo steht, dass man es fordern kann? Gibt es da ein Gestz zu?

    Die private Nutzung müsste in einer solchen geregelt sein. Ist es das nicht, ist die private Nutzung nicht zulässig.
    Das stimmt so jedenfalls nicht. Da habe ich schon von reichlich gegenteiligen Urteilen gehört.

    Man kann allem widersprechen, Arbeitsverträgen Vereinbarungen, Regelungen ... Nur inwieweit das dem Aufenthalt am Arbeitsplatz zuträglich ist, lass ich dahin gestellt.
    Geh doch nicht von Firmen aus, in denen Arbeitnehmerrechte, Datenschutz und Privatsphäre keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Presse war ja kürzlich voll davon. Geh doch vielleicht mal von einer Behörde oder einer anständigen Firma aus.

    Die Nicht-Zustimmung zu einer betrieblichen Regelung ist ein ordentlicher Kündigungsgrund (es sei denn, irgendeine Ausnahme wie Mutterschutz, Härte für den Arbeitnehmer, Ungleichbehandlung) greift hier.
    Genau darum geht es ja!!! Gibt es dazu Regelungen, Urteile oder Gesetze??

    ... nur müssen muss er gar nichts.
    Der Arbeitgeber muss sogar ne ganze Menge, nur halten sich viele nicht daran. Bzw. die Arbeitnehmer sind schlecht informiert.

    Gruß ich

  5. tla-wedel
    tla-wedel ist offline
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    Standard AW: Persönliche eMail Adresse bei einer Firma
    Zitat Zitat von Styx Beitrag anzeigen
    ... für private Zwecke dient die eher nicht.
    Es ist schon klar, dass es keine private Adresse ist. Aber es ist eine persönliche und die unterliegt nach meinem Verständnis im gewissen Maß dem Datenschutz.

    Ich würde sogar sagen, dass der Chef die Mail an eine persönliche Adresse auch nicht ohne Zustimmung lesen darf !!!

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Persönliche eMail Adresse bei einer Firma
    Okay - ich setze hier einfach mal privat und persönlich gleich. Das ändert nichts an meinen Aussagen. Persönlich ist sogar noch weniger, da das lediglich bedeutet, dass sie einer bestimmten Person zugeordnet ist. Nicht mehr. Also wenn du auf "persönlich" beharrst, hat sich das Thema erledigt, da die nicht geschützt werden muss, das einzige, was geschützt ist, ist die Privatsphäre
    Meine Annahme beruhte aber eben darauf, dass es erlaubt ist.
    Das ist meines Wissens auch eine falsche Annahme, da nach meinem Kenntnisstand (und den mir bekannten Urteilen) die private Nutzung des Internets während der Arbeitszeit genehmigt werden muss. Man darf also nicht davon ausgehen. Und dazu gehört auch, dass die Email nur innerhalb der Aufgabe verwendet wird.
    Dann hat die Firma allerdings ein grundlegendes Kommunikationsproblem.
    Das war ein Beispiel, was sicherlich irgendwo vorkommt. Ich dachte nicht, dass wir hier über Organisations- oder Kommunikationsstrukturen eines Unternehmens diskutieren - ansonsten würde ich auch einfach sagen: Dazu muss es Betriebsvereinbarungen geben.
    Die Frage ist aber nicht, ob es sinnvoll ist, oder nicht. Die Frage ist, ob es Rechtens ist!
    Dann formulier ich es anders. Es gibt kein Gesetz, was das verbietet. Damit ist es nicht rechtswidrig. (Bitte frag jetzt aber nicht, in welchem Gesetz das nicht steht )
    Wo steht, dass man es fordern kann? Gibt es da ein Gestz zu?
    Das nennt sich allgemeine Persönlichkeitsrechte. Zu finden in mehreren Gesetzen. Und das Namensrecht, zu finden im BGB.
    Ist nichts von beiden betroffen (weil es zum Beispiel in der Firma immer noch jemanden gibt, der auch hans.mueller heißt - was ja nicht so ungewöhnlich ist), dann besteht natürlich auch dieses Recht nicht.
    Das stimmt so jedenfalls nicht. Da habe ich schon von reichlich gegenteiligen Urteilen gehört.
    Ich auch. Aber wie bereits erwähnt, während der Arbeitszeit ist es grundsätzlich verboten, es sei denn, es ist anders geregelt. Etwas anderes ist es in den Pausen - hier ist eventuell die Nutzung des Internets für private Belange möglich, es sei denn es ist anders geregelt. Aber die Verwendung einer Email ist da meiner Meinung nach nicht mit erfasst.
    Geh doch nicht von Firmen aus, in denen Arbeitnehmerrechte, Datenschutz und Privatsphäre keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Presse war ja kürzlich voll davon. Geh doch vielleicht mal von einer Behörde oder einer anständigen Firma aus.
    Wo ist der Unterschied zwischen einer anständigen Firma und einer die darauf achtet, dass die Arbeitnehmer tun, wofür sie bezahlt werden?
    Sorry, aber sozialistischen Zustände hält keine Marktwirtschaft auf Dauer aus. Ich persönlich bin für klare und strukturierte Aufgaben und Regelungen und dafür, dass ein Arbeitnehmer das tut, wofür er sein Geld bekommt. Weiter führe ich das nicht aus, sonst stößt das wieder jemandem auf (hatte ich heute schon )
    Genau darum geht es ja!!! Gibt es dazu Regelungen, Urteile oder Gesetze??
    BGB §§611 ff, HGB, GewO, Beschäftigungsgesetz, KSchG, SGB .... du erwartest jetzt aber nicht, das sich all die Gesetze durchstöbere und die entsprechenden Regelungen zu Pflichten und Rechten von AG und AN raussuche, oder? Das kann jemand machen, der dafür bezahlt wird, wenn es dich interessiert. Ansonsten ist das auch ein ganz anderes Thema als eRecht, denn Arbeitsrecht ist ein Fachgebiet für sich. Ich hatte es einfach nur angerissen ...
    Der Arbeitgeber muss sogar ne ganze Menge, nur halten sich viele nicht daran.
    Ich hatte es zwar auf das Thema bezogen, aber wenn du es global formulierst: Meistens sind es aber die AN, die sich nicht an die Rechte und Pflichten halten ... vor allem bei den von dir genannten Behörden (wo man sicherlich die Beamten raushalten muss, da gibt es ganz andere Regelungen) und den "anständigen" Firmen. Und die "Rechte, die sich die AN herausnehmen" sind da weit gefächert, vom Blaumachen, über Unpünktlichkeit, Arbeitsverweigerung, Nichteinhaltung der Arbeitszeit, Erledigung von Privatangelegenheiten während der Arbeitszeit bis hin zu Diebstahl von Firmeneigentum (Aufzählung nur beispielhaft und keinesfalls vollständig).
    In einer Firma, wo man solche Themen nicht diskutieren muss, weil der AN weiss, das die betriebliche Emailadresse eine betriebliche ist, muss der AG nichts machen. Aber dazu gehört ja nun mal, dass der AN an mehr denkt als nur den "Gehaltsscheck".
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

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