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Onlinerecht in der Schule

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Onlinerecht in der Schule
    Hallo!
    Ich unterrichte an einer Hauptschule, dieses Jahr erstmals ITG. Dabei sollte ich auch auf Themen wie "Sicherheit im Internet" und rechtliche Hintergründe bezüglich Bilder im Internet, Videos, Musikdateien etc. eingehen. Irgendwie tue ich mich aber bei der Vorbereitung dieser Stunden unheimlich schwer. Ich kann nicht mal wirklich sagen an was das liegt. Ich habe das Gefühl mein Wissen bezüglich Onlinerecht ist absolut unstrukturiert und nur so wachsweich. Deshalb meine Frage an euch:
    Was haltet ihr im Rahmen der oben genannten Themen für so wichtig, dass es in einen ITG-Unterricht unbedingt rein muss?

    Gruß, Starbuck

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Ich habe das Gefühl mein Wissen bezüglich Onlinerecht ist absolut unstrukturiert und nur so wachsweich.
    Bitte nimm es nicht persönlich, aber das betrachte ich als eine schlechte Voraussetzung, Kids etwas beibringen zu können.
    Das Problem wird dann wahrscheinlich sein, das die Kids mehr Ahnung von Urheberrecht haben (zumindest wie man es umgehen kann) als der Unterichtende ...

    Aber davon abgesehen:
    Die Themen, die ich persönlich als wichtig ansehen würde, wären
    - Datenschutz (welche Daten kann und soll man wo angeben, wie schützt man seine Daten, Bezahlung im Internet, Phishing ...)
    - Vertragsrecht (insbesondere Regelungen zum Fernabsatz, Verträge Minbderjähriger, Widerrufsrechte)
    - Urheberrecht (Was sind Werke, was darf man ...)
    - Markenrecht (Was ist eine Marke, wie entsteht der Schutz, was darf man mit geschützten Begriffen ...)
    - Strafrecht (besonders die Bereiche, die mit dem Internet zu tun haben wie z.B. Ausspähen von Daten, Falschangaben, Nachstellen, Belästigung ...)

    Wie tiefgründig und wie umfassend kommt wohl darauf an, wieviel Zeit man hat. Um das alles zu lernen kann man jahrelang studieren.

    Ich weiß nicht wie das bei euch läuft, aber ich persönlich würde versuchen, wenn ich nicht allzuviel Ahnung davon habe, zu jedem Bereich (kommt auch darauf an, wieviel Zeit man hat) jemanden aus der Praxis einzuladen, der Ahnung von den Bereich hat und da tätig ist (Anwälte, Mitarbeiter von Ämtern, ...). Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man da welche findet
    Macht auch viel mehr Eindruck, wenn ein Anwalt vor den Kids steht, der über seine Fälle berichtet und damit Wissen rüber bringt, als wenn jemand das Gesetz vorliest.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Seilschaft BlackPanders
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Als erstens einmal,,, als Lehrer haben Sie von Innenministerium eine ganz große Palette von Info´s zur Hand.

    Es ist wirklich schwer damit anzufangen als Anfänger
    es Fängt damit an Urheberrecht, was ist dass?

    wie geht man damit um,
    Beispiel fangen Sie an mit Texten im Netz, was ist höhere Schaffungshöhe.

    alleine das Copieren und verwenden von Hausaufgaben Lösungen im Netz )
    und die folgen wenn man erwischt wird.
    das Rechtliche was dann damit geschied ( schlechte Noten )
    nur als Beispiel

    so können Sie mit Bildern und und Thema für Thema aufarbeiten.


    komm mir vor wie ein Lehrer
    Zitat Zitat von Starbuck71 Beitrag anzeigen
    Hallo!
    Ich unterrichte an einer Hauptschule, dieses Jahr erstmals ITG. Dabei sollte ich auch auf Themen wie "Sicherheit im Internet" und rechtliche Hintergründe bezüglich Bilder im Internet, Videos, Musikdateien etc. eingehen. Irgendwie tue ich mich aber bei der Vorbereitung dieser Stunden unheimlich schwer. Ich kann nicht mal wirklich sagen an was das liegt. Ich habe das Gefühl mein Wissen bezüglich Onlinerecht ist absolut unstrukturiert und nur so wachsweich. Deshalb meine Frage an euch:
    Was haltet ihr im Rahmen der oben genannten Themen für so wichtig, dass es in einen ITG-Unterricht unbedingt rein muss?

    Gruß, Starbuck

  4. Super-Moderator
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    @aaky, ist aber nix neues... an der Uni kommt das auch vor, dass ein Prof dir was beibringen will, aber eigentlich selbst nicht wirklich den Durchblick hat. Erlebe ich und auch Freunde von mir, in jedem Semester aufs Neue.

    @Starbuck

    Also wie man einen Unterricht aufbaut oder gestaltet, kann ich jetzt nicht sagen, dass ist wohl zu individuell. Aber jede Rechtsmaterie einzeln zu diskutieren bzw. über Dinge wie Schöpfungshöhe, ginge m.E. auch zu weit. Wichtig wäre es im Grunde über oft anfallende Probleme von Jugendlichen im Netz zu sprechen. Auch wie Tauschbörsen funktionieren und wo dabei die rechtlichen Probleme liegen. Dann kommt man zwangsläufig zu den passenden Rechtsgrundlagen auf die man genauer eingehen kann.
    Auch wichtig ist meiner Ansicht der Punkt des Persönlichkeitsrechts, hierbei besonders das Recht am eigenen Bild. So haben Jugendliche oft keine Ahnung davon, dass man Bilder anderer nicht einfach so online stellen darf, sich ggf. strafbar macht.
    Da wäre man auch gleich beim Datenschutz. Hier ist es aus meiner Sicht natürlich wichtig eher darüber zu lehren, wie man mit seinen eigenen Daten im Internet umgehen sollte. Also nicht gleich alles in die Web-Welt hinauszuposaunen, wie es auf MySpace oder in VZs gerne getan wird. Anschaulich wird dies besonders dann, wenn man entsprechende Folgen von allzu großzügigen Angaben von persönlichen Daten darlegt und natürlich auch wie man sich vor rechtswidrigen Erhebungen schützen kann.

    Letzteres natürlich Markenrecht. Auch hier sehe ich weniger einen Sinn darin es groß von A bis Z im Detail zu lehren. Eher wie man mit Marken im Netz umzugehen hat. Sprich wann darf ich Marken verwenden und wann nicht. Vielleicht noch was der Sinn und Zweck selbiger ist.


    Was es da für Material gibt seitens der Schulämter, kann ich jetzt selbst nicht sagen, von einer Freundin die aber Lehramt studiert und selbiges Thema auch schon einmal behandeln wollte, weiß ich nur das es nicht immer sehr viel brauchbares (bzw. eher aktuelles) gibt.
    Wenn dies der Fall ist, würde sich vielleicht auch ein örtlicher Anwalt (oder Justiziar des Schulamts) anbieten, der zusammen mit dem jeweiligen Lehrer den Unterricht gestaltet, gewiss auch unentgeltlich.... oder mal bei Fachbereichen von Unis nachfragen, da finden sich evtl. Studenten oder Projektgruppen. Neben dem bekannten Jura-Studenten, bieten sich auch Wirtschafts- oder Informationsjuristen an, die beschäftigen sich auch mit Urheberrecht und Co., letztere fast primär.
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    Dies ist keine Rechtsberatung, sondern nur eine persönliche Meinung

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Hallo!
    Ich sagte unstrukturiert und wachsweich. Das heißt nicht, dass ich gar nichts darüber weiß vielleicht nicht genug, aber deshalb frage ich ja.

    Ich hab einfach das Problem aus meinem Wissen das rauszupicken was für die Kinder sinnvoll und wichtig zu wissen ist. Es sind Hauptschüler, denen bringt es nichts wenn ich ihnen Gesetzestexte vorlege. Vielleicht schindet es Eindruck wenn ein Rechtsanwat kommt, wenn er es gut macht nehmen die Kinder bestimmt auch was mit. Aber da fängt es dann schon wieder an, dass die Zeit fehlt. Ich habe ein halbes Jahr pro Klasse und der Bildungsplan ist vollgestopft. Ich hab nicht mal für jedes Kind einen Computer, manche arbeiten zusammen an einem PC. Für Expertenbesuche bleibt da leider kaum Zeit (obwohl ich den Gedanken sehr gut finde).

    Für das Recherchieren nach Informationen habe ich den Kindern jetzt beigebracht, dass sie nie wortwörtlich abschreiben dürfen, sondern immer aus mehreren Quellen Infos holen und selbst formulieren. Dazu immer die Quellenangabe. Auf diese Infos habe ich es heruntergebrochen. Für mehr ist leider keine Zeit.

    Bei Musikdateien habe ich geplant ihnen iTunes, Musicload etc. vorzustellen und eben darauf hinzuweisen, dass emule und Kazaa illegal ist. Die meisten Schüler werden mich da aber schon entgeistert angucken, denn die meisten kennen weder noch und die wenigen anderen die meinen sie sind gescheiter als ich und wären dem allem überlegen. Also brauche ich auch hier einige Regeln, die ich ihnen geben kann.

    Was Youtube und ähnliche Seiten angeht bin ich ganz ratlos. Ich gebe zu, da weiß ich wirklich wenig. Es ist mir schon klar, dass da einige Videos nicht legal sind, aber wo ist die Grenze, wie kann ich das überprüfen? Oder ist das alles illegal?

    Und dann ist es ja noch ein Unterschied was die Kinder zuhause machen und was sie in der Schule machen. Ist es zum Beispiel ok wenn ein Youtube-Video im Rahmen eines Referates in der Schule miteingebunden wird? Darf man da auch Bilder aus dem Internet dafür verwenden ohne vorher gefragt zu haben? Gilt das auch noch wenn eine andere Klasse zuhört? Wenn die ganze Schule zuhört? Wenn Eltern mit zu hören dürfen?

    Welche Umgangsregeln gebe ich meinen Schülern mit? Ich finde es echt schwierig.

    Liebe Grüße, Starbuck

    Edit: @Styx: Danke für deinen Beitrag, das bringt schon mal etwas Struktur in das Chaos in meinem Kopf.
    Geändert von Starbuck71 (10.10.2008 um 20:19 Uhr)

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    dass emule und Kazaa illegal ist. Die meisten Schüler werden mich da aber schon entgeistert angucken,
    das können sie auch - denn die Aussage so im Raum wäre falsch. emule und Kazaa sind an sich nicht illegal, sondern das, was damit gemacht wird - nämlich der Austausch geschützter Dateien. Solche Aussagen vermehren höchstens die Unsicherheit in solchen Dingen ..
    Also brauche ich auch hier einige Regeln, die ich ihnen geben kann.
    An der Stelle würd ich einfach das Interesse für das "geschützte Werk" wecken - eventuell die Kids an der eigenen Ehre fassen. Zum Beispiel von irgendeinem der Anwesenden den Aufsatz vorlesen und dann sich loben, wie gut man das doch geschrieben - allerdings müsste der so helle sein, und seinen Aufsatz erkennen - und sich dagegen wehren, dass sein Werk als das eines anderen hingestellt wird ... kleiner unausgegorener Ansatz, aber vielleicht zeigt es, was ich meine
    Was Youtube und ähnliche Seiten angeht bin ich ganz ratlos.
    Da ist es nicht anders als bei Musik. Man muss eben einfach die Musik, Filme, Bild und Text als ein Werk sehen. Wobei bei YT noch die Verwendung fremder Werke in eigenen relevant wird, aber das könnte man mit dem Aufsatzbeispiel mit abhandeln.
    wie kann ich das überprüfen? Oder ist das alles illegal?
    Wichtigster Ansatzpunkt: Das geschützte Werk. Nicht die Form der Verwendung. Und das Werk kann ein Musikstück sein, welches rechtswidrig als Hintergrundmusik im eigenen Video verwnedet wird. Oder ein fremdes Bild, was man einfach in sein Video einbindet und damit so tut, als wäre es das eigene ....
    Ist es zum Beispiel ok wenn ein Youtube-Video im Rahmen eines Referates in der Schule miteingebunden wird?
    Da muss man mit dem Thema Zitat klarkommen. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Werkes dürfte man es zum Beispiel verwenden ... Deswegen dürfen bei Referaten auch Zitate aus Büchern u.ä. eingebunden werden.
    Die Frage ist, wo hört das wissenschaftliche Werk (Zustimmung bei Zitaten [!] nicht erforderlich) auf und wo fängt Veröffentlichung (rechtswidrig ohne Zustimmung) an. Das muss man immer im Einzelfall sehen.
    Ich empfehle einfach mal, einen Anwalt mit Schwerpunkt Urheberrecht anzurufen. Dauert keine 5 Minuten Und wenn man dann auch noch aus einer Gegend kommt, wo er mit solchen Problemen Jugendlicher zu tun hat wärs noch besser
    Welche Umgangsregeln gebe ich meinen Schülern mit? Ich finde es echt schwierig
    Und da kann man leider auch einiges falsch machen ...

    @aaky, ist aber nix neues... an der Uni kommt das auch vor, dass ein Prof dir was beibringen will, aber eigentlich selbst nicht wirklich den Durchblick hat. Erlebe ich und auch Freunde von mir, in jedem Semester aufs Neue.
    Heißt aber nicht, dass es immer so bleiben muss und dass nicht einfach mal jemand damit anfängt, diese "Norm" zu durchbrechen, oder ?
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    das können sie auch - denn die Aussage so im Raum wäre falsch. emule und Kazaa sind an sich nicht illegal, sondern das, was damit gemacht wird - nämlich der Austausch geschützter Dateien. Solche Aussagen vermehren höchstens die Unsicherheit in solchen Dingen ..
    Ich weiß, ich muss mich da differenzierter ausdrücken.

    Gerade bin ich dabei einen Text zusammenzustellen, den ich für die Kinder dann mal methodisch aufbereiten werde. Gerade versuche ich die relevanten Sachverhalte sprachlich zu vereinfachen. Wenn er fertig ist, stelle ich ihn ein, damit ihr mal drüber gucken könnt.

    Die Idee mit dem Aufsatz ist klasse! Ich werde glaube ich ein Bild aus dem Kunstunterricht nehmen, das nimmt nicht so viel Zeit in Anspruch und das entsprechende Kind erkennt es bestimmt auch wieder.

  8. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    So, der Text ist fertig. Ich habe mir noch einige Fallbeispiele ausgedacht, die ich die Kinder nach dem Besprechen in Gruppen bearbeiten lassen möchte. Wäre schön wenn ihr mal gucken könntet was ich in den Text noch reinbringen muss und ob meine Fallbeispiele so ok sind.

    Das Urheberrecht

    Das Urheberrecht schützt die Werke eines Menschen, z.B. Fotografien, Tonaufnahmen, Texte, Filme, usw. Die Gesetze sagen aus, dass derjenige, der ein Werk erschaffen hat auch das Recht besitzt über Vervielfältigung, Ausstellung, Verbreitung, öffentliche Wiedergabe und Bearbeitung zu entscheiden.
    Es gibt allerdings Ausnahmen des Urheberrechts. Zum Beispiel dürfen Texte und Musikstücke zitiert werden. Das bedeutet, dass kleine Auszüge ohne Erlaubnis des Urhebers verwendet werden dürfen. Es muss aber kenntlich gemacht werden wer der Urheber ist.
    Eine andere Beschränkung des Urheberrechts besteht darin, dass Werke für den privaten Gebrauch vervielfältigt werden dürfen. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshof dürfen höchstens sieben Kopien hergestellt werden. Weitergeben darf man aber die Kopie eines Werkes nur an Menschen, mit denen man sehr eng verbunden ist.

    Wenn wir im Internet nach Informationen, Bildern, Musikdateien oder Videos suchen bedeutet das für uns:

    1.Texte und andere Werke dürfen nicht kopiert werden und als eigenes Werk ausgegeben werden. Es dürfen höchstens kleine Stellen als Zitat verwendet werden. Diese müssen aber kenntlich gemacht werden.

    2.Musikdateien, Videos etc. dürfen nicht kostenlos heruntergeladen werden, da wir die Person nicht kennen, die die Datei zum Download anbietet und für uns nicht erkennbar ist, ob diese Person die Datei wirklich vervielfältigen dürfte.

    Fallbeispiele:

    1.Peter erstellt zuhause ein Video. Er lässt sein Lieblingslied im Hintergrund laufen und blendet dazu einige Bilder ein, die er draußen fotografiert hat.

    2.Tom muss in der Schule ein Referat halten. Um Zeit zu sparen kopiert er einen passenden Text aus dem Internet und gibt ihn als eigene Ausarbeitung beim Lehrer ab.

    3.Tina hat sich eine CD gekauft. Um ihrer besten Freundin eine Freude zu machen schickt sie ihr eines der Lieder auf der CD per E-Mail.
    Hier bin ich nicht sicher. Darf sie das?

    4.Melanie möchte unbedingt das Lied haben, dass sie gerade im Radio gehört hat. Weil sie gerade pleite ist versucht sie das Lied kostenlos im Internet herunterzuladen.

    5.Michael hat im Internet ein lustiges Bild gefunden. Er schickt es seinem besten Freund per E-Mail. Der findet es so toll, dass er es auf seiner eigenen Homepage zeigt.
    Der beste Freund darf es nicht im Internet veröffentlichen. Das ist doch richtig, oder? Aber darf Michael es dem Freund per Mail schicken?

    6.Sarah spielt auf ihrer Gitarre ein bekanntes Musikstück und filmt sich dabei. Sie stellt das Video mit dem Titel: „Mein neuster Song“ ins Internet.
    Und wie ist es hier? Spielen und Filmen darf sie es. Als ihren Song darf sie es natürlich nicht einstellen. Aber wie ist es wenn sie Titel und Orignialinterpret angibt?

    Vielen lieben Dank für eure Unterstützung!

    Gruß Starbuck

  9. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Aus meiner Sicht gibt es an einigen Stellen ein paar unglückliche Punkte.
    1. Zitate
    Zitate sind nach UrhG sehr stark eingeschränkt. Prinzipiell muss man davon ausgehen, dass man nicht zitieren darf, es sei denn ...
    UrhG § 51 Zitate
    1Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. 2Zulässig ist dies insbesondere, wenn
    1.einzelne Werke nach der Veröffentlichung in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,
    2.Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden,
    3.einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.
    Ich würde also folgende Formulierung als eher falsch (im Sinne der Verallgemeinerung und Vereinfachung) ansehen
    Zum Beispiel dürfen Texte und Musikstücke zitiert werden.
    Hier würde ich eher sagen:
    Zum Beispiel dürfen in besonderen Situationen Texte und Musikstücke zitiert werden.
    Wie man Kindern jetzt das Problem "wissenschaftliches Werk" oder "eigenständiges Werk" nahebringt ... "Wissenschaftlich" wäre vielleicht "im Rahmen der Schule in Hausaufgaben, im Studium", "eigenständiges Werk" vielleicht eher als "eigenes Buch". Bei Musik würde ich die "Stars of 45" als Beispiel sehen, aber die kennen die Kinder sehr wahrscheinlich gar nicht mehr - du vielleicht auch nicht

    Auf die Verwendung von Zitaten würde ich nicht so oft eingehen, da sie eher die Ausnahme darstellen - um das Verrständnis für den Schutz zu wecken sollte man meiner Meinung nach eher das Gefühl wecken, dass der Urheber entscheidet

    Was die Weitergabe (CD oder Bild per Email) angeht
    [url]http://www.lehrer-online.de/privatkopie.php[/url]
    Besser kann ich es auch nicht schreiben

    Schau dir auch mal die Bereiche unter [url]http://www.lehrer-online.de/urheberrecht.php[/url] an - da gibt es bestimmt noch einige Beispiele, hab ich mir nicht so intensiv angeschaut
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  10. Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Die Frage mit dem Referat würde ich einfach sehen. Mangelnde Eigenleistung, 6.

    Aber mal kurz off topic: In welcher Jahrgangsstufe/Bundesland wird das durchgenommen? Ich bin selbst in der Oberstufe Gymnasium, und hier gab es keinerlei solchen Stoff, was aber heute m.E. unverzichtbar wäre.

  11. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    *gg* klar, natürlich gibt das eine 6.

    Ich brauch das für die Hauptschule, Bundesland Baden-Württemberg. Im Bildungsplan steht diesbezüglich eigentlich nur "Sicherheit im Internet", aber ich finde der rechtliche Hintergrund gehört da in gewisser Weise auch dazu. Ich finde es einfach wichtig, gerade weil ich weiß dass sehr viele Jugendliche gedankenlos Musik runterladen und die erste Seite die aufgerufen wird oft YouTube ist. Die meisten haben, wenn überhaupt noch bruchstückhafteres Halbwissen wie ich.

    Danke für die Links, werde ich mir später mal genau angucken. Die Textstelle bezüglich der Zitate werde ich ändern. Danke für den Hinweis.

    Liebe Grüße, Starbuck

  12. Super-Moderator
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Also das dieses "Themengebilde" auch endlich mal einen Weg in die Schulen findet, halte ich persönlich für sehr gut und auch für notwendig. Schließlich lernt man in der Schule ja für das Leben, was liegt da näher auch rechtliche Dinge zu unterrichten... bringt einen weiter als so manches von dem, was ich noch lernen durfte.

    Welche Seite ich als Quelle für Beispiele und gut verständliche Infos empfehlen kann ist irights.de, dort findet man eigentlich fast alles, was gerade für Jugendliche wichtig ist und geht auch auf spezielle Themen ein wie Youtube und Modding bei Spielen oder Machinima, was ja gerade bei der Jugend meist in Mode ist.

    Die gröbsten Fehler hat aaky ja schon genannt, aber noch einiges:

    Was Youtube und ähnliche Seiten angeht bin ich ganz ratlos. Ich gebe zu, da weiß ich wirklich wenig. Es ist mir schon klar, dass da einige Videos nicht legal sind, aber wo ist die Grenze, wie kann ich das überprüfen? Oder ist das alles illegal?
    Es ist eher weniger das anschauen, eher das Einstellen von Videos. Gerade wenn man Musik, Bilder, Videos oder Marken etc. von Dritten verwendet, ist das natürlich problematisch. Natürlich auch das Verletzen von Persönlichkeitsrechten ist hier ein Thema. Bei Youtube finden sich oft Filme von Prügeleien auf dem Schulhof oder Aufnahmen von Mobbing usw., aber auch weniger "harte" Fälle, wo andere einfach mal so bei "Aktionen" gefilmt werden, findet sich dort. Viele Mitschüler wollen aber nicht im Internet gesehen werden, gerade wenn es peinlich wird. Hier sind natürlich Persönlichkeitsrechte und damit das Recht am eigenen Bild wichtig. Das Video dürfte m.E. nur mit Zustimmung der abgelichteten Person eingestellt werden. Außer es treffen die Ausnahmen zu, aber in den meisten Fällen bei Youtube-Videos von Jugendlichen ist das wohl eher auszuschließen.

    Auch das kostenlose Musik im Internet immer rechtswidrig ist, stimmt natürlich auch nicht so ganz. Es gibt ganze Portale wo man Musik für lau bekommt, dass auch mit Zustimmung der Urheber. Nur Charts-Musik ist das dann natürlich nicht.
    Streitbar ist es zwar, aber wenn bei MySpace z.B. die Urheber/Band ihre Musik dort auf der eigenen Seite einstellt, würde ich da auch kein Problem, im Sinne der Privatkopie, sehen, wenn man sich die mp3 abspeichert. Schließlich wurde die Datei vom Rechteinhaber selbst dort eingestellt und er kann damit rechnen, dass es gespeichert wird, beabsichtigt es vielleicht sogar.

    Was natürlich in Tauschbörsen oder bei Rapidshare zu finden ist, ist aber natürlich in der Regel nicht erlaubt.

    4.Melanie möchte unbedingt das Lied haben, dass sie gerade im Radio gehört hat. Weil sie gerade pleite ist versucht sie das Lied kostenlos im Internet herunterzuladen.
    Meiner Ansicht nein. Aber: Sie darf es sich als Privatkopie aus dem Radio aufnehmen und im Web gibt es auch Radio in besserer Qualität. Aber herunterladen nein, wenn es aus einer offensichtlich rechtswidrigen Quelle stammt, bzw. offensichtlich rechtswidrig bereitgestellt wurde. Beim Radio trifft das nicht zu, bei Tauschbörsen, Rapidshare und Co schon.

    5.Michael hat im Internet ein lustiges Bild gefunden. Er schickt es seinem besten Freund per E-Mail. Der findet es so toll, dass er es auf seiner eigenen Homepage zeigt.
    Seinem Freund darf er es m.E. schicken, so eng sollte man das nicht sehen, auch wenn ich da schon andere Argumente gehört habe. (Wäre schon eine unerlaubte Vervielfältigung und Verbreitung, die nicht mehr unter die Privatkopie fällt, Lösung hier: Bild als Link verschicken)
    Auf der eigenen Homepage sollte er es aber nicht veröffentlichen, jedenfalls dann nicht, wenn er keine Zustimmung des Urhebers/Rechteinhabers hat, bzw. kein Nutzungsrecht erworben hat.

    6.Sarah spielt auf ihrer Gitarre ein bekanntes Musikstück und filmt sich dabei. Sie stellt das Video mit dem Titel: „Mein neuster Song“ ins Internet.
    Also privat spielen darf sie es meiner Ansicht schon, sich dabei filmen auch, aber veröffentlichen, würde ich es nicht. Wenn alles im privaten Rahmen bleibt, sehe ich es als unproblematisch an.
    Auch die Angabe von Titel und Interpret ändern m.E. nicht daran, dass man es nicht veröffentlichen sollte. Schließlich kann dieser auch ein Recht auf Vergütung geltend machen, bzw. die GEMA könnte es. Es treiben sich zwar die Gerüchte das Youtube mittlerweile pauschal an die zahlt, aber es heißt ja noch lange nicht, dass der jeweilige Künstler auch dieser angehört, bzw. ob der überhaupt möchte das sein Video auf diese Weise verbreitet wird. Es könnte sich ja auch um eine Bearbeitung oder Entstellung handeln.... also die Möglichkeiten wären da schon vielfältig was man dagegenhalten könnte.
    "Mein neuster Song" sollte meiner Ansicht aber auf jeden Fall vermieden werden. Das könnte gar eine Urheberanmaßung sein.
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Super! Dankeschön für die ausführliche Antwort!
    Ich werde berichten wenn ich die Stunde geplant/gehalten habe.

    Gruß, Starbuck

  14. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Hallo!
    Die Stunde ist vorbei. Das Ergebnis gibt mir sehr zu denken muss ichg estehen. Es waren zwei Schüler die dachten, dass sie diesen Gesetzen überlegen sind, so nach dem Motto "Was quatscht die Alte da wieder, was weiß die schon von E-Mule..." Die haben mich fast zur Weißglut gebracht mit ihren bescheuerten Aussagen und ihrem provokanten gelangweiltem Gehabe. Einigen anderen standen die Münder weit offen angesichts der enormen Möglichkeiten die das Internet so bietet. Die wussten gar nicht was alles geht, geschweige denn was davon nicht erlaubt ist. Die übrigen Kinder, ein Glück die Mehrheit, waren entweder sehr ernsthaft bei der Sache, manche sogar richtig betroffen.
    Am meisten Sorgern mache ich mir über die beiden Jungs die meinten sie würden sich so gut mit dem Internet auskennen, dass sie derlei Gesetze nicht nötig hätten. Ich frage mich echt wie ich den beiden das nahe bringen kann, dass ich da keinen Quatsch erzählt habe und das wirklich wichtig ist.

  15. Super-Moderator
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    ie Stunde ist vorbei. Das Ergebnis gibt mir sehr zu denken muss ichg estehen. Es waren zwei Schüler die dachten, dass sie diesen Gesetzen überlegen sind, so nach dem Motto "Was quatscht die Alte da wieder, was weiß die schon von E-Mule..."
    Ich denke solche "Halbstarken" gibt es immer, von denen sollte man sich aber nicht sonderlich beeinflussen lassen. Die müssen es dann eben am Ende am eigenen Leib erfahren, gibt nun mal Menschen die müssen erst die Konsequenzen direkt spüren, um ihre Belehrungsresistenz zu verlieren. Nur sind das dann auch immer die, die am Ende am meisten rumheulen.

    Die übrigen Kinder, ein Glück die Mehrheit, waren entweder sehr ernsthaft bei der Sache, manche sogar richtig betroffen.
    Wenn man die Mehrheit erreicht hat, ist der Zweck der Sache m.E. erfüllt

    Am meisten Sorgern mache ich mir über die beiden Jungs die meinten sie würden sich so gut mit dem Internet auskennen, dass sie derlei Gesetze nicht nötig hätten. Ich frage mich echt wie ich den beiden das nahe bringen kann, dass ich da keinen Quatsch erzählt habe und das wirklich wichtig ist
    Denke da wirkt gar nichts präventives,... die dürften es erst dann begreifen, wenn es zu spät ist.
    Meine erfahrung mit solchen Jugendlichen ist meist, dass gerade die am wenigsten wissen, die am lautesten brüllen.
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  16. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinerecht in der Schule
    Da hast du vermutlich Recht. Ich bin da ein wenig zu perfektionistisch. Aber wer weiß, vielleicht konnte ich ja doch, auch wenn es die beiden Schüler nicht zugeben, einen Denkprozess anstoßen und eine Verhaltensänderung anregen. Ich hoffe es zumindest.

    Danke euch nochmal für eure Unterstützung! Das hat mir wirklich sehr weitergeholfen.

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Berechtigungen
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