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Dokumentarfilm zeigt Raubkopie-Ausschnitte (max. 5 Sek.?)

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Dokumentarfilm zeigt Raubkopie-Ausschnitte (max. 5 Sek.?)
    Guten Tag,
    Zuersteinmal möchte Ich begrüßen, dass es diese wunderbare Seite und damit dieses Forum gibt. Es ist wirklich notwendig und lobenswert.
    Nun zu meiner Frage:

    Man plant einen Dokumentarfilm zum Thema "Raubkopien im Internet".
    In diesem wäre es notwendig kurze Ausschnitte (max. 5 sec) von Raubkopien wie sie im Internet, bzw in Filesharing Netzwerken nunmal existieren, zu zeigen. Dies
    hieße auch z.B.: abgefilmten Kinofilmausschnitte zu zeigen, aber auch von DVD-Rips/Screeners.
    Im Film würden die Ausschnitte in genannter Länge durch ein Kommentar in Kontext gebracht. Sie sind daher nicht illustrativ, sondern einfach notwendig für den Inhalt.
    Würde in diesem Fall das "kleine Zitatecht" greifen?
    Welche Quelle müssen die Materialien haben, damit sie ins Zitatrecht fallen?
    Interessiert die Quelle des Materials?
    Wäre es, angenommen das kleine Zitatrecht gilt nicht, nicht meht urheberrechtsverletzend das raubkopierte Material unkenntlich zu machen, dass heißt digital einen "Schleier" zu applizieren, sodass nur noch unscharfe Konturen, etwa ähnlich einem Milchglas vor dem Bild, zu sehen wären?
    Der Ton der Ausschnitte ist in keinem fall zu hören.
    Wie Verhält es sich im Sinne dieser Fragestellung mit Materialien die sich in einem Werk mit Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic befinden und Szenen aus urheberrechtlich geschützten filmen zeigen?
    Wären solche Zitate aus diesem CC-geschützten Werk in einem Film der auch für Festivals bestimmt wäre unproblematisch?
    Ich hoffe ich war nicht zu ausführlich.

    Vielen tausend Dank im Vorraus,

  2. Super-Moderator
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    Standard AW: Dokumentarfilm zeigt Raubkopie-Ausschnitte (max. 5 Sek.?)
    Also ich würde hier einen gänzlich anderen Weg beschreiten, nämlich die Rechteinhaber der Filme dazu befragen. Sofern der Streifen nicht "Pro"-Raubkopie ist, sind die da meist tolleranter als man glaubt. Denn ich sehe hier schon ein Problem des Beschaffens der notwendigen Werke. Um sie zu zeigen, bedarf es des Beschaffens der notwendigen Ausschnitte. Läd man sie selbst? Dann könnte mE schon das problematisch sein.
    Das zeigen im Film selbst, könnte weitere Urheberrechte verletzen wie ich finde. §19, 19a, 21 UrhG, beispielsweise, aber auch noch weitere. Auch hier würde ich ein Nutzungsrecht als notwendig sehen, auch wenn es Raubkopien sind, der Inhalt der gezeigt wird ist auch hier ja schließlich geschützt. Mal ganz davon abgesehen das man eine rechtswidrige Vorlage verwendet.

    Ob das nun durch ein Zitat nach §51 gedeckt ist, bezweifel ich. Alleine schon aufgrund "sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist", darüber lässt sich nun vortrefflich streiten. Doch fraglich ist jetzt, ob es sich bei der geplanten Doku um ein "wissenschaftliches" Werk handelt, könnte sein, muss aber nicht. "Dokumentation" macht noch lange kein wissenschaftliches Werk. Auch ob die Doku ein Sprachwerk ist, wäre fraglich. Hab jetzt leider keinen Kommentar in der Hand und die Uni ist ein bischen weit weg, aber darunter fallen meines Wissens aber eher Werke der Literatur und der Musik. Nummer 3 fällt sowieso weg, da er auf Musik abzielt. Wobei das Kleinzitat mir jetzt auch nur für Texte bekannt ist. Ein Filmzitat gibt es zwar auch, aber das bezieht sich eher auf ein Drehbuch bzw. auf eine Szene die nachgestellt wird, wie beispielsweise bei Scary Movie.

    Das Milchglas würde m.E. dazu führen, dass das betreffende Werk nicht erkennbar ist, das Problem könnte dadurch gelöst sein, nur darf der Film meiner Ansicht gar nicht zu erkennen sein.... frage ob das dann noch im Sinne der Dokumentation ist.

    Wie schon zu Anfang gesagt, am elegantesten löst man das Problem, wenn man sich an die betreffenden Rechteinhaber wendet und um Erlaubnis fragt, diese Bilder für eine Dokumentation zu verwenden.
    Ein Hinweis auf den gezeigten Film ("Szene aus....") ist dennoch selbstverständlich.

    Wenn es um Inhalte von Dritten geht, sollte man eben vorsichtig sein und sich nicht auf ein Zitatrecht verlassen, das ist weitaus enger als man vielleicht denken mag.

    Wie Verhält es sich im Sinne dieser Fragestellung mit Materialien die sich in einem Werk mit Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic befinden und Szenen aus urheberrechtlich geschützten filmen zeigen?
    Welcher Lizenz das eigene Werk am Ende unterliegt, ist meiner Ansicht erstmal egal. Wenn ich urheberrechtlich geschützte Werke einbinde, muss ich dafür sorgen das ich entsprechende Rechte erwerbe, bzw. im Sinne des UrhR diese dort einbinden kann.
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  3. Seilschaft BlackPanders
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    Standard AW: Dokumentarfilm zeigt Raubkopie-Ausschnitte (max. 5 Sek.?)
    Glaube dass Sie sich mit Rechtsanwälten und Behörten sich auseinander setzen sollten.
    Diese werden ihren Verlauf und darstellung,je nach dem eine teil zustimmung bekommen oder ganz,wenn dies bezüglich nur für Rundfunk u. Fernsehn gedacht ist.

    Davon abgesehen diese Rundfunk u. Fernsehnanstalten haben erstmal, ihre Anwälten und darüber hinaus genehmigungen,wenn es um einen solchen Beitrag gehen sollte.

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