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Rechnung für VÖ eines Fotos

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Rechnung für VÖ eines Fotos
    Hallo zusammen,

    nur in Stichworten stellt sich Folgendes dar:
    - es kommt eine Rechnung über Betrag xyz wegen der Veröffentlichung eines Fotos an
    - besagtes Foto wurde dem WWW entnommen, nicht der Seite des Rechnungsversenders
    - dem Foto (verdächtige Person, der Fall ging quer durch die Medien) war zu keiner Zeit zu entnehmen, dass es (Öffentlichkeitsinteresse...) einem Copyright unterliegt
    - es war mit keinem Vermerk oder einem Watermark versehen, sondern steht immer noch im WWW ohne jedwede Hinweise auf ein Copyright
    - selbst auf den eigenen WWW-Seiten des Rechnungsabsenders, findet sich keinerlei Hinweis über eine Kostennote bei Benutzung dieses Fotos
    - die Rechnung traf nach 3-monatiger VÖ des Fotos im Blog ein

    Das bitte nur zur Kenntnisnahme.

    Nun fragt man sich doch, wo ein Webmaster, User oder ein Blog-Besucher ein "herrenloses" Foto verifizieren soll, zumal (nach meinem Dafürhalten) die Verantwortung (Watermark, etc.) beim Copyrightinhaber liegt, da - wie sich postum feststellen ließ - noch nicht einmal ein entsprechender Hinweis auf den Seiten des Rechnungsabsenders existiert.

    Wie erwähnt, der "Fall" ging quer drch die Medien und ein öffentliches Interesse ist nicht zu leugnen. Das Foto besitzt keinerlei Printqualität und ist mit 72 DPI gerade noch "erträglich". Mittlerweile wurde es aus dem Beitrag entfernt und vom Server gelöscht.

    Gerne würde ich hierzu andere Meinungen lesen.

    lG
    L. Spilker

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechnung für VÖ eines Fotos
    Nun fragt man sich doch, wo ein Webmaster, User oder ein Blog-Besucher ein "herrenloses" Foto verifizieren soll, zumal (nach meinem Dafürhalten) die Verantwortung (Watermark, etc.) beim Copyrightinhaber liegt, da - wie sich postum feststellen ließ - noch nicht einmal ein entsprechender Hinweis auf den Seiten des Rechnungsabsenders existiert.
    Genau da ist dein Irrtum, denn das ist nach deutschem Recht völlig egal. Für das Urheberrecht (so heißt das übrigens im deutschen Rechtsraum) ist die Kennzeichnung (egal wie) absolut nicht notwendig, da das Urheberrecht unabhängig davon gilt.
    Wie erwähnt, der "Fall" ging quer drch die Medien und ein öffentliches Interesse ist nicht zu leugnen. Das Foto besitzt keinerlei Printqualität und ist mit 72 DPI gerade noch "erträglich".
    Auch die Qualität, die Anzahl der Veröffentlichung (mit oder ohne Genehmigng) ist völlig egal und nebensächlich. Jede einzelne Urheberrechtsverletzung ist ein Fall für sich. Dabei ist es auch egal, wo der Verletzer des Urheberrechts das Bild her hat - entscheidend ist, das der Urheber seine Urheberschaft nachweisen kann.
    - die Rechnung traf nach 3-monatiger VÖ des Fotos im Blog ein
    Verjährungsfrist ist meines Wissens 2 Jahre. Also ist das noch ziemlich schnell gewesen.

    So ist das nun mal: Wenn man anfängt Bilder zu klauen, sollte man die Konsequenzen kennen
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Rechnung für VÖ eines Fotos
    @ aaky,

    herzlichen Dank zunächst einmal für die Meinung.

    Irgendwie läuft die "Sache nicht rund". Denn wer bitteschön gibt nun eine Gewissheit über welchen Anspruch auch immer als tatsächlichen Beweis des Copyrights ab? In (als Beispiel...) 2 Wochen stehen erneute Ansprüche des sich dann als Urheber bezeichnende Person an und man wähnt sich in einer Zwickmühle.

    Tipp: auf Sätze wie
    Wenn man anfängt Bilder zu klauen.../...
    sollte man verzichten, denn sie disqualifizieren den gesamten Text.
    ich arbeite daran...

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechnung für VÖ eines Fotos
    Denn wer bitteschön gibt nun eine Gewissheit über welchen Anspruch auch immer als tatsächlichen Beweis des Copyrights ab?
    Relativ einfach: Man muss bei allen Werken von einem Urheberrecht ausgehen. Daraus ergibt sich: Wenn man Bilder von irgendwo nimmt (ich verzichte mal auf das Wort klauen), muss man sich sicher sein, dass der Urheber der Verwendung zugestimmt hat. Bei Bilddatenbanken gibt es hierzu entsprechende Lizenzen, die in der Regel einsehbar sind. Nimmt man das Bild aber von "irgendwo", ist die Genehmigung des Urhebers einzuholen. Und dabei spielt es keine Rolle, ob die persönliche Quelle der Urheber ist oder nicht. Die Prüfungspflicht liegt beim Verwender (ergibt sich aus dem Umkehrschluss, dass nur der Urheber das Recht hat, über die Verwendung, Veröffentlichung ... zu entscheiden).

    Und sicherlich kann man die Urheberschaft anzweifeln, dann ist der, der sich als Urheber ausgibt, in der Beweislast. Das befreit einen allerdings nicht von den Konsequenzen, wenn die Urheberschaft (zum beispiel anhand von originalen) nachgewiesen werden kann. Insbesondere Profifotografen können das relativ einfach.
    Tipp: auf Sätze wie ... sollte man verzichten, denn sie disqualifizieren den gesamten Text.
    Wenn solche Ergänzungen für dich ein Kriterium der Qualität einer sonstigen Aussage sind - nun gut, damit kann (und werde) ich leben.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Rechnung für VÖ eines Fotos
    Herzlichen Dank.
    ich arbeite daran...

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechnung für VÖ eines Fotos
    Zitat Zitat von Deutschflüsterer Beitrag anzeigen
    - besagtes Foto wurde dem WWW entnommen, nicht der Seite des Rechnungsversenders
    Egal. Irgendwer ist ja der Urheber/Rechteinhaber, und der hat die Rechte und kann gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen.
    - dem Foto (verdächtige Person, der Fall ging quer durch die Medien) war zu keiner Zeit zu entnehmen, dass es (Öffentlichkeitsinteresse...) einem Copyright unterliegt
    Fotos unterliegen automatisch immer dem Urheberrecht, entweder als Lichtbildwerk (§2 UrhG) oder als einfaches Lichtbild (§72 UrhG). Der Unterschied liegt vor allem in der Dauer der Schutzfrist. (Ausnahme: die Schutzfrist ist abgelaufen.)

    - es war mit keinem Vermerk oder einem Watermark versehen, sondern steht immer noch im WWW ohne jedwede Hinweise auf ein Copyright
    Muß es ja auch nicht. Geschützt ist es in dem Moment, wo es entstanden ist.

    - selbst auf den eigenen WWW-Seiten des Rechnungsabsenders, findet sich keinerlei Hinweis über eine Kostennote bei Benutzung dieses Fotos
    Muß es ja auch nicht -und vermutlich war das Foto nämlich auch nicht für die Benutzung durch andere gedacht...

    - die Rechnung traf nach 3-monatiger VÖ des Fotos im Blog ein
    Ja. Vermutlich hat der Rechteinhaber das nach 3 Monaten gesehen.

    Nun fragt man sich doch, wo ein Webmaster, User oder ein Blog-Besucher ein "herrenloses" Foto verifizieren soll
    Es gibt keine "herrenlosen Fotos".

    Wenn man nicht ausdrücklich ein Nutzungsrecht erhalten hat, darf man ein Foto nicht veröffentlichen. So einfach ist das. Man weiß also zwangsläufig immer, ob man darf oder nicht - denn wenn es nicht ausdrücklich erlaubt wurde, darf man nicht.

    Wie erwähnt, der "Fall" ging quer drch die Medien und ein öffentliches Interesse ist nicht zu leugnen.
    Ja und?

    Das Foto besitzt keinerlei Printqualität und ist mit 72 DPI gerade noch "erträglich".
    Sogar Thumbnails von Fotos sind urheberrechtlich geschützt...
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechnung für VÖ eines Fotos
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Verjährungsfrist ist meines Wissens 2 Jahre.
    M.E. 10 Jahre - §199 BGB.

    Nur: die Urheberrechtsverletzung dauert an, bis die abgestellt wird. Ist ja keine einmalige, sondern eine fortdauernde Handlung, bis das Bild entfernt wird.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechnung für VÖ eines Fotos
    Zitat Zitat von Deutschflüsterer Beitrag anzeigen
    Denn wer bitteschön gibt nun eine Gewissheit über welchen Anspruch auch immer als tatsächlichen Beweis des Copyrights ab?
    Das Gericht...

    Der Anspruchssteller muß nachweisen, daß der Anspruch zu recht besteht. Hier also der Urheber/Rechteinhaber, daß er Urheber/Rechteinhaber ist.

    Das behauptet er zunächst, dem Rechnungsempfänger gegenüber muß er das auch nicht "beweisen", beweisen muß er erst vor Gericht. Wird der Anspruch also bestritten und der Rechnungssteller kann vor Gericht nicht nachweisen, daß er Urheber/Rechteinhaber ist, hat er ein Problem.

    Kann er das nachweisen, hat die andere Seite ein Problem. Nämlich auch noch überflüssige Gerichtskosten auf der Rechnung.

    Wer aber selber nicht weiß, wer der Urheber des genutzten Bildes ist, sollte erfahrungsgemäß sehr vorsichtig sein - die Wahrscheinlichkeit, daß der Anspruchsteller der Urheber ist, ist dann nicht gerade klein...
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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