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Bilder in Privatanzeigen

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Bilder in Privatanzeigen
    X betriebt eine private Internetseite, die ermöglicht, die Privatanzeigen aufzugeben.

    User haben die Möglichkeit für jede Anzeige ein Paar Fotos hinzuzufügen. X prüft alle Fotos und Texte, deshalb werden alle rein Werbungstexte oder Bilder mit Trademarks#Karten usw. gelöscht.

    Aber, als ich das verstanden habe, kann X trotzdem abgemahnt werden, weil X nicht in der Lage ist zu erkennen, welche Bilder tatsächlich urheberechtlich geschützt sind.

    X behauptet, dass einige User die fiktiven Anzeigen mit Fotos (selbstverständlich, urheberrechtgeschützte) aufgeben können. Und dann wird von X den Schadenersatz gefordert usw.

    Wie kann X das erkennen?

    In Muster-Disclaimer steht folgendes -
    "Als Diensteanbieter sind wir gemäß § 7 Abs.1 TMG für eigene Inhalte auf diesen Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich. Nach §§ 8 bis 10 TMG sind wir als Diensteanbieter jedoch nicht verpflichtet, übermittelte oder gespeicherte fremde Informationen zu überwachen oder nach Umständen zu forschen, die auf eine rechtswidrige Tätigkeit hinweisen. Verpflichtungen zur Entfernung oder Sperrung der Nutzung von Informationen nach den allgemeinen Gesetzen bleiben hiervon unberührt. Eine diesbezügliche Haftung ist jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis einer konkreten Rechtsverletzung möglich. Bei bekannt werden von entsprechenden Rechtsverletzungen werden wir diese Inhalte umgehend entfernen."
    Reicht das, um solche Fälle zu vermeiden?

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bilder in Privatanzeigen
    X kann das gar nicht erkennen und sich auch nicht davon distanzieren.
    Um das auszuschließen, würde ich persönlich X empfehlen, die Identität der Einsteller der Bilder zu ermitteln. Dann kann er mögliche Ansprüche an die tatsächlichen Rechtsverletzer weiterleiten. Somit hätte X auch alles mögliche getan und nicht versucht, mitels irgendwelcher Regelungen das Recht "auszuhebeln".
    Dann würde man auch herausfinden, wenn der Einsteller und der Urheber, der sein Recht geltend macht, eventuell der Gleriche sind oder zusammenhängen.

    Alles andere ist im Sinne der Rechssprechung meiner Meinung nach wenig erfolgsversprechend.
    Wer eine Webseite und Dienste anbietet, muss auch dafür sorgen, dass sie nicht missbraucht wird.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Bilder in Privatanzeigen
    also X ist überhaupt nicht geschützt und muss eventuell alles bezahlen, dann wäre es besser gar keine Internetseite zu betreiben, besonders wenn es nur um Hobby geht...

    Deshalb sollte X eine Firma gründen, bei der Registrierung muss ganze Information verlangt werden und, damit man eventuelle SE-Ansprüche begleichen könnte, sollte jede Anzeige was kostet. Als Hobby und "alles kostenlos" geht es nicht oder geht sozusagen nur bis zu den ersten Abmahnungen

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bilder in Privatanzeigen
    Deshalb sollte X eine Firma gründen,
    Das macht auch keinen Unterschied.
    Zum einen kann man auch privat Daten verlangen, zum Anderen haftet man auch als Firma (in der Regel mit dem Privatvermögen).
    also X ist überhaupt nicht geschützt
    So würde ich das auch nicht sagen
    - X kann sich absichern, indem er die Identität prüft
    - X kann verhindern, das Bilder eingebunden werden
    - X kann (und muss) die Inhalte überprüfen und Rechtsverletzungen vorbeugen.

    Und wenn das wirklich alles so schlimm wäre, gäbe es keine Foren mehr. Nicht alles wird so heiß gegessen wie es gekocht wird. Allerdings sollte sich X der Risiken bewußt sein.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Bilder in Privatanzeigen
    Wie kann X Identität prüfen?
    Welche Daten werden bei der Registration gefordert?

    Mesteins sind es nur E-Mail (also fast keine Identität), Passwort (sha1-Kodiert, also auch hilft nicht) und Benutzername. Eventuell IP (schwer nachvollziehen)

    Was noch?

    Identität kann man nur anhand BLZ und Kontonummer, Telefon usw. erkennen - und wenn X sogar diese Daten als Pflichtfelder markiert wird, wie kann er denn das prüfen? Immer zurück telefonieren ("Sind Sie wirklich max_mustermann75?" ) oder Geld für Registrierung?

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bilder in Privatanzeigen
    Wie kann X Identität prüfen?
    Alles was im rechtlichen Rahmen zugelassen ist. Am sichersten (und rechtlich anerkannt) ist das Postident Verfahren.
    Welche Daten werden bei der Registration gefordert?

    Mesteins sind es nur E-Mail (also fast keine Identität), Passwort (sha1-Kodiert, also auch hilft nicht) und Benutzername.
    Das entscheidet doch wohl der Betreiber selber. Rechtlich gibt es da keine Vorgaben, außer dass nicht mehr Daten gespeichert werden dürfen, als es der Zweck erfordert. Wenn man die Person identifizieren will sind einige Daten erforderlich, aber mit Sicherheit nicht das Gehalt oder wie oft derjenige im letzten Jahr im Ausland war ...
    Eventuell IP (schwer nachvollziehen)
    Die muss kein Benutzer eingeben. Aber ob der Betreiber der Seite die speichern darf hängt davon ab, ob er den Benutzer vorher darauf hingewiesen hat. Gilt übrigens für die anderen personenbezogenen Daten gleichermaßen.
    Identität kann man nur anhand BLZ und Kontonummer
    Nur kommt man über die Daten nicht an die Identität heran, da man von den Banken als Normal-Sterblicher keine Auskunft erhält.
    Telefon
    Wohl kaum, auch das darf (eigentlich) kein Unternehmen ohne Grund herausgeben.
    usw.
    Wie wäre es mit Name, Vorname, Wohnort, Adresse, Geburtsdatum.
    und wenn X sogar diese Daten als Pflichtfelder markiert wird, wie kann er denn das prüfen?
    Mittels Postident überprüfen lassen.
    Immer zurück telefonieren ("Sind Sie wirklich max_mustermann75?" ) oder Geld für Registrierung?
    Das sind die beiden dümmsten Vorschläge in dieser Beziehung. Am Telefon kann jeder sagen ich bin das - und was das Geld angeht: Wenn X nichts zu bieten hat, was das rechtfertigt, kann sich X auch die Seite sparen.

    Ich würde X einfach empfehlen, sich mal mit einem Profi zu unterhalten, da er, wenn er die geäußerte Meinung hat, noch eine Verständnislücken aufweist Und dieses Forum bietet bestenfalls Frage - Antwort, der Lerneffekt, wenn man keine Ahnung hat, ist relativ gering.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Bilder in Privatanzeigen
    Alles was im rechtlichen Rahmen zugelassen ist. Am sichersten (und rechtlich anerkannt) ist das Postident Verfahren.
    Theoretisch möglich, aber Postident Verfahren für private Internetseiten? 6-7 Euro pro Registration...

    Wie wäre es mit Name, Vorname, Wohnort, Adresse, Geburtsdatum.
    auch kein Problem für X-Gegner - Max Mustermann, Musterstadt, Musterstrasse usw.

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bilder in Privatanzeigen
    Theoretisch möglich, aber Postident Verfahren für private Internetseiten? 6-7 Euro pro Registration...
    Wer das eine will, muss das andere mögen. Und wenn man eh Geld verlangen will ...
    auch kein Problem für X-Gegner - Max Mustermann, Musterstadt, Musterstrasse usw.
    Und genau deswegen in verbindung mit Postident. Denn die Adresse wird es kaum geben.

    Oder man macht es wie andere (zB. eBay). Man macht einfach ein Massenschreiben an alle mit irgendeiner tollen Werbung (kostet vielleicht 25 C das Stück) und die, die zurückkommen sind Fake Adressen und werden gelöscht. Oder was glaubst du, warum es bei eBay plötzlich völlig unsinnige Kataloge gibt ?

    Oder noch ein Tipp: Einen Zugangscode bei der Registrierung generieren und den per Post verschicken. Und schon weiß man, ob die Adresse passt.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  9. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
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    Standard AW: Bilder in Privatanzeigen
    Zitat Zitat von bedroom Beitrag anzeigen
    X betriebt eine private Internetseite, die ermöglicht, die Privatanzeigen aufzugeben.

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    Aber, als ich das verstanden habe, kann X trotzdem abgemahnt werden, weil X nicht in der Lage ist zu erkennen, welche Bilder tatsächlich urheberechtlich geschützt sind.
    X wird auf diese Weise vermutlich zum Telediensteanbieter. Wenn er sich die fremden Inhalte nicht zu eigen macht, haftet er nicht, wenn er die angemessene Sorgfaltspflicht walten lässt und nach Kenntnisnahme rechtswidrige Inhalte umgehend entfernt. (Tut er das nicht, haftet er.)

    Ob er sich die Inhalte zu eigen macht oder nicht, hängt vom Einzelfall ab.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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