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Beweis am Urheberrecht von Fotos

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Beweis am Urheberrecht von Fotos
    Schönen Guten Tag Liebe User!

    Ich hab eine - womöglich auch ganz banale - Frage: Wenn ich ein selbstgemachtes Foto ins Internet stelle, bin ich ja der Urheber und müsste prinzipiell im Vorfeld gefragt werden, falls jemand das Bild ebenfalls benutzen wollen würde, ob ich dieser weiteren und "fremden" Nutzung zustimme.
    Geschieht allerdings nun das Gegenteil, nämlich das das Foto "geklaut" wird und ohne vorherige Zustimmung weiterverwendet worden ist, wie kann ich dann überhaupt beweisen, dass das Foto mir gehört? Was ist da ein "Beweis"? Die Person könnte ja daherkommen und behaupten, sie wäre zur gleichen Zeit am gleichen Ort gewesen und hätte das Foto gemacht ...

    Wenn man auf dem Bild nicht gerade einen Quellenverweis als Eigentümer vermerkt (der aber natürlich auch rausgeschnitten werden kann), sieht man einem Bild doch nicht an, wem es gehört ... wenn man die Bilddatei sich speichert, "besitzt" man ja quasi auch die Datei ... und vom Urheber kann man ja nicht erwarten, dass er alle Bilddateien auf dem DigiCam-Speicherchip behält, um im Fall der Fälle einen "besseren" Beweis zu haben.

    Vielleicht missachte ich ja irgendeinen Aspekt gerade, aber ehrlich gesagt ist mir das im Moment nicht klar, wie man sich da dann wehren soll ... Urheber "hin oder her", ich kann hier zwanzig Bilder reinstellen, wovon niemand auch nur einen Urheber nennen kann ... wie sollen dann "neutrale Personen", Anwälte, Gerichte etc. entscheiden, wer im Recht und wer im Unrecht ist?

    Danke schonmal und einen schönen Sonntag noch!

  2. Super-Moderator
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    Standard AW: Beweis am Urheberrecht von Fotos
    Das Problem hast du in der Tat erkannt. Nur ist es meist so, dass diejenigen die abmahnen, dies in der Regel auch beweisen können. Zum Beispiel weil sie ein Original haben, evtl. gar ein Negativ, dann ist es einfach. Bei digitalen Bildern wird das natürlich schon schwerer, denn das digitale "Original" unterscheidet sich ja nicht von der Kopie.
    Von daher ist ein digitales Wasserzeichen, ob sichtbar oder nicht, empfehlenswert. Wenn nicht vorhanden, muss man sich etwas einfallen lassen. Bei Landschaftsbildern kann man z.B. den Nachweis bringen, das man auch dort war. Wenn ein Dritter behauptet, er habe es ebenfalls vor Ort selbst gemacht, kann man dies durch einen Bildvergleich herausfinden. Denn wenn ich beide Bilder übereinanderlege, sind sie entweder identisch oder weichen voneinander ab. Exakt den gleichen Winkel zu treffen, genau die gleiche Umgebung zu haben (z.B. Wolken, Bäume, Menschen...) ist sehr unwahrscheinlich. Wie man dann darlegt, dass man das Original hat, also der Urheber ist, muss man im Einzelfall sehen. Das Vorhandensein von der Datei ist noch kein Beweis wie ich finde. Aber z.B. bei eBay Bildern, kann man die Urheberschaft z.B. nachweisen, indem man Bildhintergründe nachweist (z.B. die Fliesen die man sieht oder andere Hintergründe) oder den verwendeten Dioramen. Bei Tierbildern, z.B. von der Katze, die Katze selbst... also irgendwie kann man das schon nachweisen.
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    Dies ist keine Rechtsberatung, sondern nur eine persönliche Meinung

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Beweis am Urheberrecht von Fotos
    Zitat Zitat von GregorF Beitrag anzeigen
    Ich hab eine - womöglich auch ganz banale - Frage: Wenn ich ein selbstgemachtes Foto ins Internet stelle, bin ich ja der Urheber
    Ja.

    und müsste prinzipiell im Vorfeld gefragt werden, falls jemand das Bild ebenfalls benutzen wollen würde, ob ich dieser weiteren und "fremden" Nutzung zustimme.
    Den Konjunktiv "müsste" kannst Du durch den Indikativ "muss" ersetzen. (Unter Beachtung der einschlägigen "Schrankenrechte", wie "Privatkopie" usw.)

    Geschieht allerdings nun das Gegenteil, nämlich das das Foto "geklaut" wird und ohne vorherige Zustimmung weiterverwendet worden ist, wie kann ich dann überhaupt beweisen, dass das Foto mir gehört?
    Auf eine der üblichen Art und Weisen, wie man sowas nachweist, also zum Beispiel:

    - durch Vorlage eines Negativs oder Dias
    - durch Vorlage einer Original-Datei, die üblicherweise größer und detailreicher ist als die verwendete Kopie, zumal im Internet
    - durch Zeugen, die bezeugen, daß Du das Bild gemacht hast
    - durch Indizienbeweis, nämlich z.B. durch weitere Fotos, die erkennbar unmittelbar davor oder danach gemacht wurden
    - bei einem Digitalfoto außerdem durch die korrekten EXIF-Daten*)

    *) EXIF-Daten von Digitalfotos enthalten üblicherweise Angaben zur verwendeten Brennweite, die bei der Aufnahme genutzt wurde.

    Wenn man als Urheber diese EXIF-Daten aus der Bilddatei entfernt, bevor man sie "in die Welt herauslässt", dann hat man damit eine recht interessante Option in der Hand:

    Mit einer einfachen optischen Rechenformel lässt sich aus Brennweite und Abbildungsgröße auf dem Film (oder Sensor-Chip) die Größe eines abgebildeten Gegenstandes (oder Menschen) auf dem Bild errechnen. Luftaufklärer nutzen das genauso wie die Abstandsmessungs-Fotos der Polizei.

    Diese Formel lässt sich natürlich auch andersherum auflösen: wenn man die Größe des abgebildeten Gegenstandes kennt (Auto, Mensch, Gebäude...) und die Abbildungsgröße auf dem Film oder Sensor-Chip, dann kann man die Brennweite errechnen.

    Nun folgt eine simple logische Gedankenkette:

    1. der rechtmäßige Urheber eines Digitalfotos hat üblicherweise die Originaldatei mit den korrekten EXIF-Daten.

    2. der "Bilderklauer" hat diese natürlich nicht, wenn der Urheber schlau genug war, sie vor Veröffentlichung von Kopien des Bildes zu entfernen.

    3. der "Bilderklauer" hat ebenfalls nicht die Originaldatei in ihrer Originalgröße.

    4. selbst wenn der "Bilderklauer" mit einer geeigneten Software "gefakte" EXIF-Daten erfinden würde, hat er in vielen Fällen das unlösbare Problem, daß nicht die präzise Größe der abgebildeten Gegenstände oder Personen kennt. Er kennt oft ja noch nicht mal die Personen - der Fotograf könnte notfalls vor Gericht die Information beibringen: der rechte Mittelfinger des Models ist X cm lang. Der "Bilderklauer" kann das kaum - er weiß ja noch nicht mal, wer das Model ist.

    Auch kennt der "Bilderklauer" nicht das Sensor-Format der Original-Bilddatei - mit anderen Worten: es wird ihm in den allermeisten Fällen nicht möglich sein, EXIF-Daten so zu erfinden, daß er dem Gericht eine "Originaldatei" mit stimmigen EXIF-Daten vorlegen könnte.

    Der rechtmäßige Urheber aber kann das natürlich.

    Letztlich läuft alles darauf hinaus: wer kann im Streitfall das Gericht davon überzeugen, daß er der Fotograf eines Fotos ist. Und da gibt es, siehe oben, eine Reihe von Optionen, die als "Anscheinsbeweis" in den meisten Fällen ausreichen werden.

    Richtig knifflig wird es eigentlich nur, wenn mehrere Fotografen beim selben Ereignis direkt nebeneinander standen und gemeinsam fotografiert haben. Da habe ich es dann u.U. mit sehr ähnlichen, fast identischen Fotos zu tun.

    In der Praxis scheint dieses Problem indessen eher selten vorzukommen. Ich arbeite ja nun in der "Bilderbranche" - aber ich kann mich aus dem Stegreif nicht erinnern, in den letzten Jahren etwas von einem Gerichtsverfahren mitbekommen zu haben, in dem tatsächlich über die Stichhaltigkeit der Urheberschafts-Behauptung bei einem Digitalfoto gestritten wurde.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  4. Neuer Benutzer
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    Standard Frage zum Urheberrecht
    1.Wenn man Fotos auf dem Rummel von einem Fahrgeschäft gemacht hat,
    gehören dann die Urheberrechte dem Fotograf oder dem Besitzer des Fahrgeschäftes?
    2.Dürfte man das Foto im Internet in einer Galerie öffentlich zugänglich macht?
    3.Darf ein anderer die Bilder des Hobbyfotografs ohne Erlaubnis von der Galerie für seine Seite nutzen nur weil dieser kein (Copy/Wasserzeichen )angebracht hat und dieser behauptet das sowieso alle Rechte dem Besitzer des Fahrgeschäftes gehören würden.

    Mfg Krümmel

  5. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Beweis am Urheberrecht von Fotos
    1. Dem Fotograf.
    2. Wenn man der Urheber ist, ja.
    3. Nein. Und selbst wenn es so wäre - was es ja nicht ist - woher hätte der dann die Genehmigung? Ist schon eine sehr seltsame Aussage. Außerdem bedarf es nach geltendem Urheberrecht keine Kennzeichnung des Urhebers.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage zum Urheberrecht
    Zitat Zitat von krümmel Beitrag anzeigen
    1.Wenn man Fotos auf dem Rummel von einem Fahrgeschäft gemacht hat,
    gehören dann die Urheberrechte dem Fotograf oder dem Besitzer des Fahrgeschäftes?
    Das Urheberrecht liegt immer, grundsätzlich und ohne Ausnahme beim Urheber. (Hier also dem Fotografen.)

    2.Dürfte man das Foto im Internet in einer Galerie öffentlich zugänglich macht?
    Man sollte das "Recht am eigenen Bild" abgebildeter Personen beachten, was allerdings hier meist keine Rolle spielen wird, da ein Jahrmarkt ein "Ereignis der Zeitgeschichte" ist und außerdem so etwas wie eine "öffentliche Versammlung, Umzug" usw. Nicht unwichtig ist aber auch die Art und Weise der Nutzung.

    3.Darf ein anderer die Bilder des Hobbyfotografs ohne Erlaubnis von der Galerie für seine Seite nutzen nur weil dieser kein (Copy/Wasserzeichen )angebracht hat und dieser behauptet das sowieso alle Rechte dem Besitzer des Fahrgeschäftes gehören würden.
    Nein.

    Im Prinzip könnten aber Abbildungen auf den Einrichtungen des Fahrgeschäftes ihrerseits urheberrechtlich geschützt sein. (Wenn sie die erforderliche "Schöpfungshöhe" haben.)

    Dann wäre ihre Vervielfältigung und Veröffentlichung mittels Foto nur dann uneingeschränkt zulässig, wenn sie nur "Beiwerk" sind oder im Rahmen der tagesaktuellen Berichterstattung gezeigt werden. Denn: die "Panoramafreiheit" (§59 UrhG) wird man nicht in Anspruch nehmen, da diese Werke nicht "dauerhaft" an öffentlichen Straßen und Plätzen angebracht sind.
    Geändert von TomRohwer (11.12.2008 um 17:20 Uhr)
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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