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Spezielle Kundenbestellung & Annahmeverweigerung.

  1. Neuer Benutzer
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    Frage Spezielle Kundenbestellung & Annahmeverweigerung.
    Guten Tag,

    Wenn jemand bei einem Onlineshop (nicht Ebay) (Einzelunternehmen) telefonisch etwas bestellt (Wert ca. 65€). Der Onlineshopinhaber dem Kunden mitteilt das er diesen Artikel normalerweise nicht führt aber trozdem für Ihn bestellt.

    Der Kunde würde per E-mail eine Bestellbestätigung incl. AGBs und Wiederrufsbelehrung (Druckfähig) erhalten und bei einem 2. telefonischen Gespräch bestätigen das er die Ware wie Angeboten möchte.

    Die Ware wird dann geliefert und der Shopbetreiber informiert den Kunden per Mail das die Ware eingetroffen ist (+Rechnung +Wiederrufsbelehrung +AGBs). sowie nocheinmal telefonisch.

    Der Kunde erklärt am Telefon das er die Ware per Nachnahmesendung erhalten möchte worauf der Shopbetreiber ihn darüber aufklärt das Nachnahmegebühren entstehen.
    Der Kunde wünscht dennoch eine Lieferung per Nachnahme.

    Das Paket wird zugestellt und der Kunde verweigert die Ahnnahme.



    Welche rechtlichen Möglichkeiten würden dem Verkäufer zur verfügung stehen ?

    Müsste der Kunde die Ware nehmen?

    Wenn nicht hätte der Verkäufer die möglichkeit dem Kunden die entstandenen Unkosten für die Beschaffung der Ware (Transportkosten) sowie die entstandenen Versandkosten + Nachnahmekosten + Retourekosten in Rechnung zu stellen?

    vorab besten Dank für eine Antwort.

    Grüße
    Thorsten

  2. Erfahrener Benutzer
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    26.03.2007
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    8.430
    Standard AW: Spezielle Kundenbestellung & Annahmeverweigerung.
    Hier sehe ich zwei Probleme:
    1. Widerrufsrecht: Das Widerrufsrecht besteht trotz der Tatsache, dass der Verkäufer die Ware normalerweise nicht führt. Das Gesetz spricht nur von "speiziell nach Kundenwunsch angefertigter Ware", wo kein Widerrufsrecht besteht. Der Verkäufer war ja nicht verpflichtet, die Ware extra für den Kunden zu besorgen, er hätte ja auch ablehnen können, die Ware zu beschaffen. Es ist also sein Unternehmensrisiko, wenn er sich auf so etwas einlässt.

    2. Verweigerung der Annahme: Ob der Kunde die entstandenen Kosten des Versands tragen muss, kommt aus meiner Sicht darauf an, warum die Annahme verweigert wurde. Gibt es objektive Gründe (Kunde war z.B. nicht in der Lage abzuholen), ist es das Risiko des Verkäufers. Hat der Kunde aber absichtlich und bewußt die Annahme verweigert, kann der Verkäufer im Rahmen von Schadensersatz die Kosten einfordern.

    Kurz: Der Kunde hat durchaus das Recht, die Bestellung zu widerrufen. Die normalen Versandkosten sind bei Waren über 40 € dann vom Verkäufer zu tragen. Allerdings kann der Verkäufer im Interesse der Kostenminimierung die Art der Rücksendung festlegen. Da "Verweigerung der Annahme" meist sehr viel mehr Kosten verursacht als zum Beispiel die Rückholung, würde ich diese Art des Zurücksendens als nicht verhältnismäßig ansehen und der Verkäufer könnte in einem solchen Fall die Mehrkosten zurückfordern.
    Allerdings bleibt der Verkäufer auf jeden Fall auf den Kosten der Beschaffung und des normalen Hin- und Zurücksendens sitzen. Wenn überhaupt, müsste der Kunde nur die Kosten tragen, die nicht entstandenen wären, wenn der Kunde die Ware ganz normal zurückgesandt hätte.

    Und persönlich würde ich sagen: Wenn ein Kunde derartig permanent darauf besteht, dass man als Unternehmer etwas tut, was man unter normalen Bedingungen nicht tun würde, würde ich stutzig werden. Im Endeffekt weiß der Kunde sehr wohl, dass die entstehenden Kosten beim Verkäufer nicht ohne sind - und wenn er es darauf anlegt, dem Verkäufer zu schaden, ist dies eine sehr wirkungsvolle und sichere Variante. Der Verkäufer sollte Vorteile und mögliche Nachteile bei derartigen Einzelfällen immer sehr genau abschätzen - es zwingt ihn ja niemand, Risikogeschäfte einzgehen.

  3. Neuer Benutzer
    Registriert seit
    12.05.2008
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    Daumen hoch AW: Spezielle Kundenbestellung & Annahmeverweigerung.
    Vielen Dank für die schnelle Antwort !

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