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Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte Sie um Hilfestellung bei folgender Fragestellung bitten:

    Wenn jemand eine gebrauchte Grafikkarte für sein Notebook ersteigert, welche laut Vorbesitzer bis zum Tag des Ausbaus einwandfrei funktionierte,
    diese dann aber nicht in das eigene Notebook passt und daher wieder bei EBay mit folgenden Hinweisen eingestellt wird:

    - das die Karte laut Vorbesitzer bis zum Tag des Ausbaus funktionierte
    - man dies aber selber nicht testen konnte, da sie nicht in das Notebook passt
    - man sie daher leider ohne Funktionsgarantie anbieten müsse
    - wie auch ohne Gewährleistung, Garantie oder Rücknahme.

    Wenn diese Karte nun beim neuen Besitzer fehlerhaft funktionieren würde
    und der Besitzer daher das Geld zurückfordere mit dem Hinweis, man
    habe ja eine voll funktionsfähige Karte zugesichert (wäre aber nur
    indirekt durch Aussage des Vorbesitzers passiert, nicht durch eigene
    Aussage; hier hat man sich ja sogar von der Funktionsfähigkeit
    distanziert):

    Meine Frage nun:
    Befindet sich dann der Käufer oder man selber als Wiederverkäufer im Recht ? Der Sachverhalt wäre offen beschrieben gewesen, jegliche Verantwortung schriftlich von sich gewiesen und als Zusatzinfo die Meinung des Vorbesitzers zitiert. Jegliche Formulierung wie getestet, läuft einwandfrei, läuft ohne Probleme oder dergleichen wäre natürlich dabei nicht erfolgt.

    Es wäre schön und ich würde mich freuen, wenn ich hier vielleicht Eure Meinung erfahren dürfte.

    Gruß
    Olav

  2. Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Hallo,

    also ich finde das es dort sehr auf den genauen Wortlaut der Auktion ankommt denn in so einem Fall kann schon 1 Wort das ganze wieder kippen.

    Liegt eine zugesicherte Eigenschaft vor?
    Wurde die Karte von privat an privat verkauft?
    Liegt ein entsprechender korrekter Passus am Ende der Auktion über den Privatverkauf vor?

    Aussagen nach dem Motto: Vom hören sagen hat sie funktioniert... sind unter Umständen auch so gültig.
    Wurde die Karte explizit als defekt verkauft?
    Denn wenn nicht kann der Käufer ja von einer Funktion ausgehen..


    Viele Fragen

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Hier mal zwei Beiträge, die sich mit etwas ähnlichem beschäftigen
    [url]http://forum.e-recht24.de/4400-gewaehrleistung-online-auktion.html[/url]
    [url]http://forum.e-recht24.de/4104-privatauktion-gewaehrleistung-transportschaeden.html[/url]

    Wie pjenfer schon schrieb, sehr wichtig ist, was Vertragsbestandteil geworden ist und wie es ein unbeteiligter Dritter sehen würde.

    Ich würde persönlich würde den Satz "das die Karte laut Vorbesitzer bis zum Tag des Ausbaus funktionierte" als Zusicherung der Funktion in einer gewohnten Art und Weise (also ohne Fehlpixel) sehen.
    Die nachfolgenden Regelungen schließen ja nicht die Funktion aus, sondern sind nur dazu gedacht, eine mögliche Sachmängelgewährleistung (z.B. Fehlen zugesicherter Eigenschaften) auszuschließen, was nach Gesetz nicht möglich ist.

  4. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Hallo,

    vielen Dank erstmal für die beiden Antworten.

    Zu "aaky" bzgl:
    > Die nachfolgenden Regelungen schließen ja nicht die Funktion aus <

    Oh doch. Der Zusatz "ohne Funktionsgarantie" schließt sehr wohl eine
    Nicht-Funktion nicht aus. Die Funktionalität ist einfach nur offen und der Verkäufer will daher direkt im Vorfeld jegliche spätere Verantwortung und
    eben auch Gewährleistung und jegliches Risiko ausschließen.
    Deshalb wären ja auch die Zusätze "ohne Funktionsgarantie", "ohne
    Rücknahme", "ohne Gewährleistung" und auch "ohne Garantie" erfolgt.
    Natürlich auch mit Hinweisen wie "ist ein Privatverkauf" und "Käufer erklärt
    sich mit Abgabe eines Gebotes damit einverstanden".

    Die Karte explizit als defekt zu verkaufen, wäre ja nicht korrekt; sie könnte
    ja aufgrund der Aussage des Vorbesitzers auch funktionieren. Als
    funktionierend kann sie aber ja auch nicht beschrieben werden, da selber
    mangels Test nicht zu bestätigen. Der Zusatz "ohne Funktionsgarantie" sollte
    hier doch mehr als eindeutig sein und ausreichen, oder wie sehen Sie das ?

    Noch zu "pjenfer" und dem Satz:
    > Wurde die Karte explizit als defekt verkauft?
    > Denn wenn nicht kann der Käufer ja von einer Funktion ausgehen..
    Eben aufgrund des Zusatzes "ohne Funktionsgarantie" kann der Käufer
    doch eben *nicht* von einer Funktionalität ausgehen, gerade dies wird
    doch durch diesen Zusatz in Frage gestellt. Es wäre ja z.B. möglich, dass der
    Vorbesitzer beim Ausbau der Karte (bis zu dem sie ja angeblich funktioniert
    hat) diese zerstört hätte, z.B. durch statische Aufladung. Aus der Angabe
    "hat bis zum Ausbau funktioniert" lässt sich doch nicht einfach (siehe Beispiel statische Aufladung) eine Aussage für die Zukunft (Funktionalität) treffen.
    Entscheidend sollte doch hier immer die Aussage des aktuellen Verkäufers
    sein und nicht die eines Vorbesitzers.

    Was meinen Sie dazu ? Wie denken Sie bitte über diese Gegenargumente ?

    Vielen Dank im Voraus !

    Gruß
    Olav

  5. Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Zitat Zitat von olav_ Beitrag anzeigen
    Hallo,

    vielen Dank erstmal für die beiden Antworten.

    Zu "aaky" bzgl:
    > Die nachfolgenden Regelungen schließen ja nicht die Funktion aus <

    Oh doch. Der Zusatz "ohne Funktionsgarantie" schließt sehr wohl eine
    Nicht-Funktion nicht aus. Die Funktionalität ist einfach nur offen und der Verkäufer will daher direkt im Vorfeld jegliche spätere Verantwortung und
    eben auch Gewährleistung und jegliches Risiko ausschließen.
    Deshalb wären ja auch die Zusätze "ohne Funktionsgarantie", "ohne
    Rücknahme", "ohne Gewährleistung" und auch "ohne Garantie" erfolgt.
    Natürlich auch mit Hinweisen wie "ist ein Privatverkauf" und "Käufer erklärt
    sich mit Abgabe eines Gebotes damit einverstanden".

    Die Karte explizit als defekt zu verkaufen, wäre ja nicht korrekt; sie könnte
    ja aufgrund der Aussage des Vorbesitzers auch funktionieren. Als
    funktionierend kann sie aber ja auch nicht beschrieben werden, da selber
    mangels Test nicht zu bestätigen. Der Zusatz "ohne Funktionsgarantie" sollte
    hier doch mehr als eindeutig sein und ausreichen, oder wie sehen Sie das ?

    Noch zu "pjenfer" und dem Satz:
    > Wurde die Karte explizit als defekt verkauft?
    > Denn wenn nicht kann der Käufer ja von einer Funktion ausgehen..
    Eben aufgrund des Zusatzes "ohne Funktionsgarantie" kann der Käufer
    doch eben *nicht* von einer Funktionalität ausgehen, gerade dies wird
    doch durch diesen Zusatz in Frage gestellt. Es wäre ja z.B. möglich, dass der
    Vorbesitzer beim Ausbau der Karte (bis zu dem sie ja angeblich funktioniert
    hat) diese zerstört hätte, z.B. durch statische Aufladung. Aus der Angabe
    "hat bis zum Ausbau funktioniert" lässt sich doch nicht einfach (siehe Beispiel statische Aufladung) eine Aussage für die Zukunft (Funktionalität) treffen.
    Entscheidend sollte doch hier immer die Aussage des aktuellen Verkäufers
    sein und nicht die eines Vorbesitzers.

    Was meinen Sie dazu ? Wie denken Sie bitte über diese Gegenargumente ?

    Vielen Dank im Voraus !

    Gruß
    Olav
    Hallo olav.

    Das sehe ich etwas anders.
    Ohne Funktionsgarantie bedeutet nicht das sie nicht funktioniert. Also kann der Käufer in gutem Gewissen erst einmal davon ausgehen DAS sie funktioniert.

    Vergleich das doch mal mit deinm Computer:
    Ist er an oder ist er aus?
    Ein Zwischending gibt es in der Definition nicht.
    Die Karte funktioniert oder funktioniert nicht.
    Wenn sie nicht funktioniert muss sie explizit als defekt verkauft werden, da der Läufer ansonsten von einer Funktion ausgehen kann.

    Wenn es so einfach wäre etwas auszuschliessen dann wäre das eine Gelddruckmaschine
    Jedoch müssen die Artikelbeschreibungen klar und präzise sein und den Ist-Zustand darstellen weil der Käufer ansonsten eher davon ausgehen kann das etwas funktioniert als das es nicht funktioniert wenns nicht da steht.

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Ich sehe das auch etwas anders.

    Zunächst würde ich davon ausgehen, dass man auch als privater Verkäufer nicht ausschließen darf, dass man für zugesicherte Eigenschaften geradestehen muss. Derartige Klauseln würde ich als rechtswidrig sehen. Etwas anderes ist es mit Garantie, Widerruf u.ä.
    Auch ist ja bei Prpüvatverkäufen der Käufer in der Pflicht nachzuweisen, dass der Sachmangel von Anfang an bestand (die 6 Monate Regelung gilt soviel ich weiß nur für Unternehmer).
    Damit sollte ein privater Verkäufer hinreichend gegen spätere Ansprüche geschützt sein, doch nicht ausschließen kann er die Sachmängelgewährleistung wenn er etwas behauptet, was er nicht beweisen kann oder was nicht stimmt. Sonst wäre das wirklich eine "Geldruckmaschine".

    Jetzt zum eigentlichen:

    Wenn ich erst behaupte "funktioniert" und zwei Sätze später "funktioniert wahrscheinlich nicht" sind dies widersprüchliche Aussagen. In diesem Fall kann der Käufer das für sich günstigere als zugesichert annehmen. In dem Fall wäre das "funktioniert". Und das müsste sich der Verkäufer auch anrechnen lassen, da er die Beschreibung missverständlich gemacht hat. Und ob er sich dabei auf seiner Behauptung "funktioniert" auf Andere beruft kann (und wird) dem Käufer egal sein. Der Verkäufer hat die Pflicht, den Wahrheitsgehalt der Aussagen zu prüfen, der Käufer kann es nicht und wird es auch nicht tun.
    Oh doch. Der Zusatz "ohne Funktionsgarantie" schließt sehr wohl eine Nicht-Funktion nicht aus. Die Funktionalität ist einfach nur offen
    Die Funktionalität wird aber auch nicht ausgeschlossen und damit darf sich der Käufer heraussuchen, was er als zugesicherte Eigenschaft annehmen will.
    Deshalb wären ja auch die Zusätze "ohne Funktionsgarantie", "ohne
    Rücknahme", "ohne Gewährleistung" und auch "ohne Garantie" erfolgt.
    Wie gesagt, manches kann man ausschließen, manches nicht. Und wenn man es doch tut muss man damit rechnen, dass die Klausel nichtig wird.
    Natürlich auch mit Hinweisen wie "ist ein Privatverkauf" und "Käufer erklärt sich mit Abgabe eines Gebotes damit einverstanden".
    Privatverkauf bedeutet aber nicht außerhalb des Rechts. Auch bei Privatverkäufen gelten alle Regeln des Kaufrechts (mit Ausnahme derer, die zum Beispiel eindeutig eine Unternehmereigenschaft voraussetzen - und das sind im Verhältnis gesehen wenige)
    Die Karte explizit als defekt zu verkaufen, wäre ja nicht korrekt; sie könnte
    ja aufgrund der Aussage des Vorbesitzers auch funktionieren.
    Schon - aber durch die gemachte Beschreibung gibt man diese Aussage ungeprüft weiter - steht also zu dieser Aussage. Und der Käufer kann darauf vertrauen.
    Der Zusatz "ohne Funktionsgarantie" sollte
    hier doch mehr als eindeutig sein und ausreichen
    Die Aussagen widersprechen sich damit aber.
    Eben aufgrund des Zusatzes "ohne Funktionsgarantie" kann der Käufer doch eben *nicht* von einer Funktionalität ausgehen, gerade dies wird
    doch durch diesen Zusatz in Frage gestellt.
    Durch die vorherige Zusicherung, sie habe funktioniert, kann er es aber.
    Es wäre ja z.B. möglich, dass der
    Vorbesitzer beim Ausbau der Karte (bis zu dem sie ja angeblich funktioniert
    hat) diese zerstört hätte, z.B. durch statische Aufladung.
    Das kann (und ist) aber kein Problem des Käufers sein, da er keinerlei Vertrag oder irgendwelche Rechtsbeziehungen mit dem vorherigen Besitzer hat. Das wäre Sache des Verkäufers gewesen, der mit dem Vorbesitzer einen Vertrag hatte. Das heißt, er hätte das prüfen müssen und entsprechend seines Kaufvertrags handeln müssen. Das jetzt auf den neuen Käufer abzuschieben ist weder rechtens noch fair.

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Hallo "pjenfer" und "aaky",

    vielen Dank abermals für Eure teils ausführlichen Anmerkungen.

    Hmm, offenbar kann man hier wirklich ganz unterschiedlicher Meinung sein. Sehr bedenklich finde ich, wenn ich offen sein darf, folgende Eurer Formulierungen:

    Von "pjenfer":
    >
    Ohne Funktionsgarantie bedeutet nicht das sie nicht funktioniert. Also kann der Käufer in gutem Gewissen erst einmal davon ausgehen DAS sie funktioniert.
    <
    Da von einer Funktionszusicherung seitens des Verkäufers (= Vertragspartner) explizit Abstand genommen wurde, kann der Käufer nicht einfach (sozusagen ohne Grund) davon ausgehen, dass die Ware funktioniert. Genau das wird ja explizit durch den Verkäufer in Frage gestellt. Die Aussage des Vorbesitzers "hat bis zum Tag des Ausbau's funktioniert" ist lediglich eine Zusatzinfo. Vertragspartner ist aber natürlich der Verkäufer, der durchaus das Recht hat, sich von einer Funktionalität zu distanzieren.

    Von "aaky":
    > Wenn ich erst behaupte "funktioniert" >
    ... hat der Verkäufer ja nicht behauptet. Sondern der Vorbesitzer. Er gibt lediglich die Aussage des Vorbesitzers als Zusatzinfo weiter. Der Verkäufer( = Vertragspartner) hingegen distanziert sich explizit von der Funktionalität.

    Und zu meinem Satz:
    >
    Oh doch. Der Zusatz "ohne Funktionsgarantie" schließt sehr wohl eine Nicht-Funktion nicht aus. Die Funktionalität ist einfach nur offen
    <
    ... Deine Anmerkung:
    >
    Die Funktionalität wird aber auch nicht ausgeschlossen und damit darf sich der Käufer heraussuchen, was er als zugesicherte Eigenschaft annehmen will.
    <
    Dass sich der Käufer einfach das für ihn passende heraussuchen kann, halte ich für eine gewagte Aussage. Der Verkäufer hätte auch nie eine Funktionszusicherung gegeben, sondern von dieser bewusst Abstand genommen. Und nur zugesicherte Eigeschaften wären später reklamierbar.

    Und zuletzt zu meinem Satz
    >
    Es wäre ja z.B. möglich, dass der
    Vorbesitzer beim Ausbau der Karte (bis zu dem sie ja angeblich funktioniert
    hat) diese zerstört hätte, z.B. durch statische Aufladung.
    <
    Deine Anmerkung:
    >
    Das wäre Sache des Verkäufers gewesen, der mit dem Vorbesitzer einen Vertrag hatte. Das heißt, er hätte das prüfen müssen und entsprechend seines Kaufvertrags handeln müssen
    <
    Der Verkäufer hat doch nicht die Pflicht, die Ware zu testen. Es ist hingegen sein gutes Recht, dies nicht zu tun, muss aber natürlich den Käufer auf diesen ungetesteten Zustand hinweisen. Es ist dabei doch auch absolut legitim und nicht unfair, das Risiko offen zu kommunizieren ("ohne Funktionsgarantie") und es dem Käufer zu überlassen. Schließlich bezahlt er aufgrund dieser Einschränkungen ja auch deutlich weniger Geld als viele Mit-Verkäufer, die bei EBay das gleiche Modell mit dem Zusatz "intakt", "funktioniert" o.ä. anbieten. Er kann ja auch Glück haben.

    Anders formuliert: Wenn die Karte dann doch funktioniert, bekommt der Verkäufer ja auch nicht nachträglich die Differenz von ihm überwiesen, die eine als "funktionsfähig" deklarierte Karte über EBay gekostet hätte.

    Mit dem gesparten Geld nimmt der Käufer das erhöhte Risiko bewusst in Kauf. Der Käufer kann ja nun auch nicht machen, was er will. Wenn der Verkäufer von einer Funktionszusicherung Abstand nimmt, kann er diese nicht einfach überlesen und so tun, als stünde das nicht im Text.

    Aber wie gesagt, hier kann man wohl gänzlich anderer Meinung sein.
    Es würde mich freuen, hierzu vielleicht noch Eure weiteren Gedanken zu hören.

    Vielen Dank + bis bald
    Olav

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Ich stimme insofern zu, dass man unetrschiedlicher Meinung sein kann, und dies könnte durchaus ein Fall sein, der meiner Meinung nach von einem Gericht entschieden werden müsste (wenn beide Seiten auf ihrem [durchaus nachvollziehbarem] Standpunkt bestehen). Aber dafür gibt es ja auch die Rechtssprechung
    Da von einer Funktionszusicherung seitens des Verkäufers (= Vertragspartner) explizit Abstand genommen wurde, kann der Käufer nicht einfach (sozusagen ohne Grund) davon ausgehen, dass die Ware funktioniert.
    Hat er meiner Meinung nicht. Mit den Aussagen
    - das die Karte laut Vorbesitzer bis zum Tag des Ausbaus funktionierte
    - man dies aber selber nicht testen konnte, da sie nicht in das Notebook passt
    impliziert der Verkäufer doch gerade, dass sie funktioniert. Und ein Käufer hat einfach keine Möglichkeit das nachzuprüfen, deshalb muss er der Aussage des Verkäufers vertrauen können. Müsste der Käufer trotz dieser Aussage davon ausgehen, dass sie defekt ist, würde er sie nicht kaufen - oder hinterher die fehlende Funktion nicht bemängeln.
    Es kommt also weniger auf das an, was der Verkäufer ausdrücken möchte, sondern wie der Käufer es versteht. Und das ist dann der Streitpunkt. Vor Gericht würde dann entschieden, wie die Gesellschaft es verstehen würde (unbeteiligter Dritter). Und das ist im Endeffekt der entscheidende Punkt.
    Wenn ein verkäufer also klar ausdrücken möchte, dass die Funktion nicht gewährleistet wird (defekt), muss er dies auch unmissverständlich tun. Deswegen sind auch solche Formulierungen "hat bis zum Ausbau funktioniert" (egal bei wem, das interessiert den Käufer nicht) eine Zusage der Funktion.
    Vertragspartner ist aber natürlich der Verkäufer, der durchaus das Recht hat, sich von einer Funktionalität zu distanzieren.
    Kann er, nur muss er dies unmissverständlich tun.
    ... hat der Verkäufer ja nicht behauptet. Sondern der Vorbesitzer.
    Hat er, unter Bezug auf den Vorbesitzer. Nur das ist dem Käufer egal, der er im Falle des Nicht-Funktionierens kein Zugriff auf den vorherigen Verkäufer hat.
    Die Funktionalität ist einfach nur offen
    Richjtig, da aber (siehe oben) einmal die Funktion zugesichert wurde und einmal abgelehnt besteht ein Widerspruch. Ich kann auch nicht sagen, die Ware funktioniert und funktioniert nicht.
    Dass sich der Käufer einfach das für ihn passende heraussuchen kann, halte ich für eine gewagte Aussage.
    Dann solltest du dir mal die Rechtssprechung anschauen.
    Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass der Käufer nicht entscheiden darf. Dann ist eine widersprüchliche Aussage (und dabei bleibe ich) nichtig oder eine nicht gemachte Aussage nicht abgegeben. Dann greift das Recht, dass man "mittlere Art und Güte" erwarten kann, und das ist in der Regel eine funktionierende Ware. Im Endeffekt würde das auf das Gleiche hinauslaufen, dass der Käufer die Funktion erwarten kann.
    Der Verkäufer hat doch nicht die Pflicht, die Ware zu testen.
    Er hat die Pflicht, die Ware zu verkaufen, die er beschrieben hat. Und die Beschreibung der Funktion habe ich oben dargelegt.
    Es ist hingegen sein gutes Recht, dies nicht zu tun, muss aber natürlich den Käufer auf diesen ungetesteten Zustand hinweisen.
    Richtig, aber er darf sich dabei nicht widersprechen.
    Es ist dabei doch auch absolut legitim und nicht unfair, das Risiko offen zu kommunizieren ("ohne Funktionsgarantie") und es dem Käufer zu überlassen.
    Genau das ist ja passiert, indem er einmal die Funktion bejaht jhat, einmal verneint. Der Käufer hat sich dann eins rausgesucht.
    Schließlich bezahlt er aufgrund dieser Einschränkungen ja auch deutlich weniger Geld als viele Mit-Verkäufer, die bei EBay das gleiche Modell mit dem Zusatz "intakt", "funktioniert" o.ä. anbieten.
    Aber das ist nicht das Risiko des Käufers sondern die Dummheit des Verkäufers. Hätte der Verkäufer eindeutig darauf hingewiesen, dass die Funktion nicht gewährleistet ist und häte er es unterlassen, den Eindruck zu erzeugen, dass sie funktioniert, hätte er vielleicht weniger dran verdient, andererseits aber auch jetzt das Problem nicht.
    Anders formuliert: Wenn die Karte dann doch funktioniert, bekommt der Verkäufer ja auch nicht nachträglich die Differenz von ihm überwiesen, die eine als "funktionsfähig" deklarierte Karte über EBay gekostet hätte.
    Warum sollte er auch in so eoinem Fall (den ich hier nicht sehe). ER hat sie ja als defekt verkauft. Er hätte sie ja testen können. Und für den Aufwand des Tests hätte er mehr Geld bekommen (Geld = Gegenwert für eine Leistung )
    Wenn der Verkäufer von einer Funktionszusicherung Abstand nimmt, kann er diese nicht einfach überlesen und so tun, als stünde das nicht im Text.
    Er braucht aber auch nicht die Zusicherung der Funktion überlesen, nur weil da irgendwo was anderes steht.

    Das Hauptproblem ist also: Konnte der Käufer annehmen, dass der Verkäufer die Funktion zugesichert hat. Meiner Meinung nach ja.

    ps: Ein Beitrag wird übersichtlicher wenn man die "QUOTE" Funktion des Forums für Zitate nutzt

  9. Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Hallo olav,


    natürlich hat der Verkäufer grundsätzlich nicht die Pflicht die Ware zu prüfen wenn er sie verkauft jedoch muss er dann auch mit den Konsequenzen daraus leben wenn sie eben nicht funktioniert.


    Um nochmal bei deinem Beispiel zu bleiben:

    Rein fiktiv:

    Du verkaufst eine Grafikkarte online.
    Du schreibst in die Bescheibung rein: Laut Vorbesitzer funktionierte sie einwandfrei.
    Du schreibst weiter dazu das du die Funktion jedoch nicht zusichern kannst.
    Du schreibst das es sich um einen Privatverkauf handelt.


    Jetzt kauf ich die Karte bei dir und stelle fest das sie defekt ist.


    Nun passiert von meiner Seite aus folgendes:

    ich schreibe dich an und weise dich darauf hin das die Karte defekt ist und verlange mein Geld zurück.
    Weigerst du dich mir das Geld zurück zugeben wird die Sache an einen Anwalt übergeben.


    Wie aaky gesagt hat kannst du zwar eine Gewährleistung grundsätzlich als privater Verkäufer ausschliessen jedoch musst du für einen Sachmangel trotzdem haften denn durch die "schwammige Aussage Karte kann funktionieren muss aber nicht" schliesst du eine Funktion nicht aus und ich als Käufer kann in Treu und Glauben davon ausgehen das sie funktioniert.
    Sollte sie nun defekt sein liegt eine nicht zugesicherte Eigenschaft vor und der Kaufvertrag der zwischen uns geschlossen wurde kann gewandelt werden.

    Ander sähe es aus wenn die Karte explizit als defekt verkauft würde.
    Da könnte der Käufer dich nur in die Pflicht nehmen wenn die Karte doch funktioniert und er aber unbedingt eine defekte haben wollte


    Es kommt wirklich gerade bei soetwas haargenau auf die Formulierung an.

    Wenn ich schreibe: Ich verkaufe eine Kaffeemaschine und die macht 75 Grad heissen Kaffee und die macht aber nur eine 40 Grad warme Brühe dann kann ich die auch bei dir zurück geben wenn du mir die Privat verkauft hast weil eine zugesicherte Eigenschaft nicht eingehalten wurde.

  10. Neuer Benutzer
    Registriert seit
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    Standard AW: Gewährleistungs-Ausschluss bei EBay
    Hallo "aaky" und "pjenfer",

    vielen Dank für die sehr detaillierten Ausführungen.

    So etwas müsste wohl tatsächlich vor Gericht entschieden werden.
    Habe über diesen Fall mittlerweile sowohl im privaten Umfeld als
    auch schon in einem anderen Forum gesprochen, aber da waren die
    Aussagen durchgängig und sehr eindeutig "pro Verkäufer".
    Vielen Dank für die Anregungen, wie man es auch anders sehen kann.

    Danke auch für den Hinweis mit der QUOTE-Funktion, macht
    natürlich absolut Sinn.

    Viele Grüße
    Olav

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