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Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters

  1. Benutzer
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    Standard Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Guten Tag,

    Ich habe mich die letzten Tage ein wenig in das Thema Freehosting Community eingelesen, hier mal das was ich mir erschliessen konnte:


    -Es ist nicht notwendig die persönlichen Daten der Nutzer(Realname, Wohnort...) aufzunehmmen.
    -Es muss ein Link auf der Hauptseite angebracht werden, wo Rechtsverstösse auf Kundenwebs gemeldet werden.
    -Solange ein Rechtsverstoss auf einem Userweb nicht bekannt ist, haftet man auch nicht dafür.
    -Eine Gewerbeanmeldung ist nicht erforderlich, solange mit dem Projekt kein Gewinn erzielt wird.

    Korrekt?


    Und bitte gebt doch mal ein paar Allgemeine Tipps, die helfen sicher nicht nur mir, sondern auch den anderen hier.

    Vielen Dank für Eure Beiträge,

    Viele Grüsse aus München,
    Stefan

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Es ist nicht notwendig die persönlichen Daten der Nutzer(Realname, Wohnort...) aufzunehmmen.
    Ist es meiner Meinung nach nicht, man kann auch Verträge ohne Identitätsnachweis abschließen. Allerdings wird es dann unmöglich, Haftungs- oder andere Ansprüche weiterzugeben - als Betreiber eines Dienstes würde ich mir das schwer überlegen, ob ich wirklich für die anderen den Kopf hinhalten möchte.
    Es muss ein Link auf der Hauptseite angebracht werden, wo Rechtsverstösse auf Kundenwebs gemeldet werden.
    Muss meines Wissens nicht, aber Sinn macht das schon. Was muss, wäre meiner Meinung nach eine Anbieterkennzeichnung (wodurch die Meldung dann möglich wäre).
    Solange ein Rechtsverstoss auf einem Userweb nicht bekannt ist, haftet man auch nicht dafür.
    Das ist meiner Meinung nach dein größter Irrtum Das mit der Kenntnis ist nur dann der Fall, wenn man einen Dienst für andere bereitstellt - die anderen aber auch erkennbar sind. Wenn ich mal die ersten beiden Fragen zusammenfasse (User sind nicht bekannt, Anbieterkennzeichnung vorhanden) stellt es sich für den Besucher wie die eigene Seite dar - damit haftet man schon bei der Veröffentlichung der Inhalte. Da muss man nicht erst darauf hingewiesen werden.
    Eine Gewerbeanmeldung ist nicht erforderlich, solange mit dem Projekt kein Gewinn erzielt wird.
    Es ist unrelevant, ob Gewinn erzielt wird. entscheidend ist die Absicht. Heißt, sobald Geld kassiert wird (egal ob davon tatsächlich was übrigbleibt oder nicht) könnte eine gewerbliche Tätigkeit vorliegen.
    Und bitte gebt doch mal ein paar Allgemeine Tipps, die helfen sicher nicht nur mir, sondern auch den anderen hier.
    Naja, mit den allgemeinen Tipps ist das so eine Sache. Sicherlich gibt es ein paar allgemeine Regeln (die findet man unter anderem auf der Homepage) aber alles andere ist von den konkreten Umständen abhängig.

  3. Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Danke für Deine Antwort.

    Was muss, wäre meiner Meinung nach eine Anbieterkennzeichnung (wodurch die Meldung dann möglich wäre).
    Was ist eine Anbieterkennzeichnung? Habe auch mal meinen W&R Dozenten gefragt, der weiss es auch nicht

    [...] damit haftet man schon bei der Veröffentlichung der Inhalte. Da muss man nicht erst darauf hingewiesen werden.
    Ist es nicht unzumutbar laufend hunderte Websiten zu kontrollieren?
    Kann man nicht auf die Schadensminderungspflicht verweisen um Klagen zu vermeiden?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Was ist eine Anbieterkennzeichnung? Habe auch mal meinen W&R Dozenten gefragt, der weiss es auch nicht
    Man kennt es landsläufig auch unter dem Begriff Impressum Im Gesetz steht das Wort Impressum aber nicht so direkt, sondern es wird festgelegt, welche Daten und Informationen der Doienste-Anbieter angeben muss. Deswegen verwende ich das Wort Impressum ungern, da es umgangssprachlich eigentlich nicht angibt, worum es dabei eigentlich geht.
    Ist es nicht unzumutbar laufend hunderte Websiten zu kontrollieren?
    Ist es nicht, hatten wir hier aber auch schon zig mal diskutiert. Wer eine Webseite mit hunderten Webseiten hat, sollte sich seiner Verantwortung auch bewusst sein. So tun, als wüsste man nicht was man tut oder etwas tun, dem man nicht gewachsen ist, macht vor der Gesellschaft (die das Recht schließlich zu verantworten hat) keinen guten Eindruck.
    Kann man nicht auf die Schadensminderungspflicht verweisen um Klagen zu vermeiden?
    Sicherlich. Aber die ist mehr darauf gerichtet, dass zunächst erstmal außergerichtlich versucht werden müsste, das Problem zu klären. Also mit den gerings-möglichen Kosten. Das heißt jedoch nicht, dass jemand, dessen Rechte verletzt sind, deswegen keinen Schadensersatz fordern kann - wenn ihm das Recht das zusteht kann er das immer.
    Allerdings wäre jeder verpflichtet, den Schaden möglichst gering zu halten.

  5. Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    So gesehen könnten sich Hoster wie Funpic oder Kilu ja vor Klagen nicht mehr retten können... bei so vielen Kunden müssen ja fast zwangsläufig ein paar schwarze Schafe dabei sein...

    Allerdings wäre jeder verpflichtet, den Schaden möglichst gering zu halten.
    =Anruf beim Betreiber, der den Space dann sofort down nimmt?


    hatten wir hier aber auch schon zig mal diskutiert
    Sorry, aber die SuFu liefert mir nur einen mässig brauchbaren Thrad und ich kenne das Forum nicht allzu gut (bin neu hier).
    Haste mal ein paar Links?

    Danke für Deine Mühe


    P.S. Was bringt ein Hinweis in den AGBs (denen der Kunde zustimmen muss) a la "Der Nutzer ist für die Inhalte auf seinem Webspace selbst verantwortlich, die Betreiber distanzieren sich von den angebotenen Inhalten etc etc" ?

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    So gesehen könnten sich Hoster wie Funpic oder Kilu ja vor Klagen nicht mehr retten können... bei so vielen Kunden müssen ja fast zwangsläufig ein paar schwarze Schafe dabei sein...
    Das ist auch unter dem Punkt "Was für ein Dienst wird angeboten und wie wahrscheinlich ist die Einflussnahme" zu betrachten. Und sicherlich werden die ein paar Probleme haben. Aber nicht alles endet gleich in Klagen und Anwälten ... meistens melden sich die Urheber einfach - und nur wenn es dann nicht sofort verschwindet schalten sich Anwälte ein. Nicht immer läuft es so, wie uns die Medien glauben machen wollen ...
    Auch ging es mir nicht darum wie es wirklich gehandhabt wird - sondern welche rechtlichen Möglichkeiten (oder Forderungen) es gibt. Das man die nicht immer gleich ausschöpft ist auch klar - sonst hätte ich gestern zwei Anzeigen wegen Betrug machen müssen, weil man mir in zwei Geschäften jeweils 2 € zu viel abknöpfen wollte ...
    =Anruf beim Betreiber, der den Space dann sofort down nimmt?
    Zum Beispiel. Wichtig ist, dass man zum einen die Möglichkeit dazu schaffen und zum anderen auch sofort reagieren sollte.
    Sorry, aber die SuFu liefert mir nur einen mässig brauchbaren Thrad und ich kenne das Forum nicht allzu gut (bin neu hier).
    Haste mal ein paar Links?
    Mit der Suche bin ich auch nicht zufrieden Schau einfach mal die Threads der letzten Monate im Bereich "Linkhaftung" durch.
    Was bringt ein Hinweis in den AGBs (denen der Kunde zustimmen muss) a la "Der Nutzer ist für die Inhalte auf seinem Webspace selbst verantwortlich, die Betreiber distanzieren sich von den angebotenen Inhalten etc etc" ?
    Nichts, nichts und gar nichts
    [url]http://www.e-recht24.de/irrtuemer/[/url]
    Gleich der erste

  7. Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Nichts, nichts und gar nichts
    Ah, alles klar, wäre auch zu schön gewesen
    Trotzdem werde ich erwägen das in die AGBs zu schreiben, allein um den Leuten klarzumachen das sie aufpassen sollen was sie hochladen. Zusammen mit der Salvatorischen Klausel hat es ja doch einen gewissen Wert um die Nutzer abzuschrecken.

    Forum Linkhaftung?
    Durchsucht und nichts gefunden. Bin ich blind...?

    Was hat man noch zu befürchten wenn man sofort auf eine Abuse meldung reagiert und das betreffende Web löscht (was wohl jeder machen wird) ?

    Inwieweit ist man für eMail Spam von Kundenwebspace verantwortlich?

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    [url]http://forum.e-recht24.de/3976-grauzone-hat-urheberrecht-radiosendungen.html#post14717[/url]
    [url]http://forum.e-recht24.de/3360-videoportal-downloadmoeglichkeit.html[/url]
    [url]http://forum.e-recht24.de/3278-paar-fragen-urheberrecht.html[/url]
    [url]http://forum.e-recht24.de/2944-welche-bilder-duerfen-foren.html[/url]

    Nur ein paar, die sich irgendwo mittendrin mit dem Thema beschäftigen.
    Der Grundtenor ist einfach: Man muss als Betreiber eben dafür sorgen, dass man es kontrolieren kann. Ist eben die Pflicht des Betreibers / Dienstanbieters dafür zu sorgen, dass keine Verstöße gegen geltendes Recht passieren. Und wenn es eben hunderte von Seiten werden, muss man dafür sorgen, dass man diese kontrollieren kann

  9. Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Merci für Deine Antworten, hilft mir sehr weiter!

    Bliebe noch das hier:
    Zitat Zitat von masterofnothing Beitrag anzeigen
    Was hat man noch zu befürchten wenn man sofort auf eine Abuse meldung reagiert und das betreffende Web löscht (was wohl jeder machen wird) ?

    Inwieweit ist man für eMail Spam von Kundenwebspace verantwortlich?
    beste grüsse,
    Stefan

  10. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Inwieweit ist man für eMail Spam von Kundenwebspace verantwortlich?
    Wenn man niemanden hat, dem man die Verantwortung in die Schuhe schieben kann, voll und ganz.
    Allerdings sollte man in jedem Fall dafür Sorge tragen, dass es nicht wieder passiert, wenn es einmal vorkam - unabhängig davon, wen es getroffen hat.
    Was hat man noch zu befürchten wenn man sofort auf eine Abuse meldung reagiert und das betreffende Web löscht (was wohl jeder machen wird) ?
    Zumindest schließt man damit den Wiederholungsfall aus. Inwieweit man dafür rechtlich schon verantwortlich gemacht werden kann oder Schaden entstanden ist, kommt eben auf den einzelnen Fall an.
    Auf jeden Fall gelten Abmahnungen u.ä. für den Zeitpunkt des Rechtsverstoßes - wenn man danach etwas unternimmt, schließt das die begangene Rechtsverletzung meiner Meinung nach nicht aus.

  11. Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Wenn man niemanden hat, dem man die Verantwortung in die Schuhe schieben kann, voll und ganz.
    Wie wäre es in die AGB eine Klausel aufzunehmen die besagt das jede Seite über ein gültiges Impressum[Anbieterkennzeichnung] verfügen muss?

    Damit stünden ja eigentlich die gleichen Daten zur Verfügung, wie wenn alle Nutzer bei der Registrierung ein Formular mit Name, Wohnort usw ausfüllen müssen.

  12. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Naja, wenns dann passt und die Nutzer sich dran halten. Die Frage ist nur, was passiert, wenn es nicht stimmt, es jemand nicht angibt ... Dann haftet der, den man als nächsten erreicht ...

    Und dazu kommt noch, wenn jemand die Klausel nicht erfüllt, hat man noch die Probleme mit dem eigenen Vertrag (ist der gültig? Rückabwicklung? ..)

  13. Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Naja, wenns dann passt und die Nutzer sich dran halten. Die Frage ist nur, was passiert, wenn es nicht stimmt, es jemand nicht angibt
    Hm ja, aber diese Gefahr besteht ja auch wenn die User ein Anmeldeformular mit den entsprechenden Daten ausfüllen müssen...


    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Und dazu kommt noch, wenn jemand die Klausel nicht erfüllt, hat man noch die Probleme mit dem eigenen Vertrag (ist der gültig? Rückabwicklung? ..)
    Verstehe ich nicht ganz ehrlich gesagt... wer bei einer Kontrolle kein Impressum vorzuweisen hat, dessen Space wird gesperrt.

    Grüsse,

  14. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Hm ja, aber diese Gefahr besteht ja auch wenn die User ein Anmeldeformular mit den entsprechenden Daten ausfüllen müssen...
    Richtig, das Risiko besteht immer, wenn man die Daten nicht verifiziert, z.B. PostIdent ...
    Ist eben eine Entscheidung, ob einem das das wert ist. Man sollte einfach abwägen: Risiko, den Kopf für andere hinhalten zu müssen oder auf Nummer sicher gehen, und den einen oder anderen (die vielleicht von an Anfang an die Absicht haben, den Webspace rechtswidrig zu nutzen, deshalb falsche Daten angeben und froh sind, jemanden zu finden, mit dem sie es machen können) zu "verlieren".
    Verstehe ich nicht ganz ehrlich gesagt... wer bei einer Kontrolle kein Impressum vorzuweisen hat, dessen Space wird gesperrt.
    Ja - und dann regt sich derjenige auf, will seinen Space wiederhaben ... rennt zum Anwalt, der prüft die AGB und stellt fest, dass es rechtlich nicht haltbar ist - und dann? Sicherlich, dann hat man zwar seine Adresse, aber auch den Streß und Ärger am Hals. Neben denen, deren Rechte verletzt wurden auch noch den, der die Rechte verletzt hat. Solange man das Ganze nur kostenlos zur Verfügung stellt, macht das vielleicht (außer dem Schadensersatz, den man an den Rechteinhaber zahlen darf) nichts aus, wenn der Andere für den Space aber auch noch zahlen muss, könnte der Vertrag nichtig werden und man muss auch noch an den anderen zahlen ...
    Ist jetzt zwar etwas arg überspitzt, solange alles läuft braucht man sich auch keine Gedanken machen - aber wenn man nicht den "worst case" im Auge hat, kann man sehr schnell negativ überrascht werden ...

  15. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Erstmal zu funpic: hab dort ne kleine E-Mail mal hingeschickt (Urheberrechtsverstoß) und die haben sofort reagiert und den entsprechenden Account gelöscht. So sollte das auch sein!

    Gibt es in dieser Diskussionen einen Unterschied, wenn man von gewerblichen Anbieter reden würde? Verstehe das noch nicht ganz. Ist es denn von einem gewerblichen Anbieter wirklich zu erwarten und ist es ihm zuzumuten, dass er von hunderten Kunden die Webseiten auf Verstöße gegen Recht prüft? Davon sind möglicherweise manche gar nicht öffentlich erkennbar (z.B. ein Musikstück in einem nicht verlinkten Ordner)

    und, zum Schluss noch: was ist mit TMG §7 Absatz 2. | TMG §10
    Sagen die nicht nicht einfach ausgedrückt aus, dass ein Diensteanbieter (also auch Webspaceprovider) die Daten seiner Kunden NICHT überwachen muss und auch NICHT HAFTET, solange er keine Kenntnis von der Rechtswidrigkeit der Daten hat?

  16. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Gibt es in dieser Diskussionen einen Unterschied, wenn man von gewerblichen Anbieter reden würde?
    Kommt auf das Recht an, ob das einen Unterschied macht. Also das Urheberrecht macht keinen, das Wettbewerbsrecht schon. Und das Strafrecht macht auch keinen.
    Es kommt also darauf an, was für ein Verstoß begangen wurde.
    Ist es denn von einem gewerblichen Anbieter wirklich zu erwarten und ist es ihm zuzumuten, dass er von hunderten Kunden die Webseiten auf Verstöße gegen Recht prüft? Davon sind möglicherweise manche gar nicht öffentlich erkennbar (z.B. ein Musikstück in einem nicht verlinkten Ordner)
    Ja, ja und ja. Es ist zu erwarten. Schließlich weiß er worauf er sich eingelassen hat und muss damit rechnen, dass seine Leistung dafür missbraucht wird. Deshalb hat er eine entsprechende "Kontrollpflicht". Und wer hunderte von Kunden hat, kann auch die entsprechende "Infrastruktur" zur Kontrolle schaffen. Aber das interessiert das Recht eigentlich nicht, er ist nun mal verpflichtet, das Recht und die Gesetze einzuhalten. Und dazu gehört auch eine regelmäßige Kontrolle.
    Sagen die nicht nicht einfach ausgedrückt aus, dass ein Diensteanbieter (also auch Webspaceprovider) die Daten seiner Kunden NICHT überwachen muss und auch NICHT HAFTET, solange er keine Kenntnis von der Rechtswidrigkeit der Daten hat?
    Die Kenntnis hat er spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem sich der meldet, dessen Rechte verletzt werden. Und wenn dann noch rauskommt, dass er hätte früher davon Kenntnis haben können oder müssen (zum Beispiel wegen regelmäßiger Kontrollen) ist er eben dran.

    Aber er muss ja nicht selbst haften, wenn er nachweisen kann, wer das Recht verletzt hat. Tut er es nicht, hat er eben seine Sorgfaltspflicht (wegen dem Wissen um mögliche Rechtsverletzung) vernachlässigt und vorsätzlich die Möglichkeit der Rechtsverletzung geschaffen.
    Wer dann da noch rauskommt hat Glück

    Es geht hier aber nicht darum, dass der Betreiber in jedem Fall haftet - es geht darum, dass es genügend (machbare) Möglichkeiten gibt, die zum einen die Haftung auf den verlagern, der tatsächlich die Verletzung begangen hat oder/und zum anderen die Verletzung des Rechts rechtzeitig beseitigen können.

  17. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Ah, sehr aufklärend.
    Auch wenn nicht ganz vereinbar mit meinen persönlichen Ansichten. Aber naja, muss man sich mit abfinden

    Gibt der Provider die Haftung weiter, weil er die Kontaktdaten des Kunden hat und auch nachweist, dass der Kunde Recht verletzt hat und nicht der Provider, hat der Provider dann neben Aufwand noch irgendwelche Kosten zu tragen?

  18. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Gibt der Provider die Haftung weiter, weil er die Kontaktdaten des Kunden hat und auch nachweist, dass der Kunde Recht verletzt hat und nicht der Provider, hat der Provider dann neben Aufwand noch irgendwelche Kosten zu tragen?
    Meiner Meinung nach nicht. Und sollten doch welche entstehen, würde ich die als Schadensersatz wegen Vertragsverletzung weitergeben.

  19. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Mir ist noch so nen bisschen was eingefallen^^
    und zwar würd mich mal interessieren, ob der Hoster überhaupt die Daten der Kunden einfach so überwachen darf?
    - automatisch durch Scripte, die nach z.B. .mp3 suchen
    - manuell den Webspace durchkämmen.
    Wenn er das so nicht darf, ist eine entsprechende Regelung in den AGB rechtsgültig?

    Die Daten könnten auch verschlüsselt sein, oder eine beliebige Endung haben, damit man halt nicht gleich drauf kommt, dass es sich um rechtswidrige Dateien handel...

    Stichwort Reseller: Wenn man selbst nur ein Resellerkunde auf einem Server ist und den weitervermietet, hat man meist nicht die Möglichkeit automatisch oder manuell die Daten der Kunden zu durchsuchen (= für den Reseller unzumutbar Dateien der Kunden zu überwachen / braucht er nicht machen)

  20. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    und zwar würd mich mal interessieren, ob der Hoster überhaupt die Daten der Kunden einfach so überwachen darf?
    Kommt darauf an, was man unter Überwachung versteht. Kontrolle würde ich sagen ja - Überwachung eher nein. Könnte man vielleicht mit dem neuesten Urteil wegen dem Bundestrojaner im Zusammenhang sehen - da wird ja viel von einem neuen "Grundrecht" gesprochen - habe das Urteil selber aber noch nicht gesehen, und den Medien traue ich schon lange nicht mehr.
    Und was da im Endeffekt draus wird - wir werden sehen

    Und wenn die Daten verschlüsselt sind ... wer will dann Rechtsverstöße feststellen?
    Stichwort Reseller: Wenn man selbst nur ein Resellerkunde auf einem Server ist und den weitervermietet, hat man meist nicht die Möglichkeit automatisch oder manuell die Daten der Kunden zu durchsuchen (= für den Reseller unzumutbar Dateien der Kunden zu überwachen / braucht er nicht machen)
    Auch hier: Dann ist man ja eigentlich nicht der Ansprechpartner, sondern der, der den Server gemietet hat. Ist der aber nicht erkennbar und kann man den nicht ermitteln - nur dann ist man dran.

    Du scheinst ein allgemeines Verständnisproblem zu haben: Nicht jeder, der einen Server hat ist auch automatisch der, der die Haftung innehat. Und er ist auch nicht der Erste, der belangt wird. Das wollen uns nur bestimmt Panikmacher glauben machen ....
    Normalerweise ist es immer der, der die rechtswidrige Tat begeht (zum Beispiel die Inhalte zur Verfügung stellt). Und NUR wenn der nicht erkennbar ist UND nicht ermittelt werden kann, ist der nächste in der Kette dran.
    Und sollte es trotzdem mal jemanden erwischen, der nur als "Vermittler" tätig ist (manche kennen den Roichtigen nicht - ode rmachen sich nicht die Mühe), kann er immer auf den Richtigen verweisen - so er den dann kennt.

    Deswegen sollte jeder, der Server, Webspace u.ä. zur Verfügung stellt dafür sorgen, dass er weiß, an wen er das weitergegeben hat

  21. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Ok, danke, das verstehe ich.

    Aber die "Reseller-Frage" bezog sich jetzt auf
    Zitat Zitat von aaky
    Ja, ja und ja. Es ist zu erwarten. Schließlich weiß er worauf er sich eingelassen hat und muss damit rechnen, dass seine Leistung dafür missbraucht wird. Deshalb hat er eine entsprechende "Kontrollpflicht".
    Was aber, wenn der Reseller nicht die Möglichkeit hat die Daten zu kontrollieren, etwa, weil er selbst nur Webspace zugeteilt bekommen hat, um den weiterzuvermieten?

  22. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Was aber, wenn der Reseller nicht die Möglichkeit hat die Daten zu kontrollieren, etwa, weil er selbst nur Webspace zugeteilt bekommen hat, um den weiterzuvermieten?
    Dann ist er meines Wissens nur als Vermittler tätig. Würde also bei einer "Ermittlung" des Übeltäters nirgendwo erscheinen. Er kann meiner Meinung nach nur dann in Frage kommen, wenn er SEINEN Webspace SELBST vermittelt.
    Nehmen wir mal die Reseller bei 1... Soviel ich weiß, geht der vermittelte Kunde dann einen Vertrag mit 1.. ein, und nicht mit dem Reseller. Der würde also bei einer Ermittlung wegen rechtswidriger Inhalte gar nicht auf der Liste möglicher Übeltäter erscheinen.

  23. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
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    Standard AW: Rechtliches beim Betrieb eines Freehosters
    Ok, glaube, würde ich das weiter spezifizieren, könnte man meinen es würde Rechtsberatung sein. Das wollen wir ja nicht.
    Danke soweit!

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