Ergebnis 1 bis 11 von 11

Anspruch an Artikel einfordern

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Anspruch an Artikel einfordern
    Angenommen Person A hätte einen Artikel zu guten Konditionen bei B über eine Online Auktion ersteigert.
    Dann bekommt A die Kontaktdaten von B über das Auktionssystem mitgeteilt und bekommt von B per Email die Kontodaten übermittelt.
    Nun stellt A aber fest, dass der angegeben Name nicht existiert und an der angegebenen Adresse jemand anders wohnt.
    Deswegen schickt A eine Email an B um B daraufhinzuweisen und die echten Daten zu erfahren, erhält aber keine Antwort mehr.

    Da A noch kein Geld bezahlt hat, könnte er es darauf beruhen lassen.
    Aber gäbe es auch eine Möglichkeit wie A doch noch an den Artikel kommen könnte, oder zumindest Schadensersatz von B bekommt?
    Per Strafanzeige würde nur der Staat Geld bekommen und Anklage gegen Unbekannt gibt es nicht.

    Sollte A die Sache nun einfach auf sich beruhen lassen, oder gäbe es für ihn noch andere Alternativen?

  2. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Per Strafanzeige würde nur der Staat Geld bekommen und Anklage gegen Unbekannt gibt es nicht.
    Unsinn. Strafanzeige gegen unbekannt wegen Verdacht auf (Internet-)Betrug, da B ja wohl darauf spekulierte per Vorkasse das Geld zu bekommen.
    Das erhöht den Druck auf den Verkäufer B - vielleicht liefert er ja doch.
    Die Identität von B erhalten die Verfolgungsbehörden über die Kontodaten, der Käufer A dann auch auf Nachfrage (meist über eionen Anwalt), um Zivilklage auf Erfüllung einzureichen.
    Kostet zunächst den Käufer A erstmal Geld und wenn B nichts hat, kriegt er keine Ware und auch kein Geld aus dem (trotzdem möglicherweise) erfolgreichen Prozeß.
    Das muss schon ein tolles Schnäöppchen sein, dass es sich dieses Risiko lohnen würde.

    Sollte A die Sache nun einfach auf sich beruhen lassen, oder gäbe es für ihn noch andere Alternativen?
    Bei eBay den Anbieter B melden, dass er falsche Nutzerdaten hinterlegt hat. Weist er ggü. eBay die richtigen Daten nicht innerhalb einer Frist nach, so wird sein Account gesperrt.
    Geändert von MaP (12.02.2008 um 16:51 Uhr)

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Fraglich ist, ob überhaupt ein Vertrag entstanden ist, wenn die Daten falsch sind, da alles Bestandteil eines Vertrages wird.
    Und A kann sich nicht hinterher darauf berufen, nicht gewußt zu haben, dass die Daten falsch sind.

    Anzeige könnte man wegen Betrug poder arglistiger Täuschung stellen. Dann hätte A aber gar nichts davon, da es sich hier um staatliche Strafen handelt. Die bestenfalls als Vorsatzbegründung in einem Zivilverfahren genutzt werden könnten.
    Erfüllung, Schadensersatz, Ersatz vergeblicher Aufwendungen ... müsste A in einem zivilrechtlichen Verfahren geltend machen.
    Alles in allem würde ich hier das Risiko aber bei A sehen.

  4. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Fraglich ist, ob überhaupt ein Vertrag entstanden ist, wenn die Daten falsch sind, da alles Bestandteil eines Vertrages wird.
    Klar ist ein Vertrag entstanden, da die vorgetäuschte Identität des Verkäufers lediglich für die Ermittlung und Durchsetzung der Interessen des Käufers A von Relevanz ist. B existiert ja als Rechtssubjekt, wenn auch unter Vortäuschung einer falschen Identität. Ich könnte auch als Papst einen Papst-VW-Golf verkaufen - dann bin ich erstens verpflichtet einen Golf zu liefern, zweitens den vom Papst und krige drittens Ärger mit dem Vatikan.

    Anzeige könnte man wegen Betrug oder arglistiger Täuschung stellen. Dann hätte A aber gar nichts davon, da es sich hier um staatliche Strafen handelt.
    Arglistige Täuschung kaum; worin hat er ihn denn bezüglich des Artikels getäuscht, A hat ja gar nichts bekommen (und nichts bezahlt)...
    Um die Strafe geht's auch nicht, sondern darum, an die Info, wer hinter dem ganzen steckt, zu kommen - und die erhält er nur über die Strafverfolgungsbehörden. Denn wen will er verklagen, wenn er die wahre Identität des Verkäufers B nicht kennt.

    Alles in allem würde ich hier das Risiko aber bei A sehen.
    Klar hat A das volle Kosten-Risiko; immerhin kann B auch ein armer Schlucker sein und die angebotene Ware existiert nicht.

  5. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    da die vorgetäuschte Identität des Verkäufers lediglich für die Ermittlung und Durchsetzung der Interessen des Käufers A von Relevanz ist
    Sie ist aus meiner Sicht wesentlicher Bestandteil des Vertrages, da die Person, die die Willenserklärung abgibt oder annimmt eindeutig identifizierbar sein muss.
    Ob die Adresse bei jedem Vertrag erforderlich ist, kann man dahingestellt lassen - ist bei Vertragsschluss im Laden ja auch nur für eine Seite relevant (den Käufer, der muss ja wissen, wo der Laden ist) - allerdings ist der Verkäufer daran aber auch nicht interessiert, da er mich körperlich identifizieren kann
    Im Beispiel ist der Käufer aber daran interessiert - damit wird es meiner Meinung nach zum Bestandteil des Vertrages (nicht als Ware, sondern als Bedingung, so wie Zahlungs- und Lieferbedingungen oder andere Vereinbarungen).
    und krige drittens Ärger mit dem Vatikan.
    Nicht nur mit dem, auch mit dem StGB (Vortäuschung einer Identität). Aber das steht hier nicht zur Debatte
    Arglistige Täuschung kaum; worin hat er ihn denn bezüglich des Artikels getäuscht,
    Warum muss er ihn bezüglich des Artikels getäuscht haben? Wie ich bereits gesagt habe, kann die Identität und deren Daten durchaus Bedingung des Vertrages sein - und muss damit auch wahrheitsgemäß sein. Es heißt nicht, worin getäuscht werden muss.

    Aber ich muss dir in einer anderen Beziehung Recht geben, Anzeige bringt nichts, da es sich bei einer arglistigen Täuschung um Zivilrecht handelt. Somit kaum zur Anzeige gebracht werden kann, sondern als zivilrechtliche Anspruchsgrundlage dient

  6. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Sie ist aus meiner Sicht wesentlicher Bestandteil des Vertrages, da die Person, die die Willenserklärung abgibt oder annimmt eindeutig identifizierbar sein muss.
    Die Person ist ja identifizierbar! Nehme mal an,dass es sich um einen eBay-Verkauf o.ä. handelt und der Nickname für die Plattform identifiziert den Verkäufer; dass dahinter falsche Angaben stehen hat keine schuldrechtliche Relevanz sondern evtl. strafrechtliche.
    Wenn Du in einen LAden gehst und der dortige Verkäufer nennt Dir auf seinem Rechnungsbeleg/Auftragszettel oder sonstwo einen falschen Namen, ist der Vertrag dennoch zustande gekommen (immer vorausgesetzt er ist auch tatsächlich Inhaber des Ladens und nicht irgendein anderer Kunde - aber dies dürfte bei eBay nur im Falle eines PW-Phishing für den Account gelten)

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Warum muss er ihn bezüglich des Artikels getäuscht haben? Wie ich bereits gesagt habe, kann die Identität und deren Daten durchaus Bedingung des Vertrages sein - und muss damit auch wahrheitsgemäß sein. Es heißt nicht, worin getäuscht werden muss.
    Dies wäre dann möglicherweise Betrug und nicht arglistige Täuschung; eine Täuschung setzt voraus, dass der Täuscher über den Verkaufsgegenstand (und das ist einzig und allein das Rechtsobjekt in schuldrechtlichen Verträgen) und nicht über die Rechtssubjekte, also die handelnden Personen eine falschen Eindruck erweckt.

    Sie ist aus meiner Sicht wesentlicher Bestandteil des Vertrages, da die Person, die die Willenserklärung abgibt oder annimmt eindeutig identifizierbar sein muss... sondern als Bedingung, so wie Zahlungs- und Lieferbedingungen oder andere Vereinbarungen).
    Demnach werden auch nicht die handelnden Personen Vertragsgegenstand, man verkauft ja nicht falsche oder richtige Namen, sondern es bleibt bei der Ware, die Gegenstand der schuldrechtlichen Beziehung wird. Die Bedingungen umschreiben ja nur den Ablauf des Kaufes, theoretisch wären die nicht nötig, da dies alles gesetzlich im Schuldrecht geregelt ist. Selbst im Internet könnte man anonym Verträge schließen, wenn dies keine praktischen Schwierigkeiten mit sich brächte.
    Geändert von MaP (12.02.2008 um 18:27 Uhr)

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Wenn Du in einen LAden gehst und der dortige Verkäufer nennt Dir auf seinem Rechnungsbeleg/Auftragszettel oder sonstwo einen falschen Namen, ist der Vertrag dennoch zustande gekommen (immer vorausgesetzt er ist auch tatsächlich Inhaber des Ladens und nicht irgendein anderer Kunde - aber dies dürfte bei eBay nur im Falle eines PW-Phishing für den Account gelten)
    Da hast du einen wichtigen Punkt genannt - die Wahrhaftigkeit der Willenserklärung, die Verträge auch nichtig machen kann. Falsche Angaben über die person, den Vertragsgegenstand, Rechte, wesentliche Eigenschaften - das alles kann zur Nichtigkeit führen.

    Ich habe nicht gesagt, dass die Identität ein Muss ist, nur im Beispiel wurde ja extra danach gefragt. Somit ist sie für den Vertragsschluss relevant.
    Und auch falsche Bedingungen können zur Nichtigkeit und Schadensersatz führen. Beispiel: Unfallwagen. Odfer fehlerhafte Eigentumsverhältnisse. Oder Vertretung ohne Vollmacht ... Mit etwas rechtlicher Bildung, die du ja zu haben scheinst, weisst du worauf ich hinaus will.

    Es geht darum, wenn der Inhalt der Willenserklärung sich ändert (zu dem aus meiner Sicht auch neben dem vertragsgegenstand die Bedingungen gehören) sich einseitig ändern, kann die Annahme anderer Bedingungen nicht zu einem Vertrag führen ...
    Dies wäre dann möglicherweise Betrug und nicht arglistige Täuschung;
    Das Täuschung keine Straftat ist hab ich bereits korrigiert. Bitte lesen vor dem antworten.

    Und zum Thema arglistige Täuschung empfehle ich als kurze Zusammenfassung, die ich nicht abschreiben will
    [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Arglistige_Täuschung[/url]
    Hier (und in den genannten Paragraphen) findet man auch, dass es sich nicht um Täuschung den Kaufgegenstand betreffend handeln muss, es kann auch bei anderen Angaben zur Willenserklärung relevant sein.
    Selbst im Internet könnte man anonym Verträge schließen, wenn dies keine praktischen Schwierigkeiten mit sich brächte.
    Kann man überall, bestreite ich nicht. Nur sobald die Adresse dazugehören soll, gehört sie dazu. Das liegt ausschließlich in der Macht und im Willen der Vertragspartner.

  9. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    ....

    Ich habe nicht gesagt, dass die Identität ein Muss ist, ...
    also die Identität, präzise der Name des Verkäufers ist eigentlich nur bei Verträgen, die der Schriftform bedürfen, ein MUSS

    Es geht darum, wenn der Inhalt der Willenserklärung sich ändert (zu dem aus meiner Sicht auch neben dem vertragsgegenstand die Bedingungen gehören) sich einseitig ändern,
    völlig richtig, aber ein falscher Name ist keine BEDINGUNG

    ...kann die Annahme anderer Bedingungen nicht zu einem Vertrag führen
    doch nur, wenn der Käufer nicht gekauft hätte, wenn er gewußt das der Verkäufer Müller statt Meier heißt! Welchen Verkäufer interessiert denn das ? (Es sei denn, er hat mit diesem schon schlechte Erfahrungen gemacht) Dann wäre evtl. Anfechtung des KV wegen Irrtums o.ä. denkbar.

    Nur sobald die Adresse dazugehören soll, gehört sie dazu. Das liegt ausschließlich in der Macht und im Willen der Vertragspartner.
    Wo steht denn das geschrieben, dass die Adresse/Name dazugehören soll ? Ist mit Sicherheit zwischen den beiden Vertragspartnern so nie vereinbart worden. Ich halte diese Angaben auch nicht für eine notwendige Bedingung eines Kauifvertrages, nicht mal eine hinreichende höchstens eine hilfreiche...

  10. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Wo steht denn das geschrieben, dass die Adresse/Name dazugehören soll ? ...doch nur, wenn der Käufer nicht gekauft hätte, wenn er gewußt das der Verkäufer Müller statt Meier heißt! Welchen Verkäufer interessiert denn das ? (Es sei denn, er hat mit diesem schon schlechte Erfahrungen gemacht) Dann wäre evtl. Anfechtung des KV wegen Irrtums o.ä. denkbar.
    Das habe ich dieser Aussage entnommen.
    Nun stellt A aber fest, dass der angegeben Name nicht existiert und an der angegebenen Adresse jemand anders wohnt.
    Deswegen schickt A eine Email an B um B daraufhinzuweisen und die echten Daten zu erfahren, erhält aber keine Antwort mehr.
    A hat also durchaus ein Interesse an der Identität.

  11. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anspruch an Artikel einfordern
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Das habe ich dieser Aussage entnommen.A hat also durchaus ein Interesse an der Identität.
    Mit "wo steht geschrieben", meine ich natürlich eine rechtliche Vorschrift - die gibt es nämlich nicht.
    Und an der Identität hat A tatsächlich nur ein Interesse, wenn der Verkäufer nicht leistet, sonst eigentlich i.d.R. nicht.
    Mit [FONT="Comic Sans MS"]Meier oder Müller[/FONT] ist gemeint, dass im Normalfall es dem Käufer - und diesem hier sicher auch, da er ja vorher über evtl. Verwicklungen/Probleme nichts weiß - egal ist, bei wem er kauft, es geht ihm um den Artikel.
    Oder ist anzunehmen, dass einem Käufer, der einen Apfel kaufen will, es wichtig ist, ob der Händler, bei dem er kauft, A oder B heißt ? Wohl kaum, es kommt auf die Qualität des Apfels ihm an.
    Geändert von MaP (15.02.2008 um 08:56 Uhr)

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