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Portoabzocke?

  1. Neuer Benutzer
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    Unglücklich Portoabzocke?
    Abzocke nach Rücksendung

    Wenn ein Internetshop Artikel anbietet und ab einem Bestellwert von über 180 Euro kein Porto verlangt, jemand daraufhin für 200 Euro einkauft und nach extrem langer Lieferzeit von 3 Wochen dann nur Artikel im Wert von 176 Euro erhält, weil die anderen nicht mehr Lieferbar waren, der Internetshop jedoch keine Versandkosten in der Rechnung aufgeführt hat obwohl der Lieferwert unter 180 Euro lag, d.h. nur die Artikel sind berechnet, kein Extraposten für Porto und Verpackung, wie würde es da bei einer Rücksendung rechtlich aussehen? Darf der Internetshop dafür im nachinein das Porto in Rechnung stellen, obwohl dies auf der Rechnung die bei Lieferung beiliegt nicht auftaucht?

    Der Internetshop hätte in seinen AGB angegeben, Artikel könnten innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgesand werden, auf Kosten und Risiko des Internetshops.

    Angenommen die Rücksendegründe wären: Zu lange Lieferzeit, unvollständige Lieferung, nach Meinung des Kunden unzureichende Verpackung.

    Müsste der Kunde nun das Porto von sagen wir mal 7 Euro bezahlen wenn er eine Mahnung von dem Internetshop bekommen würde?

    Der Kunde ist natürlich davon ausgegangen kein Porto bezahlen zu müssen und hat deshalb zusätzlich Artikel bestellt um über den Mindestbestellwert von 180 Euro für eine portofreie Lieferung zu kommen. Er wurde vorher nicht auf die vergriffenen Artikel hingewiesen, hatte also keine Chance zu erkennen ob der Wert der gelieferten Waren unter den 180 Euro lag. Er ist auch enttäuscht von der langen Bearbeitungszeit seiner Bestellung und der Meinung, die anderen Artikel wären bei schnellerer Bearbeitung noch zu liefern gewesen. Die bestellten Artikel waren natürlich im Internetshop vorrätig markiert. Andere auf den Internetshopseiten waren als ausverkauft markiert. So musste er davon ausgehen, alle Artikel wären Lieferbar gewesen.

    Um das ganze präzise zu formulieren:

    1. Rechnung enthält alle Artikel. Keine Portokosten. Einzelartikel ergeben Gesamtpreis 176€

    2. Mahnung enthält alle Artikel. Endpreis reduziert von 176€ auf 7€. Kein Posten für Porto zu finden. Lediglich die Artikel sind einzeln aufgeführt. Für diese sollen 7€ bezahlt werden, obwohl sie zurückgesendet wurden.

    Über freundliche Meinungen zu diesem Thema wäre ich sehr dankbar.

    Michael
    Geändert von Jurismatiker (09.02.2008 um 16:59 Uhr)

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Portoabzocke?
    Da der Käufer nicht dafür verantwortlich ist, dass der Bestellwert die Grenze nicht überschreitet muss der Verkäufer seiner Zusage nachkommen.
    Es ist schließlich eine einseitige Verpflichtung des Verkäufers, die Bestandteil des Vertrages wurde und die nicht einfach so vom Verkäufer zurückgezogen werden kann.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Portoabzocke?
    Weiter schreibt der Internetshop in seiner AGB:

    "Verträge kommen erst durch Ihre Bestellung und unsere schriftliche Auftragsbestätigung oder, wenn eine solche nicht vorliegt, durch unsere Lieferung zustande."

    Wie sieht es in dem Fall aus? Da ja in der Lieferung kein Porto in der Rechnung aufgeführt wird ändert das doch nichts, oder?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Portoabzocke?
    Das ist nebensächlich.
    Ein Vertrag kommt durch die Annahme einer Willenserklärung zustande. Bei Kaufverträgen im Internet ist die Bestellung des Kunden die Willenserklärung die (irgendwann) vom Verkäufer angenommen wird. Dann kommt der Vertrag zustande.
    Das Wichtige ist aber: Die Willenserklärung wird so angenommen, wie sie abgegeben wurde, Änderungen sind nicht zulässig. Kurz: Wenn der Verkäufer ohne Information die Bestellung ausführt, hat er die Willenserklärung des Käufers in der abgegebenen Form und Umfang angenommen. Damit ist genau dieser Vertrag zustande gekommen.

    Jetzt könnte aber der Verkäufer aber - weil etwas nicht lieferbar ist - dem Kunden das mitteilen. Hier liegt dann eine neue(!) Willenserklärung des Verkäufers vor, die vom Käufer angenommen wird - oder eben nicht.
    Gleiches könnte aber auch passieren, wenn der Verkäufer ohne Absprache den Inhalt der Willenserklärung ändert und die Ware einfach verschickt. Nimmt der Käufer sie nicht an, lehnt er die Willenserklärung des Verkäufers ab und es ist gar kein Vertrag zustande gekommen.

    Im Beispiel würde ich also zwei Varianten sehen:
    - Der Vertrag ist mit dem Inhalt der Bestellung zustande gekommen -> Verkäufer muss Versandkosten übernehmen (Vertragsbestandteil)
    - Es ist gar kein Vertrag zustande gekommen - Käufer muss somit auch keine Versandkosten zahlen, muss aber die Ware zurücksenden (Rückgewährung empfangener Leistungen)

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