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Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?

  1. Erfahrener Benutzer
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    Cool Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Person A verkauft sein Artikel und eignet sich mit Käufer auf eine unversicherte Sendung, um Versandkosten zu verringern. Person A versendet die Ware. Person B bekommt die Ware nicht und beleidigt Person A und wirft ihn unter anderen Betrug vor.

    Wie kann Person A sich dagegen wehren, Person A nimmt alles persönlich und möchtet entschädigt werden.

    Wie sehen die Schritte aus, die zum Erfolg führen können?

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Person A nimmt alles persönlich und möchtet entschädigt werden.
    Zunächst mal vorweg: Weder Beleidigung noch Verleumdung (Unrichtiger Betrugssvorwurf) und die damit verbundene Anzeige (beides sind Straftatbestände) bringen der Person A irgendeine "Entschädigung". Selbst wenn Person B zu einer Geldstrafe diesbezüglich verurteilt würde, würde A keinen Cent davon sehen, da es sich bei den Strafen, die auf Straftaten ausgesprochen werden, um gesellschaftliche und nicht individuelle Strafen handelt.
    Wenn A das persönlich nimmt - die eine Sache - eine Entschädigung dafür gibt es im deutschen Recht nicht (auch kein Schmerzensgeld wie in anderen Rechtssystemen).

    Jetzt zur eigentlichen Sache. Hier ist A wohl der weitläufigen Irrmeinung aufgesessen, dass "unversichert" auch bedeutet, dass A keinen Nachweis braucht. Das ist schlichtweg falsch. Unversichert bedeutet nur, dass das Transportunternehmen bei einem Verlust keinen Ersatz leistet.
    Und B wird wohl darauf gebaut haben, dass A diesen Fehler begeht und keinen Nachweis für den Versand hat. Denn darauf kommt es an.
    A muss nachweisen, dass die Ware an das Versandunternehmen übergeben wurde, denn erst dann hat A seine Verpflichtung erfüllt (Schickschuld). Kann A das nicht, wird in den meisten Fällen davon ausgegangen, dass A nicht geleistet hat, da es für A einfach gewesen die Erfüllung nachzuweisen.

    A könnte jetzt zivilrechtlich nachweisen dass es versandt wurde, A also seine vertraglichen Pflichten erfüllt hat und strafrechtlich wegen Verleumdung Anzeige erstatten.

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Wie soll A nachweisen? Er hat eine Briefmarke in der Hand und einen Briefumschlag. Beides hat A vor zwei Jahren irgendwann gekauft. Die Sendung wurde von A. In einen Postkasten der Deutsche Post geworfen und somit ging die Sendung auf dem Weg zu B.

    Wie soll dann A beweisen, das die Sendung verschickt wurde?
    Dafür sind ja die Postkästen da

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Genau das ist ja das Problem.
    Viele Verkäufer verwechseln eben das "unversichert" mit "ich muss nicht nachweisen". Und genau das ist der Irtrtum.
    A hätte seine Erfüllung irgendwie nachweisbar machen müssen, entweder über Absendebelege, Zeugen, ...

    Und wenn ich B mal Bösartigkeit unterstelle (er hat den Artikel erhalten), hat er genau darauf spekuliert, dass A das nicht beachtet. Nach dem Recht ist A aber jetzt im Beweiszwang, dass er wirklich versandt hat (jeder muss das beweisen, was für ihn gtünstig ist). Da führt kein Weg herum.

  5. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Da kann aber A sagen. Hier ist IRGENDEIN Beleg von Deutsche Post. Hier, das ist der Beweiß. Ich war mir bis heute immer sicher (das war auch die Aussage eines Polizisten) das die unversicherten Sendungen nicht nachweisbar sind, weil ein Kassenbeleg der Deutsche Post keine genaue Beweismittel dar stellte, weil dort keine Verfolgungsnummer drauf steht.

    Ich meine, den Richter wird doch sicher verständlich sein, das IRGENDEIN Beleg als Beweismittel benutzt werden kann.

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Wenn A das macht wird der Betrug wohl passen Und das weiss auch jeder Richter

    Du hast immer noch diesen Irrtum: Auch wenn man keinen Beleg bekommt, muss A die Erfüllung seiner Pflichten (irgendwie) erbringen können. Im Gesetz steht: "A hat zu leisten". Einen Ausschluss "bei unversichertem Versand entfällt der Nachweis" gibt es einfach nicht im Gesetz.

    Und das man bei unversicherten Sendungen normalerweise keinen Beleg bekommt ist klar. Das weiss (fast) jeder - genau deswegen muss A sich ja darum kümmern, dass er seine Leistung trotzdem nachweisen kann. Wie er das macht, ist seiner Fantasie überlassen (man kann ja mit den heutigen technischen Mitteln auch ein kleines Video drehen, was den Einwurf im Briefkasten zeigt )

    Und nochmal: Unversichert hat mit der Nachweispflicht nicht das Geringste zu tun.

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Wenn A das macht wird der Betrug wohl passen Und das weiss auch jeder Richter
    Bloß nachweisen kann das niemand.

    Naja, Gesetz ist Gesetz! Auch wenn ich diesen Fall nicht "verstehe" weil es aus meine Sicht keinen eindeutigen Beweismittel gibt (sonst wird ein aus der Mülltonne der Deutsch Post rausgehollt, weil man ihn versehentlich am dem Tag weggeschmissen hat).
    ...


    Eine ähnliche Frage.

    Wenn A jemanden anschreiben will und eine Frist setzen möchte wegen nicht Bezahlung. A geht zu Post holt sich ein Beleg verschickt das als Brief mit eine Briefsendung. Der B bekommt diesen Brief schaut hin lacht darüber und schmeißt es weg. Wie kann A Nachweisen ohne (Rückschein, oder Einwurf in Briefkasten) das der B das Brief bekommen hat.

  8. minikleinwagenfahrer
    minikleinwagenfahrer ist offline
    Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Im Zweifelsfall gar nicht.
    Deshalb sollte man Rechnungen, Mahnungen, Abmahnungen, ... immer mindestens per Einschreiben versenden.

  9. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Muss man sich Beleidigungen und Betrugssvrwurf gefallen lassen?
    Auch wenn ich diesen Fall nicht "verstehe" weil es aus meine Sicht keinen eindeutigen Beweismittel gibt
    In dem Fall gibt es sie nicht - aber das ist ein Problem, was A selbst verursacht hat. A hätte sich um entsprechende Nachweismöglichkeiten kümmern müssen, das wäre auch bei "unversichertem" Versand gegangen (Zeugen, das erwähnte Beispiel ...) Das Gesetz kann nichts dafür, wenn A nicht so gehandelt hat, wie es das Gesetz "fordert": Leistung für A ist Versand und im Streitfall muss jeder nachweisen, dass er seine Pflicht erfüllt hat. Das gesetz schreibt ja nicht vor, dass A ohne Beleg versenden soll ...
    Wenn A jemanden anschreiben will und eine Frist setzen möchte wegen nicht Bezahlung. A geht zu Post holt sich ein Beleg verschickt das als Brief mit eine Briefsendung. Der B bekommt diesen Brief schaut hin lacht darüber und schmeißt es weg. Wie kann A Nachweisen ohne (Rückschein, oder Einwurf in Briefkasten) das der B das Brief bekommen hat.
    Dafür gibt es die Version Einwurf-Einschreiben. Das gilt dann als zugegangen, wenn es (durch den Postboten dokumentiert) in den Briefkasten eingeworfen wird. Was B damit macht kann A egal sein (dem Gericht ist es dann egal - es geht davon aus, dass B es bekommen hat ) Rückschein hat nur den Vorteil, dass man dann weiss, wer es angenommen hat, und B sich nicht damit rausreden kann, dass der 5 jährige Sohn gerade an diesem Tag Flieger aus der Post gebaut hat. Nachteil des Rückscheins: Verweigert B die Annahme, gilt es als nicht zugegangen ...

    Wichtig in einem solchen Fall ist nun mal einfach der Nachweis des Zugangs, mehr muss A nicht interessieren. Reagiert B nicht, kann A (letztendlich) gerichtlich vorgehen, und hat die entsprechenden Nachweise in der Hand.
    Hat A aber keine derartigen Nachweise, kann B behaupten, er habe es nie bekommen - und auch hier müsste A den Zugang nachweisen. Was ohne Nachweise wie bei Einschreiben nicht funktioniert.
    Und ganz nebenbei: genau aus diesem Grund sind ja auch Emails gerichtlich nicht verwertbar, wenn der Empfänger den Zugang abstreitet. Dann müsste der Absender den Zugang nachweisen, was einfach nicht möglich ist.

    Und wem die Kosten zuviel sind: Die kann man bei Mahnungen (also Schreiben, sobald B in Verzug ist) und auch vor Gericht zurückfordern - und die bekommt man normalerweise auch immer, wenn man in der Hauptsache Recht bekommt.

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