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Fernabsatzgesetz: Pflichten & Fristen des Händlers ?

  1. Anonymous
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    Standard Fernabsatzgesetz: Pflichten & Fristen des Händlers ?
    Mal eine Frage an die Juristen / Experten hier im Forum, es geht um Fristen und Formalitäten, die der Versandhändler (Verkäufer) beim Fernabgabegesetz einhalten muß.

    Im Detail:

    Ich hatte bei einem relativ bekannten (und nicht kleinen) Versandhändler einen DVD-Player (knapp 800 Euro) bestellt und per Nachnahme geliefert bekommen. Das Gerät habe ich nur einer kurzen Funktionsprüfung unterzogen, nicht mal die Batterien für die FB ausgepackt, das Zubehör auch gar nicht ausgepackt oder benutzt. Leider lief der Player nicht wie erwartet an meinem Projektor, weswegen ich von meinem Rückgaberecht laut Fernabsatzgesetz gebrauch machte und 10 Tage nach Erhalt den Player zurückschickte. Ich habe die Sendung wieder exakt wie geliefert verpackt, wirklich null Gebrauchsspuren oder ähnliches. Selbst ein Profi würde nicht sehen, daß der Player schonmal ausgepackt war. Das ist auch dank Zeugen und Fotos, die ich vor der Rücksendung gemacht habe, belegbar. Verschickt hatte ich als freigemachtes Postpaket in einem zusätzlichen Umkarton (Originallieferung war "nur" im Gerätekarton). Ich betone dies deswegen, weil ein Bekannter schon Probleme mit angebl. Gebrauchsspuren hatte und nur einen Teilbetrag erstattet bekommen sollte. Ich bin mir jedoch absolut sicher, daß es bei meiner Retoure keinerlei Beandstandungen geben kann. Aber man hat ja schon Pferde kotzen sehen.

    Einige Tage nach der Rücksendung wurde mir auf meine telefonische Anfrage bestätigt, daß die Sendung dort eingetroffen sei, man aber zur Bearbeitung noch einige Tage benötige.

    Das ist nun über 14 Tage her, ich habe aber bisher weder irgendeine Mitteilung noch den Betrag zurückerhalten.

    Daß der Händler pleite ist, glaube ich nicht, es ist wie gesagt ein relativ namhafter Versand. Ich glaube eher, daß hier nach dem Motto verfahren wird:"...erstmal warten, bis der Kunde sich meldet, solange können wir mit dem Geld arbeiten..."


    Meine Fragen:

    Sicherlich muß man dem Versandhändler eine angemessene Frist zur Bearbeitung einräumen, aber was ist angemessen ?

    Muß ich den Händler in Verzug setzen (schriftliche Aufforderung mit Fristsetzung), oder gelten automatisch gesetzliche Fristen, in denen er den Eingang, eventuelle Transportschäden, wertmindernde Gebrauchsspuren usw. hätte mitteilen bzw. Erstattung des Kaufbetrages hätte vornehmen müssen ?

    Bis jetzt habe ich noch nichts unternommen, da eventuelle Fristversäumnisse des Händlers ja zu meinen Gunsten sein könnten ?!?

    Wie sollte ich mich am besten verhalten ?

  2. Anonymous
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    Ich denke hier findest du Hilfe, die beschäftigen sich sozusagen Tag und Nacht mit Fällen wie Deinem

    [url]www.snakecity.de[/url]

  3. Anonymous
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    hallo,

    ich würde dem Händler schriftlich eine frist zu zahlung setzten und erst einmal abwarten, bevor ich weitere rechtliche schritte angehe. 14 tage für eine rückabwicklung ist zwar nicht sonderlich schnell, aber gerade bei großen unternehmen kann dass meiner meinung nach schon vorkommen.

    dass der zustand der ware dokumentiert wurde, ist gut. falls die zahlung verweigert wird, sollte man dann mit diesen fotos zum anwalt gehen.

    allerdings glaube ich nicht, dass ein nahmhaftes versandunternehmen den kunden das recht auf widerruf aus dem fernabsatzrecht vorenthält. solche gesetzesverstöße wären marketingtechnisch der gau für ein solches unternehmen. falls keine reaktion kommt, sollte man auch diesen aspekt als argumentationshilfe ansprechen.

    mfg

  4. Anonymous
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    Der Link zu snakecity, einer Seite, die sich dem Verbraucherschutz verschrieben hat, führt jetzt zu einem der von snakecity ehemals meistkritisierten Unternehmen - dort wird jetzt für deren Produkte geworben.

    Hier wurde der 'Gau' 'marketingtechnisch' umgewidmet !

  5. Anonymous
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    Zitat Zitat von Anonymous
    Der Link zu snakecity, einer Seite, die sich dem Verbraucherschutz verschrieben hat, führt jetzt zu einem der von snakecity ehemals meistkritisierten Unternehmen - dort wird jetzt für deren Produkte geworben.

    Hier wurde der 'Gau' 'marketingtechnisch' umgewidmet !
    eititei.

  6. Anonymous
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    Hallo, der Verkäufer kommt spätestens 30 Tage nach Widerruf in Textform oder per Rücksendung automatisch in Verzug, man kann aber natürlich auch eine angemessene kürzere Frist setzen und die Erstattung anmahnen, um den Verkäufer in Verzug zu setzen. Vgl.

    § 357 BGB
    (1) Auf das Widerrufs- und das Rückgaberecht finden, soweit nicht ein anderes bestimmt ist, die Vorschriften über den gesetzlichen Rücktritt entsprechende Anwendung. § 286 Abs. 3 gilt für die Verpflichtung zur Erstattung von Zahlungen nach dieser Vorschrift entsprechend; die dort bestimmte Frist beginnt mit der Widerrufs- oder Rückgabeerklärung des Verbrauchers. Dabei beginnt die Frist im Hinblick auf eine Erstattungsverpflichtung des Verbrauchers mit Abgabe dieser Erklärung, im Hinblick auf eine Erstattungsverpflichtung des Unternehmers mit deren Zugang...

    § 268 Abs. 3 BGB:
    (3) Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet;...

    Wenn der Verkäufer erst in Verzug ist, hat er auch Verzugszinsen zu zahlen (5% über dem derzeitigen Basiszinssatz) und muß evtl. entshenden Anwalts- oder Gerichtskosten ersetzen.

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