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Konjunktiv und "übers Recht schreiben"

  1. Erfahrener Benutzer
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    Standard Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Es scheint immer mehr Mode zu sein sich im Internet zum Beispiel mit einem "Disclaimer" (lol) abzusichern.

    Wie sieht das aus, u.a. mit Rechtsberatung, wenn man auf seiner eigenen Seite im Konjunktiv über einen Artikel einer anderen Seite berichtet?
    Ich nehme mal an, wenn man so Bemerkungen reinsetzt, wo durch erkennbar ist, dass man dem ganzen zustimmt, dann haftet man mehr oder weniger auch.

    Wenn man schreibt, dass es Mist ist, haftet man halt für die Gegenmeinung, mehr oder weniger.

    Wenn man sich dazu neutral verhält und nur darüber berichtet:
    weiß ich nicht

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Also so ganz hab ich die Frage (ist es eine?) beim besten Willen nicht verstanden

    Selbstverständlich darf man seine Meinung äußern, man muss eben nur aufpassen das man
    - keine Unwahrheit schreibt
    - niemanden in seinen Rechten verletzt
    - nicht gegen allgemeines Recht verstößt
    - nicht gegen den Datenschutz verstößt
    - ...
    Und wenn man, nachdem man das Alles beachtet hat, immer noch ein paar Worte findet - wer will dich daran hindern?
    Ob Konjunktiv oder nicht, es kommt darauf an, was man sagt, und eigentlich nicht wie man es sagt (ich weiß, das kommt an anderen Stellen schon daruf an, wie man es sagt, aber das ist doch nur, damit man seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann, falls man einen der Punkte "ganz aus Versehen" übersehen hat )

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Jo is ne Frage^^ mit Erklärungsversuchen.
    Das ganze dreht sich um die Rechtsberatung. Man darf ja bekanntlich, wenn man nach einen Fall mit Deteils gefragt wird, nicht groß beraten.
    Aber, wenn das ganze allgemein gefragt ist, gibt's ja weniger Probleme.
    Wenn ich jetzt aber auf meiner Homepage schreiben würde:
    "Disclaimer braucht man nicht"
    und jemand wäre mit einen Disclaimer besser gefahren, hatte den aber entfernt, weil das bei mir auf der Homepage stand, könnte es ärger für mich geben.
    Wenn ich jetzt aber auf meiner Homepage schreiben würde:
    "In dem Artikel wird darauf eingegangen, dass man Disclaimer nicht brauchen würde, [...]"
    sieht das dann anders aus?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Ich persönlich sehe das etwas anders. Ich würde bezweifeln (aber nicht ausschließen, versuchen kann es immer jemand ), dass der Satz "Ein Disclaimer braucht man nicht" dazu führen kann, dass man dadurch Schwierigkeiten wegen rechtsberatung bekommt.
    Rechtsberatung sehe ich etwas anders:
    RBerG § 1
    (1) Die Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten, einschließlich der Rechtsberatung und ..., darf geschäftsmäßig - ohne Unterschied zwischen haupt- und nebenberuflicher oder entgeltlicher und unentgeltlicher Tätigkeit - nur von Personen betrieben werden, denen dazu von der zuständigen Behörde die Erlaubnis erteilt ist.
    Meiner Meinung nach geht es dabei vordergründig darum, dass man Beratung in den Angelegenheiten anderer erteilt. Wenn ich sage "Schuhe braucht man nicht" ist das meine Meinung (ob richtig oder nicht lasse ich einfach mal dahingestellt) und kein konkreter Fall, es ist auch keine Angelegenheiten anderer - ich sage ja nicht, "Du brauchst keine Schuhe". Es ist meine eigene Meinung, meine Angelegenheit. Und die ist nach RBerG nicht ausgeschlossen (cool, ich darf mich selbst beraten, wusste ich noch gar nicht )
    Und wenn jemand der Meinung ist, meine Meinung an sich selbst auszuprobieren ... solange ich ihn nicht gezwungen habe (und damit gegen anderes Recht verstoßen habe) ist das seine Sache. Er hätte sich ja, falls er der Meinung wäre das klingt ganz gut, professionell beraten lassen können ...

    Sobald aber erkennbar ist, das jemand seine Angelegenheiten geregelt haben will (so wie hier, wenn jemand schreibt "Ich habe ..."), dann ist es schon eine Beratung die davon betroffen ist.

  5. Super-Moderator
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Würde auch sagen, man kann darüber schreiben, z.B. in Berichtsform. Also

    "Viele Webmaster glauben das sie ihre Haftung mit einem sog. Disclaimer ausschließen können. Doch dies ist ein alter Web-Aberglaube. Bereits auf vielen Seiten die sich mit dem Thema des Onlinerechts beschäftigen, kann man lesen das der vielerorts verwendete Disclaimer mehr ein Ammenmärchen ist als ein rechtsgültiger Haftungsausschluss"

    Mit einer solchen Formulierung dürfte dir keiner etwas können, weil du ja nicht direkt sagst "Das braucht man nicht" sondern dich auf Quellen berufst. Diese solltest du im Idealfall auch noch mit angeben.
    [URL="http://forum.e-recht24.de/search.php"]hier klicken für die Forensuche[/URL]

    Dies ist keine Rechtsberatung, sondern nur eine persönliche Meinung

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    sondern dich auf Quellen berufst.
    Dann rutscht man aber mit in die Inhaltshaftung.
    Wenn man also davon ausgeht, das es eine ist, wenn man sagt "braucht man nicht", dann würde ja die zitierte Seite eine darstellen. Es sei denn, die Seite zitiert auch nur, aber das würde das Ganze ad absurdum führen.

    Sollte so eine Formulierung also wirklich eine Rechtsberatung sein, kommt man damit auch nicht (viel) besser, als wenn man es selbst sagt, oder?

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Hmm, also soweit ich weiß geht es bei den bisherigen Urteilen von wegen Linkhaftung darum, dass, wenn man einen Link zu "irgend einer tollen Seite" setzt, wo man was tolles gelesen hat, dass man dann dafür mithaftet.
    Aber, wenn jetzt z.B. auf eine Illegale Seite gelinkt wird und vor der Seite gewahrnt wird, sieht es wieder anders aus. ComuterBild-Zeitschrift hatte (lese ich nicht regelmäßig ) auch mal so die "Top Illegalen Seiten" (Titlen gibt jetzt nur den Inhalt wieder); kann mir schwer vorstellen, dass die dafür mithaften.

    Wie sieht das eigentlich aus:
    man müsste die Quelle ja nicht verlinken, sondern nur die URL drunter schreiben
    Umgeht das das Problem?

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Wie sieht das eigentlich aus:
    man müsste die Quelle ja nicht verlinken, sondern nur die URL drunter schreiben
    Umgeht das das Problem?
    Nein, meiner Meinung nach nicht, denn Link ist Link. Und ob verlinkt oder nicht, jeder weiss wie damit umzugehen ist. Und wenn man es nicht als Link erkennen kann hat es auch keinen Sinn, oder?
    also soweit ich weiß geht es bei den bisherigen Urteilen von wegen Linkhaftung darum, dass, wenn man einen Link zu "irgend einer tollen Seite" setzt, wo man was tolles gelesen hat, dass man dann dafür mithaftet.
    Soviel ich weiß gilt das auch, wenn man sich davon distanziert. Denn dann braucht majn gar nicht verlinken ... Kann zwar jeder Richter anders sehen, aber so sehe ich das
    ComuterBild-Zeitschrift hatte (lese ich nicht regelmäßig ) auch mal so die "Top Illegalen Seiten"
    Les ich auch nicht, aber ich finde die Vergangenheitsform schon mal nett Und dann gibt es noch die Einrichtung des Journalismus, die durchaus auch negativ berichten darf. Nur Journalismus hat einige Voraussetzungen, kann und darf nicht jeder (nicht ganz so krass wie Anwalt, aber eine Zulassung braucht man meiner Meinung nach schon)

  9. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Denn dann braucht majn gar nicht verlinken
    Naja, wenn man vor der Seite warnen will. "Weil so viele arme User drauf reinfallen"
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Weil ja ich finde die Vergangenheitsform schon mal nett
    Ich würde sagen, dass es nicht so lange her ist, dass es keine Rolle mehr spielen könnte.

  10. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Konjunktiv und "übers Recht schreiben"
    Ich finde es immer wieder lustig, wie sich manche Themen an bestimmten Tagen ähneln
    Naja, wenn man vor der Seite warnen will. "Weil so viele arme User drauf reinfallen"
    Das ist nicht Sinn und Zweck des Rechts. Ist zwar ein anderes Thema, aber hier hab ich meine Meinung zum Thema "Recht für andere" geschrieben
    [url]http://forum.e-recht24.de/3266-verkauf-bezahlter-ware-ebay.html[/url]

    Dem Recht ist es meiner Meinung nach völlig egal, ob man Robin Hood oder ähnliches spielen will.
    Und andere vor etwas zu warnen (ich rede nicht von Erziehung der eigenen Kinder oder Menschen, deren gesellschaftliche Aufgabe das Informieren und Lehren ist, das ist ein ganz anderes Blatt) ist aus den Zeiten der Unselbständigkeit, wo die armen Bauern noch keine Möglichkeit hatten, sich zu informieren und zu wehren ... Heute kann sich jeder selbst ganz gut verteidigen, jeder kann auch alles lernen. Es gibt keine Schranken mehr, über die man andere hinwegheben muss ...

    Sicherlich kann man seine Meinung sagen, doch der "erhobene Zeigefinger" ist meiner Meinung nach mehr als veraltet. Bei dem genannten Zweck würde ich also sagen, das hat keine (rechtliche) Bedeutung.

    Und noch eine kleine Ergänzung: Negativbeispiele sind nach pädagogischer Lehre falsch

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