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Gewährleistung gewerblicher Verkäufer

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Gewährleistung gewerblicher Verkäufer
    hallo,

    man hat einen gebrauchten, elektronischen Artikel bei ebay bei einem gewerblichen Verkäufer gekauft und in der Artikelbeschreibung sind keinerlei Angaben über den Gewährleistungszeitraum. Dann geht dieser Artikel nach 2 Monaten kaputt und beschädigt andere Sachen aus dem Haushalt durch Flammen.
    Man meldet den Schaden und den Sachmangel an den Verkäufer und dieser antwortet, dass das 1 monatige Widderrufs-/Rückgaberecht schon abgelaufen sei.
    Das wäre doch rechtlich nicht haltbar dem Käufer gegenüber, oder?
    Denn es bestand ja ein Sachmangel und der Verkäufer müsste entweder Nacherfüllen oder das Geld zurück überweisen.
    Und ist es zulässig keinerlei Angaben über die Gewärleistung in der Artikelbeschreibung zu haben?
    Ist der entstandene Schaden auch vom Verkäufer zu tragen?
    Und wie sollte der Käufer in so einem Fall weiter agieren? Polizeianzeige?

    Für antworten auf diesen hypotetischen Fall bin ich dankbar.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistung gewerblicher Verkäufer
    Wie du schon richtig erkannt hast hat das Problem nichts mit Widerruf zu tun. Also ist die Frist völlig egal.
    Denn es bestand ja ein Sachmangel und der Verkäufer müsste entweder Nacherfüllen oder das Geld zurück überweisen.
    So sehe ich das auch. Zusätzlich könnte noch der Hersteller wegen der zerstörten Sachen in Anspruch genommen werden (Produkthaftung).
    Und ist es zulässig keinerlei Angaben über die Gewärleistung in der Artikelbeschreibung zu haben?
    Ja, denn dann gilt die gesetzlich festgelegte Gewährleistung (BGB). Ist übrigens auch mit allen, nicht im Vertrag geregelten Sachen,, so - dann gilt das Gesetz. Das bedeutet: 6 Monate bei Sachmängeln, die vermutlich schon beim Kauf bestanden haben. Dann gibt es noch andere Fristen aber die dürften hier egal sein.
    Ist der entstandene Schaden auch vom Verkäufer zu tragen?
    Hatte ich schon beantwortet. Nach Produkthaftungsgesetz der Hersteller, wenn es auf einen Fabrikationsfehler zurückzuführen ist, wovon man nach 2 Monaten ausgehen könnte.
    Und wie sollte der Käufer in so einem Fall weiter agieren? Polizeianzeige?
    Also auch hier wieder: Anzeige nur bei Straftat, hier liegt keine vor, also werden alle Ansprüche zivilrechtlich geltend gemacht werden müssen. Tipp von mir wäre ein Anwalt, spezialisiert auf Vertragsrecht.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistung gewerblicher Verkäufer
    Wäre es sinnvoll, wenn der Käufer noch eine Mahnung oder Fristsetzung schickt? Natürlich per (Einwurf-) Einschreiben.
    Falls ja, würde mich noch intressieren, wie ein Käufer in so einem Fall formulieren sollte?

    Falls ich der Kaufer wäre, was ich nicht bin, würde ich es so formulieren. Bei den [] sind natürlich die Dinge beim Namen zu nennen:
    Sehr geehrter Herr Verkäufer,

    bei dem von Ihnen am XX.XX.XX an mich verkauften [elektronischer Gegenstand] ([elektronischer Gegenstand beim Namen], ebay-Artikelnummer: XXXXXXX) ist ein Sachmangel eingetreten. Das [elektronischer Gegenstand] hat einen Kurzschluss verursacht und angefangen zu brennen. Ich mache hiermit meine Mängelansprüche geltend.
    Sollten Sie keine Nacherfüllung nach § 439 BGB bis Montag, XX.XX.XX [12 Tage nach abschicken], leisten können oder wollen, trete ich vom Kaufvertrag zurück.
    Sollten weitere [Sachen in der Nähe] beschädigt worden sein, behalte ich mir Ansprüche bezüglich Schadenersatzes vor, da Sie in der sog. Produkthaftung sind.
    Mit freundlichen Grüssen
    [Vorname Nachname]
    Geändert von fabian (04.10.2007 um 16:33 Uhr)

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Gewährleistung gewerblicher Verkäufer
    Dert Käufer müsste auf jeden Fall seine Ansprüvche geltend machen, könnte man zwar auch über einen Anwalt, aber der könnte zunächst auch nichts anderes machen.

    Und zu dem Text, soweit okay, was die Fristen angeht kommt es auf den Einzelfall an.
    Aber: ich würde keine Konjunktive verwenden (die Krankheit der deutschen Sprache) - im englischen kann I'd nicht nur "I could" sondern auch ein "I should" bedeuten, die Sprache hat der deutschen etwas voraus
    Also sowas wie "sollte", "könnte", "würde", "dürfte", "hätte" hat in solchen Schreiben nichts zu suchen, meiner Meinung nach. Das zeugt von Zweifeln, Schwäche, Unsicherheit ...

    Sollten Sie keine Nacherfüllung nach § 439 BGB bis Montag, XX.XX.XX [12 Tage nach abschicken], leisten können oder wollen, trete ich vom Kaufvertrag zurück.
    Sollten weitere [Sachen in der Nähe] beschädigt worden sein, behalte ich mir Ansprüche bezüglich Schadenersatzes vor, da Sie in der sog. Produkthaftung sind.
    Aus meiner Sicht besser
    Wenn Sie keine Nacherfüllung nach § 439 BGB bis Montag, XX.XX.XX [12 Tage nach abschicken], leisten können oder wollen, trete ich vom Kaufvertrag zurück.
    Da weitere [Sachen in der Nähe] beschädigt worden sind, behalte ich mir Ansprüche bezüglich Schadenersatzes auf der Basis der Produkthaftung vor.

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