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Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders
    Hallo erst mal,

    wie ist denn folgender hypothetischer Sachverhalt zu sehen:

    Jemand bestellt bei einem Online-Anbieter einen Prozessor, der auch per Mail sofort bestätigt würde (die Bankdaten wären z.B. in der Bestätigung enthalten) und derjenige würde sofort überweisen, z.B. an eine ausländische Bank mit IBAN-Nummer.

    Dann, mal angenommen, kommt per Mail 7 Tage später eine ziemlich formlose Mitteilung, dass die Ware versandt worden wäre, allerdings ohne irgendwelche Versandangaben, und seither versucht man per Mail und auch per Telefon, den Anbieter zu erreichen: Fehlanzeige. Das Telefon (z.B. 0900er Nummer) geht nicht, d.h. es kommt gar keine Verbindung zustande, und Mails würden nicht mehr beantwortet.

    Was könnten man so jemandem raten, wie er vorgehen kann???

    Danke und viele Grüße!

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders
    Zunächst sollte man den Verkäufer nachweislich anschreiben und eine Frist zur Lieferung setzen (das tut man in der Regel per Einschreiben). Reagiert der Verkäufer immer noch nicht, oder behauptet er, das Teil sei "auf dem Postweg verschollen" sollte man professionelle Hilfe (Anwalt) nehmen. Sehr gut machen sich für solche Fälle Rechtschutzversicherungen
    Sollte der Verkäufer darauf bestehen, dass die Ware versandt wurde, muss er einen Nachweis erbringen. Und dabei ist es egal, ob der Versand versichert oder unversichert war. Das hat nur Bedeutung ob man sein Geld wiederbekommt, wenn das Teil TATSÄCHLICH auf dem Versandweg verloren ging. Und dass kann nur der Verkäufer mit entsprechenden Belegen oder Zeugen nachweisen. Kann er das nicht, wird sicherlich davon ausgegangen, dass er es gar nicht verschickt hat.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders
    Hallo, aaky, erst mal vielen Dank für die Informationen.


    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Zunächst sollte man den Verkäufer nachweislich anschreiben und eine Frist zur Lieferung setzen (das tut man in der Regel per Einschreiben).
    Wäre eine Fristsetzung per eMail auch ausreichend oder MUSS es unbedingt ein Einschreiben sein?

    Und wie würde sich die Vorgehensweise ändern, wenn man Hinweise findet, die darauf hindeuten, dass es sich bei dem betreffenden Online-Versand um einen Fake handelt, d.h. dass nie die Absicht vom Seitenbetreiber bestand, Ware zu versenden (z.B. Ungereimtheiten im Impressum etc.)

    Für weitere Meinungen wäre ich sehr dankbar.

    Viele Grüße.

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders
    Per Email wäre schon ausreoichend, nur besteht bei Emails der Nachweis des Zugangs beim Absender. Das bedeutet, wenn der Verkäufer nicht auf die Mail reagiert udn es spätrer zu einem Rechtsstreit kommt und der Verkäufer sagt "hab ich nie bekommen" steht man ganz schlecht da, in der Regel wird dann dem Käufer ein Mangel im Vorgehen nachgewiesen, was schlimmstenfalls dazu führt, dass das Ganze verloren geht.
    Sobald sich etwas auf einer rechtlichen Ebene und nicht mehr im Vertragsverhältnis bewegt sollten Emails ein für alle mal tabu sein. Aber die Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen, ich kann nur dringend davon abraten, in jedem zweifelhaften Fall Emails zu versenden oder zu akzeptieren (gleiches gilt ja auch für Mails vom Verkäufer ...)

    Und selbst wenn man "Hinweise" findet - wer sagt das Ungereimtheiten auch wirklich welche sind und nicht nur aus der Unkenntnis der rechtlichen Lage des Verkäufers resultieren. Oder der Verkäufer ist umgezogen und hat seine eBay-Vorlage noch nicht angepasst, oder, oder, oder ... Die Beurteilung sollte man Fachleuten überlassen.
    Alles in allem würde das ander Vorgehensweise nicht das Geringste ändern.

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Und selbst wenn man "Hinweise" findet - wer sagt das Ungereimtheiten auch wirklich welche sind und nicht nur aus der Unkenntnis der rechtlichen Lage des Verkäufers resultieren. Oder der Verkäufer ist umgezogen und hat seine eBay-Vorlage noch nicht angepasst, oder, oder, oder ... Die Beurteilung sollte man Fachleuten überlassen.
    Alles in allem würde das ander Vorgehensweise nicht das Geringste ändern.
    Hallo, aaky, danke für die Antwort. Es geht aber gar nicht um Ebay, sondern um einen ganz "normalen" Online-Händler (es sieht zumindest auf den ersten Blick so aus), und da sollte es eigentlich keine Ungereimtheiten auf der Homepage geben. Die beschriebene Vorgehensweise würde sich erst ab einem höheren Warenwert rentieren (die Anwaltskosten übersteigen selbigen auf jeden Fall!), aber es geht nicht zuletzt darum, evtl. weiteren Missbrauch zu verhindern.

    Auf jeden Fall danke für weitere Ideen

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders
    Hatte ja eBay auch nur als Beispiel genommen. Kann anderen Händlern genauso passieren.
    und da sollte es eigentlich keine Ungereimtheiten auf der Homepage geben.
    Darf es auch nicht. Allerdings kann man dagegen nur vorgehen, wenn man einen Anspruch dagegen hat. (siehe auch am Ende meines Textes ) Also jemand der bereits einen Vertrag geschlossen hat dürfte kaum einen Anspruch darauf haben, das da was anderes steht. Schließlich hat er sich darauf eingelassen (klingt härter als es gemeint war). Was anderes sind Konkurrenten, die darin Wettbewerbsvorteile sehen könnten oder spezielle Vereine, die Überwachungsaufgaben haben (Verbraucherschutz). Die können dagegen natürlich vorgehen (äußert sich meist in Abmahnungen). Und die kann man natürlich informieren
    Die beschriebene Vorgehensweise würde sich erst ab einem höheren Warenwert rentieren (die Anwaltskosten übersteigen selbigen auf jeden Fall!)
    Das ist das größte Problem, welches aber nicht im Recht sondern im Verfahren begründet ist. Auf Grund der zu erwartenden Kosten unternehmen die Meisten, die übers Ohr gehauen wurden, einfach nichts und der "Verkäufer" kann so weiter machen. Aber das ist nicht das Problem des Rechts - am Ende müsste der Verkäufer, wenn er tatsächlich gegen Recht verstoßen hat, die Kosten nämlich tragen. Irgendwann hatten wir das schon mal hier im Forum, ich bezeichne sowas als "Zivilcourage". Und es gibt genügend Wege, wie man sich selbst derartige Kosten reduzieren kann (will jetzt dafür keine Werbung machen, die ist im Forum schon prominent genug )
    aber es geht nicht zuletzt darum, evtl. weiteren Missbrauch zu verhindern.
    Und da sind wir an einem Punkt, den die wenigsten im deutschen Recht verstehen und akzeptieren. Fiel mir auch schwer, bis ich angefangen habe, mich damit etwas zu beschäftigen: Das Zivilrecht (zB. Vertragsrecht) ist nicht dafür da, andere zu "schützen", sondern das eigene Recht durchzusetzen. Jeder muss dieses Recht für sich selbst wahr nehmen, und daraus resultiert, dass das Gesetz einem einen Anspruch gewähren muss. Ein "Schutz anderer vor den Machenschaften" erreicht man mit Vertragsrecht nicht, dazu bedarf es des Strafrechts - nur dazu müssen Straftaten vorliegen - die werden durch die Gesellschaft definiert. Also selbst wenn jemand etwas "extrem ungerecht" findet - man kann erst dann die Anderen davor schützen, wenn die Gesellschaft(!) es als etwas "Verwerfliches" und "Unrechtes" definiert hat. Und ungenaue Impressumsangaben gehören noch nicht dazu ...

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders
    Zitat Zitat von aaky Beitrag anzeigen
    Auf Grund der zu erwartenden Kosten unternehmen die Meisten, die übers Ohr gehauen wurden, einfach nichts und der "Verkäufer" kann so weiter machen. Aber das ist nicht das Problem des Rechts - am Ende müsste der Verkäufer, wenn er tatsächlich gegen Recht verstoßen hat, die Kosten nämlich tragen. Irgendwann hatten wir das schon mal hier im Forum, ich bezeichne sowas als "Zivilcourage". Und es gibt genügend Wege, wie man sich selbst derartige Kosten reduzieren kann (will jetzt dafür keine Werbung machen, die ist im Forum schon prominent genug )
    Hallo, aaky, mir mangelt es sicher nicht an Zivilcourage, aber ich habe das Gefühl, dass in diesem Fall ich nur die A...karte gezogen habe, denn meine bisherigen Recherchen ergeben, dass der "Anbieter" im Königreich sitzt und sich somit dem Zugriff der deutschen Gerichtsbarkeit entzieht (ich habe gelesen, dass die Rechtslage im UK anders ist als die unsere und man keine Chance hat in so einem Fall).

    Und die Geschichte mit der Rechtsschutzversicherung würde ja in dem Fall eh nicht mehr greifen. Ich versuche jetzt einfach über Verbraucherschutz u.ä. was herauszufinden bzw. auch publik zu machen, dass da was so ganz und gar nicht in Ordnung ist.

    Danke noch mal für Ihre Mühe und viele Grüße.

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Onlinekauf - keine Ware erhalten - keine Reaktion des Versenders
    der "Anbieter" im Königreich sitzt und sich somit dem Zugriff der deutschen Gerichtsbarkeit entzieht
    Das ist sicherlich ein ganz anderes Thema, da das deutsche Recht hier tatsächlich nicht vollständig greift (kommt aber auch ein wenig auf die Seite an). In solchen Fällen helfen wirklich nur noch "Spezialisten"

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