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Rücktritt vom Kaufvertrag

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Rücktritt vom Kaufvertrag
    wie man vielleicht schon an dem usernamen erkennen kann, hat "man" sich dumm angestellt.
    und zwar: man hat einen artikel bei ebay ersteigert, den man gar nicht haben will. aus naivität zugegebenermaßen, aber auch ein bisschen aus wohlfahrt, weil es um eine gute sache ging.
    nun hat man tatsächlich die auktion gewonnen, ärgert sich und bietet dem verkäufer diverse möglichkeiten an, um vom kaufvertrag zurückzutreten (unter anderem eine spende in höhe des drittels des auktionspreises (50 euro, 158 euro). der verkäufer stellt sich aber als gar nicht kulant dar und beharrt auf den kaufvertrag.
    man würde sich freuen, wenn es jetzt keine gardinenpredigten geben würde, "man" weiß, dass man für sein verhalten nicht gerade den nobelpreis bekommen wird.
    dennoch würde man (wieso darf man eigentlich nicht ich sagen?) gerne tipps hören, wie man vielleicht aus der verantwortung kommen könnte.
    man dachte z.b. an die rücktrittsmöglichkeit gem. fernabsatzgesetz, der verkäufer stellte folgendes in die beschreibung:

    "Alle Auktionen von xy e. V. sind Auktionen für den guten Zweck, die nicht gewerbsmäßig erfolgen. Sämtliche Erlöse fließen unmittelbar dem als gemeinnützig anerkannten Verein xy e. V. zu.


    Der Ersteigerer geht nach Beendigung der Auktion einen Kaufvertrag mit dem xy e. V. ein. Er ist rechtlich verpflichtet, den Ersteigerungserlös zu zahlen und die Ware abzunehmen bzw. die Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Aus dem Kaufvertrag ist Vernetzte Welt für Kinder e. V. berechtigt die Erfüllung des Vertrages bzw. Zahlung des Ersteigerungserlöses auf den Rechtsweg zu verfolgen. xy e. V. übernimmt nach Beendigung der Auktion ausdrücklich keine Gewährleistungspflichten hinsichtlich der angebotenen Auktionsartikel. Diese sind von Widderrufs-, Rückgabe-, Umtausch- und Nachbesserungsansprüchen seitens des Ersteigerers ausgeschlossen.


    xy e. V. erteilt keine steuerliche Spendenbescheinigung über den Ersteigerungserlös der eBay Auktion, da sich hierbei um keine Spende, sondern um einen Kauf handelt. Der Ersteigerer erwirbt durch die Zahlung des Ersteigerungserlöses die Auktionsware. Daher handelt es sich nicht um eine Spende, da durch die Auktionsware ein Gegenwert vorliegt.

    Der Ersteigerer, der weder binnen sieben Werktagen nach Beendigung der Auktion in Kontakt mit xy e. V. tritt, oder grundlos den Ersteigerungserlös nicht bezahlt, wird mit Zwangsvollstreckungsmaßnahmen belegt.

    Bei Auktionen über Dienstleistungen (z. B. Veranstaltungen, Konzerte, Meet & Greets, Komparsenrollen etc.), die an einem bestimmten, in der Auktion ausdrücklich erwähnten, Tag bzw. Zeitpunkt stattfinden, verliert der Ersteigerer den Anspruch auf die Leistung, wenn er aufgrund eigenen Verschuldens den Termin nicht einhält. Der Anspruch auf Zahlung des Ersteigerungserlöses wird von xy e. V. im Wege der Zwangsvollstreckung bzw. auf dem Rechtswege verfolgt.

    Derjenige Ersteigerer, der lediglich aus "Spaß" an den Charity Auktionen von xye. V. mitbietet und nach Beendigung weder zahlt, noch in sonstiger Weise in Kontakt mit xy e. V. tritt, bekommt nicht nur eine "negative Bewertung", sondern wird auch von der Möglichkeit jeder weiteren Auktionsteilnahme ausgeschlossen."

    Der Verkäufer hat bisher rund 500 Auktionen, handelt es sich bei einem eV um einen gewerblichen Anbieter?
    Man hat sich brav gemeldet, heißt das also, dass nur die Drohung einer negativen Bewertung noch greift?
    Hat man irgendwelche Möglichkeiten da raus zu kommen? Man weiß, man hat sich dumm angestellt.
    Hilfe erwünscht!
    Welche (finanziellen) Folgen hätte eine Nichtbezahlung? Welche Eskalationsstufen gibt es?

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rücktritt vom Kaufvertrag
    Also erstmal: wieso darf man eigentlich nicht ich sagen? Ganz einfach. Dann liegt ein konkreter Fall vor und wenn man dann rechtliche Tipps gibt ist das Rechtsberatung. Und die ist laut Gesetz in D den Anwälten vorbehalten. Deswegen dürfen wir das Thema hier auch nur allgemein behandeln und keine Tipps zur Vorgehensweise geben.

    Erstmal: Bei einem eV handelt es sich nicht um einen Unternehmer. Ein Unternehmer kennzeichnet sich u.a. durch gewerbliches Handeln, eine Unternehmen und durch das Streben nach Gewinn. Deswegen kann auch eine Menge verkaufter Artikel nicht auf die Unternehmereigenschaft eines eV schließen lassen, es sei denn, der eV verwendet den Erlöß für eigene Zwecke. Was nach den Bestimmungen natürlich ausgeschlossen werden kann. Was anderes, wenn er es doch für sich selbst verwendet.
    Und ein Kaufvertrag wird über eBay geschlossen, das stelle ich jetzt mal nicht in Frage. Auch ein eV darf verkaufen als juristische Person.
    Widerrufsrecht gibt es nur bei Verbraucherverträgen, da ein eV kein Unternehmer ist ...
    Es gibt bei abgeschlossenen Verträgen zwar noch das Konstrukt der Anfechtung, da aber hier Schadensersatz entstehen kann, der kaum geringer ist als der Wert ...
    Allerdings kann der Käufer auch konkrete Hilfe bei einem Anwalt suchen, nur ob sich das lohnt.

    Meine persönliche Meinung ist: Das würde ich unter dem Stichwort Lehrgeld verbuchen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Rücktritt vom Kaufvertrag
    ja, danke für die antwort, darauf wird es wohl hinauslaufen.

    in sachen eV und für eigene Zwecke verwenden.. wie würde sich das auswirken, wenn der Verein Sachen charity-mäßig versteigert und dann dieses geld nutzt, um in diesen guten zweck zu investieren?

    und welche möglichkeiten hat der verkäufer nun mit welchen folgen für den käufer?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Rücktritt vom Kaufvertrag
    Widerruf gibt es nur, wenn eine Unternehmereigenschaft vorliegt:
    ... die bei Abschluss eines Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt
    Es müsste also gewerblich genutzt werden - gewerblich bedeutet dabei, soviel ich weiß, für den eigenen Bedarf oder mit Gewinnabsicht. Beides dürfte für den eV kaum in Frage kommen, da die gar kein Gewinn machen dürfen. Und für den eigenen Bedarf würde wohl eher etwas gekauft als verkauft. Fraglich ist für mich (da bin ich noch nicht so tief in die Materie eingestiegen) wenn die von dem Geld etwas lkaufen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten (Stifte, Papier ...). Aber selbst wenn - das würden die nie zugeben ...
    und welche möglichkeiten hat der verkäufer nun mit welchen folgen für den käufer?
    Er kann die Zahlung verlangen. Zahlt der Käufer nicht, kann er mahnen (+ Mahngebühr). Zahlt der Käufer immer noch nicht, Inkasso beauftragen (+ Inkassogebühr). Weigert sich der Käufer immer noch, Mahnbescheid (+Kosten). Dann Zwangsvollstreckung, Pfändung ...

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Rücktritt vom Kaufvertrag
    In anderen Worten: Hier geht es nur noch ums knallharte Geschäft, um die Kohle, nicht mehr um menschliche Kommunikation. Derweil wäre es das einfachste in so einem Fall, erstmal entgegenkommend versuchen, den Artikel tatsächlich dem Unterbieter anzubieten, und wenn das nicht klappt, würde der Höchstbietende ihn nehmen. Zumal wenn es ein Unterbieter ist, der von Anfang an mindestens 15mal fleissig nach oben geboten hat, weil er den Artikel unbedingt haben wollte. Und so landet der Artikel wegen mangelnder Kommunikation und absolutes Nichteingehen des Verkäufers auf gütliche Lösungen, die dem Verkäufer keinerlei Verlust bedeutet hätten, beim Falschen.
    Man darf hier ja nicht in der Ich-Form schreiben, aber es gibt private Verkäufer, die haben solche Erfahrungen mit Käufern selber gemacht, und für die war das überhaupt kein Problem, statt Sturheit den Käufern entgegenkommende Lösungen einzugehen.

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