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Thema: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TLDs

  1. Neuer Benutzer
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    Frage Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TLDs

    Hallo und guten Tag!

    Ich bin neu hier im Forum und habe eine allgemeine Frage zum Thema Domain- bzw. Wettbewerbsrecht.

    Es geht dabei um die Anzahl erlaubter Domains (speziell Gattungsdomains - mit allgemeinen, beschreibenden Begriffen) die man unter gleichem Namen und mehreren Schreibweisen (z.B. mit und ohne Bindestrich) sowie unter mehreren TLDs (also .com, .de, etc.) registrieren kann, ohne dabei wettbewerbswidrig zu handeln (z.B. wegen Wettbewerbsbehinderung).

    Ich habe auf der Suche nach Antworten zu dieser Frage schon lange im Internet recherchiert und viele Artikel gelesen, aber bisher leider keine konkrete Antwort dazu finden können. Die meisten Angaben waren stets sehr allgemein und lassen daher viel Interpretationsspielraum. Daher weiß ich leider noch immer nicht genau, ob es erlaubt bzw. rechtlich eher unproblematisch ist, wenn man z.B. eine gleichnamige Gattungsdomain (ob nun ein Einzelbegriff oder aber zusammengesetzt aus zwei Begriffen) unter mehreren TLDs registrieren lässt und dazu vielleicht auch noch in unterschiedlichen Schreibweisen - ohne von vornherein rechtliche Probleme befürchten zu müssen, z.B. wegen Wettbewerbsbehinderung.

    Ich wende mich daher mit der Frage an dieses Forum.

    In diesem Zusammenhang interessiert mich sowohl der private Aspekt (also die eigene bzw. private Nutzung der Domains) als auch der geschäftliche Bereich, also sowohl die tatsächliche oder zukünftig geplante geschäftliche Nutzung (z.B. als Weiterleitung bzw. Umlenkung auf eine andere Unternehmens-Domain) als auch die Registrierung zu rein spekulativen Zwecken (um Domains also später wieder zu verkaufen).

    Wie schon erwähnt interessieren mich besonders die Gattungsdomains, also Domains die allgemeine, beschreibende Begriffe enthalten. Als BEISPIEL möchte ich folgende Begriffe nennen, die für meine Frage besonders gut geeignet sind: KUNST und LITERATUR. Diese und ähnliche Begriffe kann man problemlos um einen oder auch mehrere zusätzliche Begriff(e) davor oder danach ergänzen. Auch hier möchte ich folgendes BEISPIEL geben: GRIECHISCHE KUNST oder REISE-LITERATUR. Angenommen, man möchte jeweils die Schreibweise mit und ohne Bindestrich registrieren und diese Varianten auch mindestens unter einer weiteren TLD, dann würde dies beim Beispiel KUNST folgendermaßen aussehen:

    ...XYZKUNST.de (Variante ohne Bindestrich)
    ...XYZ-KUNST.de (Variante mit Bindestrich)
    ...XYZKUNST.com (andere TLD)
    ...XYZ-KUNST.com

    (evtl. auch noch unter einer weiteren TLD wie z.B. .eu oder .info)

    Im o.g. Beispiel wären dies also mindestens 4 Domains (jeweils 2 Schreibweisen unter 2 verschiedenen TLDs).

    Ist dies (noch) ok oder schon zuviel? Falls zuviel, was wäre ok: 2 oder 3 Domains? Und falls doch ok, könnte man dann neben den 4 vielleicht auch noch 1 oder zwei weitere dazu nehmen (insgesamt also 5 oder 6), z.B. unter einer anderen TLD oder einer zusätzlichen Schreibweise (falls möglich)?

    Anders gefragt stellt sich hier also die Frage, ab welcher Anzahl die Registrierung identischer Domains (in verschiedenen Schreibweisen und unter mehreren TLDs) als wettbewerbswidrig bzw. mißbräuchlich eingestuft wird? Gibt es hierzu vielleicht Hinweise zur momentanen Auffassung in der Rechtsprechung?

    Und wie steht die Lage, wenn andere durchaus noch die Möglichkeit hätten, eine identische Domain zu registrieren, nur eben dann mit anderer Schreibweise oder aber unter TLDs, deren Bekanntheit hier in Deutschland beim normalen Internet-Benutzer VIELLEICHT NOCH NICHT so hoch ist wie die der sehr bekannten TLDs .de oder .com.? Wenn also Begriffe unter diesen beiden TLDs (mit jeweils unterschiedlicher Schreibweise, also z.B. mit und ohne Bindestrich) von der gleichen Person besetzt wären und zusätzlich evtl. auch noch eine dritte TLD (z.B. .eu oder .info), wäre dies dann wettbewerbswidrig gegenüber einem anderen der später kommt, nur weil dieser nicht mehr die (seiner/ihrer Meinung nach) begehrteren/bekannteren Domains (z.B. .de, .com etc.) erhält?

    Hinzu kommt die Frage, ob es dabei auch noch eine Rolle spielt bzw. gar größere Bedeutung hat, ob die registrierten Domains tatsächlich genutzt werden oder in Zukunft genutzt werden sollen, ob nun privat oder geschäftlich - z.B. als Weiterleitungen, um auf die (unternehmens-)eigene Website umzulenken?

    Abschließend stellt sich noch die interessante Frage, ob die Registrierung mehrerer identischer Gattungsdomains zu rein spekulativen Zwecken (also zum beabsichtigten Domainverkauf, ob nun früher oder später, evtl. auch als komplettes "Paket" - bestehend aus z.B. 4, 5 oder 6 identischen Domains) zusätzlich noch mal anders eingestuft wird (z.B. besonders wettbewerbswidrig), als wenn die registrierten Domains tatsächlich genutzt werden oder in Zukunft wirklich genutzt werden sollen?

    Über Meinungen, Einschätzungen, Erfahrungen oder Informationen dazu (nähere oder gar konkrete wie z.B. aktuelle Urteile zu ähnlichen Fällen), würde ich mich freuen!

    Ich verbleibe mit besten Grüßen!

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TL

    Ich habe auf der Suche nach Antworten zu dieser Frage schon lange im Internet recherchiert und viele Artikel gelesen, aber bisher leider keine konkrete Antwort dazu finden können. Die meisten Angaben waren stets sehr allgemein und lassen daher viel Interpretationsspielraum.
    Ds wird hier auch nicht anders werden. Das Problem ist eben, dass es keine allgemeine Regelung dafür gibt (es gibt nun mal kein Gesetz: "30 darf man haben ...")
    Im Recht ist es immer so, was bei dem einen passt ist bei dem anderen rechtswidrig ... es ist weit mehr als nur die Menge zu beachten.

    Aber zur ersten Frage: Die Menge ist unbegrenzt. Man kann zahlenmäßig soviele registrieren wie man bezahlen kann. Man kann auch ganze Top-Level-Domainen kaufen, ist alles nur eine Frage des Preises.
    In diesem Zusammenhang interessiert mich sowohl der private Aspekt (also die eigene bzw. private Nutzung der Domains) als auch der geschäftliche Bereich, also sowohl die tatsächliche oder zukünftig geplante geschäftliche Nutzung (z.B. als Weiterleitung bzw. Umlenkung auf eine andere Unternehmens-Domain)
    Völlig egal, was die Registrierung angeht.
    als auch die Registrierung zu rein spekulativen Zwecken (um Domains also später wieder zu verkaufen).
    Domain-Grabbing ist rechtswidrig (EU-Recht). Da wäre ich also sehr vorsichtig - vor allem im Zusdammenhang mit Vorsatz (Absicht)
    Wie schon erwähnt interessieren mich besonders die Gattungsdomains, also Domains die allgemeine, beschreibende Begriffe enthalten.
    Hier kommt es - wie schon erwähnt - auf den Einzelfall an. Prinzipiell steht dem aus meiner Sicht aber nichts im Wege. Und wenn man die alle bezahlen kann und will ...
    Und wie steht die Lage, wenn andere durchaus noch die Möglichkeit hätten, eine identische Domain zu registrieren, nur eben dann mit anderer Schreibweise oder aber unter TLDs, deren Bekanntheit hier in Deutschland beim normalen Internet-Benutzer VIELLEICHT NOCH NICHT so hoch ist wie die der sehr bekannten TLDs .de oder .com.? Wenn also Begriffe unter diesen beiden TLDs (mit jeweils unterschiedlicher Schreibweise, also z.B. mit und ohne Bindestrich) von der gleichen Person besetzt wären und zusätzlich evtl. auch noch eine dritte TLD (z.B. .eu oder .info), wäre dies dann wettbewerbswidrig gegenüber einem anderen der später kommt
    Versteh zwar nicht ganz, worauf das hinauslaufen soll, aber im Emdeffekt: wenn der andere ein Namensrecht nachweisen kann (gewerbliche Nutzung oder Marke) kann er Unterlassung fordern. Er muss die Domainen nicht kaufen ...
    Hinzu kommt die Frage, ob es dabei auch noch eine Rolle spielt bzw. gar größere Bedeutung hat, ob die registrierten Domains tatsächlich genutzt werden oder in Zukunft genutzt werden sollen, ob nun privat oder geschäftlich - z.B. als Weiterleitungen, um auf die (unternehmens-)eigene Website umzulenken?
    Immer noch nein. Bei gewerblicher Nutzung (nachgewiesen!) oder Markenrecht könnte man im o.g. Fall der Unterlassungsforderung widersprechen, aber alles andere ist völlig egal.

    Urteile zum Domainrecht findest du in Hülle in Fülle, meistens geht es darum, dass jemand Unterrlassung fordern kann oder Domain-Grabber verurteilt wurden.
    Und hier findest du Allgemeines
    [url]http://www.e-recht24.de/artikel/domainrecht/[/url]
    und Urteile
    [url]http://www.e-recht24.de/news/domainrecht/[/url]

  3. Super-Moderator
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    Standard AW: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TL

    Und wie steht die Lage, wenn andere durchaus noch die Möglichkeit hätten, eine identische Domain zu registrieren, nur eben dann mit anderer Schreibweise oder aber unter TLDs, deren Bekanntheit hier in Deutschland beim normalen Internet-Benutzer VIELLEICHT NOCH NICHT so hoch ist wie die der sehr bekannten TLDs .de oder .com.? Wenn also Begriffe unter diesen beiden TLDs (mit jeweils unterschiedlicher Schreibweise, also z.B. mit und ohne Bindestrich) von der gleichen Person besetzt wären und zusätzlich evtl. auch noch eine dritte TLD (z.B. .eu oder .info), wäre dies dann wettbewerbswidrig gegenüber einem anderen der später kommt
    wenn du sowas meinst wie you-tube.de oder utube.de, würde ich sagen ist das unzulässig.
    Wenn du den gleichen oder einen ähnlichen Dienst anbietest, bestünde aus meiner sicht eine Verwechslungsgefahr. Bietest du einen anderen Dienst an, der sich unterscheidet, könnte der Verdacht auf Ausnutzen des guten Namens/Rufes aufkommen.
    Ebenfalls ist es untersagt Tippfehler auszunutzen, z.B. gogle.de, statt google.de.

    Ansonsten würde ich bei Gattungsbegriffen auf das Mietwohnzentrale-Urteil verweisen.

    a) Die Verwendung eines beschreibenden Begriffs als Domain-Name ist nicht generell wettbewerbswidrig.

    b) Im Einzelfall kann in der Verwendung eines beschreibenden Begriffs als Domain-Name eine irreführende Alleinstellungsbehauptung liegen.
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  4. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TL

    Hallo aaky!

    Vielen Dank für Deine prompte Reaktion und die damit verbundenen Antworten! Ich würde gern auf zwei Punkte Deiner Antwort näher eingehen:

    Zunächst noch mal MEINE Frage aus dem ersten Beitrag - hier der fett hervorgehobene Teil zum spekulativen Teil, anschließend dann Deine Antwort:
    Also, meine Frage:
    ...In diesem Zusammenhang interessiert mich sowohl der private Aspekt (also die eigene bzw. private Nutzung der Domains) als auch der geschäftliche Bereich, also sowohl die tatsächliche oder zukünftig geplante geschäftliche Nutzung (z.B. als Weiterleitung bzw. Umlenkung auf eine andere Unternehmens-Domain) als auch die Registrierung zu rein spekulativen Zwecken (um Domains also später wieder zu verkaufen).
    Du hast geantwortet:
    Domain-Grabbing ist rechtswidrig (EU-Recht). Da wäre ich also sehr vorsichtig - vor allem im Zusdammenhang mit Vorsatz (Absicht)
    Nun, da will ich Dir gar nicht widersprechen, nur glaube ich, dass Du mich hier völlig falsch verstanden hast. Denn ich habe ja in meinem Beitrag klar gemacht, dass ich mich ganz besonders für allgemeine Gattungsbegriffe interessiere (und daher NICHT für Domains, die Rechte Dritter berühren !!!)

    Falls ich Domain-Grabbing richtig verstehe, bezieht es sich auf die Registrierung von Domains bekannter Unternehmen, Personen, Werktitel (von z.B. Zeitschriften etc.) oder eben auch Unternehmen, die unter einem bekannten (oder auch weniger bekannten) Namen firmieren und diesen vielleicht auch noch als Marke haben schützen lassen.

    Bezugnehmend auf meine Aussage, das ich mich im Zusammenhang mit meinen Fragen besonders (bzw. ausschließlich) für Gattungsdomains interessiere (also allgemeine Begriffe, die FREI !!! von Rechten Dritter sind)verstehe ich Deine Aussage nicht so ganz, denn ich habe und hatte NICHT vor, Domain-Grabbing zu betreiben! Ich habe also KEIN Interesse an Domains bzw. Begriffen, die evtl. geschützt sind oder aber geschäftlich genutzt werden, und daher ebenso Schutz genießen, auch ohne Eintragung einer Marke.

    Hier hast Du mich also anscheinend falsch verstanden, denn ich spreche hier lediglich von Gattungsdomains - und das habe ich ja auch durch entsprechende Beispiele klargestellt!
    Wie schon erwähnt interessieren mich besonders die Gattungsdomains, also Domains die allgemeine, beschreibende Begriffe enthalten. Als BEISPIEL möchte ich folgende Begriffe nennen, die für meine Frage besonders gut geeignet sind: KUNST und LITERATUR. Diese und ähnliche Begriffe kann man problemlos um einen oder auch mehrere zusätzliche Begriff(e) davor oder danach ergänzen. Auch hier möchte ich folgendes BEISPIEL geben: GRIECHISCHE KUNST oder REISE-LITERATUR. Angenommen, man möchte jeweils die Schreibweise mit und ohne Bindestrich registrieren und diese Varianten auch mindestens unter einer weiteren TLD, dann würde dies beim Beispiel KUNST folgendermaßen aussehen:

    ...XYZKUNST.de (Variante ohne Bindestrich)
    ...XYZ-KUNST.de (Variante mit Bindestrich)
    ...XYZKUNST.com (andere TLD)
    ...XYZ-KUNST.com
    In Deiner nächsten Antwort, direkt danach, hast Du dann auch darauf Bezug genommen (auf die Gattungsdomains und geschríeben...:
    Hier kommt es - wie schon erwähnt - auf den Einzelfall an. Prinzipiell steht dem aus meiner Sicht aber nichts im Wege. Und wenn man die alle bezahlen kann und will ...
    Da ich nach Deinen Antworten etwas irritiert bin, möchte daher noch einmal nachfragen und gerne wissen, ob es von der Rechtsprechung auch dann als Domain-Grabbing ausgelegt werden könnte, wenn man mehrere identische und NUR !!! Gattungsdomains registrieren lässt, die FREI !!! von Rechten Dritter sind (also KEINE geschützten Marken etc.), um sie zu spekulativen Zwecken zu nutzen (also zum späteren Verkauf)?

    Natürlich kommt es bei der privaten und geschäftlichen Nutzung immer auf den konkreten Einzelfall an, das hattest Du ja auch völlig zu recht erwähnt. Aber im Zusammenhang mit einer Registrierung zu spekulativen Zwecken - in Bezug auf die Gattungsdomains (wie gesagt FREI !!! von Rechten Dritter), würde mich doch noch einmal Deine Einschätzung dazu interessieren!

    Viele Grüße!

  5. Super-Moderator
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    Standard AW: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TL

    Da fällt mir das Urteil zu welt-online.de ein. Springer (Die WELT) hatte gegen weltonline.de geklagt. Das OLG gab dem Verlag zuerst recht, der BGH hob dieses Urteil jedoch wieder auf und war der Meinung das bei der Registrierung von reinen Garrungsbegriffen kein unlauteres Verhalten vorliegt.

    Aber es war auch der Fall das der Verlag hier ja bereis welt.de besaß und somit nicht die Domain welt-online.de benötigte um im Web auftreten zu können.

    Jedoch urteilte das BGH auch das eine wettbewerbliche Behinderung dann vorliegen würde, wenn man mit der Domain weltonline.de den Namen der Zeitung für seine Zwecke ausnützen würde, bzw. die Bekanntheit der Marke Die Welt unlauter beeinträchtigt und schadet
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  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TL

    Neben dem was Styx erwähnte (Ausnahmefälle bei Gattungsbegriffen, Marken, Bekanntheit ...) noch etwas, was ich eigentlich mit Domaingrabbing meinte. Dazu bemühe ich mal Wikipedia
    [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Domaingrabbing[/url]
    Ziel ist es, entweder diese Domains gewinnbringend zu verkaufen oder durch deren aktive Nutzung Besuchern zu suggerieren, eine Webseite zu einem bestimmten Thema oder Begriff zu sein, obwohl der Inhalt wenig mit dem als Domainnamen benutzten Begriff zu tun hat. So werden häufig Pseudo-Suchmaschinen nur betrieben, um die eingefügten Werbelinks zu vermarkten, ohne die Vorteile echter Suchmaschinen zu bieten.
    ...
    Eine Abgrenzung zwischen Domaingrabbing (im Sinne von "Hamstern" zu unterschiedlichsten Zwecken) und Domainhandel (Registrierung von Domains auf Vorrat zwecks Verkauf) ist kaum möglich - beides bezeichnet die Registrierung von Domains in einer größeren Zahl als zur unmittelbaren eigenen Verwendung. Obwohl dieses Hamstern in vielen Fällen von der Rechtsprechung als legaler Domainhandel eingestuft wird, werden auch immer wieder spektuläre Missbrauchsfälle bekannt.
    Bei Domaingrabbing geht es meiner Meinung nach also nicht nur um Markenverletzung oder Ausnutzen von Namen (auch wenn dies wahrscheinlich der wichtigste und gefährlichste rechtlich problematische Fall ist) - es geht auch darum, bewußt dafür zu sorgen, eine "Knappheit" zu erzeugen.

    Das mag zwar marktwirtschaftlich Okay sein und rechtlich nicht angreifbar, aber wer das Internet an sich als Markt versteht stellt sich auf eine Stufe mit denen, die Emails als kostenpflichtigen Dienst einführen wollen, oder erst im Internet SMS kostenlos verschicken lassen, um dann, wenn es sich "eingebürger" hat richtig abzusahnen. Aber das läuft meiner Meinung nach am eigentlichen und ursprünglichen Sinn des Internets vorbei. Vielleicht wird es irgendwann mal so sein, das einige das "Internet" beherrschen (dann das "Meinnet"), aber ich hoffe, dass ich das nicht mehr erleben muss.

    Nochmal aus dem Wikipedia Artikel
    Unabhängig von systematischen Mißbrauchsfällen trägt das Domaingrabbing generell ebenso wie das Cybersquatting dazu bei, dass sich der Anteil aktiv genutzter Webseiten einer Domain zugunsten der lediglich zu spekulativen Zwecken reservierten Webseiten verschieben kann. Hierdurch kann wie im Falle von .eu der Entwicklung der Domain selbst erheblicher Schaden zugefügt werden.
    Das Ganze ist aus meiner Sicht also weniger ein rechtliches Problem als ein Problem der Vernunft ... und da du das Problem ausschließlich auf die Menge der registrierten Domainen abgestellt hast, trifft dieser Punkt am ehesten zu.

    Die Frage rechtlich zu beantworten würde also (von den Besonderheiten der Gattungsbegriffe und verwendeten Namen mal abgesehen) lauten: alles okay, kein Problem.
    Ich persönlich sehen das doch etwas anders, ich finde es "moralisch" nicht in Ordnung, wenn jemand Domainen reserviert, ohne die entsprechend zu verwenden oder eine derartige Verwendung vorzusehen. Aber Moral wird nicht vom Einzelnen (mir) gemacht, deswegen wirst du dieses Problem nicht beachten müssen, ist bloß meine Meinung

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TL

    Hallo Styx!

    Auch Dir danke ich für Deine Antwort!
    Was das Urteil zur mitwohnzentrale angeht, so ist mir dieses mittlerweile bekannt. Dennoch vielen Dank für den Hinweis.

    Was Deine Einschätzung zu dem entsprechenden Absatz angeht, so hast Du mich falsch verstanden, bzw. ich habe mich wahrscheinlich etwas unglücklich und damit missverständlich ausgedrückt. Auch aaky hatte mich da nicht richtig verstanden, und die Sache anders interpretiert, als ich sie meinte. Um die Sache also zu klären, zunächst noch einmal die Zitate des betreffenden Absatzes aus meinem ersten Beitrag, dann Deine Antwort dazu und anschließend meine Erläuterung - das, was ich also wirklich meinte:

    Also, zunächst mein usrprünglicher Beitrag:
    Und wie steht die Lage, wenn andere durchaus noch die Möglichkeit hätten, eine identische Domain zu registrieren, nur eben dann mit anderer Schreibweise oder aber unter TLDs, deren Bekanntheit hier in Deutschland beim normalen Internet-Benutzer VIELLEICHT NOCH NICHT so hoch ist wie die der sehr bekannten TLDs .de oder .com.? Wenn also Begriffe unter diesen beiden TLDs (mit jeweils unterschiedlicher Schreibweise, also z.B. mit und ohne Bindestrich) von der gleichen Person besetzt wären und zusätzlich evtl. auch noch eine dritte TLD (z.B. .eu oder .info), wäre dies dann wettbewerbswidrig gegenüber einem anderen der später kommt, nur weil dieser nicht mehr die (seiner/ihrer Meinung nach) begehrteren/bekannteren Domains (z.B. .de, .com etc.) erhält?
    Deine Antwort:

    Zitat Zitat von Styx Beitrag anzeigen
    wenn du sowas meinst wie you-tube.de oder utube.de, würde ich sagen ist das unzulässig.
    Wenn du den gleichen oder einen ähnlichen Dienst anbietest, bestünde aus meiner sicht eine Verwechslungsgefahr. Bietest du einen anderen Dienst an, der sich unterscheidet, könnte der Verdacht auf Ausnutzen des guten Namens/Rufes aufkommen.
    Ebenfalls ist es untersagt Tippfehler auszunutzen, z.B. gogle.de, statt google.de.

    Ansonsten würde ich bei Gattungsbegriffen auf das Mietwohnzentrale-Urteil verweisen.
    Der Vollständigkeit halber noch die Antwort von aaky dazu:
    Versteh zwar nicht ganz, worauf das hinauslaufen soll, aber im Emdeffekt: wenn der andere ein Namensrecht nachweisen kann (gewerbliche Nutzung oder Marke) kann er Unterlassung fordern. Er muss die Domainen nicht kaufen ...
    Um es deutlich vorweg zu sagen:

    Ich meinte NICHT !!! Domain-Grabbing oder aber die Absicht als Trittbrettfahrer (oder sonst irgendwie ähnlich) tätig zu werden, also weder den guten Ruf eines Unternehmens oder einer Website auszunutzen oder irgendetwas anderes in dieser Art, wie Du vielleicht irrtümlich vermutet hast (und möglicherweise auch aaky - nach seiner oben zitierten Antwort zu urteilen).

    Nein, ich meinte etwas anderes:

    Wie schon erwähnt, bezog sich meine Fragestellung NUR !!! auf Gattungsdomains, UND FREI !!! von Rechten Dritter! Ich möchte dies DEUTLICH betonen, denn es stört mich, dass hier möglicherweise der Eindruck entstanden ist oder aber entstehen könnte, ich interessiere mich evtl. für Domain-Grabbing oder ähnliches (also "Trittbrettfahren", "Stören" oder wie man solch ein Verhalten sonst noch nennen könnte). DAS IST FALSCH UND NICHT DER FALL !!!

    Ich meine das genaue Gegenteil!!!
    Wäre es also (ganz allgemein betrachtet) in Ordnung, sich einen Domain-Namen (wie gesagt Gattungsbegriffe!) in z.B. zwei Schreibweisen vorbeugend sichern zu lassen (also mit und ohne Bindestrich) und auch unter verschiedenen TLDs, ebenfalls mindestens 2 (z.B. die .de.- und .com-Domain), einfach um sich selbst vor Domain-Grabbern, Trittbrettfahrern bzw. Störern (Rufausbeutern etc.) zu schützen? Mehrfach habe ich gelesen, dass es deswegen Streitigkeiten gab und gibt. Und es stellt sich daher die Frage, ob man diese Streitigkeiten von vornherein vermeiden kann?

    Den von Dir zitierten Absatz aus meinem ersten Beitrag, auf den Du geantwortest hast, möchte ich daher (und in diesem Zusammenhang) noch einmal anschaulich und hoffentlich etwas besser formulieren:

    Wenn sich z.B. "A" als erster genannte Beispiel-Gattunsgbegriffe als Domain registrieren lässt (ich nenne hier mein sehr deutlich hervorgehobenes Beispiel aus dem ersten Beitrag "GRIECHISCHE KUNST" (allgemein und FREI !!! von Rechten Dritter), also jeweils mit und ohne Bindestrich, sowohl unter der .de-, als auch unter der .com-Domain und evtl. auch noch unter der .eu-Domain, dann hat er also 4, evtl. auch 5 oder 6 Domains. Ein anderer Interessent, nenen wir ihn "B" taucht irgendwann auf und hat ebenfalls Interesse an diesen Begriffen (ob nun privat oder geschäftlich). Aber "B" kann keine Rechte geltend machen, denn diese Begriffe sind nicht Bestandteil seines Namens oder einer geschützten Marke - zumindest nicht zum Zeitpunkt der Registerierung durch "A" (andernfalls ist klar, das es Probleme geben könnte).

    "A" hat sich hier also einfach früher als "B" die Begriffe gesichert. "B" hätte diese Domains auch gern, kann sie auch haben, NUR NICHT mehr unter den sehr bekannten .de- und .com-Domains, denn die sind belegt. Er muss also auf andere Domains ausweichen, die vielleicht NOCH NICHT ganz so bekannt sind; aber dafür sind diese noch frei. Es geht hier also NICHT darum, ob "B" der später kommt, die bereits registrierten .de- und .com-Domains von "A" abkaufen soll (wie aaky irrtümlich vermutete). Nein, es geht einfach nur darum, ob sich "B", der später kommt, damit abfinden muss, dass er auf andere TLDs ausweichen muss?

    Könnte die Rechtsprechung also "A" wettbewerbswidriges Verhalten vorwerfen, weil er identische Domains (FREI !!! von irgendwelchen Marken- oder Namensrechten, zumindest zum Zeitpunkt der Registrierung) gleich unter mehreren TLDs registriert hat, darunter auch die sehr bekannten .de. und .com-Domains? Und ist es dann noch entscheidend, ob eine beabsichtigte Nutzung vorlag bzw vorliegt oder lediglich rein spekulatives Interesse? Müsste also "A" bei rein spekulativem Interesse, eher mit rechtlichen Problemen wegen wettbewerbswidrigem Verhalten rechnen, auch dann, wenn noch andere Schreibweisen oder aber andere TLDs (z.B. .net oder .info) verfügbar wären?

    Ich hoffe, ich habe mich nun etwas klarer ausgedrückt und wäre noch einmal für eine Einschätzung dankbar!

    Viele Grüße!

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TL

    Die Infos waren ja auch nur, um mögliche Probleme bei Massenregistrierung von Domainen aufzuzeigen. Was du persönlich machen willst ist deine Sache, darauf darf und will ich gar nicht eingehen.
    Und zur Ausgangsfrage: Wenn keine anderen Gründe entgegenstehen (die von dir ja alle verneint wurden) sollte es keine Probleme geben, wenn man Tausende Domains unter verschiedensten TLDs registriert, da es hier keinerlei mit bekannte Regelungen gibt.
    Und falls doch jemand was gegen die registrierten Domainen hat, wird er sich schon mit Angabe der Gründe melden.
    Mehrfach habe ich gelesen, dass es deswegen Streitigkeiten gab und gibt.
    Welcher Art denn?

  9. Super-Moderator
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    Standard AW: Anzahl "erlaubter" Domains bei gleichem Namen und mehreren Schreibweisen sowie TL

    Also an der Registrierung wird man sicherlich nicht gehindert. Fragt sich für mich eher ob diese Domains dann auch für den in der Domain angegebenen Zweck benutzt werden.
    Wenn man sich Griechische-Kunst.de registriert (mit und ohne -) aber nur ägyptische auf seiner Webseite hat und jemand der griechische anbietet klagt, würde ich aus meiner Sicht dem mit der griechischen Kunst die Domain zusprechen. Ob nun Gattungsbegriff hin oder her, der dortige Begriff soll auch dem Zweck nach genutzt werden.
    Hat man aber griechische Kunst im Webangebot, spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, warum sollte es auch.

    Bei dem genannten Beispiel ist das auch eher unproblematisch, doch was ist mit Gattungsbegriffen, die mal schnell zu Markennamen werden können? Vor 50 Jahren dachte nie jemand daran das eine Bezeichnung für Geschwindigkeit mal zum Markenzeichen für Taschentücher oder ein Magazin wird. Tempo ist ja an sich auch nur ein Gattungsbegriff.
    Im Web 2.0 kann das schnell gehen, Beispiel hier auch Youtube. "Du Röhre" (mal frei übersetzt) ist ja auch nur ein Gattungsbegriff, aber mutierte zu einem Begriff für ein Videoportal. utube.com, die einem Hersteller von Röhren gehört, hat hier schon Probleme mit Google bekommen, da im Englischen die Aussprache identisch ist. Auch hier handelt es sich nur um Gattungsbegriffe. Gibt endlose Unternehmen deren Namen eigentlich Gattungsbegriffe sind. Apple ist auch ein gutes Beispiel. Wer sagt denn das morgen nicht ein neues, erfolgreiches, Start-Up gegründet wird, dessen Name ein Gattungsbegriff ist? Domainstreit ist dann vorprogrammiert.
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