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Transportschäden

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Transportschäden
    Hallo,

    ich habe 2 Fragen zu Transportschäden .

    wenn man Ware mit der Spedition an den Kunden verschickt , und diese defekt ankommt, muß ich die defekte Ware dem Kunden ersetzen.
    Das ist doch richtig ?

    Die Versicherung der Spedition verlangt aber das der Kunde die Ware in gegenwart des Zulieferes auf Transportschäden überprüft und sich diese gegebenfalls vom Zulieferer bestätigen läßt. Hat er dieses aber nicht gemacht, weil Opa oder Nachbar diese Ware angenommen hat ohne vorher nach zuschauen, ersetzt die Versicherung der Spedition den Schaden nicht.

    Die Kunden werden per E- Mail darüber informiert, dann liegt noch ein Zettel mit dem Hinweis der Rechnung bei, die dem Kunden vorher per Post zugesant wird. Sowie ein großer Hinweis Zettel klebt an der Ware. Natürlich steht auch alles in den AGB`s

    Muß man auch dann die Ware ersetzen, wenn der Kunde sich nicht dran gehalten ?

    Gruß Julianne

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Transportschäden
    Was die Versicherung der Spedition angeht, das ist meistens so festgelegt. Ist auch eine Sache der Bedingungen der Spedition, aber ich kenne keine bei der es anders ist.

    Letztendlich ist immer die Frage, um was für eine rechtliche Schuld es sich handelt - Hol- oder Bringschuld. Und wenn in den Vertragsbedingungen nichts anderes angegeben ist (zum Beispiel Lieferung hinter erste Tür oder ähnliches), erfüllt der Verkäufer seine Verpflichtung (Leistung) mit der Übergabe an das Versandunternehmen. Für Schäden danach muss er nicht mehr einstehen.

    Dafür dann allerdings das Versandunternehmen, wobei wir dann wieder bei dem Thema wären, dass die sich abgesichert haben, dass wenn man den Schaden nicht meldet ...

    Meiner Meinung nach gehören Transportschäden zu dem Verhältnis Kunde zu Spediteur (Versandunternehmen) - welches der Kunde durch Bestätigung, dass der Verkäufer den Artikel damit versendet, eingegangen ist.

    Etwas problematischer sehe ich das bei Transportschäden, die man nicht von außen erkennt, zum Beispiel Glasschäden durch unsachgemäßes Behandeln ohne Beschädigung der Umverpackung. Hier müsste der Verkäufer nachweisen können, das er alles Mögliche getan hat, um Schäden zu vermeiden (Aufkleber Glas, entsprechende Polsterung ....)

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Transportschäden
    Das heißt :

    man bräuchte dem Endverbraucher den Schaden ( bzw. neue Ware schicken ) gar nicht ersetzten. Der müßte sich dann mit der Spedition auseinander setzten !
    Oder ist man als Verkäufer immer verpflichtet ?

    Gruß Julianne

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Transportschäden
    Wenn es im Recht immer so einfach wie nein und niemals
    Es kommt immer auf die genauen Umstände des Einzelfalls an. Mal so, mal so ...
    Das was ich genannt habe war allgemein - konkret dürfen wir hier nbicht antworten, da es dann Rechtsberatung (weil einzelfallbezogen) wäre.

    Man sollte also einfach mal prüfen: Gibtr es Regelungen, die eine Bringschuld befürworten würden? Wie ist die Ware beschädigt worden (sichtbar oder nur innerhalb der Verpackung? Was wurde getan, um eine Beschädigung der Ware zu verhindern.

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Transportschäden
    Okay, das verstehe ich.

    Dann sehen wir das mal allgemein. Es gibt ja genug Online- Shopbesitzer.
    Die sich ja sicherlich alle mit dem gleichen Problem rum schlagen.
    Und denen manchmal auch die Lust an Ihrer Arbeit vergeht.

    Sei es nun mit den Paketdiensten ( die ja fast nie einen Schaden ersetzen )
    oder mit der Speditionen bei größeren Lieferungen.

    Bei den Paketdiensten sei es nun DhL oder Ups und was weiß ich noch alles.
    Ich nehme jetzt mal DHL als Beispiel :
    Der Empfänger muß innerhalb von 7 Werktagen mit dem Paket zur nächsten Postelle gehen und sich dort eine Schadensmeldung ausfüllen lassen und das Paket wird kostenlos an den Absender zurück gesendet.
    Der Schaden wird ( fast ) nie ersetzt. !!
    Weil : Die Verpackung angeblich den AGB Paket / Express ******** die Verpackung von Sendungen nicht dem Inhalt enspricht .........
    Aber : Das kann ja auch gar nicht, weil der Empfänger die Ware ja wieder einpacken muß. Und er keine Erfahrung mit dem Verpacken hat stopft er das Verpackungsmaterial ja wahllos wieder in dem Paket. Außerdem ist der Empfänger ja gefrustet das seine Ware jetzt kaputt angekommen ist ,( Was auch jeder verstehen kann ) und somit ist es ihm letztendlich egal wie das Paket aussieht.
    Somit ist klar, das es duch jede Prüfung fällt. !!
    Müßen die Verkäufer immer den Schaden tragen ??

    Bei den Speditionen ist die Reglung wie ich schon vorher beschrieben habe.
    Wenn man dem Kunden jetzt ausdrücklich darauf hingewiesen hat und es auch in seine AGB´s hat. Das Oma oder Nachbar die Sendung nicht annehmen darf , wenn die Ware nicht vorher auf Schäden geprüft wurde.
    Müßen die Verkäufer dann den Schaden tragen ?

    Wenn es sich um versteckte Transportschäden handelt bei einer Lieferung mit der Spedition. Die auch innerhalb von 7 Werktagen vom Empfänger und Absender schriftlich bei einer Spedition angezeigt werden müssen.
    Und die Spedition mit der Aussage kommt : Ja, aber ..... den Schaden können wir nicht übernehmen. ( Meistens der Fall )
    Obwohl es unlogisch ist ... Denn kein Verkäufer schickt kaputte Ware zu seinem Kunden. Der er möchte doch, das der Kunde zufrieden ist und wieder bestellt.
    Müßen die Verkäufer immer den Schaden tragen ?
    Wie ist die rechtliche Seite ?

    Die Käufer haben soviel Rechte : Umtauschrecht .. Widerrufsrecht usw.

    Ich weiß, es ist ein wenig lang geworden, aber ich bin schon lange an dem Thema dran. Und finde keine passende Antworten . Vor allem, weil die Weihnachtszeit bald vor der Tür steht und alle Online-Shop Besitzer sich demnächst wieder mit Transportschäden plagen können.

    Gruß Julianne

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Transportschäden
    Ich probiers mal mit ein paar erfundenen Beispielen, es gibt aber noch viel viel mehr Fälle und Möglichkeiten

    Erstmal das Allgemeine, was das Gesetz sagt
    BGB § 269 Leistungsort
    (1) Ist ein Ort für die Leistung weder bestimmt noch aus den Umständen, insbesondere aus der Natur des Schuldverhältnisses, zu entnehmen, so hat die Leistung an dem Ort zu erfolgen, an welchem der Schuldner zur Zeit der Entstehung des Schuldverhältnisses seinen Wohnsitz hatte.

    (2) Ist die Verbindlichkeit im Gewerbebetrieb des Schuldners entstanden, so tritt, wenn der Schuldner seine gewerbliche Niederlassung an einem anderen Ort hatte, der Ort der Niederlassung an die Stelle des Wohnsitzes.

    (3) Aus dem Umstand allein, dass der Schuldner die Kosten der Versendung übernommen hat, ist nicht zu entnehmen, dass der Ort, nach welchem die Versendung zu erfolgen hat, der Leistungsort sein soll.
    (was übrigens eher für den Verkäufer spricht als für den Käufer - das zum Thema Rechte des Käufers)

    Fall 1
    In den AGBs ist nichts geregelt, der Käufer hat dem Versand zugestimmt
    Damit besteht eine Holschuld. Der Verkäufer stellt die Ware lediglich bereit (bringt sie zur Post). Mit der Übergabe der Ware und der Bestätigung der ordnungsgemäßen Übernahme hat der Verkäufer kein Risiko mehr zu tragen. Wenn jetzt was kaputtgeht muss der Verkäufer nichts ersetzen, der Käufer muss sich mit dem Versandunternehmen auseinandersetzen.
    Und die sind natürlich gegen alle Eventualitäten abgesichert - das soll aber nicht das Problem des Verkäufers sein, damit muss sich der Käufer rumplagen.

    Fall 1a
    Der Kunde weiß das und sagt, er will die Ware nicht mit DXX sondern mit GXX, weil er mit denen bessere Erfahrungen gemacht hat. Er ist auch bereit, mehr / weniger zu zahlen. Wenn der Verkäufer trotzdem mit DXX verschickt und es passiert was, ist der Verkäufer der Dumme, da er den Vertrag nicht wie vereinbart erfüllt hat.

    Fall 1b
    Der Verkäufer hat die Ware nicht ordnungsgemäß verpackt. Damit ist der Kunde fein raus, da der Verkäufer seinen Teil des Vertrags nicht erfüllt hat. Und zwar wegen nicht ordnungsgemäßer Bereitstellung, da der Verkäufer wußte, dass der Käufer DXX beauftragt hat und sich somit über die Bedingungen hätte informieren können. Ist er mit den Bedingungen von DXX nicht einverstanden oder kann er das nicht gewährleisten, muss er das dem Kunden mitteilen und dann muss sich der Kunde darum kümmern, wie die Ware zu ihm kommt. Informiert er den Kunden nicht, Pech für den Verkäufer.

    Fall 2
    Der Verkäufer erklärt die Ware frei Haus zu versenden oder verlangt zusätzlich zu den normalen Kosten noch Kosten für Logistik (und das ist bei den angesprochenen Unternehmen zu 99% der Fall ). Damit muss der Kunde nicht nur die Versandkosten tragen (Abs. 3 des o.g. §) sondern noch Zusätzliche, deren Herkunft ihm zunächst nicht ersichtlich sind. Hier könnte angenommen werden, das der Verkäufer eine Bringschuld anbietet (also Erfüllung erst beim Kunden). Passiert dann was, muss sich der Verkäufer mit dem Versandunternehmen rumplagen. Denn die Leistung gilt als erfolgt, wenn die Ware ohne Sachmängel beim Kunden angekommen ist.

    Fall 3
    Große Teile die nur per Spedition geliefert werden können und der Kunde hat gar keine Wahl. Hier würde ich persönlich eine Bringschuld sehen, da der Verkäufer meistens anbietet bis vor Tür, hinter erste Tür ... Es wird der Leistungsort also genau definiert. Wieder ist der Verkäufer verantwortlich.

    Fall 4
    Es werden vom Kunden Vereinbarungen nicht eingehalten (Prüfung der Ware, Anzeige von Mängeln ...). Dann ist der Verkäufer auch im Fall 2 und 3 außen vor, da der Kunde den Vertrag nicht wie vereinbart erfüllt hat.

    Es komt also immer darauf an, wer was wie vereinbart hat, wie es im Einzelfall zu sehen ist, und und und ...

    Deswegen nochmal: Eine allgemeine Regelung gibt es nicht.

    Und das der Käufer mehr Rechte hat stimmt nicht, da er genauso dem Vertragsrecht unterworfen ist wie der Verkäufer.
    Nur ein Käufer hat weniger Macht, wenn er einmal bezahlt hat, seine Ware zu bekommen und das möglichst ohne Mängel. Wenn die Käufer sich so anstellen würden wie manche Verkäufer und kaputtes Geld oder Blüten schicken, würde man auch ganz schnell sehen, dass der Verkäufer sehr wohl fast die gleichen Rechte hat.
    Verkäufer übersehen aber meistens, dass die Bezahlung des Käufers einzige Pflicht ist und die wird kaum mit Sachmängeln erfolgen. Und wenn ein Käufer mal nicht zahlt - jeder Verkäufer weiß, das er dann keine Ware schicken muss - und er dazu auch das Recht hat.
    Die Recht des Käufers sind also lediglich adäquat und stärken eine ungleich schwächere Position eines Käufers.

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Transportschäden
    Na, da kann man doch schon mal was mit anfangen !!


    Fall 4 ( und auch 2 + 3 )

    Sollte man sich die Transportvereinbarungen ( Prüfung der Ware , Anzeige von Mängel .. ) vom Kunden unterschreiben lassen ?

    Oder reicht es, dem Kunden per Mail und per Post drauf hinzuweisen , wenn er die Auftragsbestätigung bekommt ?

    Zu den Rechten des Käufer´s:

    Natürlich gibt es auch schwarze Schafe unter den Verkäufern.
    Aber bei den Käufern ist es auch nicht besser.
    Jeder Käufer hat heut zu Tage ein Rechtschutzversicherung. Und diese wird sofort in Anspruch genommen. Vor allem , zu dem Thema Transportschäden.
    Darum meine genauen Fragen, wie sichert sich der Verkäufer sab. Wenn er die Ware ordnungsgemäß abgeschickt hat.

    Der Verkäufer braucht die Ware nicht abschicken, wenn der Käufer nicht zahlt. Das ist Richtig !! Aber auch da gibt es bekl.....
    Die doch tatsächlich einen Rechtsanwalt einschalten.

    Dazu ein Beispiel :
    Kunde A bestellt Online Ware. Kunde bekommt Auftragsbestätigung und Vorkassenrechnung. Rechnung wird nicht überwiesen. Kunde bekommt Mail nach einigen Wochen das der Auftrag storniert wird.
    Ware wird anderweitig verkauft. ( Es handelt sich um ein Einzelstück ) Kunde A nimmt sich einen Rechtsanwalt und besteht auf Lieferung. Es kommt sogar zur einer Gerichtsverhandlung. Verkäufer gewinnt zwar. Aber was das für Zeit und Nerven gekostet hat.

    Mich würde mal interesieren wie andere Verkäufer bezüglich der Transportschäden , das machen!! Wäre schön, wenn sich noch ein Paar hiermit einklinken würden.

    Gruß Julianne

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Transportschäden
    Sollte man sich die Transportvereinbarungen ( Prüfung der Ware , Anzeige von Mängel .. ) vom Kunden unterschreiben lassen ?

    Oder reicht es, dem Kunden per Mail und per Post drauf hinzuweisen , wenn er die Auftragsbestätigung bekommt ?
    Im "Streitfall" muss nachweisen können, dass der Kunde informiert wurde. Allerdings sollte es so gemacht werden, das es Bestandteil des Vertrages ist - und nicht hinterher per Post zugeschickt werden. Es muss dem Käufer bekannt sein bevor er seine Willenserklärung abgibt. In den AGBs reicht aber allgemein aus, es sei denn, der Kunde behauptet, er hätte die AGB nicht gelesen. Aber das ist kein Problem, was nur auf den Transport beschränkt ist, das betrifft dann eigentlich alle Festlegungen des Vertrages.
    Aber auch da gibt es bekl.....
    Die doch tatsächlich einen Rechtsanwalt einschalten.
    Ist ja nicht das Problem, wie dein Fall beweist Und sicherlich gibt es Leute, die gleich zu Anwälten rennen, aber das ist dann eben den ihr Geld was sie verlieren. Verträge sind nun mal das Hauptgebiet des Zivilrechts und dürfte den weitaus größten Teil des Lebens ausmachen. Deswegen wird es immer Probleme und Extremfälle geben. Eine 100%ige Absicherung wird niemand ereichen, weder Verkäufer noch Käufer. Und wer sich im Recht etwas auskennt (ich meine jetzt die Käufer), weiß auch, wann es sich lohnt zum Anwalt zu rennen.
    Und das Anwälte es nicht ablehnen, wenn ein "von sich überzeugter" Käufer angerannt kommt kann ich auch verstehen - leicht verdientes Geld

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