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Ware mit verstecktem Defekt von Privat ersteigert --> Geld z

  1. Neuer Benutzer
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    Hallo,

    ich habe da eine Menge Fragen, ich hoff mal ich bin hier im richtigen Forum :

    wie sieht es aus wenn man von einem privaten Verkäufer eine Ware ersteigert die einen Defekt aufweist der erst nach einigen Tagen Betriebszeit erkennbar wird?

    Wenn ich mich nicht täusche müsste dann eigentlich die Gewährleistung greifen, vorausgesetzt der Fehler bestand schon vor dem Versand (was ja schwierig zu beweisen ist - oder liegt die Beweislast etwa beim Verkä ufer?).
    Muss man auch noch beweisen dass der Schaden nicht nach dem Versand entstanden ist? Wenn ja, wie geht das?

    Wenn das Paket aber jetzt versichert war (meiner Information nach müssen Versicherungsansprüche vom Versender geregelt werden), kann man dann die Ware einfach unter Berufung auf Gewährleistung zurückschicken?
    Muss man den Verkäufer vorher über das zurückschicken informieren? Darf er die Annahme verweigern wenn er weiß dass es sich um ein zurü ckgesandets Gerät handelt?
    Wer muss die Kosten für den Versand (Hin und Zurück) tragen?
    Gibt es da eine Frist innerhalb der man den Mangel melden muss und/oder das Gerät zurückschicken muss?
    Gibt es eine Frist innerhalb derer er das Geld zurückbezahlen muss wenn man vom Kauf zurücktritt?

    Und gibt es sonst noch irgendwelche Fallen die man bedenken muss?

  2. Anonymous
    Anonymous ist offline
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    Hallo airblaster,

    Zitat Zitat von airblaster
    Wenn ich mich nicht täusche müsste dann eigentlich die Gewährleistung greifen
    Nur, wenn er in seinem Auktionstext nicht ausdrücklich jegliche Gewährleistung und Rückgabe ausgeschlossen hat. Steht das dort nicht, hast du auch keinen Anspruch auf Gewährleistung. Dann bliebe dir nur die Möglichkeit, ihn wegen arglistiger Täuschung zu belangen, was du allerdings beweisen müsstest. Das wird dir nur sehr schwer (oder gar nicht) gelingen.

    Wenn das Paket aber jetzt versichert war (meiner Information nach müssen Versicherungsansprüche vom Versender geregelt werden), kann man dann die Ware einfach unter Berufung auf Gewährleistung zurückschicken?
    Dazu müsstest du nachweisen, dass der vermeintlich versteckte Mangel ein eindeutiger Transportschaden ist. Wenn du das kannst, bitte den Verkäufer einfach, seine Schadenersatzansprüche (die ER als Versender gegenüber dem Transporteur hat) an dich abzutreten. Dann darf er das Geld behalten, und du darfst dich mit dem Transporteur (z.B. DHL) um die Schadensregulierung streiten. Bekanntermaßen ist das ein langwieriger Prozess - aber er könnte mehr Aussicht auf Erfolg bieten als zu versuchen, das Geld von einem privaten Verkäufer wieder zu bekommen. Hier wärst du entweder auf anwaltliche Hilfe angewiesen ("Klageandrohung wegen arglistiger Täuschung"), oder aber auf dessen Kulanz.

    Muss man den Verkäufer vorher über das zurückschicken informieren?
    Das wäre ratsam, denn sonst beginnt eine nicht enden wollende Odyssee. Leider bist du in deiner Position auf das Wort des Verkäufers angewiesen, dir die Rücksendekosten zu erstatten. Ein Anrecht darauf hast du nicht. Im gewerblichen Handel gilt die Regelung, dass Rücksendekosten ab einem Warenwert von 40,- Euro vom Verkäufer getragen werden (kann aber von den AGB ausser Kraft gesetzt werden). Dass es solch eine Regelung auch bei privaten Käufen gibt, ist mir nicht bekannt.

    Darf er die Annahme verweigern wenn er weiß dass es sich um ein zurü ckgesandets Gerät handelt?
    Klar darf er das. Und wenn er die Rücksendung nicht möchte, wird er das sogar tun. Weil er i.d.R. nämlich bei der Annahme einer unfreien Sendung noch das Nachporto bezahlen darf (bei DHL z.B. 12,- Euro). Also wird die Sendung wieder zu dir zurück kommen, und du darfst das doppelte Nachporto bezahlen. Tust du das nicht, landet die Ware in einem Sammellager und wird nach 12 Monaten versteigert. Von dem Erlös werden die Unkosten der Transporte/Lagerung gedeckt - reicht das nicht, bittet man dich als Auftraggeber dafür nachträglich nochmal zur Kasse - nicht selten mit Zins und Zinseszins. Daher: Retouren unfrei zu verschicken kann ganz schön teuer werden!

    Wer muss die Kosten für den Versand (Hin und Zurück) tragen?
    Im privaten Bereich gibt es da - wie schon gesagt - keine einheitlichen oder gesetzlichen Regelungen. Für den Fall, dass du zur Rückgabe der Ware berechtigt bist, sollte der Verkäufer die Rücksendekosten tragen. Dies kann er dir vor der Rücksendung versprechen - ob du sie letztlich zurück bekommst, ist eine andere Geschichte.

    LG,
    Thorsten

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