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Thema: Bin Verkäufer Päckchen versandt Käufer sagt es sei nix ange

  1. Neuer Benutzer
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    Habe ein Päckchen verschickt.

    Jetzt sagt der Käufer er hat nix bekommen.

    Was soll ich ihm jetzt zurückzahlen???

    Den vollen Kaufpreis, den halben. Ist das irgendwie geregelt gesetzlich???

    Ist doch nicht meine Schuld.
    Hätte es doch als Nachnahme auch haben können.


    Danke schonmal

  2. Anonymous
    Anonymous ist offline
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    Standard

    Hallo Audibursch,

    ich gehe mal davon aus, dass du die Ware als Privatperson verschickt hast. In diesem Fall findet der Gefahrenübergang IMMER bei der Übergabe der ordnungsgemäßen Ware an den Transporteur statt ("ordnungsgemäß" im Sinne der AGB des Transporteurs). Das heisst: der Kunde trägt das alleinige Risiko. Hast du deine Ware unversichert verschickt (z.B. als DHL-Päckchen) und diese wurde beim Transport beschädigt oder gestohlen, hat der Kunde das Nachsehen, und du musst NICHT für den ihm entstandenen Schaden aufkommen. Allerdings hat die Sache einen Haken: Du bist als Versender in der Beweispflicht nachzuweisen, dass du die Ware auch wirklich an den Transporteur übergeben hast. Damit hast du bei unversicherten Versandsendungen i.d.R. schlechte Karten, da du hier keine Einlieferungsbescheinigung vom Transporteur bekommst, mit der du dies dokumentieren könntest (eine Quittung über die gezahlten Versandkosten wie beispielsweise bei DHL-Päckchen reicht dafür NICHT aus). Hast du demnach keine Zeugen, die glaubhaft bestätigen können, dass du die Ware zum Versand gebracht hast, kann der Käufer auf gerichtlichem Wege die Rückzahlung des Kaufpreises einklagen - und seine Chancen hierzu stehen ziemlich gut.

    Unter diesem Aspekt sollte man sich als privater Verkäufer über das Risko bewusst sein, unversicherte Sendungen aufzugeben. Ein versicherter Versand (z.B. per DHL-Postpaket oder Hermes) ist daher immer dringend zu empfehlen, denn hier kann der Versender immer die ordnungsgemäße Einlieferung nachweisen. Zusätzlich dazu ist die Ware auf dem gesamten Transportweg gegen Beschädigung und Verlust/Diebstahl versichert. Ebenso sollte man zu seiner eigenen Absicherung die Pakete immer unter Zeugen packen und bei unversicherten Sendungen nicht alleine zum Versand bringen, ebenso sind Fotos vom Packvorgang/-zustand der Ware sehr zu empfehlen, mit denen man bei eventuellen Schadenersatzansprüchen an den Transporteur den Zustand der Sendung vor der Übergabe dokumentieren kann, da diese sich in Reklamationsfällen gerne auf ihre AGB's berufen und die Sendung als "nicht ordnungsgemäß verpackt" angeben.

    Wer also auf Nummer sicher gehen will, der sollte in seinen Auktionen (Auktionstext!) klar und deutlich darauf hinweisen, entweder nur oder bevorzugt per versichertem Paket zu versenden. Wer seinen Kunden die kostengünstigere Versandart als beispielsweise unversichertes DHL-Päckchen nicht vorenthalten möchte, sollte deutlich darauf hinweisen, dass diese Versandart KEINE Schadenersatzansprüche gegenüber dem Versender/Transporteur gewährleistet und das Versandrisiko ausschließlich beim Käufer liegt. Besteht der Kunde dennoch auf den unversicherten Versand, sollte man sich von ihm schriftlich bestätigen lassen, über die gesamten Risiken aufgeklärt worden zu sein, dann die Ware unter Zeugen verpacken und zum Versand bringen. Nur so ist man gegenüber nachträglichen Reklamationen seitens des Kunden wirklich abgesichert.

    Thorsten

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