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Abmahnung wegen angeblicher Werbemail

  1. Vanessa005
    Gast
    Standard Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Wenn man folgende Unterlassungserklärung in seinem eMail-Postfach findet, sollte man dann darauf reagiern, wenn man, eine solche Mail niemals geschrieben bzw. verschickt hat? Aber die Möglichkeit besteht, dass ein Dritter ein sogenanntes Empfehlungsscript auf der Homepage ausgefüllt und besagte Email-Adresse als Absender eingetragen hat? Und es sich bei der Website um keine gewerbliche Seite handelt, sondern eine private.

    Soll man folgendes per eMail verschickte Standard-Schreiben ernst nehmen (der Absender aus einer nichtssagenden gmx.net Adresse besteht)?

    Unverlangte Werbe-E-Mails an meine Adresse [email]info@xxxxx.xx[/email]

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    am xx.xx.2007, xxxx Uhr erhielt ich unverlangte Werbe-E-Mails Ihrer
    Webseite [url]www.xxxxx.xx[/url] auf meinen beruflich genutzten E-Mail-Account.

    Ich habe bislang keinerlei Kontakt zu Ihrem Unternehmen gehabt oder die
    Zusendung derartiger Mails in irgendeiner Art und Weise angefordert.
    Insbesondere habe ich mich nicht in eine irgendwie geartete Mailingliste
    eingetragen um derartige Informationen zu erhalten. Die Beweislast fuer eine
    solche Eintragung liegt nach der Rechtsprechung ohnehin auf Ihren Seiten.
    Wie Ihnen sicher bekannt ist, stellt die Werbung mittels E-Mail eine
    unzulaessige und unterlassungsfaehige Belaestigung im Sinne von Paragraph
    823, 1004 BGB dar, da sie die Aufmerksamkeit des Betroffenen ueber Gebuehren
    hinaus in Anspruch nimmt und zu einer unzumutbaren Belastung des Privat- und
    Arbeitsbereichs fuehrt. Bei dem Versand auf beruflich genutzten
    Mail-Accounts liegt zudem ein zielgerichteter Eingriff in den eingerichteten
    und ausgeuebten Gewerbebetrieb gemaess Paragraph 823 Abs. 1 BGB vor.
    Dies ergibt sich bereits aus der bislang bestehenden Rechtsprechung und ist
    seit der juengsten Aenderung der TKV und der EU-Richtlinie ueber die
    Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphaere in der
    elektronischen Kommunikation auch geltendes Recht in Deutschland. Selbst
    wenn Sie die fraglichen Werbe-E-Mails nicht selbst geschrieben haben, so
    haften Sie als Verantwortlicher fuer die geworbene Seite in jedem Fall als
    mittelbarer Stoerer.

    Ich fordere Sie daher auf, bis
    xx.4.2007, 12.00 Uhr hier eingehend,

    eine Unterlassungserklaerung dergestalt abzugeben, es bei Meidung einer
    Vertragsstrafe von Euro 5.100,00 fuer jeden Fall der Zuwiderhandlung zu
    unterlassen, an meine o.g. E-Mail-Adresse Werbenachrichten per E-Mail zu
    versenden, es sei denn, der Unterzeichner hat zuvor dem Versand
    ausdruecklich zugestimmt oder es hat zuvor eine Geschaeftsbeziehung
    bestanden.

    Zudem werden Sie aufgefordert, gemaess Paragraph 34 BDSG Auskunft darueber
    zu erteilen:

    1. Welche Daten ueber mich bei Ihnen gespeichert sind und aus welcher
    Quelle Sie diese Daten gewonnen haben.

    2. Welcher Zweck mit der Speicherung dieser Daten verfolgt wird.

    3. An welche Personen oder Stellen diese Daten uebermittelt wurden.

    Die Abgabe dieser Erklaerung erwarte ich ebenfalls innerhalb der Ihnen
    gesetzten Frist bis zum xx.4.2007.

    Sollten Sie innerhalb der gesetzten Frist nicht die Unterlassungs- und
    Datenschutzerklaerung abgegeben haben, so werde ich unverzueglich
    gerichtliche Schritte gegen Sie einleiten.
    Eine Kopie sende ich an meinen Rechtsanwalt: [email]kanzlei@xxxxx.xx[/email]
    Dieser wird den Landesdatenschutzbeauftragten informieren. Ausserdem geht
    eine Meldung an die Wettbewerbszentrale und den Verbraucherschutz.
    Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige behalte ich mir vor, da Sie nicht im
    Betreff Ihrer Mail zu erkennen gegeben haben, dass es sich um Werbung
    handelt.


    Mit freundlichen Gruessen
    --hier stand nur Vor- u. Zuname - nicht mehr, keine Postanschrift nichts, auch keine Website-Adresse --

    ----

    Wie reagiert man richtig auf so eine dubiose eMail?

    Liebe Grüße
    Vanessa

  2. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Also erstmal: Der Text ist eine Vorlage von einer Webseite. Auf dieser wird empfohlen, diesen Text zu verschicken, wenn man unerwünschte Spams erhält, nur nicht als Email sondern als Brief oder Fax. Und außerdem verlangt diese Seite auch, eine Kopie der zugesandten Mail mitzusenden.

    Aus meiner Sicht gibt es deshalb dazu ein paar Sachen zu sagen:

    Prinzipiell finde ich es richtig, wenn man sich gegen Spam wehrt. Allerdings kommt es darauf an, wie es gemacht wird.

    Einmal die Form: Email ist völlig unpassend - im Gegenteil, man wird selbst zum Spammer und hat keinen Nachweis der Zustellung. Deshalb mein erster Tipp: Mail einfach vergessen. Derjenige hätte sich auch die Mühe machen können, das ordentlich als Brief oder Fax zu schicken.

    Zweitens der Inhalt: Da hat sich der Versender selber ein Ei gelegt. Ohne zustellfähige Adresse kann man keine Unterlassungserklärung abgeben. Und Mail fällt wegen dem o.g. weg. Also ebenfalls: diese Mail vergessen.

    Drittens die angeblich erhaltene Mail: Sollte diese Mail nicht dabei gewesen sein, hat der Schreiberling natürlich keine Chance, da man nicht überprüfen kann, ob es sich tatsächlich so verhält, und gegen wen man vorgehen kann, wenn man die Mail gar nicht geschickt hat.

    Viertens das Recht (auch wenn es hier vielleicht nicht so ist): Sollte der Empfänger tatsächlich eine Mail bekommen haben, sollte man wenigstens dafür sorgen, das das nicht wieder passiert. Und was die Aufforderung bezüglich Datenschutz angeht: Tja, leider fehlt die Adresse zum Überprüfen der Daten. Hat man alles, sollte man natürlich Auskunft erteilen, aber hier sehe ich einfach fehlende Möglichkeiten. Deshalb: auch Mail vergessen.

    Das mit dem Vergessen bitte nicht ganz so wörtlich nehmen. Ich würde die schön ausdrucken und aufbewahren. Sollte derjenige irgendwann mal wieder kommen, hat man einen Nachweis warum man nichts machen konnte.

    Oder man sagt natürlich einfach: Mail habe ich nie erhalten. Der Gegenüber hat keine Chance, das nachzuweisen. Deswegen werden Mails in der Rechtssprechung auch, was den Zugang angeht, nicht anmerkannt, es sei denn, man bestätigt den Zugang der Mail, dann könnte sie genauso wirlksam sein wie ein Brief. Allerdings sollte dann auch eine Adresse drauf stehen.

    Ist schon seltsam, was für Stümper sich rumtreiben und das - mit der Bereitstsellung des Beispieltextes eigentlich gut gedachte - Prinzip völlig unrichtig anwenden. Für solche Leute sollte man auch Beispieltexte haben .... Ganz ehrlich: bei mir hätte es solch eine Mail nicht mal bis in den Posteingang geschafft, geschweige denn, dass ich auch nur andeutungsweise von dem Inhalt Kenntniss bekommen hätte. Und genau deswegen hat der Schreiberling sehr schlechte Karten

  3. Super-Moderator
    Registriert seit
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    2.277
    Standard AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Und noch ein Tipp, lass mal verschiedene Anti-Spy-Programme über deinen Rechner laufen (Spybot Search and Destroy, XP Clean, Adaware) und mal einen Virenscan. Kann sein das dein Rechner ein Zombie ist der als Spamversender genutzt wird und die Aufträge dazu von anderen Rechnern bekommt.
    Ist eine gern verwendete Methode um sich selbst aus der Schusslinie als Spammer zu ziehen. Man installiert solche Malware oder auch Viren auf fremde Rechner, die dann den Mailversand übernehmen, als Absender wird dann dein Rechner verwendet.

  4. Vanessa005
    Gast
    Standard AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Sie haben Recht, es fehlt alles, um den Eindruck zu verhindern, dass die email dubios ist. Mittlerweile gibt es mehrere Leidensgenossen, die die gleiche Mail, nur mit wechselnder email-Anschrift und Unterzeichnername erhalten haben. Ich danke Ihnen für Ihre Antwort, da ich jetzt weiß, worauf ich demnächst bei solchen Mails zu achten habe, um sie als seriös oder unseriös einstufen zu können. Wahrscheinlich ist der Versender dieser eMail selber ein Spammer.

    LG
    Vanessa

  5. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
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    8.430
    Standard AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Wahrscheinlich ist der Versender dieser eMail selber ein Spammer
    Oder jemand der der Meinung ist, dass er viel Ahnung hat aber alles falsch macht. Was solls, solche gibt es immer wieder.

    Und im Prinzip gilt auch: Jeder der halbwegs seriös ist, es ernst meint und Ahnung von der Materie hat, verzichtet immer auf Emails und versendet sein Anliegen als richtiges Schreiben - egal um was es geht.
    Wobei auch ein Schriftstück nicht immer ein Garant für Seriosität ist, wie wir ja alle wissen

  6. Stefan
    Gast
    Böse Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Hallo !

    Ich habe heute auch so eine Abmahnung bekommen, weil ich einer Firma ein Angebot bezüglich beruflicher Cooperation gemacht habe.
    Eine einzige EMail .
    Ich habe versucht diese Firma anzurufen... kein EIntrag im Tel. Buch
    Auf der Internetseite fand ich nur eine Info Wir Bauen um... und eine EMail Adresse.
    Ich habe mich denen Angeboten und meine Kontaktdaten dort als Email hinterlassen .... nun brauche ich eure Hilfe ...
    Ist das eine Abmahnung wert?
    Ich habe die Abmahnung via Post bekommen mit Kopie meiner Email etc mit ausgeschnittenen Paragrapfen gegen den ich verstoßen habe.
    und soll nun etwa 330 EUro Bezahlen...

  7. Super-Moderator
    Registriert seit
    07.03.2007
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    Hessen
    Beiträge
    2.277
    Standard AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Wohl kaum, wenn es geschäftliche Emails sind und die Firma nur eine Email als Kontaktmöglichkeit angegeben hat, muss sie mit geschäftlichen Anfragen per Email rechnen.
    Mit welchen Paragraphen hat er denn um sich geworfen? Manchmal passen die ja garnicht.

  8. Seilschaft BlackPanders
    Seilschaft BlackPanders ist offline
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    12.02.2007
    Beiträge
    378
    Standard AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Verehrte user da drausen,
    wenn ihr zu mindest mal an die Eigenschaften der mail ansieht bevor man dies öffnet kann man erkennen um wer was es geht

    probiert es mal wenn die endungen .net .vt gab auch bei mir schon , od sonst verdrehte

    [COLOR="DarkRed"]einfach löschen[/COLOR]


    Zitat Zitat von Styx Beitrag anzeigen
    Wohl kaum, wenn es geschäftliche Emails sind und die Firma nur eine Email als Kontaktmöglichkeit angegeben hat, muss sie mit geschäftlichen Anfragen per Email rechnen.
    Mit welchen Paragraphen hat er denn um sich geworfen? Manchmal passen die ja garnicht.

  9. Unregistriert
    Gast
    Standard AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Zitat Zitat von Styx Beitrag anzeigen
    Wohl kaum, wenn es geschäftliche Emails sind und die Firma nur eine Email als Kontaktmöglichkeit angegeben hat, muss sie mit geschäftlichen Anfragen per Email rechnen.
    Mit welchen Paragraphen hat er denn um sich geworfen? Manchmal passen die ja garnicht.


    Ich werde sofort nachsehen wenn ich zuhause bin ich brauche da echt hilfe... Das kann doch nicht sein das sich gelangweilte Rechtsanwälte auf so eine Scheisse einlassen?!?
    wer mir helfen kann
    meine Email : [email]wegerhoff@gmx.net[/email]

    oder MSN [email]event-security@hotmail.de[/email]

    vielen Dank nochmal...

  10. Hundefreund
    Gast
    Daumen runter AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Das ist in Deutschland doch nun an der Tagesordnung . Die versenden Mails mit Texten und Bitte um Angebote an Versicherungsvertreter und mahnen dann ab weil die Pflichtangaben nicht vollständig sind , oder oder oder ....

    Traurig aber war . Abzocke auf die schlimmste Art von "Rechts"-Anwälten .....

  11. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.03.2007
    Beiträge
    8.430
    Standard AW: Abmahnung wegen angeblicher Werbemail
    Zitat Zitat von Hundefreund Beitrag anzeigen
    Das ist in Deutschland doch nun an der Tagesordnung . Die versenden Mails mit Texten und Bitte um Angebote an Versicherungsvertreter und mahnen dann ab weil die Pflichtangaben nicht vollständig sind , oder oder oder ....

    Traurig aber war . Abzocke auf die schlimmste Art von "Rechts"-Anwälten .....
    Wie dumm ist denn diese Aussage? Mit ein klein wenig gesundem Menschenverstand (und einem normalen Rechtsverständnis) hättest du gemerkt, das das gar nicht sein kann.

    1. Abmahnen wegen dem Impressum kann nur nach dem Wettbewerbsrecht erfolgen. Es müsste also ein Konkurrent sein, und der wird kaum Angebote anfordern

    2. Muss man die Kosten einer ersten Abmahnung nicht unbedingt tragen, wenn dem Abmahnenden zuzutrauen ist, dass er zunächst eine kostenfreie Information senden kann. Sprich: Ein Versicherungsverteter der weiß, dass das Impressum des anderen unvollständig ist, ist auch in der Lage, eine entsprechende Information ohne Rechtsanwalt zu senden. Daraus folgt: Keine Pflicht zur Zahlung der Abmahngebühr von Rechtsanwälten. (Gab es ein Urteil zu)

    3. Nicht jedes fehlerhafte Impressum ist auch abmahnfähig
    [url]http://www.e-recht24.de/news/wettbewerbsrecht/337.html[/url]

    4. Sind die einzigen, die daran verdienen könnten, die Anwälte. Und wenn die neimand beauftragt, dürfen die das nicht. Abmahnwellen sind in den seltesten Fällen von Anwälten initiiert, sondern von der dahinter stehenden "Wirtschaft". Gut, manchmal sind die Anwälte bei der "Wirtschaft" beschäftigt, aber dann machen die nur ihren "Job".

    5. Ist man normalerweise gut informiert, welche Angaben ins Impressum gehören. Und dann kann auch keiner abmahnen. Und wie gesagt, kleine Fehler dürften kaum zu einer rechtskräftigen Abmahnung führen. Und wenn sie nicht rechtskräftig ist, bleibt der Auftraggeber auf den Kosten sitzen.

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