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Widerrufsrecht bei Web ****** Dienstleistung

  1. Siddhi
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    Standard Widerrufsrecht bei Web ****** Dienstleistung
    Hallo zusammen,

    ich möchte mich als Web ******er selbstständig machen und meine Dienste primär über meine eigene Webseite anbieten. Die Beauftragung soll nicht per Klick möglich sein, sondern schriftlich per Mail oder per Post. Auch nach Recherche im Netz ist mir nach wie vor unklar ob ich ein Widerrufsrecht einräumen muss, da es ja um einen Fernabsatzvertrag geht? Manche selbstständige Web ******er und Agenturen geben ein Widerrufsrecht an, andere nicht. Ich biete keine Waren oder Produkte an, sondern nur Dienstleistungen, die ich allerdings in Leistungspakete mit festem Umfang und Pauschalpreis schnüren möchte. Wäre für Antworten oder Tipps bzgl. Widerrufsrecht sehr dankbar!

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Widerrufsrecht bei Web ****** Dienstleistung
    Hallo!

    Ja, Du musst ein Widerrufsrecht einräumen. Schon alleine deshalb weil Du ja die Möglichkeit zur Bestellung per Email und Post anbietest. Allerdings ist keine beiderseitige vollständige Vertragserfüllung mehr erforderlich.

    Es gelten § 312d Abs. 3 BGB
    Zitat Zitat von BGB
    Das Widerrufsrecht erlischt bei einer Dienstleistung auch dann, wenn der Vertrag von beiden Seiten auf ausdrücklichen Wunsch des Verbrauchers vollständig erfüllt ist, bevor der Verbraucher sein Widerrufsrecht ausgeübt hat.
    und § 356 Abs. 4 S. 1 BGB
    Zitat Zitat von BGB
    Das Widerrufsrecht erlischt bei einem Vertrag zur Erbringung von Dienstleistungen auch dann, wenn der Unternehmer die Dienstleistung vollständig erbracht hat und mit der Ausführung der Dienstleistung erst begonnen hat, nachdem der Verbraucher dazu seine ausdrückliche Zustimmung gegeben hat und gleichzeitig seine Kenntnis davon bestätigt hat, dass er sein Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung durch den Unternehmer verliert.
    Das bedeutet auch dass das Widerrufsrecht erlischt wenn der Verbraucher das Entgelt oder eine Anzahlung geleistet hat. Du solltest aber die Zustimmung zur Erbringung der Dienstleistung vor Ablauf des Widerrufsrechts schriftlich einfordern.

    Tipp:
    Viel wichtiger sind AGB, Impressum und Datenschutzerklärung. Auch ein Lasten- und Pflichtenheft solltest Du führen. Ganz wichtig ist eine saubere Widerrufsbelehrung. AGB und Widerrufsbelehrung solltest Du zwingend von einem Fachanwalt aufsetzen lassen. Selber aufsetzen kann in die Hose gehen.

    Gruß, René

  3. Siddhi
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    Standard AW: Widerrufsrecht bei Web ****** Dienstleistung
    Hallo René,

    vielen Dank für deine schnelle und hilfreiche Antwort!

    Um Geld für den Anwalt zu sparen habe ich AGB, Datenschutzerklärung und Impressum selbst erstellt. Dazu habe ich verschiedene Vorlagen und entsprechende Texte von Mitbewerbern durchgesehen und mir etwas eigenes zusammengestellt (natürlich ohne abschreiben oder copy & paste). Habe nach vielen Telefonaten einen Anwalt gefunden, der mir diese Texte dann auf Korrektheit und Vollständigkeit prüft und dafür nur etwa ein Fünftel der Summe nimmt, die für Neu-Erstellung fällig würde.

    Nun muss ich mir nur noch klar werden ob ich jeweils noch einen Vertrag mit dem Kunden mache? Meine AGB wurden recht umfangreich und decken inhaltlich auch alles ab, das ich in diversen Musterverträgen fand. Da ich eh Dienstleistungspakete mit festem Umfang und Preis anbiete, hoffe ich mir einen separaten Vertrag ersparen zu können. Das heißt bei größeren Aufträgen, die ich nach Zeit und Aufwand abrechne, würde ich natürlich dennoch einen separaten Vertrag und Lasten-/Pflichtenheft machen, aber im "Normalfall" eher nicht.

    Gruß,
    Martin

  4. Siddhi
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    Standard AW: Widerrufsrecht bei Web ****** Dienstleistung
    Hallo René,

    vielen Dank für deine schnelle und hilfreiche Antwort!

    Ich gestehe, dass mich all die Rechtstexte etwas verwirren und verunsichern. Anwälte sind teuer, daher habe ich AGB, Datenschutzerklärung und Impressum nach ausgiebiger Recherche selbst erstellt und lasse diese für relativ kleines Geld nur von einem Fachanwalt auf Korrektheit und Vollständigkeit prüfen.

    Wegen zwei Dingen sehe ich immer noch nicht klar. Das Widerrufsrecht gilt sowohl für Privatpersonen, als auch für Unternehmer und Kaufleute und beide sind mit "Verbraucher" gemeint, oder? Privatpersonen schließe ich bei meinem Angebot nämlich bewusst aus.
    nun
    Der andere Punkt ist ein separater Vertrag mit dem Kunden. Meine AGB wurden nun recht umfangreich und decken inhaltlich auch alles ab, das ich in diversen Musterverträgen fand. Da ich feste Dienstleistungsangebote mit festen Preisen anbiete, möchte ich mir einen separaten Vertrag, sowie Lasten- und Pflichtenheft gern ersparen, bzw. mir für größere Aufträge aufheben, bei denen ich nach Zeit und Aufwand abrechne. Ob ich mir damit einen Gefallen tue oder mir Potenzial für rechtliche Probleme schaffe, ist mir noch nicht ganz klar.

    Gruß,
    Martin

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