Hallo,

wenn ich auf meiner Homepage von mir geschriebene Geschichten unentgeltlich zum Lesen anbiete, ist das zunächst erstmal mein reines Privatvergnügen (evtl. auch geschäftsmäßig, aber jedenfalls noch nicht gewerblich).
Wenn ich jetzt aber einen dieser PayPal "Spenden"-Buttons ebenfalls mit auf die Homepage setze, dann müsste ich - soweit mir bekannt - dafür ein Gewerbe anmelden (evtl. wäre es auch als nebenberufliche selbständige Tätigkeit - wegen schriftstellerischer Tätigkeit - zu bewerten).
Ähnlich dürfte es sich mit "projektbezogenen" Einnahmen über patreon verhalten, die so gesehen ja auch nichts anderes sind (es sind weder "Spenden", noch dürften es "Schenkungen" sein, da es ja eine Gegenleistung gibt).

So kann man es mehrfach als Antwort auf entsprechende Fragen im Netz nachlesen. Was aus meiner Sicht dabei jedoch meistens fehlt, ist eine Berücksichtigung der "Liebhaberei" oder eben §46 EStG.

Wenn ich ein Gewerbe für oben genannten Spenden-Button anmelde und dann vielleicht 50 Euro im Jahr im Jahr damit Einnehme, die Kosten (Hosting, Domain, etc.) nicht gedeckt werden und das ein paar Jahre so läuft, wird das Finanzamt das wohl als "Liebhaberei" einstufen. Daher stellt sich mir dir Frage, ob ich eine solche Einstufung nicht von vornherein machen kann und mir dann auch Gewerbeanmeldung mehr notwendig ist (weil es eben kein Gewerbe ist, sondern ein Hobby).

Das zweite, was ich in dem Zusammenhang gefunden habe, war die Erwähnung von $46 EStG:
Sofern Sie noch keine laufenden Einnahmen haben, sondern in unregelmäßigen Abständen das eine oder andere Projekt abwickeln, auf Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und keine öffentliche Werbung für Ihre Dienstleistungen machen, können Sie sich als Freiberufler die Anmeldung sogar ganz sparen. In dem Fall geben Sie Ihren Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben) einfach im Rahmen Ihrer nächsten Einkommensteuererklärung an. Bleibt Ihr "Einnahmeüberschuss" im Jahresverlauf unter 410 Euro, ist noch nicht einmal das nötig: Für Nebeneinkünfte bis zu dieser Höhe brauchen Sie gemäß "Härtefall"-Paragraf 46 EStG nicht eigens eine Einkommensteuererklärung (Pflicht-"Veranlagung") abzugeben.
(Quelle: http://www.akademie.de/wissen/nebenberuflich-selbststaendig/finanzamt-gewerbeamt)
Habe ich das richtig verstanden, dass ich also für den Fall, dass mein Gewinn aus der schriftstellerischen Tätigkeit unter 410 Euro im Jahr bleibt, ich eigentlich garnichts machen müsste? - Also weder eine Meldung beim Finanz- oder Gewerbeamt, noch irgendwelche Einträge bei der Einkommensteuererklärung?

Danke und schöne Grüße,
Frank