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Urheberrecht Lerninhalte

  1. Student92
    Student92 ist offline
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    Standard Urheberrecht Lerninhalte
    Guten Tag,

    im Internet finden sich verschiedene Webseiten, die Skripte mit Zusammenfassungen für Prüfungen für diverse Studiengänge anbieten. Die Inhalte in den Skripten sind von privaten Personen verfasst worden. In den Skripten selbst findet man keine namentliche Kennzeichnung des Urhebers. Die Skripte können kostenlos heruntergeladen und frei ausgetauscht werden. Nehmen wir an, ein Student lädt ein solches Skript herunter, wandelt die Inhalte leicht ab und ergänzt einige Sachverhalte. Anschließend bettet er die Inhalte in ein digitales Lernsystem ein und bietet die Inhalte zum Verkauf an.
    • Verstößt er dabei gegen die Rechte der Urheber der Skripte?
    • Falls ja, wie müssen die Skripte aufbereitet werden, damit der Student die Lerninhalte zum Verkauf im Lernsystem anbieten kann?
    • Die Lerninhalte und Formulierungen ähneln sich bei allen Studenten stark, da sie mit den gleichen Quellen und Büchern arbeiten. Muss eine Umwandlung überhaupt stattfinden, zumal die Skripte kostenlos heruntergeladen werden können?
    Löwenheim:
    Es muss eine persönliche Schöpfung des Urhebers vorliegen.
    Sie muss einen geistigen Gehalt haben.
    Sie muss eine wahrnehmbare Formgestaltung aufweisen.
    Es muss in ihr die Individualität des Urhebers zum Ausdruck kommen.

    Nach Löwenheim liegt meiner Meinung nach keine Urheberrechtsverletzung vor.
    So sehen beispielhaft drei Stichpunkte aus den Skripten aus:

    2. eingeströmte Ca2+-Ionen veranlassen die mit Transmittern gefülltenVesikel mit der postsynaptischen Membran zu verschmelzen.
    3. die Vesikel entlassen die Neurotransmittermoleküle Acetylcholin in den synaptischen Spalt
    4. ACh diffundiert durch den synaptischen Spalt. Einige Moleküle binden an ACh-Rezeptoren, die auch Natriumkanäle sind.

    Viele Grüße

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard Re: Urheberrecht Lerninhalte
    Zitat Zitat von Student92 Beitrag anzeigen
    Die Skripte können kostenlos heruntergeladen und frei ausgetauscht werden.
    Legal oder illegal?

    Nehmen wir an, ein Student lädt ein solches Skript herunter, wandelt die Inhalte leicht ab und ergänzt einige Sachverhalte. Anschließend bettet er die Inhalte in ein digitales Lernsystem ein und bietet die Inhalte zum Verkauf an.
    • Verstößt er dabei gegen die Rechte der Urheber der Skripte?
    Das hängt davon ab, welche Nutzungsrechte ihm der Urheber/Rechteinhaber eingeräumt hat oder nicht.
    • Falls ja, wie müssen die Skripte aufbereitet werden, damit der Student die Lerninhalte zum Verkauf im Lernsystem anbieten kann?
    Bearbeitungen geschützter Werke sind grundsätzlich nur mit Erlaubnis des Urhebers bzw. Rechteinhabers zulässig.
    • Die Lerninhalte und Formulierungen ähneln sich bei allen Studenten stark, da sie mit den gleichen Quellen und Büchern arbeiten. Muss eine Umwandlung überhaupt stattfinden, zumal die Skripte kostenlos heruntergeladen werden können?
    Kann man nicht pauschal beantworten.
    Löwenheim:
    Es muss eine persönliche Schöpfung des Urhebers vorliegen.
    Sie muss einen geistigen Gehalt haben.
    Sie muss eine wahrnehmbare Formgestaltung aufweisen.
    Es muss in ihr die Individualität des Urhebers zum Ausdruck kommen.

    Nach Löwenheim liegt meiner Meinung nach keine Urheberrechtsverletzung vor.
    Das entscheidet aber nicht Löwenheim, sondern im Streitfall ein Gericht.

    Um urheberrechtlichen Schutz zu genießen, müssen Texte eine gewisse Schöpfungshöhe haben. Ob sie die haben, kann immer nur im konkreten Einzelfall beurteilt werden. Und manchmal braucht's dann auch ein Gericht oder mehrere Gerichte, um die Frage zu beantworten.

    Fotos sind immer zumindest als "einfache Lichtbilder" geschützt, unabhängig von ihrer Schöpfungshöhe (§72 UrhG), mit Schöpfungshöhe sind sie Lichtbildwerke (§2 UrhG). Geschützt sind ebenfalls Datenbanken, auch da kommt es nicht auf eine "Schöpfungshöhe" an.
    So sehen beispielhaft drei Stichpunkte aus den Skripten aus:

    2. eingeströmte Ca2+-Ionen veranlassen die mit Transmittern gefülltenVesikel mit der postsynaptischen Membran zu verschmelzen.
    3. die Vesikel entlassen die Neurotransmittermoleküle Acetylcholin in den synaptischen Spalt
    4. ACh diffundiert durch den synaptischen Spalt. Einige Moleküle binden an ACh-Rezeptoren, die auch Natriumkanäle sind.
    Es kommt immer auf den gesamten Text an. Ein einzelner Satz in einem Roman "Er öffnete die Tür und knipste das Licht an" ist nicht urheberrechtlich geschützt. Der ganze Roman, der aus lauter einfachen Sätzen besteht, ist es sehr wohl.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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