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Thema: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

  1. micgau2
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    Standard "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Also von meinem Anschluss wurde illegal ein Film herunter geladen.
    Ich bekam Post von einer Anwaltskanzlei. Nennen wir sie mal Schnullenberg
    & Lenk und stellen wir uns vor sie kommen aus Hamburg. In dem Brief wurde ich aufgefordert 850 Euro Schadensersatz zu zahlen. Da ich nichts getan habe, weigerte ich mich die Summe zu zahlen. Es folgte der gerichtliche Mahnbescheid und mein Widerspruch darauf. Nach geraumer Zeit wurde von der Kanzlei ein neues Angebot von 500 Euro unterbreitet. Da ich mich im Recht fühlte und ich der Meinung war, dass die sowieso nicht vor Gericht gehen, weigerte ich mich erneut die Summe zu bezahlen und so kam etwas später die Klageschrift. Meine Verteidigung habe ich in der Klageerwiderung bestens vorbereitet. Meinte ich jedenfalls. Das ganze habe ich bis dato ohne Anwalt, also ohne Kosten durchgezogen.

    Da es nun vor Gericht ging und ich meine Unschuld beweisen konnte nahm ich mir schließlich doch eine Anwältin. Eine reine Formsache dachte ich. Die ganze Posse ereignete sich vor dem Amtsgericht Bochum. Meine Anwältin, die wie ich im Nachhinein Glaube über den zweiten Bildungsweg kam, hatte sich an jenem Tag um 10 Minuten verspätet. So hielten der Vorsitzende, der gegnerische Anwalt und ich einen lockeren Smalltalk über illegalen Download. Irgendwie hatte ich plötzlich das Gefühl, dass Ding ist schon gelaufen, dass Urteil steht schon fest. Als es schließlich losging und ich gerade darlegen wollte, dass ich Unschuldig bin, meinte der Vorsitzende das ist uninteressant. Ich sollte ihm sagen wer Film angeboten hat. Mir war wohl bewusst, dass bei Urheberrecht nicht die Unschuldsvermutung gilt, was an sich schon eine Lachnummer ist. Nein man muss gleich vor Gericht den Täter nennen. Besser gleich mitbringen. In dem Zusammenhang fällt mir nur eins ein: Bananenrepublik.

    Schließlich wollte der Vorsitzende Richter mir als Fachinformatiker die Welt der Bits und Bytes erklären. Seine Ausführungen konnte man aber getrost als laienhaft abtun. Je länger ich seiner Argumentation gefolgt bin, desto mehr wurde mir bewusst dass seine Computer Kenntnisse sich auf das ein und ausschalten eines selbigen beschränken.

    Als ich ihn höflich auf ein kürzlich gefälltes Urteil, des Amtsgerichts München aufmerksam machte, bei dem identischer Fall zu Gunsten des Beklagten entschieden wurde, meinte er nur lapidar: "Wir sind hier in Bochum und nicht in München".

    Letztendlich gab es einen sogenannten Vergleich, der wie folgt aussah. Der Richter sagte 200€ für den Film + "Hab ich vergessen" mal den Faktor 1,3. Macht zusammen 323 Euro und ein paar gequetschte. Worauf der gegnerische Anwalt meinte: Das wäre Ihm zu wenig. Sein Mandant möchte 400 Euro, sonst gehe er in die Berufung. Worauf der Vorsitzende, mit einem lächelnden Blick in meine Richtung meinte: „Dann kostet Sie der Spaß 600 Euro pro Film“. Meine Anwältin schaute mich an, als wenn das alles ein Riesenspaß wäre und ein tolles Angebot für mich. Spätestens da war mir klar, die Frau ist so überflüssig wie ein Pickel am A....

    Aber kommen wir nun zu dem Sahnehäubchen. Meine völlig überflüssige Anwältin brachte in 20 Minuten Verhandlung einen einzigen Satz zu Stande: "Aber die Gerichtskosten werden geteilt".

    Nun bin ich mit 400 Euro Schadensersatz, 26 Euro Gerichtskosten und nur 457 Euro für meine Anwältin dabei.

    Hätte ich die 500 Euro besser akzeptiert. Ich hätte die Summe garantiert noch drücken können. Bestimmt hätte man eine Ratenzahlung vereinbaren können. Dann wäre es günstiger gewesen.

    Oder noch besser, ich hätte meine nichtsnutzige Anwältin zu Hause gelassen und wäre noch günstiger weggekommen. Jedenfalls kann man das ohne Anwalt billiger durchziehen und der Kläger macht richtig Verlust.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Hallo!

    Du hättest eine modifizierte Unterlassungerklärung abgeben müssen. Dann wäre das erst garnicht vor Gericht gegangen. In solchen Fällen ist nicht zu empfehlen, den Kopf mit den Worten "Ich habe nichts gemacht..." in den Sand zu stecken.

    Und da Dir der Täter bekannt ist solltest Du vor dem Zivilgericht Deine Kosten zurückfordern.

    Gruß, René
    Geändert von mumpel (22.09.2015 um 13:32 Uhr)

  3. micgau2
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    Standard AW: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Die habe ich abgegeben. Selbstverständlich schützt dich diese modifizierte UE
    nicht vor einem Klageverfahren. Diese schützt dich nur vor einer "Unterlassungsklage". Bei der Klage ging es um Schadensersatz und den Titel oben darf jeder ernst nehmen.

  4. micgau2
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    Standard AW: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Und den eigentlichen "Störer" kenne ich auch nicht.

  5. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Das Problem ist dass nach deutschem Recht der Anschlußinhaber haftet. Seit neuester/aktueller Rechtsprechung haften Eltern für ihre Kinder.

  6. micgau2
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    Standard AW: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Da hast Du völlig Recht. Genau das, ist das Problem hier in Deutschland. Hier wird grundsätzlich und ausschließlich der Anschlussinhaber in Haft genommen. Es sei den, es ist ein öffentlicher WLAN Anbieter. Dann gilt selbstverständlich europäisches Recht. Mir ist jedenfalls kein Beispiel bekannt wo ein solcher zu Rechenschaft gezogen wurde. Wenn man mal ehrlich ist, nichts ist leichter als sich im Hotel die neusten Filme herunter zu laden. Warum werden diese Betreiber nicht belangt?

    Weil der kleine Privatnutzer im Gegensatz zum Flughafenbetreiber beispielsweise überhaupt keine Lobby hat. Diese „Anwälte“, ich weis gar nicht ob man dieses Lumpenpack überhaupt so nennen soll, sucht sich natürlich den Weg des geringsten Widerstandes. Außerdem ist diese liederliche Abzocker Bande ziemlich lichtscheu. Sie haben es nicht so gerne wenn sie bei Google an erster Stelle stehen und sie halten sich tatsächlich für ehrenhaft.

    In dem Zusammenhang noch von deutschem Recht zu sprechen ist doch absolut lächerlich. Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte. Ich bleibe dabei, dass Urteil stand schon fest, bevor ich zu dem netten Pläuschen zwischen Richter und gegnerischen Anwalt dazugestoßen bin. Nachdem ich die Rechnung meiner Anwältin bekommen habe, glaube ich mittlerweile auch dass sie sich an diesem lukrativen Geschäft einfach nur beteiligen wollte. Wenn ich nicht 15 Minuten wie ein Wasserfall gequatscht hätte, wäre ich nach 5 Minuten abgeurteilt worden. Wenn das Rechtsprechung ist, dann gute Nacht Deutschland.

    Es gibt Anwälte die „nur“ Abmahnen, da es genug arme Teufel gibt, die ohne sich zu wehren bezahlen. Bestes Beispiel dafür sind die berühmten Anwälte aus München. Und es gibt Anwälte, wie die oben erwähnten, die ab und an vor Gericht gehen, um ein sogenanntes Exempel zu statuieren. Leider hat es mich diesmal erwischt und obwohl es ein Vergleich war, wird dieser nach außen als Sieg verkauft. Es wird dabei auch in Kauf genommen, dass der finanzielle Aufwand nicht annähernd wieder reingeholt wird. Dies hat mir meine Anwältin
    schon beim ersten Treffen verraten.

    Die eigentliche Botschaft soll aber heißen: Wenn jemand wirklich das Ding durchzieht und vor Gericht erscheinen muss, aus was für einen Grund auch immer. Besser ohne Anwalt. Wer den Störer nicht nennen kann oder will hat auf jeden Fall verloren. Auch wenn für den einen Film „nur“ 200 Euro veranschlagt werden. Mit Anwalt kostet es zusammen fast 900 Euro.

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Ab 30. September gibt es ein neues Gebiet auf dem Abmahnanwälte kassieren können und es auch versuchen werden. Nämlich die Cookie-Richtlinie. Wir müssen wohl in den nächsten Wochen mit einer neuen Abmahnwelle rechnen.

  8. micgau2
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    Standard AW: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Das soll wohl ein Scherz sein.

  9. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: "Schnullenberg und Lenk" geht vor Gericht

    Nein, das meine ich ernst. Da werden sich sicher Abwahnanwälte finden die es versuchen werden. Und da sich viele Bürger, in Ermangelung der Rechtskenntnisse, viel zu einfach einschüchtern lassen. Das es für Abmahnungen bezüglich fehlender Cookie-Hinweise keine Rechtsgrundlage gibt, und dass das Fehlen des Cookie-Hinweises auch kein Wettbewerbsvorteil ist, wissen viele Bürger in DE nicht. Nur die deutschen Seitenbetreiber lassen sich von der Cookie-Richlinie unterbuttern. In Österreich und den Niederlanden habe ich noch keine Seite mit Cookie-Hinweis gesehen, und dort wurde die Richtlinie längst umgesetzt.

  10. stephaniefab
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