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Welche Vorgehensweise gegen Domaingrabber?

  1. Waldfee
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    Idee Welche Vorgehensweise gegen ausländischen .de-grabber?
    Angenommen, ein Unternehmen ist an einer .de-Domain interessiert, welche auf verschiedenen Domainverkaufs-Portalen angeboten wird.
    Auch angenommen, der Unternehmenszweck hätte unmittelbar etwas mit dem Domainnamen zu tun (die Art der Dienstleistung).
    Dann stellt das U. fest, das bei der Denic falsche Angaben zum (deutschen) Domaininhaber gemacht wurden (existiert nicht) und der Admin-C sich in Polen befindet und seine bei der Denic hinterlegte E-Mail-Adresse im Zusammenhang mit tausenden anderen Domains steht.
    Hätte das Unternehmen gute Chancen, die Domain zu bekommen, wenn ein Anwalt den Admin-C per Abmahnung auffordert, die Domain freizugeben
    (wegen der Falschangaben) und das U. gleichzeitig bei der Denic einen Dispute-Antrag stellt?
    Was für Optionen gäbe es, wenn der Admin-C auch nicht erreichbar wäre?

    Liebe Grüße
    Waldfee
    Geändert von Waldfee (21.05.2014 um 18:03 Uhr)

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Welche Vorgehensweise gegen Domaingrabber?
    Hallo!

    In Polen wohl kaum. Das Unternehmen könnte höchstens auf Namensrecht bestehen/klagen, sofern es soetwas in Polen gibt. Dafür bedarf es m.E. aber einer Anwaltskanzlei, die Beziehungen zu einem polnischen Anwalt unterhält und/oder sich mit dem polnischen Rechtssystem auskennt.

    Mal davon abgesehen handelt es sich hier m.E. nicht um Domaingrabbing, sondern um Cybersquatting.

    Sollten falsche Angaben gemacht worden sein sollte die DENIC informiert werden, die wird/könnte die Domain dann freigeben. Die DENIC wird doch auch eine Abuse-Abteilung haben.

    Gruß, René

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Welche Vorgehensweise gegen ausländischen .de-grabber?
    Zitat Zitat von Waldfee Beitrag anzeigen
    Dann stellt das U. fest, das bei der Denic falsche Angaben zum (deutschen) Domaininhaber gemacht wurden (existiert nicht)
    Lässt sich das gerichtsfest verifizieren? Und wenn ja: wie?
    und der Admin-C sich in Polen befindet und seine bei der Denic hinterlegte E-Mail-Adresse im Zusammenhang mit tausenden anderen Domains steht.
    Der Admin-C kann seinen Sitz haben wo immer er möchte. Und er kann auch für hunderttausend Domains Admin-C sein.
    Hätte das Unternehmen gute Chancen, die Domain zu bekommen, wenn ein Anwalt den Admin-C per Abmahnung auffordert, die Domain freizugeben
    (wegen der Falschangaben) und das U. gleichzeitig bei der Denic einen Dispute-Antrag stellt?
    Zunächst mal müsste das DENIC ja befinden, daß es die Domain löscht. Dagegen könnte - wenn er denn wollte - der Domaininhaber dann gerichtlich vorgehen.
    Was für Optionen gäbe es, wenn der Admin-C auch nicht erreichbar wäre?
    Einfach eine andere Domain verwenden? Ansonsten wird man versuchen müssen, das DENIC zur Löschung der Domain zu bewegen.

    Das bedeutet dann allerdings noch lange nicht, daß derjenige, der das DENIC dazu bringt, einen Anspruch auf diese Domain hätte. Sie ist dann einfach nur erstmal frei.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Welche Vorgehensweise gegen Domaingrabber?
    Das Problem in Deutschland ist dass viele glauben sie hätten einen (rechtlichen) Anspruch auf einen bestimmten Domaninnamen. Das ist aber m.E. ein großer Irrtum. Damit ist schon ein großer deutscher Politiker vor Gericht abgeblitzt, der wollte auch dass sein Name nicht genutzt wird.
    Etwas anderes wäre es bei einem Markennamen. Da kann man ein größeres Interesse (Schutzinteresse) ableiten.

    Außerdem gibt es noch die .com-Adresse!?

  5. Waldfee
    Waldfee ist offline
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    Standard AW: Welche Vorgehensweise gegen Domaingrabber?
    Moinsn.
    Danke für die Antworten.
    Lässt sich das gerichtsfest verifizieren? Und wenn ja: wie?
    Man sendet ein Schriftstück an die Adresse und wenn es mit dem Vermerk "Empfänger unbekannt" zurück kommt, hat man den Beweis. Das genügt zumindest der Denic. (Denic-FAQ)
    Der Admin-C kann seinen Sitz haben wo immer er möchte.
    Nach meinem Wissensstand muss für eine .de-Domain der Admin-C eine postalisch erreichbare Adresse in D haben (darf auch ein Treuhand-Dienstleister sein). Der Inhaber darf im Ausland sitzen.
    Hier ist es umgekehrt: Der deutsche Inhaber existiert nicht und der Admin-C sitzt im Ausland.
    Das Problem in Deutschland ist dass viele glauben sie hätten einen (rechtlichen) Anspruch auf einen bestimmten Domaninnamen. Das ist aber m.E. ein großer Irrtum. Damit ist schon ein großer deutscher Politiker vor Gericht abgeblitzt, der wollte auch dass sein Name nicht genutzt wird.
    In diesem erdachten Fall erhofft sich das Unternehmen, die Domain zu bekommen, weil der Inhaber offensichtlich Falschangaben bei der Denic macht und nicht berechtigt ist, eine .de-Domain vom Ausland aus zu betreiben ohne erreichbare deutsche Adresse.

    Die .com gehört im übrigen dem Hersteller/Erfinder der Dienstleistung.
    Geändert von Waldfee (22.05.2014 um 11:01 Uhr)

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Welche Vorgehensweise gegen Domaingrabber?
    Zitat Zitat von Waldfee Beitrag anzeigen
    [...] In diesem erdachten Fall erhofft sich das Unternehmen, die Domain zu bekommen [...]
    Wie TomRohwer schon sagte heisst das nicht dass das Unternehmen einen Anspruch darauf hat. Sie kann sich dafür einsetzen dass die Adresse frei wird. Aber bekommen muss sie sie deshalb noch lange nicht. Wenn ein anderer schneller ist....

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Welche Vorgehensweise gegen Domaingrabber?
    Zitat Zitat von mumpel Beitrag anzeigen
    Das Problem in Deutschland ist dass viele glauben sie hätten einen (rechtlichen) Anspruch auf einen bestimmten Domaninnamen. Das ist aber m.E. ein großer Irrtum. Damit ist schon ein großer deutscher Politiker vor Gericht abgeblitzt, der wollte auch dass sein Name nicht genutzt wird.
    Etwas anderes wäre es bei einem Markennamen. Da kann man ein größeres Interesse (Schutzinteresse) ableiten.
    Die einzigen, die einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch auf bestimmte de-Domains haben sind Städte, Gemeinden, Bundesländer, Bundesministerien und ähnliche Institutionen.

    Herrn Peter Heidelberg nützt es nichts, daß er in den Frühtagen des WWW sich die Domain heidelberg.de gesichert hat - er muss sie an die Stadt Heidelberg herausgeben.

    Ansonsten gibt's nur, wie schon erwähnt, ggf. einen Anspruch darauf, daß geschützte Marken nicht von einem Wettbewerber als Domain genutzt werden.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Welche Vorgehensweise gegen Domaingrabber?
    Zitat Zitat von Waldfee Beitrag anzeigen
    Man sendet ein Schriftstück an die Adresse und wenn es mit dem Vermerk "Empfänger unbekannt" zurück kommt, hat man den Beweis. Das genügt zumindest der Denic. (Denic-FAQ)
    Sorry, aber der Umstand, daß eine Postsendung als "Empfänger unbekannt" zurückgeschickt wird, bedeutet noch lange nicht, daß der Domain-Inhaber nicht existiert.

    Es bedeutet lediglich, daß ihm unter der besagten Adresse keine Post zugestellt werden konnte. (Es kann auch bedeuten, daß der Briefträger nicht an den Briefkasten gekommen ist, weil die Haustür abgeschlossen war...)

    Nach meinem Wissensstand muss für eine .de-Domain der Admin-C eine postalisch erreichbare Adresse in D haben (darf auch ein Treuhand-Dienstleister sein). Der Inhaber darf im Ausland sitzen.
    Nein, das ist nicht ganz richtig.

    Der Admin-C muß dann eine zustellungsfähige (Straßen-)Anschrift in Deutschland haben, wenn der Domain-Inhaber nicht in Deutschland ansässig ist. Denn dann ist der Admin-C automatisch sein Zustellungsbevollmächtigter. Ist der Domain-Inhaber in Deutschland ansässig, kann der Admin-C auch im Ausland sitzen.

    In diesem erdachten Fall erhofft sich das Unternehmen, die Domain zu bekommen, weil der Inhaber offensichtlich Falschangaben bei der Denic macht und nicht berechtigt ist, eine .de-Domain vom Ausland aus zu betreiben ohne erreichbare deutsche Adresse.
    Wie schon geschrieben: man wird ggf. das DENIC dazu bewegen können, die Domain für den jetzigen Inhaber zu löschen. Wer sie dann anschließend bekommt, steht auf einem völlig anderen Blatt.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  9. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Welche Vorgehensweise gegen Domaingrabber?
    Meiner Erfahrung nach hat man mit einem solchen Vorgehen keine Chance.
    Ich rate dir einfach auf die Suche nach einer anderen DOmain zu gehen.
    [URL="http://www.proclienta-unfallhilfe.de/hilfe-und-beratung-bei-verkehrsunfall.html"]Hilfe bei Verkehrsunfall[/URL]

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