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Persönlichkeitsrecht,Privatsphäre, Urheberrechte - Rendering/3d-Visualisierung

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Persönlichkeitsrecht,Privatsphäre, Urheberrechte - Rendering/3d-Visualisierung
    Guten Tag,

    Inspiriert von einem BDA-Bayern Preisträger 2010 (Bund Deutscher Architekten), habe ich mehrere Visualisierungen auf der Grundlage von Fotos eines Privathauses aus dem Internet erstellt. Beruflich bin ich als Architekturvisualisierer tätig und habe mir ein spannendes Projekt gesucht, welches ich zu privaten Zwecken visualisieren wollte.

    Nachdem ich ein Bild (Rendering/Visualisierung) als Preview auf meiner Website veröffentlicht hatte, hat mich der Bauherr kontaktiert und erklärt, dass ich mit meinem Bild gegen seine Privatsphäre, Uhrerbrechte und Privatsphäre verstoße und er mich nun verklagen könne. Ich habe ihm erklärt, wie es zu dem Bild gekommen ist und das ich schon seit 2009 an den Bildern für mein privates Portfolio arbeite. Vermutlich dachte er zu Beginn, ich hätte ich seinem Garten Fotos gemacht. Allerdings habe ich keinerlei Fotomaterial in meinem Bild genutzt. Wir einigten uns darauf, dass ich das Bild von meiner Website entferne.

    Die höhergelegene Gartenseite des Hauses ist vom öffentlichen Fußweg nicht einsehbar. Wie das Haus vom Garten her aussieht, ist in Fotos im Internet zu sehen. Ebenso das Interieure des Hauses.

    Der Bauherr erklärte mir, dass nach dem der Architekt den BDA Preis gewonnen hatten, er seine Zustimmung zur Veröffentlichung von Bildern seines Hauses zugestimmt hatte, es aber kurz darauf bereute. Ihm ist sehr viel an Verborgenheit gelegen.

    Auf mein Bild sind sie aufmerksam geworden, als sie wegen eines weiteren Projekts des Architekten in Zusammenarbeit mit dem Fotografen nach weiteren, nicht genehmigten Veröffentlichungen im Internet forschten.

    Er hat mir von einem Fall berichtet, wo eine Yoga-Schule aus Grünwald ein Foto seines Hauses genommen hatte und es für ihre Zwecke als Werbung einsetze. Auch als Nicht-Jurist leuchtet mir hier eine Urheberrechtsverletzung ein. Bei meinem Bild handelt es sich aber um eine „3d-Visualiserung“ des Hauses. Sämtliche Geometrie wurde von mir erstellt und Texturiert usw. Grundrisse zu dem Haus gibt es unter anderem auf der Internetseite des Architekten zu finden.

    Daraufhin erklärte ich dem Bauherrn, dass ich noch an weiteren Bildern seines Hauses arbeite und sie dann gerne auf meiner privat genutzten Website zeigen würde. Bevor ich das machen würde, möchte ich ihm die Bilder zur Begutachtung schicken. Darauf hatten wir uns geeinigt. Auch würde ich die Bilder ohne den Namen des Hauses und Nennung des Architekten zeigen.

    Heute kam folgende Email des Bauherrn:

    ich kann weder einer Veröffentlichung für kommerzielle noch für private Zwecke zustimmen.
    Auch Architekt und Fotograf schließen sich dieser Auffassung an.
    Die Verweigerung der Zustimmung schließt neben dem Internet auch alle weiteren Arten der Veröffentlichung und Verbreitung ein. …

    Derzeit werden in unserem sowie im Interesse und mit Beauftragung durch Fotograf und Architekt sämtliche ungenehmigten Veröffentlichungen von „Haus XX“ juristisch verfolgt und die entsprechenden Bilder (auch Abbildungen/Renderings) aus dem Internet entfernt.

    … Wir haben uns dennoch zu einem strikten Vorgehen gegen sämtliche rechtswidrigen Veröffentlichungen entschieden, weil uns die damit verbundenen Verletzungen unseres Persönlichkeitsrechts und unserer Privatsphäre sowie den Fotograf und Architekten die Verletzungen ihrer fotografischen und architektonischen Urheberrechte noch weitaus mehr stören.

    Insoweit dürfen Sie unsere Verweigerung zu einer Veröffentlichung bei Ihnen als logische Konsequenz dieser Vorgehensweise sehen.

    -------
    Mich würde interessieren, wie dieser Fall zu beurteilen ist. Das Visualisieren von in diesem Fall Privathäusern, die in Architekturblogs oder entsprechenden Websites auftauchen ist in der Architekturvisualisierungszene normal. Was sicherlich nicht heißen soll, legal, welches meine Frage ist. Mann will zeigen was man kann und es für sein Portfolio nutzen. Wie gesagt, es wurde kein geschütztes Fotomaterial des Architektur- Fotografen in die Bilder eingearbeitet (Kollage, Texturen). Auch stimmen die Grundrisse nicht 100% mit der Realität überein, da ich alles nach Fotos gebaut habe. Ist eine 3D-Visualisierung gleich einer Zeichnung? Was wäre gewesen wenn ich ein Aquarell oder eine Zeichnung erstellt hätte? Es geht sicherlich nicht um die Straßenseite des Hauses, die anders zu bewerten ist, sondern um das Interieure und der Blick vom Privatgarten auf sein Haus.

    Vielen Dank
    Dub

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Persönlichkeitsrecht,Privatsphäre, Urheberrechte - Rendering/3d-Visualisierung
    Das Urheberrecht an einem Gebäude hat der Architekt/******er, nicht der Eigentümer.

    Im Rahmen der Panoramafreiheit (§59 UrhG) dürfen bleibend an öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen angebrachte geschützte Werke (z.B. Bauwerke) mittels Lichtbild vervielfältigt und die Vervielfältigungen zu beliebigen Zwecken veröffentlicht werden usw. usf. Näheres verrät eine Google-Recherche.

    Das Eigentumsrecht an einem Gebäude wird durch eine Abbildung seines Äußeren ebenfalls nicht berührt, es gelten hier analog die selben Regeln wie bei der Panoramafreiheit (also Aufnahme nur von öffentlichem Grund aus etc.pp., auch hier verrät eine Google-Recherche alles weitere).

    Die Privatsphäre wird durch eine Veröffentlichung der Außenansicht eines Gebäudes nicht verletzt.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Persönlichkeitsrecht,Privatsphäre, Urheberrechte - Rendering/3d-Visualisierung
    Hallo, danke für Antwort. Mittels "Lichtbild" klingt wie eine sehr altertümliche Definition. Bei meinem Beispiel handelt es sich um Visualisierungen, die mittels 3d-Software und Bildbearbeitung erstellte wurden. Ich habe mehrere Innensichten des Hauses, die ich nach Fotos des Hauses aus der Internet erstellt habe. Die Fotos wurden im Auftrag des Bauherrn durch einen Fotografen erstellt. Die Frage ist, was sind Renderings/Visualisierungen? = Lichtbilder? könnte ich als Maler/Künstler die Fotos des Innenraumes abmalen? oder bräuchte ich hierzu die Genehmigung des Hausbesitzers, der die Bilder seines Hauses der ganzen Welt im Internet zum Betrachten zur Verfügung stellt.
    Müssen die Grundrisse seine Hauses mit meinen 100% übereinstimmen? das tuen sie nicht. Ich habe kein Fotomaterial des Fotografen in meine Bildern verwendet sondern alles 3d Konstruiert. Hierbei leuchtet mir die "Panoramafreiheit" nicht ein. Kommt sie hier überhaupt zum tragen?

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