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Thema: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

  1. Neuer Benutzer
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    Unglücklich Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Wenn jemand einen Blog betreibt, über sämtliche Themen wie Kochen, Backen, Fotografie, eigene Meinungen/Erfahrungen/Ansichten und der Betreiber demnach auch viele hundert Leser bekommt/hat, besteht, wie ich gelesen habe, eine Impressumspflicht, da der Blog nicht mit einem Passwort geschützt ist.
    Kann man einen Blog mit Passwort schützen und auch z.B diesen (als Beispiel) 500 Lesern oder wenn es irgendwann 5.000 Leserin sind, das Passwort zusenden, sodass der Betreiber kein Impressum angeben muss?

    Und wie würde der Betreiber sich außerdem vor einen Missbrauch seiner Daten schützen, die er beim Impressum alles angeben muss?
    Ich persönlich habe mit einem Stalker schon Bekanntschaft gemacht und war alles andere als begeistert. Sich aber dadurch das Recht auf freie Meinungsäußerung vermiesen zu lassen, trotz "Impressumspflicht", ist wiederum auch nicht gerade gut.

    Gibt es dazu denn kein Gesetz, gegen Missbrauch der Daten, was man als kleine "Sicherheit" im Impressum angeben kann, um ein wenig "abzuschrecken"?

    In Google finde ich darüber nur persönliche Meinungen, nichts Konkretes. Daher möchte ich hier mein Glück versuchen.
    Vielen Dank schon einmal.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Hallo!

    Das Impressum ist erforderlich. Selbst wenn man den Usern das Kennwort zusendet. Nur bei einer reinen geschlossenen Benutzergruppe (z.B. unter Freunden und Kollegen) könnte das Impressum entfallen, sofern auf der Blog-Seite keine anderen (freien) Inhalte anboten werden. Hier sei mal wieder auf die Begriffe "privat" und "geschäftsmäßig" hingewiesen. Letzteres ist IMHO nicht auf offene Inhalte begrenzt. Es muss auch für nicht registrierte Anwender erkennbar sein wer den Blog betreibt.

    Der Schutz gegen Missbrauch ergibt sich aus Datenschutzgesetz und Urheberrecht. Schutz vor Stalking ergibt sich IMHO aus dem StGB.

    Gruß, René

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Zitat Zitat von Lily Beitrag anzeigen
    Kann man einen Blog mit Passwort schützen und auch z.B diesen (als Beispiel) 500 Lesern oder wenn es irgendwann 5.000 Leserin sind, das Passwort zusenden, sodass der Betreiber kein Impressum angeben muss?
    Nein.

    Und wie würde der Betreiber sich außerdem vor einen Missbrauch seiner Daten schützen, die er beim Impressum alles angeben muss?
    Vorab kann er das nicht.
    Gibt es dazu denn kein Gesetz, gegen Missbrauch der Daten, was man als kleine "Sicherheit" im Impressum angeben kann, um ein wenig "abzuschrecken"?
    Doch, das Bundesdatenschutzgesetz, das Strafgesetzbuch etc.pp.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  4. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Das heißt also, man darf unter einem Impressum sowas schreiben wie:
    "Bei Zuwiderhandlung bzw. Missbrauch der angegeben Daten, wird gegen § 263 StGb "Betrug" und ... verstoßen und sofort zur Anzeige gebracht."

    Kann man das also so schreiben?
    Ich denke, das würde einigen Menschen ein kleines, winzig kleines Gefühl der Sicherheit geben. Schon klar, dass das so oder so bestraft wird und bis zu 10 Jahre Haft ist ja auch nicht gerade etwas, was solche Täter wollen, aber dennoch empfinde ich das selbst als beruhigend, zumindest ein wenig.

    Schönen Sonntag!

  5. Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Ja, sie haben es doch gut verstanden, ich hoffe die angst ist schon ein bisschen weg

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Zitat Zitat von Lily Beitrag anzeigen
    Das heißt also, man darf unter einem Impressum sowas schreiben wie:
    "Bei Zuwiderhandlung bzw. Missbrauch der angegeben Daten, wird gegen § 263 StGb "Betrug" und ... verstoßen und sofort zur Anzeige gebracht."
    Das kann man schreiben, oder es auch lassen - es ändert nichts und hat keinerlei rechtliche Wirkung.

    Der Mißbrauch von Personendaten hat im übrigen nichts mit dem Straftatbestand des Betrugs (§263 StGB) zu tun. "Betrug" im Sinne des Strafrechts setzt voraus, daß einem Dritten ein Vermögensschaden zugefügt wurde.

    ("Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.")

    Ich denke, das würde einigen Menschen ein kleines, winzig kleines Gefühl der Sicherheit geben. Schon klar, dass das so oder so bestraft wird und bis zu 10 Jahre Haft ist ja auch nicht gerade etwas, was solche Täter wollen, aber dennoch empfinde ich das selbst als beruhigend, zumindest ein wenig.
    Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz sind Ordnungswidrigkeiten. Die unzulässige Verwendung fremder Personendaten ist im Regelfall auch nicht strafbar, sondern begründet ggf. zivilrechtliche Unterlassungsansprüche.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Zitat Zitat von TomRohwer Beitrag anzeigen
    [...] daß einem Dritten ein Vermögensschaden zugefügt wurde [...]
    Ist das in der Regel nicht der Sinn von Identitätsdiebstahl/Datenmissbrauch?

  8. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Also ich habe schon so einige Horrorgeschichten gehört, Internet-sei-"Dank". Da gab es wohl mal einen heftigen Fall von Datenmissbrauch, als jemand sehr, sehr teure Bestellungen im Namen einer anderen Person aufgegeben hat. Zählt das nicht unter Betrug?
    Da ich auch noch eine lebhafte Fantasie habe (Hollywood-sei-Dank), denke ich auch immer an solche Arten von Brief"bomben". Nicht Bomben in dem Sinne, wobei sowas ja auch schon bei Privatpersonen passiert ist und ich weiß, wer an eine Adresse kommen will, der kommt da ran, ob über das Internet oder durch das Rathaus, aber dieses Gefühl vom Präsentierteller ist dennoch recht merkwürdig. Ich frage mich, ob es da nicht einen Schutz vom Staat selbst gibt, der Blog/Webseitenbetreibern erlaubt, sich ein wenig selbst zu schützen? Z.B bei Brief- & Warensendungen von der Post selbst kontrollieren zu lassen?

    Oder wäre es zumindest legal im Impressum zu erwähnen, dass man vor einer Brief- und/oder Warensendung eine Benachrichtigung per E-Mail wünsche, da man es sonst postwendend zurückschicke? Geht das denn?
    Falls z.B ein Anwalt eine Abmahnung schickt, aufgrund eines Fehlers des Betreibers, wird dies ja auch beim Brief so zu lesen sein, davon gehe ich mal aus?

    Ich muss hierbei ganz ehrlich sein, dass ich sowas nicht gerade auf die leichte Schulter nehme und daher etwas suche, womit ich das Ganze vielleicht ein wenig "bremsen" kann, in dem Sinne, also bei solchen Menschen, die vor gar nichts zurückschrecken. Ich meine, die Firma wird sicher herausfinden können, von wo aus die Bestellung kam (IP/Telefonnummer), aber ich möchte da wirklich lieber auf Nummer "Sicher" gehen, wenn das überhaupt möglich ist.

    Ich versuche es einfach mal mit den Angaben der Paragraphen für Betrug und der Ordnungswidrigkeit. Mehr kann ich wohl (leider) nicht machen, vielleicht hilft es ja.

    Tut mir leid, dass ich euch erneut nerven muss, aber diese Gedanken bilden leider einen Teufelskreis.

    PS: Welcher Paragraph wäre das, beim BDSG? Ich finde da sehr viele, aber nicht dass, was ich suche, was man erwähnen könnte.

  9. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Zitat Zitat von mumpel Beitrag anzeigen
    Ist das in der Regel nicht der Sinn von Identitätsdiebstahl/Datenmissbrauch?
    Ob das der Sinn von "Identitätsdiebstahl" oder Datenmißbrauch ist kann dahingestellt bleiben.

    Damit es den Straftatbestand des "Betrugs" erfüllt, muß ein Vermögensschaden verwirklicht sein. Und dieser Vermögensschaden muß bezifferbar sein.

    Der "Identitätsdiebstahl" an sich erfüllt aber eindeutig nicht den Tatbestand des Betrugs.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  10. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Zitat Zitat von Lily Beitrag anzeigen
    Also ich habe schon so einige Horrorgeschichten gehört, Internet-sei-"Dank". Da gab es wohl mal einen heftigen Fall von Datenmissbrauch, als jemand sehr, sehr teure Bestellungen im Namen einer anderen Person aufgegeben hat. Zählt das nicht unter Betrug?
    Wenn es passiert, ist es ggf. versuchter Betrug. Denn so ein betrügerisches Manöver verursacht ja noch keinen Vermögensschaden, denn es begründet keine Forderungen gegen den Betroffenen.

    Oder wäre es zumindest legal im Impressum zu erwähnen, dass man vor einer Brief- und/oder Warensendung eine Benachrichtigung per E-Mail wünsche, da man es sonst postwendend zurückschicke?
    Es geht alles - es bringt nur nicht das gewünschte.

    Man kann niemanden daran hindern, einem einen Brief zu schicken, wenn der Betreffende ein berechtigtes Interesse daran hat, dies zu tun.

    Andere Leute mit unerwünschter Werbung zu beschicken ist wiederum auch ohne so einen Hinweis unzulässig.

    Mit anderen Worten: entweder ist es unzulässig - dann braucht es so einen Hinweis nicht. Oder aber es ist zulässig - dann bringt ein solcher Hinweis nix.

    Falls z.B ein Anwalt eine Abmahnung schickt, aufgrund eines Fehlers des Betreibers, wird dies ja auch beim Brief so zu lesen sein, davon gehe ich mal aus?
    Erstens: es sind nicht die Anwälte, die Abmahnungen schicken. Abmahnen können zwei Gruppen:

    a) Geschädigte (z.B. Urheber, deren Werke unzulässig verwendet wurden) oder Wettbewerber, wenn es sich um unlauteren Wettbewerb handelt (Verstoß gegen das UWG)

    b) zugelassene Vereine zum Schutz des lauteren Wettbewerbs - die können aber keine Privatleute abmahnen, sondern nur Gewerbetreibende und Freiberufler

    Zweitens: niemand kann im Vorweg eine Abmahnung verbieten, oder das Zusenden eines entsprechenden Schreibens.

    Ob es besonders hilfreich ist, im Impressum darauf hinzuweisen, daß es strafbar sein kann, die Daten aus dem Impressum zu verwenden, um betrügerische oder "stalkende" Bestellungen aufzugeben...

    ... das sei mal dahingestellt. Ich neige eher zu der Vermutung, daß man damit überhaupt erst den einen oder anderen auf dumme Ideen bringt.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  11. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Angst vor Impressum-Missbrauch!?

    Auch wieder wahr, die Leute dann gerade damit auf dumme Ideen zu bringen. :/
    Einerseits weiß ja auch eigentlich mittlerweile jeder, dass Datenmissbrauch strafbar ist.

    Vermutlich muss ich wohl einmal zu einem Anwalt gehen und fragen, was man tun kann. Wenn nichts geht, gut, dann muss man halt durch oder eben keinen Blog/Website veröffentlichen. Letzten Endes würde man auch eine Adresse so oder so herauskriegen, wenn man kein Impressum angegeben hätte, richtig? Also ob man es letzten Endes angibt oder nicht (angenommen, es wäre keine Pflicht), die Adresse kriegt man von jedem mittlerweile raus, richtig?

    Danke jedenfalls für eure Antworten.

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