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Bildrechte zu einem RTL Dreh

  1. Babymina
    Babymina ist offline
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    Ausrufezeichen Bildrechte zu einem RTL Dreh
    Hallo zusammen,

    Ich habe eine frage zum Urheberrecht bzgl eines Drehs von mir.

    Ich haben vor einigen Jahren einmal in Jugendlicher Dummheit für RTL einen Unterwäsche Test abgedreht , den ich im Nachhinein ( und vor allem mit dem alter ) richtig peinlich finde .

    Zudem muss ich sagen habe ich da richtige Einschränkungen durch , denn durch mein dummes verhalten habe ich mich nicht nur richtig blamiert sondern auch richtig unseriös wirken lassen , und ich hab schon so einige Male Nachteile bei Männern und vor allem im BERUF gehabt .
    Zumal bin ich da ja halb nackt ....

    Mein lieber Gott was mich da geritten hat .....

    Der clip ist zwar seit 2 Jahren nicht mehr ausgestrahlt worden, dennoch kann ich immernoch ein Video im Internet finden wenn ich in die google suche gewisse sachen eingebe.
    Ich habe wirklich Angst das der i wann wieder aus dem Archiv geholt wird.

    Frage: bekomme ich die bildrechte zurück und kann eine erneute Ausstrahlung für immer verhindern ?

    ODER KANN ICH AUF GESICHTSVERPIXELUNG BESTEHEN?

    Ich weiß das ich damals i einen Wisch unterschrieben habe ....


    Ich danke schonmal für eure Antworten !

    Ganz liebe Grüße Babymina

    Und ich bitte um fachkundige Antworten und nicht um Belehrungen und irgendeine Art von "lächerlich machen ."
    Ich weiß selbst das es dumm war und ich bereue es total
    Geändert von Babymina (26.06.2013 um 01:10 Uhr)

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bildrechte zu einem RTL Dreh
    Wie alt warst du denn zu dem Zeitpunkt des Vertragschlusses?
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  3. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Bildrechte zu einem RTL Dreh
    Ich zitiere mich mal selbst, aus einem anderen Forum:

    Über eine hochinteressanten Rechtsstreit in Sachen "Widerruf eines Modelrelease" berichtet Rechtsanwalt David Seiler (Herausgeber des Newsletters [url]www.fotorecht.de[/url] der Fotografenvereinigung Freelens) in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "Visuell". In dem Fall ging es um Aufnahmen für die RTL-Reality-Soap "Die Supernanny".

    Die Mutter einer 15jährigen Tochter hatte die "Supernanny" Katharina Saalfrank zur Hilfe gerufen, und dafür mit RTL den entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Die Mutter erteilte für sich selbst und ihre Tochter die erforderlich Einverständniserklärung für die Ausstrahlung der Aufnahmen. Die Einwilligung des Vaters war nicht erforderlich, da die Mutter das alleinige Sorgerecht für die Tochter besitzt. RTL zahlte für die Mitwirkung ein Honorar von 2000 €.

    Ebenfalls gefragt, zunächst telefonisch vorab und dann direkt bei den Dreharbeiten, wurde die Tochter. Da sie über 14 Jahre alt ist, wird ihr eigenes Einverständnis von Juristen ebenfalls als erforderlich angesehen, so Seiler. Voraussetzung für eine wirksame Einwilligung von Minderjährigen ist die "Einsichtsfähigkeit in den Umgang und die Bedeutung der Einwilligung." Das wiederum setze Kenntnis von Art, Umfang und Zweck der Verwendung des Bildmaterials voraus. Der Tochter war das Sendeformat bekannt, sie wußte also, worauf sie sich einlässt.

    Sechs Wochen später versuchte die Tochter, die Ausstrahlung der Sendung durch eine einstweilige Verfügung zu verhindern.

    David Seiler weiter in seinem Bericht: "Grundsätzlich kann eine Einwilligungserklärung bei Irrtum über Umfang und Tragweite des Eingriffs in das Persönlichkeitsrecht oder das Recht am eigenen Bild angefochten werden. Diese Voraussetzungen lagen hier aber nicht vor (...)."

    Eine einmal erteilte und nicht wirksam angefochtene Einwilligungserklärung könne grundsätzlich nicht widerrufen werden. Der Empfänger der Einwilligungserklärung müsse darauf vertrauen können, dass er die mit teils nicht unerheblichen Investitionen getätigten Aufnahmen vermarkten kann. Schließlich hafte auch der Fotograf im Rahmen von Lizenzverträgen seinen Kunden gegenüber für den von ihm auch im Vertrauen auf das Model-Release eingeräumten Umfang der Rechte.

    Nur in wenigen Ausnahmefällen könne eine Einwilligung widerrufen werden, denn hierzu müsse ein wichtiger Grund vorliegen. Dies werde insbesondere dann angenommen, wenn seit den Aufnahmen eine grundlegende Wandlung der Persönlichkeit ("z.B. vom Aktmodel zur Nonne") erfolgt ist oder wenn schwere psychische oder physische Folgen drohten.

    All diese "Ausnahmetatbestände" lagen hier nach Ansicht des Landgerichts Bielefeld nicht vor. Es erklärte die Ausstrahlung für zulässig und verwarf die einstweilige Verfügung.

    Interessant daran finde ich, wie weit das LG Bielefeld in seiner Einschätzung der Einwilligungsfähigkeit einer 15jährigen geht. Man unterstellt ihr (zumindest dieser 15jährigen, pauschalisieren lässt sich das natürlich nicht), daß sie in der Lage gewesen sei, eine realistische Einschätzung der Folgen einer Ausstrahlung ihrer Person und ihrer persönlichen Erziehungsprobleme in der RTL-Sendung "Die Supernanny" vorzunehmen.

    Ob das in der Realität wirklich der Fall ist, oder ob Beteiligte (auch Erwachsene!) nicht oft erst hinterher merken, wie sehr sie ihr Privat- und Intimleben vor einer bundesweiten Fernsehöffentlichkeit "zum Affen" gemacht haben, sei mal dahingestellt. Das Urteil des LG Bielefeld zeigt jedenfalls, wie ernst Einwilligungserklärungen zu nehmen sind, wenn sie unter grundsätzlich ausreichenden Bedingungen zustande kommen und "nicht spätestens in unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Aufnahme" zurückgenommen werden.

    _________________________________________________

    Quelle: Visuell 3/2008
    RA David Seiler (Mainz) - [url]www.fotorecht.de[/url]
    Landgericht Bielefeld, 6 O 360/07 v. 18.09.2007

    ===========================================

    Ich weiß das ich damals i einen Wisch unterschrieben habe ....
    So einen "Wisch" nennt man Vertrag.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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