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Abofalle - Muss man zahlen?

  1. JonnyJoke
    JonnyJoke ist offline
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    Standard Abofalle - Muss man zahlen?
    Guten Tag.

    Ich bin neu hier und hoffe, dass ich meine Frage richtig stelle. Wenn dem nicht so ist, bitte ich um Nachsicht.
    Es kann auch sein, dass dieser Fall schon einmal diskutiert wurde, jedoch weiß ich nicht, ob sich evtl. rechtlich in dieser Sache in den Jahren etwas getan hat.

    Nun zu meiner Frage:

    Wenn jemand bei einem Internetportal unfreiwillig ein kostenloses Testabo über abschließt, das dann nach einem Monat in ein 12-monatiges kostenpflichtiges Abo übergeht, muss er dann die verlangten Kosten bezahlen?
    Auch, wenn nichts unterschrieben wurde und auch kein schriftlicher Vertrag o.ä. vorliegt, und derjenige bereits schriftlich diesem Abonement (vergebens) widersprochen hat?

    Da die Frage nun sehr allgemein formuliert ist, stehe ich für Fragen natürlich zur Verfügung.
    ___________________

    Vielen Dank im Voraus!

    JonnyJoke

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Abofalle - Muss man zahlen?
    Hallo JonnyJoke,

    ein Vertrag muss nicht unbedingt in Schriftform geschlossen werden. Er kann auch mündlich, stillschweigend oder auf andere Weise zustande kommen.
    Einen Anspruch auf Zahlung der geforderten Abosumme hätte der Abonnementbetreiber dann nicht, wenn der Verlängerung des Abos über den Testumfang hinaus wirksam,dh fristgerecht, widersprochen worden ist.

    Ansonsten wäre nur noch zu fragen, ob eine derartige Umwandlung rechtlich zulässig ist. Das hängt dann davon ab, ob auf die Verlängerung ordnungsgemäß hingewiesen wurde, etc...

  3. JonnyJoke
    JonnyJoke ist offline
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    Standard AW: Abofalle - Muss man zahlen?
    Erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Vielleicht muss ich meine Frage etwas genauer formulieren, um die "gewünschte" Antwort zu bekommen.

    Wenn die Person nicht wusste, dass sich das Testabonnement in ein kostenpflichtiges Abo umwandelt und auch nicht darüber informiert wurde / den Eindruck hat, nicht offensichtlich genug darüber informiert worden zu sein, und deshalb den zustandegekommenen, (seines Erachtens) einseitigen Vertrage bestreiten, kann die Person sich dann das "Recht" nehmen und dem Vertrag nicht zuzustimmen? Und natürlich die fälligen Kosten nicht zu zahlen?

    Nehmen wir aber einmal folgendes an:
    Die Person wusste, dass es sich jenes Testabo nach einem Monat in ein kostenpflichtiges Abo umwandelt, wurde darüber informiert und hat die Widerrufsplicht nicht eingehalten. Sie möchte aber das kostenpflichtige Abo nicht, sondern wollte nur einen Monat das Abo kostenfrei testen.
    Ist es auch dann möglich, zu kündigen (nach Fristende und damit erst wirksam nach einer Laufzeit von 12 Monaten) und zu sagen, dass man dieses Abo eigentlich nicht will und nie wollte, und aufgrund dessen die Zahlung verweigert?


    Die Kernfrage ist, ob man in beiden Fällen / oder nur im ersten Fall mit (rechtlichen) Konsquenzen rechnen muss oder man es durch "hartnäckiges" Beharren auf seine Meinung "aussitzen" kann und im Endeffekt nichts zu befürchten hat.

    Möge auch dieser "Roman" verständlich sein. *g*

    Grüße
    JonnyJoke

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Abofalle - Muss man zahlen?
    Subjektive Einschätzung ist eher nicht so wichtig. Man stellt darauf ab, ob es für einen objektiven Betrachter erkennbar war. Handelt es sich also um die übliche Betrügerseite, darf man zumindest gut hinterfragen, ob man zahlen muss.

    Möglich wäre vielleicht auch eine Anfechtung, was aber einen Schadensersatz in gleicher Höhe zur Folge haben könnte.

    Widerrufsrecht im Fernabsatz wäre noch ein Punkt.

    Der beste Ansatz ist wohl, wenn man guckt, ob der Preis etc. wirksam mitgeteilt wurde. Bin mir nicht sicher, ob die Nennung des Preises bei Verlängern nur in den AGB haltbar ist. Denke nein.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  5. JonnyJoke
    JonnyJoke ist offline
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    Standard AW: Abofalle - Muss man zahlen?
    Es handelt sich im Übrigen nicht um eine "übliche Betrügerseite", sondern um ein bekanntes und großes Internetportel, wo ich über meinen dortigen E-Mail-Account in diese Abofalle geraten bin.
    Mit meiner evtl. subjektiven Einschätzung stehe ich - nach Forschungen, die ich zu diesem Thema im Internet betrieben habe - jedoch nicht alleine, ganz im Gegenteil.
    Geändert von JonnyJoke (11.04.2012 um 11:02 Uhr)

  6. JonnyJoke
    JonnyJoke ist offline
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    Standard AW: Abofalle - Muss man zahlen?
    Ich würde mich über weitere Meinungen sehr freuen.

    @Elradon: "Widerrufsrecht im Fernabsatz" - könntest du das bitte näher erläutern?

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Abofalle - Muss man zahlen?
    Also, grob abstrahiert bedeutet das Widerrufsrecht im Fernabsatz, dass der Verbraucher ein Recht hat, den geschlossenen Kaufvertrag zu widerrufen. Dazu ist eine Frist von 14 Tagen bestimmt.
    Der Grund dazu liegt darin, dass man zB bei einer Internetbestellung die Waren nur auf dem Foto, nicht allerdings real begutachten kann. Hierin unterscheidet sich also der Fernabsatz von dem normalen Verbrauchsgüterkauf.

    Um auf den Ausgangsfall zurückzukommen: Dem Vertrag zustimmen kann der Nutzer nicht. Der Vertrag ist ja schon durch fehlende Kündigung des Testabos geschlossen worden. Das Problem an dem Sachverhalt scheint wohl zu sein, wie gut/schlecht die Informationen über das Zustandekommen des Vertrages in den zugrunde liegenden Unterlagen war (wohl in den AGBs nachzuprüfen).

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