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Name fremder Domain im Titel eigener Domain

  1. Neuer Benutzer
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    Frage Name fremder Domain im Titel eigener Domain
    Hallo.

    Was mir gerade durch den Kopf ging...

    "Dr. Bahr" schreibt folgendes:
    [url]http://www.dr-bahr.com/infos/veroeffentlichungen/aufsaetze/marken_als_domainnamen.html[/url]


    Angenommen jemand würde eine Webseite eröffnen, wo sich Kunden einer Handwerksbörse mit Klarname und Adresse eintragen können.
    Klar dass dies der Handwerksbörse nicht passt, versuchen diese doch zu verhindern dass ihre Kunden (die Auftraggeber) an ihnen vorbei erreichbar sind.
    Das ist aber natürlich nicht illegal. Höchstens gegen die AGB der Handwerksbörse. Aber da müsste man in dem Szenario ja nicht mal registriert sein.

    Zurück zum Thema der Domain. Jemand registriert sich also eine Domain mit dem Namen der Handwerksbörse im Titel, ergänzt um einen Begriff der aussagt dass sich dort die Nutzer eintragen. Eine Art Telefonbuch der Kunden.
    Suchbar über die Nutzernamen die sie bei der Handwerksbörse angaben.

    Das wäre die Kernfrage. Der Rest ist dafür nicht wichtig, aber wer es lesen will, bitte...

    Die meisten Auftraggeber glauben scheinbar dass es für alle kostenlos ist.
    Wenn man sich mal die Seiten der Börsen, bzw. die Seite vom Marktführer ansieht, fällt auf dass Gebühren dort nicht beim normalen Surfen zu sehen sind. Entweder in den Auftragnehmerbereichen oder nur in den AGB bzw. wenn man als AG sehr genau sucht. Aber wer hat schon Anlass dazu.
    Ich weiß dass AG erstaunt sind, wenn sie erfahren dass überhaupt Gebühren anfallen. Also z.B. wenn sie sich jemand für eine kleine Installation/Einstellung... für €35 holen, da (zumindest früher) pauschal 7 Euro an die Seite geht. Wenn sie wüssten was da heute (z.B. beim Größten) an Monatspreisen verlangt wird damit überhaupt noch Angebote abgegeben werden dürfen wären sie wohl noch erstaunter.
    Dass kann denen egal sein?
    Naja, als Kunde wäre ich nicht sehr glücklich zu erfahren dass viele potentielle Mitbieter gar nicht erst mitbieten (können, weil sie nicht zig Euro im Monat mit 24Monatsvertrag riskieren wollen).
    Dass gerade die günstigeren durch diese Monatsgebühren abgeschreckt werden.

    Was, das ist gut so? Das muss ja wohl jeder Suchende selbst entscheiden.
    Also ich will nicht, ohne dass ich es weiß (OK, ICH weiß es, aber es geht ja ums Prinzip), nur teure Handwerker mit Firmenräumen, Angestellten, Firmenwagen/Fuhrpark usw. präsentiert bekommen.
    Und auch wenn man es als reiner Auftraggeber weiß, ist es Sch, äh ätzend zu wissen dass man beim Marktführer nur die teuren "Profis" (Profis hier nicht im Sinne der Qualität gemeint) findet...


    Einzelpersonen (mit Gewerbeschein!) sind nicht automatisch schlechter in ihren Leistungen. Das ist ZdH-Propaganda.
    Im Gegenteil, wenn das eine Person ist die nur wenig Aufträge bekommt bzw. Angebote macht, dann kann sie sich bei jedem Auftrag sehr viel Zeit nehmen. Und wenn es sein muss beim €100-Auftrag von 7-22 Uhr arbeiten, und 100km Anfahren und abfahren. Jemand der sonst keine Termine hat, dem kann das egal sein.

    Und jemand der von ~600/Monat leben kann, dem reichen ein paar Aufträge im Monat. Der kann also so genannte "Dumpingpreise" machen.
    "Dumping" in den Augen der niedergelassenen Handwerker, weil die nur mit Firma, Angetellten, Fuhrpark usw. rechnen. Evtl. noch ein paar Mäuler daheim, die Limousine zum "repräsentieren" vor den Nachbarn, das 500m²-Eigentumshaus usw.. Nein, kein Neid, einfach nur Fakt.
    Für die ist es unvorstellbar was für Preise diese Menschen machen können bzw. konnten.
    Und wenn da Menschen boten, die sonst von etwas anderem ihr überleben sichern können (Mieteinnahmen, Teilnahme an medizinischen Studien...), die praktisch jeden Preis über Selbstkosten machen können/konnten, ist das auch in Ordnung.
    Die eimngesessenen Handwerker haben kein moralisches Monopol auf diese Aufträge. Irrelevant wie viele Angestellte und deren Familien daran hängen.

    Zumindest sollten die Handwerker suchenden Nutzer darüber aufgeklärt sein was da für Gebühren anfallen, und wer dadurch evtl. nicht mehr auf dieser Plattform seine Dienste anbietet.
    In Deutschland reicht es einmal monatelang TV-Werbung zu machen, und schon nutzen die meisten nur noch diese Seite.
    (Übrigens: In China ist nicht Google DIE Suchmaschine, sondern Baidu.
    Und das ist nicht Regierungsgesteuert so...)

    Das Thema ist so wichtig, dass hier eigentlich der Staat solchen Unternehmen Konkurrenz machen sollte. Ich sehe hier hoheitliche Rechte.
    Nicht andere ausschließende Rechte (wie bei der Polizei), aber zumindest die Tatsache dass so etwas eingeführt werden nuss, und dabei keine Rücksicht auf gewerbliche Konkurrenz genommen werden darf.

    Die Agentur für Arbeit sollte eine eigene Online-Börse aufmachen und dafür auch in TV, Radio, Printmedien usw. werben.
    Was, die bieten Tagelöhnern schon die Möglichkeit sich Arbeit zu suchen? Das ist etwas anderes, denn da suchen Unternehmen Hilfskräfte.

    Ich meine Aufträge auf eigene Rechnung. Eine kostenlose Onlinebörse wo Privatleute (oder auch Firmen) sich für einen Konkreten Auftrag Handwerker/Dienstleister suchen können. Auftragnehmer mit denen Sie dann abrechnen.
    So dass sich diese Menschen nicht an das Amt wenden müssen, um von denen dann eine Firma vermittelt zu bekommen die per Amt eine Hilfskraft einsetzt.

    Und die Agentur für Arbeit würde wohl davon profitieren.
    Denen geht es heute doch nur um die Manipulierung der Arbeitslosenzahlen.
    Wenn sich durch solche eine Möglichkeit weniger Menschen Arbeitslos melden würden, wären das echte geringere Zahlen. Wenn die von z.B. €650 (inkl. €150 Krankenkasse) leben können und wollen, dann ist das deren Entscheidung. Das Amt spart Leistungen und hat weniger AL in der Statistik. Da sollte das Gejammer des Zentralrates der Handwerker keinerlei Bedeutung haben. Es sollte keinerlei Bedeutung haben dass diese Betriebe evtl. sparen müssen... Auch wenn diese "drohen" dann Angestellte entlassen zu müssen (die Keule schlechthin...).

    Falls das BGE mal kommt (und das wird es irgendwann, weil es irgendwann nicht mehr anders geht, da die AL auf hohe 2-stellige Zahlen steigen wird), wäre theoretisch jeder in der Lage sich Arbeit zu suchen von der er/sie nicht leben müssen (zumindest dann, wenn man zumindest von z.b. €650 BGE lebt).



    Grüße,
    Tobias Claren
    Geändert von Tobias Claren (31.03.2012 um 16:29 Uhr)

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Name fremder Domain im Titel eigener Domain
    Zitat Zitat von Tobias Claren Beitrag anzeigen
    Zurück zum Thema der Domain. Jemand registriert sich also eine Domain mit dem Namen der Handwerksbörse im Titel, ergänzt um einen Begriff der aussagt dass sich dort die Nutzer eintragen. Eine Art Telefonbuch der Kunden.
    Suchbar über die Nutzernamen die sie bei der Handwerksbörse angaben.
    Das wird je nach Umständen des Einzelfalls markenrechtlich unzulässig sein.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  3. Neuer Benutzer
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    Reden AW: Name fremder Domain im Titel eigener Domain
    Glückwunsch, das klingt wie von einem Juristen der noch kein Geld gesehen hat .

    Wenn die Seite 123Handwerker heißt, und sich die Seite 123Handwerker-Buch oder 123Handwerker-Verzeichnis nennt sollte das genau so zulässig wie "Schufafreierkredit" (enthält "Schufa") sein.

  4. Neuer Benutzer
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    Frage AW: Name fremder Domain im Titel eigener Domain
    Hallo.

    Ich will da noch mal nachharken.
    Das Szenario kommt ja immer wieder mal auf.
    Und sei es nur in Disskusionen.
    Gibt es dazu evtl. Prezedänzfälle?
    Mir ist klar, dass diese in der Deutschen Justiz nicht bindend sind, aber sie zeigen eine Richtung.

    Und wie sieht es praktisch (nichts rechtstheoretisch) aus, wenn die Domain im Ausland liegt, und im Whois kein Deutscher eingetragen ist (evtl. nur das Unternehmen das die Domain anbietet)?

    In den USA gab und gibt es einige so genannte "Gripesites".
    "Meckerseiten" wie das legendäre Microsoftsucks.com (was MS nur durch 20.000 Dollar Abkauf verschwinden lassen konnte) usw..

    Welche Chance hätte ein Deutsches Unternehmen gegen eine im Ausland gehostete Domain?
    Z.B. auf den Bahamas. Nein, das ist jetzt kein Extrembeispiel für paranoider mit teurer Domain, das ist realistisch. Es handelt sich sogar um mit die günstigsten com/net/org/info...-Domains mit kostenlosem Indentitätsschutz.
    Gehen wir davon aus der bietet keinen Webspace an. Also läge der Webspace evtl. in den USA. Domain auf den Bahamas, Webspace in den USA.
    Alternativ Webspace in der Ukraine (auch ein realistisches existierendes Beispiel).

    Welche Chance hätte das Deutsche Unternehmen?

    Bleiben wir beim alten Beispiel einer Handwerksbörse.
    Jemand startet so eine Art "Facebook" für alle Mitglieder dieser Handwerksbörse. Mit dem eindeutigen Zweck nicht zahlenden Mitgliedern die Kontaktaufnahme zu Auftraggebern am Anbieter vorbei zu ermöglichen.
    Aber theoretisch auch anders herum. Die Kontaktaufnahme von Kunden zu Auftragnehmern.

    Natürlich steht der Markenname im Titel der Domain.
    Mit klarem Vorsatz in der Googlesuche so weit wie möglich oben (neben der Seite) zu stehen.
    Z.B. bei "www.Workbid.de" die Seite "Workbid-Verzeichnis.com"
    Das sind keine echten Handwersauktionen, aber registrierte unbedeutende Umleitungsdomains.
    Also gut als Beispiel (wenn ich einen guten Namen hätte der nicht registriert ist würde ich den evtl. eher registrieren ).


    Und um es interessanter zu machen (ist ja hier alles fiktiv), könnte "Workbid" seinen Kunden die in der Liste auftauchen Stress machen?
    Geändert von Tobias Claren (14.08.2012 um 20:55 Uhr)

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