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Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft

  1. Kabuto
    Kabuto ist offline
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    Standard Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Habe mir mal meine alten Kontoauszüge vorgenommen und gezählt, was ich durch meine privaten Verkäufe eingenommen habe.

    Es ist ein erschreckend hoher Betrag zu stande gekommen von etwa 15.000 Euro in einem Jahr (möglich auch 1 1/2 Jahre).

    Ausschlaggebend war ein Schreiben vom Anwalt, der von mir Geld verlangt hat bzw. mich aufgefordert hat Betrag XX sofort dem angeblich von mir geschädigten zu erstatten.

    KANN der Anwalt von einem längst gekündigten Konto die Kontoauszüge bekommen? Der Betrag ging damals auf das Konto, welches jetzt nicht mehr existiert.

    Mir war nicht bewußt, dass ich eine so hohe Summe eingenommen habe durch meine Verkäufe...

    Habe hier im Forum gelesen, dass man selbst bei wenigen Artikeln bereits als gewerblicher Verkäufer eingestuft werden kann. Alle Artikel die ich verkauft habe, waren aber auch in meinem Besitz, bar bezahlt und halt mein Eigentum. Auch waren die Verkäufe in mehr als 90% ohne Gewinn. Spielt das eine Rolle?


    Wüsste gern ob es wichtig wäre mir einen Anwalt zu nehmen oder nicht?
    Was kann im schlimmsten Fall passieren, wenn man sagt ich habe gewerblich gehandelt?


    Mir ist echt unwohl...

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Aus welchem Grund fordert der Anwalt denn Geld? Das ist mir nicht ganz klar geworden.

    Geht es auch um eine strafrechtliche Beurteilung?
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  3. Kabuto
    Kabuto ist offline
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Hey, vielen Dank für Deine Antwort.

    Ich soll angeblich Warenbetrug begangen haben, sprich Geld eingesagt und nichts verschickt. Ich kann es nicht bezeugen, aber mein Käufer soll die Ware nicht erhalten haben.

    Fakt ist aber auch, dass der Käufer KEINEN Versicherten Versand gefordert bzw überhaupt keine Äußerungen zum Versand gegeben hat. Das ganze ging dann als Päckchen weg.

    Das sind dann zwei Verfahren innerhalb eines Jahres wo der Käufer keine Ware bekommen haben soll. Von dem zweiten ist bisher kein Schreiben vom Anwalt gekommen, sondern lediglich von der Polizei.

    Aber darüber mache ich mir momentan nicht die großen Sorgen. Viel mehr belastet es mich, dass so eine riesen Summe zusammen gekommen ist wurch meine Verkäufe. Kann der Anwalt denn Kontoauszüge einfordern von meiner damaligen Bank? Das wäre sicherlich dann mein Genickbruch. Man würde mich sicher als gewerblich einstufen und ich müsste so oder so Schandenersatz leisten?


    Die ganzen Verkäufe meiner privaten Sachen erfolgte aber aus reiner Geldsorge und nicht zum bereichern. Ich habe davon meinen Lebensunterhalt bestritten um nicht vom Arbeitsamt abhängig zu sein. Vom Geld ist auch nichts mehr übrig...


    Wäre echt toll wenn Ihr/Du mir Eure Erfahrungen/Wissen näher bringt.


    Sollte ich mir einen Anwalt nehmen?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Zitat Zitat von Kabuto Beitrag anzeigen
    Kann der Anwalt denn Kontoauszüge einfordern von meiner damaligen Bank?
    Nein. Aber die Staatsanwaltschaft bzw. das Gericht.
    Die ganzen Verkäufe meiner privaten Sachen erfolgte aber aus reiner Geldsorge und nicht zum bereichern. Ich habe davon meinen Lebensunterhalt bestritten um nicht vom Arbeitsamt abhängig zu sein.
    Das nennt man: gewerbliche Tätigkeit.

    "Bereicherung" nennt man in diesem Zusammenhang übrigens "Geld verdienen", und das ist an sich überhaupt nicht ehrenrührig, aber steuerpflichtig.

    Ich sag mal so:

    Wer ohne ein Gewerbe anzumelden und ohne Steuern zu zahlen einen Internet-Versandhandel betreibt, der tut gut daran, sich im Streitfall mit Kunden nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

    Zum einen: wer gewerblich handelt, unterliegt besonderen Pflichten, unter anderem liegt vereinfacht gesagt das Versandrisiko bei ihm, nicht beim Käufer.

    Zum anderen: was hat man davon, sich in einem Gerichtsverfahren gewerbliches Handeln bescheinigen lassen zu müssen, woraus folgt, daß man dem Kunden sein Geld erstatten muß, und dann gleichzeitig auch noch einen wegen Steuerhinterziehung usw. reingewürgt zu bekommen?

    Aus der Nummer "Gewerbliche Tätigkeit" kommt man so oder so nicht raus. Einigt man sich außergerichtlich mit dem Kunden, kann man aber wenigstens darauf hoffen, daß die Angelegenheit nicht noch behördlicherseits an die große Glocke gehängt wird.

    Es reicht ja schon ein Hinweis des sich betrogen fühlenden Kunden an das Finanzamt, und man hat die Steuerfahnung am Hals...
    Geändert von TomRohwer (27.03.2012 um 23:25 Uhr)
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  5. Kabuto
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Verstehe ich das richtig, dass wenn ich mir im laufe der letzten Jahre Filme gekauft habe und als ehemaliger Sammler dann natürlich mehrere hatte und diese dann Verkaufe, bin ich direkt ein gewerblicher Händler?

    Ist im Handel nicht inbegriffen, dass man daraus Profit zieht, dann neue Waren beschafft und weiter verkaufen kann?

    Es wäre also ehrenhafter vom Staat abhängig zu sein und Steuergeld für seinen Lebensunterhalt zu beziehen, als erstmal sein eigenes hab und gut zu verkaufen um eben nicht Steuergelder zum leben zu bekommen?

    Das wäre die genialste Ironie die mir im ganzen Leben untergekommen wäre.


    Klärt mich auf!

    PS: Ich habe und hatte nie einen Versandhandel.

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Zitat Zitat von Kabuto Beitrag anzeigen
    Verstehe ich das richtig, dass wenn ich mir im laufe der letzten Jahre Filme gekauft habe und als ehemaliger Sammler dann natürlich mehrere hatte und diese dann Verkaufe, bin ich direkt ein gewerblicher Händler?

    Ist im Handel nicht inbegriffen, dass man daraus Profit zieht, dann neue Waren beschafft und weiter verkaufen kann?
    Gewerbe setzt Gewinnerzielungsabsicht voraus, Gewinnerzielung ist nicht nötig.

    Im EP heißt es: "Ich habe davon meinen Lebensunterhalt bestritten um nicht vom Arbeitsamt abhängig zu sein."

    Also wurde offensichtlich Geld verdient, das zum Bestreiten des Lebensunterhaltes verwendet wurde.

    Das ist absolut lobenswert und vorbildlich, aber eben auch eine selbständige Tätigkeit, die steuerpflichtig ist.

    Es wäre also ehrenhafter vom Staat abhängig zu sein und Steuergeld für seinen Lebensunterhalt zu beziehen, als erstmal sein eigenes hab und gut zu verkaufen um eben nicht Steuergelder zum leben zu bekommen?

    Das wäre die genialste Ironie die mir im ganzen Leben untergekommen wäre.

    Klärt mich auf!
    Siehe oben.

    PS: Ich habe und hatte nie einen Versandhandel.
    Von "Versandhandel" hat auch keiner gesprochen. Andere Handelstätigkeit sind genauso steuerpflichtig.

    15.000 Euro durch private Verkäufe im Jahr, wodurch der Lebensunterhalt bestritten wurde sind m.E. eimdeutig gewerbsmäßiges Handeln. Und ich vermute stark, daß jedes Finanzamt und in der Folge auch die IHK usw. das genauso sehen wird.

    Das steuerfreie Existenzminimum für einen Alleinstehenden liegt z.Z. bei ~7.800 Euro pro Jahr. Ob mit 15.000 Euro Jahresumsatz ein zu versteuerndes Einkommen erzielt wurde, weiß man, nachdem man die Steuererklärung gemacht hat. In jedem Fall aber muß man diese Einkünfte beim Finanzamt anmelden und eben eine Steuererklärung abgeben.

    Ob am Ende dann Einkommenssteuer zu zahlen ist oder nicht, hängt von den Zahlen des Einzelfalles ab.

    Genauso muß die Frage der Umsatzsteuer geklärt werden. Bis 17.500 Euro Umsatz im Jahr kann auf die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG optiert werden, die Umsatzsteuerpflicht entfällt dann. Auch das aber muß dem Finanzamt gegenüber erklärt werden.
    Geändert von TomRohwer (28.03.2012 um 19:17 Uhr)
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Zitat Zitat von Kabuto Beitrag anzeigen
    Ist im Handel nicht inbegriffen, dass man daraus Profit zieht, dann neue Waren beschafft und weiter verkaufen kann?
    Nein.

    Und "Handel" oder "nicht Handel" ist sowieso nicht die Frage. Die Frage ist, ob eine selbständige gewerbliche Tätigkeit vorliegt oder nicht. Für die reicht, daß sie auf Dauer angelegt ist (bei "zahlreichen Verkäufen" und 15.000 Euro Umsatzerlös im Jahr gegeben) und Gewinnerzielungsabsicht vorliegt.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  8. Kabuto
    Kabuto ist offline
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Danke für die ausführlichen Antworten.

    Im Klartext kann ich also sagen, ich bin am Arsch, weil ich dem Staat nicht auf der Tasche liegen wollte.

    Irgendwie stimmt mich das traurig, dass ich mein Privateigentum nicht einfach verkaufen kann. Welches Recht nimmt sich das Finanzamt eigentlich raus um hier Steuern abzugreifen von meinem Eigentumsverkäufen? Das habe ich doch ehrlich bezahlt...

  9. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Zitat Zitat von Kabuto Beitrag anzeigen
    Im Klartext kann ich also sagen, ich bin am Arsch, weil ich dem Staat nicht auf der Tasche liegen wollte.
    Nein, wieso? Im Klartext kann man sagen: wer eine selbständige Tätigkeit ausübt, unterliegt bestimmten gesetzlichen Vorschriften wie z.B. der Steuerpflicht.

    Das geht einem Angestellten übrigens ganz genauso. Auch der muß Steuern zahlen.

    Irgendwie stimmt mich das traurig, dass ich mein Privateigentum nicht einfach verkaufen kann.
    Das kann man ja auch. Es ist eben nur unter Umständen steuerpflichtig. Ob und wann das der Fall ist, das muß man im Einzelfall schauen.

    Welches Recht nimmt sich das Finanzamt eigentlich raus um hier Steuern abzugreifen von meinem Eigentumsverkäufen? Das habe ich doch ehrlich bezahlt...
    Spekulationsgewinne z.B. steuerpflichtig.

    Ob und wieweit man steuerpflichtig usw. wird, wenn man "aus dem Bestand" heraus Sachen verkauft, muß man im Einzelfall prüfen.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  10. Kabuto
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Wenn ich das jetzt alles richtig verstanden habe, gibt es einen Freibetrag? Kann ich jetzt noch nachträglich etwas einreichen und wo bekomme ich solche Steuererklärungen?

  11. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Zitat Zitat von Kabuto Beitrag anzeigen
    Wenn ich das jetzt alles richtig verstanden habe, gibt es einen Freibetrag?
    Es gibt das steuerfreie Existenzminimum, das nicht versteuert werden muß.
    Kann ich jetzt noch nachträglich etwas einreichen und wo bekomme ich solche Steuererklärungen?
    Steuererklärungen bekommt man nicht, eine Steuererklärung macht man.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  12. Kabuto
    Kabuto ist offline
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Wie hoch ist der Freibetrag welchen man nicht versteuern muss denn?

    Wie hoch wird denn die Strafe bei ~15.000 Euro die nicht versteuert wurden?

  13. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Innerhalb eines Jahres Waren im Wert von ca. 15.000 Euro verkauft
    Zitat Zitat von Kabuto Beitrag anzeigen
    Wie hoch ist der Freibetrag welchen man nicht versteuern muss denn?
    [url]http://lmgtfy.com/?q=steuerfreies+existenzminimum[/url]

    Wie hoch wird denn die Strafe bei ~15.000 Euro die nicht versteuert wurden?
    [url]http://www.steuerstrafen.de/[/url]
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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