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Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?

  1. dope8790
    dope8790 ist offline
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    Pfeil Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Ist es strafbar einen sogenannten "Bot" für eine bestimmte Seite zu vertreiben, obwohl diese die Nutzung dieses Programms untersagt? Es geht also rein um das verkaufen dieses Programms. Das das Benutzen nicht erlaubt ist steht ja meist in den AGB der Seite...

    Meine Erkenntnisse zu dem Thema nach einiger Recherche ergab zwar das viele meinen das es zwar unmoralisch sei, jedoch nicht strafbar deswegen wollte ich dies hier mal nachfragen.

    Desweiteren liegt mir direkt die nächste Frage auf der Zunge jedoch wollte ich nicht zusätzlich ein Thema erstellen... sollte dies trotzdem von Nöten sein werde ich dies natürlich tun. Ich bitte dahingehend um einen Hinweis.

    Ich hab nämlich gehört das Verkäufer solcher Bots ein Gewerbe anmelden müssen, da der Verkauf als ein regelmäßiges Einkommen gilt... Stimmt das?

    Vielen Dank für eure Antworten.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Aus der Beschreibung geht nicht ansatzweise hervor, worum es eigentlich geht.

    Detaillierte Fakten wären ggf. hilfreich...
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  3. dope8790
    dope8790 ist offline
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    Standard AW: Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Es geht um das Vertreiben eines Programmes zur Automatisierung von menschlichen Interaktionen mit verschiedenen Seiten... z.B. Browsergames oder PTC Seiten (Pay to Click: "Paid To Click is an online business model that draws online traffic from people aiming to earn money from home." Quelle Wikipedia)

    Das also ein Bot für die jeweilige Person automatische Aktionen durchführen lässt...

    Die Frage ist ob ein Softwareentwickler haftbar bzw. strafbar gemacht werden kann wenn er solche Bots vertreibt?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Am problematischsten ist die Pay per Click Sache. Das könnte Beihilfe zum Betrug sein, also strafrechtlich relevant.

    Die Steuerung des Browsergames wird kein Betrug sein. Allerdings könnte man hier mit etwas Kreativität eine Strafbarkeit etwa wegen Beihilfe zur Datenveränderung annehmen. Zwar darf der Nutzer die Daten verändern, dies aber nur unter den vom Anbieter erlaubten Möglichkeiten (Browser). Nicht Programm X.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  5. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Zitat Zitat von Elradon Beitrag anzeigen
    Am problematischsten ist die Pay per Click Sache. Das könnte Beihilfe zum Betrug sein, also strafrechtlich relevant.
    Zunächst mal kommt Beihilfe zum Betrug überhaupt nur in Frage, wenn aktiv bei einer ganz bestimmten Tat mitgeholfen wird. Die Bereitstellung eines Programms kann nie Beihilfe sein.

    Dann ist der "Betrug" mehr als zweifelhaft, denn bezahlt wird "per Click" - wie der Seitenaufruf zustandekommt, ist zunächst mal unerheblich.

    Wenn der Teilnehmer am Partnerprogramm vertraglich vereinbart, keine Klicks maschinell zu generieren um seine Auszahlung zu erhöhen, dann mag ein Zuwiderhandeln in Richtung Betrug gehen, aber auch das kann dem Hersteller des Programms völlig egal sein - er benutzt das Programm nicht.

    Die Steuerung des Browsergames wird kein Betrug sein. Allerdings könnte man hier mit etwas Kreativität eine Strafbarkeit etwa wegen Beihilfe zur Datenveränderung annehmen. Zwar darf der Nutzer die Daten verändern, dies aber nur unter den vom Anbieter erlaubten Möglichkeiten (Browser). Nicht Programm X.
    Auch das ist mehr als fraglich, der Anbieter kann dem User nicht verbieten, sich des Mittels seiner Wahl zu bedienen.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  6. dope8790
    dope8790 ist offline
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    Standard AW: Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Zitat Zitat von TomRohwer Beitrag anzeigen
    Zunächst mal kommt Beihilfe zum Betrug überhaupt nur in Frage, wenn aktiv bei einer ganz bestimmten Tat mitgeholfen wird. Die Bereitstellung eines Programms kann nie Beihilfe sein.
    D.h. eine aktive Rolle an der Aktion des Betruges muss also nachweisbar sein?

    Kann ich das ungefähr so sehen, das es auch keine Beihilfe ist wenn eine Waffe verkauft wird? Das würde doch auf das selbe hinausgehen oder?

    Zitat Zitat von TomRohwer Beitrag anzeigen
    Auch das ist mehr als fraglich, der Anbieter kann dem User nicht verbieten, sich des Mittels seiner Wahl zu bedienen.
    Auch nicht wenn dies in den AGB der Seite oder des Browsergames verboten wird?
    Ich errinnere mich glaube ich an ein Browsergame (auf flash basierend) welches in den AGB stehen hatte, das die Nutzer die Seite nur mit einem dafür ausgelegend offiziellen Programm (Browser + Flash Player) nutzen dürfen. Zum Thema: Es gibt auch Programme die direkt in den Datenverkehr der Seite eingreifen bzw. so einen Browser vorgaukeln.

  7. tibi1996
    tibi1996 ist offline
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    Standard AW: Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Bei Onlinespielen riskiert man auf jeden Fall die Sperrung des Accounts durch den Anbieter, kann dir als Programmentwickler jedoch wurscht sein.

    Beispiel aus der Spielindustrie:

    'WoW Glider' ist eine Software, die es dem Benutzer erlaubt, das Spiel ohne Anwesenheit an der Computertastatur zu "spielen"; der Avatar wird dabei entlang eines festgelegten Pfades bewegt und ist in der Anlage, ein komplexes, zuvor diktiertes Set von Instruktionen abzuarbeiten. Damit verstösst die Software eindeutig gegen die von Blizzard festgelegten Benutzungsbedingungen und verleitet die Spieler darüber hinaus vorsätzlich zum Cheaten (automatisches Charakter-Leveling, Gold farmen etc.). Gegenstand des Verfahrens sind neben der Einstellung des Cheat-Programms auch monetäre Schadenersatzforderungen.
    Quelle: [URL="http://wowforum.gamona.de/sonstiges-3/newskommentare-5/blizzard-ziehen-gegen-wow-glider-zu-felde-93452.html"]http://wowforum.gamona.de/sonstiges-3/newskommentare-5/blizzard-ziehen-gegen-wow-glider-zu-felde-93452.html[/URL]

    Also je nach Rechtsstand ein ganz verzwickte Sache, da nämlich dem Anbiter der Spiele u.U. Schaden finanzieller Natur entsteht.
    Im Endeffekt verkaufst du nämlich keinen "Dietrich" sondern einen Schlüssel für bestimmte Türen. Jedoch ist hier die Gefahr denke ich eher gering.

    Was klick-spamming angeht, kann der jenige der es nutzt davon ausgehen von google gesperrt zu werden wenn dies rauskommt und wer will schon bei google nicht mehr gefunden werden?

    Also wenn du dir als Entwickler einen guten Namen machen willst, solltest du vllt. besser etwas anderes vorziehen. Z.B. ein Tool, das eben diese "Betrugs/Cheat" - Versuche abfängt. Damit lässt sich wenn die Qualität stimmt auch viel mehr verdienen.

    Gruß

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Zitat Zitat von dope8790 Beitrag anzeigen
    D.h. eine aktive Rolle an der Aktion des Betruges muss also nachweisbar sein?
    Selbstverständlich...

    Man kann ja auch nicht der Hersteller des Fotokopierers belangen, wenn ein Betrüger den für seinen Betrug benutzt. Oder die Deutsche Bahn AG, wenn der Betrüger mit der Bahn zum Tatort gelangt...

    Kann ich das ungefähr so sehen, das es auch keine Beihilfe ist wenn eine Waffe verkauft wird? Das würde doch auf das selbe hinausgehen oder?
    Wenn wer wem eine Waffe verkauft?

    Zunächst mal ist sowohl der Verkauf als auch der Erwerb einer Waffe gesetztlich klar geregelt.

    Um "Beihilfe" strafrechtlich besser zu verstehen, mal hier nachlesen: [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Beihilfe_%28Strafrecht%29[/url]

    Auch nicht wenn dies in den AGB der Seite oder des Browsergames verboten wird?
    Davon mal abgesehen daß solche AGB aus verschiedensten Gründen in vielen Fällen gar nicht oder teilweise nicht wirksam sind, muß man sich da am konkreten Fall orientieren.

    AGB dürfen nicht eine Vertragspartei unangemessen benachteiligen. Der Anbieter einer Website kann z.B. nicht durch AGB verlangen, daß der Besucher nur einen bestimmten Browser benutzt.

    Beim Browsergame kommt es z.B. darauf an, was das für ein Spiel überhaupt ist. Ist es eine Software, die der Nutzer erwirbt, sind die Rechte des Anbieters insoweit erschöpft, nachdem der Nutzer sie gekauft hat. Weder kann Microsoft vorschreiben, daß man sein Word nur auf Acer-PCs installieren und nutzen darf, noch kann Microsoft dem Endkunden vorschreiben, welche Texte er mit dem Programm schreiben darf und welche nicht.

    Muß man insofern alles im Einzelfall analysieren und beurteilen.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

  9. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Vertreiben eines Programms zur Automatisierung von Prozessen strafbar?
    Zitat Zitat von tibi1996 Beitrag anzeigen
    Bei Onlinespielen riskiert man auf jeden Fall die Sperrung des Accounts durch den Anbieter, kann dir als Programmentwickler jedoch wurscht sein.
    Richtig, und bei der Sperrung kann man sich dann wieder mit dem Anbieter streiten, ob der überhaupt sperren darf...

    Beim Ganzen kommt es dann noch darauf an, wo der Anbieter überhaupt sitzt, und welches Recht zur Anwendung kommt.
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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