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Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor

  1. Oskar44
    Oskar44 ist offline
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    Standard Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    Hallo, mich würde interessieren, wie hier Eure Meinungen, Erfahrungen und Kenntnisse zu folgendem Fall sind:

    Käufer erwirbt bei einer Onlineersteigerung neuwertig beschriebene Ware , die neu das 20-fache kostet, für einen Schnäppchenpreis, und bezahlt gleich online per Überweisung. Die Artikelbeschreibung enthält kein Foto, aber die Beschreibung ist dem Käufer ausreichend und so exakt, dass er genau weiß, um welches Artikelmodell es sich handelt.
    Am Tag darauf teilt der Verkäufer mit, dass er die Ware nicht liefern kann aufgrund fehlendem Foto in der AB und weil er keinen Internetzugang hatte, um das Angebot vor Ablauf zu beenden.

    Käufer akzeptiert das nicht, sondern besteht auf die Ware und setzt dem Verkäufer eine 2-Wochen-Frist zur Lieferung. Der Käufer hat eher den Eindruck, dass der VK die ware verweigert, weil ihm der Auktionspreis zu niedrig war.
    Die zwei Wochen vergehen, keine Ware kommt. Käufer reklamiert beim Verkäufer, besteht weiterhin auf Lieferung.

    Verkäufer teilt dann dem Käufer in einem Link zu DHL eine Sendungsnummer mit für den Paketversand und teilt zudem mit, die Ware sei bereits "unterwegs" an ihn und kenntzeichnet die Ware als verschickt (laut Artikelbeschreibung ist versicherter Paketversand angegeben und vom Käufer auch so bezahlt worden). Die Sendungsnummer erweist sich aber als falsch, jedenfall kommt damit kein Sendungsbericht. Käufer reklamiert erneut.
    Verkäufer beharrt auf seiner Angabe, die Ware an dem Tag X verschickt zu haben und er beharrt auf der Sendungsnummer, er habe sonst keine andere Nummer.

    Käufer ruft ein paar Tage später , als immer noch keine Ware angekommen ist, bei DHL an. Im Telefonat mit DHL erweist sich die Nummer nicht als Paketnummer, sondern als eine Päckchennummer, jedoch sei - so der DHL-Mitarbeiter - der Päckchenschein vom Verkäufer an dem Tag seiner Online-Versandkosten-Bezahlung nicht ausgedruckt worden (!!) . Was heißt, dass es nicht stimmen kann, dass der VK bereits die Ware verschickt hat.

    Käufer teilt diese Info von DHL dem VK mit. VK teilt danach am selben Tag (5 Tage nach der angeblichen Versendung ) erneut mit, dass er die Ware aber doch am Tag X verschickt habe, und er könne belegen, dass er über das Online-Auktionshaus den Päckchen-Versandaufkleber am Tag X ausgedruckt habe. Das würde auch in der Kaufabwicklung stehen mit Datum vom Tag X. Und er macht Anstalten, wie: "Ja haben Sie denn das Päckchen noch nicht bekommen, müsste schon längst da sein, vielleicht liegt es bei Ihrem Nachbarn, werde einen Nachforschungsauftrag abgeben und habe Ihnen heute das Geld zurück überwiesen, mit der Bitte um einen Transaktionsabbruch."

    Käufer ruft dann am selben Tag noch einmal bei DHL an und erkundigt sich erneut nach der Päckchennummer, die er vom VK erhalten hat. Dort wird ihm mitgeteilt, dass der Verkäufer den Päckchenschein erst "heute" (also 5 Tage nach dem Tag X) ausgedruckt habe. Das ist bei DHL registriert.

    Ich hoffe ich habe das verständlich gemacht.
    Verkäufer täuscht also dem Käufer unter Angabe einer Päckchennummer, die gar keine Sendungsnummer ist für ein bezahltes DHL-Paket, vor, die Ware am Tag X bereits verschickt zu haben. Das erweist sich in der Anfrage bei DHL als falsch, denn der VK hat den Päckchenschein zwar online bezahlt, aber gar nicht ausgedruckt, daher kann das Päckchen mit der Ware gar nicht an den Käufer verschickt worden sein. Erst 5 Tage später, als der Käufer den Verkäufer zur Rede stellt, druckt der Verkäufer den Online-Frankierschein aus, beharrt aber immer noch darauf, dass er den Schein bereits am Tag X (5 Tage zurück) ausgedruckt und die Sendung am Tag X verschickt habe, und tut so, als sei das Päckchen unterwegs verloren gegangen, derweil hatte er es tatsächlich noch gar nicht abgeschickt. Gleichzeitig überweist er das Geld an den Käufer zurück.

    Die Fragen, die sich hier stellen, sind nun folgende: Der Käufer möchte die Ware nach wie vor gern haben und besteht weiter auf deren Lieferung, aber wie bezahlt per versichertem Paketversand (nicht als Päckchen) .
    Hat der Käufer nach wie vor das Recht auf die Ware, obwohl der VK dem Käufer das Geld inzwischen eigenmächtig ohne Kenntnis und Einwilligung vom Käufer zurück überwiesen hat? Denn der Käufer wollte ja gar nicht das Geld zurück, sondern er will nach wie vor die Ware haben.

    Ist zudem der ganze Vorgang, wie der Verkäufer das bisher gemacht hat (mehrfach Vortäuschung falscher Tatsachen) Betrug - insoweit dass man Strafanzeige machen könnte?


    danke im Voraus!

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    Kann natürlich sein, dass da jemand mit dem Preis nicht zufrieden ist. Kann auch sein, dass sich da jemand einfach dumm anstellt.
    Betrug seh ich allerdings nicht - der hat das Geld ja sogar zurücküberwiesen! Was für dich auch von Vorteil ist, da du nicht um dein Geld bangen musst.

    Die Frage ist nun allerdings: was ist mit dem Paket passiert. Der Anspruch besteht ja (Vertragsschluss bei Auktion), könnte aber untergegangen sein, wenn das Paket tatsächlich verloren gegangen und für den Verkäufer nicht wiederbeschaffbar ist. Lässt sich natürlich vortrefflich darüber streiten, ob er das losgeschickt hat oder nicht und auch darüber, ob er die Sache womöglich wo anders teuer kaufen und dir günstig verkaufen muss.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  3. Oskar44
    Oskar44 ist offline
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    Standard AW: Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    danke, aber laut Artikelbeschreibung hat der Käufer doch Anspruch auf die Versandart versichertes Paket, denn dafür hat er bezahlt.
    Der Verkäufer hingegen hat angegeben, es als Päckchen (nicht als Paket) verschickt zu haben. Das kann aber nicht sein, weil er den Online-Päckchenschein gar nicht ausgedruckt hat zu dem Zeitpunkt, für den er die Versendung angegeben hat.
    Erst einige Tage später hat der Verkäufer den Online-Pächkchenschein ausgedruckt, nachdem der Käufer ihn informiert hat, dass das Päckchen laut DHL gar nicht abgeschickt worden sein kann, und die Angaben des VK gar nicht stimmen können, da laut DHL der Päckchenschein an dem besagten Tag der angeblichen Versendung gar nicht ausgedruckt worden ist.
    Warum der VK lieber Päckchen ausgewählt hat statt sich an die Versandart versichertes Paket zu halten, dürfte ja wohl klar sein: Für Päckchen gibt es keine Sendungsverfolgung, keine Versicherung. Der VK kann also seelenruhig behaupten, er habe die Ware abgeschickt und sie sei auf dem Postweg verloren gegangen. Auch eine Methode um sich vor der Auslieferung der Ware an den Käufer zu drücken und rauszureden.

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    Du kannst mal dazu recherchieren. Versand Versichert unversichert Urteil. Eigentlich bietet dem Käufer der "versicherte Versand" keinen Vorteil.
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  5. Oskar44
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    Standard AW: Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    Doch, in dem Fall schon, denn dann kann der VK nicht einfach behaupten er hätte es abgeschickt, aber es sei verloren gegangen (wenn es beim Käufer nicht ankommt), weil es beim Paket eine Sendungsverfolgung gibt sowie einen Einlieferungsbeleg und der Käufer den Erhalt des Pakets quittieren muss. Es gibt also schwarz auf weiß einen Nachweis, dass der VK das paket auch wirklich abgeschickt hat. Einzig das Risiko dabei ist, ob im Paket dann auch wirklich der Artikel drin ist.
    Beim päckchen hingegen gibt es so eine Sendungsverfolgung und Sendungsbeleg/Nachweis nicht. Da kann jeder Verkäufer praktisch hergehen und behaupten, er hätte das Päckchen abgeschickt , aber es sei verloren gegangen, und in Wirklichkeit hat er gar nichts abgeschickt. So ist er dann fein raus aus allem und muss seine Ware nicht zum Billigpreis wie sie versteigert worden ist, abgeben.
    Ich denke in dem Fall ist das eine Masche des Verkäufers, zumal wenn so ein Verkäufer zudem ein Bewertungsprofil hat, das ausssagt, dass auch manch andere die Ware nicht erhalten haben. Und zwar nur solche Waren, die viel zu günstig versteigert worden sind.

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    Das ist der Unterschied Paket <-> Päckchen. Nicht versichert <-> unversichert.
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  7. Oskar44
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    Standard AW: Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    Kannst Du mir das mal genauer erklären wie Du das meinst?
    Meiner Meinung ist ein Paket versichert, erstens mal bis zu 500 Euro bei DHL, und auch ansonsten gibt es eine gewisse Sicherheit wegen der Sendungsverfolgungsnummer und dem Einlieferungsnachweis. Im gegensatz dazu ein Päckchen nicht.

    In einem Schadensfall bzw. Konfikt, der bei paypal gemeldet ist, wird z.B. auch nur ein Nachweis für eine Sendung als paket akzeptiert, für ein päckchen nicht. Bei einem Päckchen haben weder der Käufer noch der verkäufer einen Nachweis in der Hand, der bei Rechtsstreitigkeiten anerkannt ist. Da kann jeder wie er lustig ist dann gerade behaupten, er habe das Päckchen verschickt oder der andere behauptet er habe es nicht erhalten usw. Kann keiner nachweisen.
    Bei einem versicherten paket geht das nicht so einfach, weil es Nachweise gibt, erstens Sendungsnummer, zweitens Einlieferungsbeleg, drittens die Unterschrift beim Empfang..
    Geändert von Oskar44 (06.02.2012 um 23:08 Uhr)

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    Aber inwieweit ist das für dich als Käufer relevant? Also der Unterschied Paket <-> Päckchen leuchtet mir da schon ein. Aber such ma nach diesem Urteil. "Versicherter Unversicherter Versand Urteil". Dann wird dir vielleicht klarer, was ich meine. Es geht darum, dass auch bei einem unversicherten Versand der Verkäufer haftet - ganz ganz grob gesagt.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  9. Oskar44
    Oskar44 ist offline
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    Standard AW: Verkäufer verweigert Ware , täuscht falsche Tatsachen vor
    Ja, das ist mir wirklich neu, dass bei unversichertem Versand der VK haftet. Schreiben deshalb viele ebay-private-Verkäufer in ihre AB, dass sie bei unversichertem Versand nicht haften?
    In dem Fall wie bereits geschildert würde dann also rechtlich gesehen auch der VK haften, wenn er Päckchen statt Paket abschicken würde und es käme nicht beim Käufer an? Denn in seiner AB stand ja versicherter Versand und daher kein Hinweis darauf, dass er bei unversichertem Versand nicht haftet.

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