Ergebnis 1 bis 4 von 4

14 Tägiges Rücktrittsfecht aus Abschluss eines Hosting Pakets

  1. EfrenW
    EfrenW ist offline
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    06.02.2012
    Beiträge
    3
    Standard 14 Tägiges Rücktrittsfecht aus Abschluss eines Hosting Pakets
    Hallo Zusammen,

    Ich habe bei einem Hosting Provider ein Hosting Paket online abgeschlossen und wollte dieses bereits nach 2 Tagen Testung wieder stornieren.
    Bei der Bestellung des Hosting Vertrages habe ich leider beim Ausfüllen des Vertrages einen Fehler gemacht und hatte hier eingetragen dass ich eine Firma bin. Jedoch habe ich kein Gewerbe und bin eine Privatperson. Ferner wurde einem die Option zur Auswahl gestellt dass die Einrichtung sofort durchführbar ist und klickte auch diese bei der Bestellung an.

    Nun habe ich (nach 2 Tagen) das Paket schriftlich per Email bei dem Hostingprovider gekündigt. Prompt erhielt ich diese Antwort:

    Zitat:"Da es sich in Ihrem Fall um eine gewerbliche Bestellung handelt, existiert laut Fernhandelsabsatzgesetz kein Widerrufsrecht ("Das Widerrufsrecht steht nur Verbrauchern im Sinne des § 13 BGB zu. Unternehmern im Sinne des § 14 BGB steht das *vorstehende Widerrufsrecht nicht zu.")."

    Ferner wurde mir mitgeteilt dass ich ja bei der Bestellung die Option "sofortige Bereitstellung" ausgewählt hatte, wodurch das Widerrufsrecht erlischt.
    Man ist hierbei aber explizit überhaupt nicht darauf aufmerksam gemacht worden.

    Frage: Hat der Hostingprovider recht? Und muss ich nun doch das Paket bezahlen?

    Danke vorab für eine Info.

  2. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.867
    Standard AW: 14 Tägiges Rücktrittsfecht aus Abschluss eines Hosting Pakets
    Wenn der Provider nicht weiß, dass du eine Privatperson bist, wird er dir auch kein Widerrufsrecht zugestehen.

    Die Regelung, dass das Beginnen der Dienstleistung reicht, war glaub ich früher. Jetzt muss er vollständig erfüllt sein, § 312d III BGB.

    Womöglich wird Wertersatz fällig.

    Das Ganze ist übrigens ein äußerst interessantes Beispiel für Fernabsatzproblematiken. Du wurdest wahrscheinlich nicht richtig belehrt, was verschiedenes zur Folge hat. Allerdings wurdest du nur nicht richtig belehrt, weil du das selbst so veranlasst hast. Ist die Frage, in wie weit nun wer auf was berufen kann. Immerhin hat der Unternehmen nicht richtig geprüft. Aber das nur so am Rande.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  3. EfrenW
    EfrenW ist offline
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    06.02.2012
    Beiträge
    3
    Standard AW: 14 Tägiges Rücktrittsfecht aus Abschluss eines Hosting Pakets
    Hallo Elradon,
    Ich habe dem Hosting Provider direkt darauf hingewiesen, dass ich kein Unternehmer bin und dass ich mich beim Ausfüllen des Formulares vertan haben muss.

    Dennoch beharrt der Provider darauf, dass ich den Vertrag nun so abgeschlossen hätte und das man deshalb meinen Widerruf nicht anerkennen würde.

    Was kann ich nun tun? Ein Anwalt beauftragen....?

    Mittlerweile wurde auch heute der Betrag bereits von meinem Konto abgebucht!

  4. Erfahrener Benutzer
    Registriert seit
    26.07.2007
    Beiträge
    1.867
    Standard AW: 14 Tägiges Rücktrittsfecht aus Abschluss eines Hosting Pakets
    Auf der einen Seite ist es richtig, dass du im Vertrag als Unternehmer aufgeführt bist und bei Richtigkeit dieser Tatsache kein Widerrufsrecht bestehen würde. Auf der anderen Seite will das Gesetz Verbraucher schützen. Es spricht von Verbrauchern. Du bist ein Verbraucher. Also besteht auch ein Widerrufsrecht. Außerdem könnte man vorbringen, dass es Risiko des Vertragspartners ist seine Kunden zu kennen. Wenn er ungeprüft auf deine Angaben vertraut, muss er mit so etwas rechnen. Etwa wie es die Situation wäre, hätte ein Minderjähriger den Vertrag abgeschlossen und der Hoster nicht geprüft.

    Man könnte sich aber auch auf den Standpunkt stellen, dass der Anbieter auf die Angaben vertrauen darf und darum kein Widerrufsrecht besteht. Ich ziehe dennoch die erste Lösung vor, da dies dem Wortlaut und dem Sinn des Gesetzes entspricht. Schadensersatzansprüche oder Wertersatzpflichten stehen dem Unternehmen ja weiterhin offen. Man könnte etwa überlegen, dass die nicht erteilet Widerrufsbelehrung selbstverschuldet nicht erfolgte und sich der Kunde deswegen nicht darauf berufen darf. Aber auch hier ist sicher anderes vertretbar.
    Rechtsprechung kenn ich hier nicht.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

Ähnliche Themen
  1. Von Daniel Albert im Forum Domain-Recht
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 25.09.2015, 11:10
  2. Von moritzmoritz im Forum Strafrecht & Internet
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 25.08.2013, 10:42
  3. Von gertrud9129 im Forum Mehr Onlinerecht
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 02.12.2012, 20:17
  4. Von Tura im Forum E-Commerce
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 25.07.2012, 12:14
  5. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 20.10.2011, 19:10
  6. Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 02.01.2010, 14:20
  7. Von joeytohch im Forum E-Commerce
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 03.12.2009, 10:55
  8. Von Hexcode im Forum Mehr Onlinerecht
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 09.06.2009, 23:46
  9. Von Grassator im Forum Domain-Recht
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 15.01.2009, 14:22
  10. Von emopanis im Forum Mehr Onlinerecht
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 20.11.2008, 17:15
  11. Von Ph4let0ast3r im Forum Strafrecht & Internet
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 10.09.2008, 20:18
  12. Von Aneka im Forum E-Commerce
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 13.08.2008, 15:45
  13. Von minihoster im Forum Mehr Onlinerecht
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 31.10.2007, 18:27
  14. Von Übervorsichtiger Mensch im Forum Domain-Recht
    Antworten: 14
    Letzter Beitrag: 26.04.2007, 01:53
Berechtigungen
  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •