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Frage: Kauf und Verbindung zum Sponsor

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Frage: Kauf und Verbindung zum Sponsor
    Hi Leute,

    da mein Freund denkt ich wäre der "1337-Super-Guru" im Bereich Computer wurd ich heute Mittag von ihm angeschrieben. Ich richte mich hiermit an die Leute, die etwas Wissen über die Rechtslage in Deutschland haben. Folgendes Problem:

    Die Person (16 Jahre) und ein Sponsor ( 18 ) wollten ein altes Browsergame aufkaufen. Es geht dabei um knapp 2200 schweizer Franken, da der Sponsor aus der Schweiz kommt. Der "Verkäufer" ist nun untergetaucht, und nichtmehr auffindbar.

    Gestern hat die Person dann eine E-Mail vom Sponsor erhalten, dass, wenn das Geld innerhalb einem Monat (also die 2200 schweizer Franken) nicht auf seinem Konto wären, es gerichtliche Folgen haben wird.

    Nun:
    -> Es besteht kein Vertrag zwischen der Person und dem Sponsor, dass er das Spiel zahlen musste
    -> Gelten Screenshots von E-Mails o.Ä. als Beweise?
    -> Muss man das Geld zurückzahlen?
    -> Die Person ist minderjährig - im Falle einer Verhandlung - kann diese verklagt werden?
    -> Dem Sponsor ist nur der Name bekannt, von daher, kann man sowas überhaupt aus der Schweiz durchziehen?

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage: Kauf und Verbindung zum Sponsor
    Du sprichst von einer Person und einem Sponsor, die ein Browsergame kaufen wollen. Haben sie abgesprochen das Spiel gemeinsam zu kaufen? Wollte der Sponsor das Spiel kaufen und dann der Person zur Verfügung stellen? Was wurde zwischen der Person und dem Sponsor und zwischen den beiden und dem Verkäufer abgesprochen?
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Frage: Kauf und Verbindung zum Sponsor
    Der Sponsor wollte das Spiel kaufen, und es dann der Person geben. Es war abgesprochen, es bestand aber kein Vertrag.

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage: Kauf und Verbindung zum Sponsor
    Hallo!

    Keine Leistung = kein Geld. Da der Sponsor seine Leistung nicht erbringen kann, muss die Person IMHO auch nicht zahlen. Dass der Verkäufer untergetaucht ist ist das Problem des Sponsors. Ist IMHO wie bei Zwischenhändlern. Wenn der Zwischenhändler nicht liefern kann, dann muss der Kunde doch auch nicht seinen Händler bezahlen. Und ausserdem ist die Person noch minderjährig, also nicht geschäftsfähig. Somit ist der "Vertrag" ohnehin sittenwidrig und die Eltern können ihn problemlos anfechten. Der Sponsor hätte erst gar keinen Vertrag mit der Person schließen dürfen, weder mündlich noch schriftlich. Der Sponsor hätte sich nämlich problemlos vom Alter der Person überzeugen können. Dürfte auch nach Schweizer Recht so sein, nicht nur nach Deutschem Recht. Und 2200 Franken fallen nun definitiv nicht mehr unter den Taschengeldparagraphen.

    Verträge können übrigens auch mündlich geschlossen werden, der Schriftform bedarf es meiner Kenntnis nach nicht.

    Gruß, René

  5. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage: Kauf und Verbindung zum Sponsor
    Also, wenn der Sponsor das Spiel erwerben und dann unentgeltlich weitergeben wollte, frag ich mich nun, warum er nun Geld erhalten möchte. Wenn tatsächlich vereinbart wurde (ob nun schriftlich, mündliche oder sonst wie), dass der Sponsor das Spiel unentgeltlich weitergeben möchte, kann er jetzt ja nicht einfach Geld verlangen.
    Da so ein Vertrag dann für den Minderjährigen auch lediglich vorteilhaft wäre, wäre er auch wirksam.

    Und ausserdem ist die Person noch minderjährig, also nicht geschäftsfähig. Somit ist der "Vertrag" ohnehin sittenwidrig und die Eltern können ihn problemlos anfechten. Der Sponsor hätte erst gar keinen Vertrag mit der Person schließen dürfen, weder mündlich noch schriftlich.
    Die Sätze fassen fast alle Dinge, die man im Minderjährigenrecht falsch machen kann, in einem Satz zusammen.
    Der Vertrag ist dann nicht sittenwidrig, sondern schwebend unwirksam. Die Eltern können ihn später genehmigen oder auch nicht. Der Sponsor darf so einen Vertrag auch schließen, allerdings ist es sein Risiko, ob das Geschäft wirksam ist oder nicht.

    Beurteilung übrigens nur nach deutscher Rechtssituation.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage: Kauf und Verbindung zum Sponsor
    Wieder was gelernt. Aber in einem sind wir uns einig: Die Eltern können Nein sagen.

  7. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Frage: Kauf und Verbindung zum Sponsor
    Ah, vielleicht noch als Hinweis, warum der Unterschied so wichtig ist. § 122 sieht für die Anfechtung Schadensersatz voraus. Mit den §§ 106 ff. will man Schützen, dass Kinder nicht .. sagen wir mal weitsichtig ... sind. Wenn sie dann trotzdem Schadensersatz bezahlen müssten, wäre das nicht der Wille des Gesetzgebers.

    Auch interessant:
    § 108 II sagt
    Die Genehmigung [durch die Eltern] kann nur bis zum Ablauf von zwei Wochen nach dem Empfang der Aufforderung erklärt werden; wird sie nicht erklärt, so gilt sie als verweigert.
    Hier ist eine der wenigen Stellen zu finden, wo ein Schweigen, was sonst idR keine rechtliche Aussage ist, eine rechtliche Wirkung entfaltet.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

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