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Vorsätzliche Geschäftsschädigung

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Vorsätzliche Geschäftsschädigung
    Hallo zusammen.

    Folgende Situation ist hypothetisch. Antworten anderer Benutzer sind in keinem Falle eine Rechtsberatung.

    Gewerblicher Händler A (GHA) und gewerblicher Händler B (GHB) verkaufen die gleichen Waren auf einer Auktionsplattform.
    GHA trat für GHB als Großhändler auf. Über das Geschäftsverhältnis hinaus sind GHA und GHB Bekannte und pflegen telefonischen Kontakt.
    Da GHB neue, biliigere Einkaufsquellen auftun konnte, kauft GHB seltener bei GHA ein.

    GHA gibt in Telefongesprächen zu, Leute zu haben, die für ihn/sie Waren kaufen, um somit die Bewertungen zu steigern. GHA gibt auch zu, die Konkurrenz mit Hilfe dieser Leute zu schädigen, z.B. durch schlechte Bewertungen.

    GHA hat die Quelle der neuen Produkte von GHB gefunden, und verkauft diese nun selbst.

    GHB hatte im gleichen Zeitraum einen Käufer, der viele Produkte erwarb und sogleich alle (6 negative, 20 neutrale) schlecht bewertete. Angeblich seien "alle" Waren defekt oder würden nicht passen.
    Der Käufer wohnt in der gleichen Gegend wie GHA, und GHB muss davon ausgehen, das GHA ihn nun aus dem Geschäft drängen möchte.
    Sämtliche Werte von GHB haben sich stark verschlechtert, und die Produkte sind fast nicht mehr gelistet, wo GHB vorher immer auf den ersten Seiten vertreten war.
    GHB verdient somit fast kein Geld mehr und steht finanziell am Abgrund, da GHBs Homepage noch keinen Regen zulauf hat. GHB kann sich somit keinen Rechtsbeistand leisten.
    Mitarbeiter des Auktionshauses sind weder per email noch per Telefon erreichbar.

    Gibt es etwas sinnvolles, was GHB in diesem Falle tun könnte?

    Liebe Grüße,
    iFreak

    PS: Nur nochmal, um es ganz deutlich zu machen: Alle eingehenden Antworten sind keine Rechtsberatung, sondern Ausdruck der persönlichen Meinung des Einzelnen.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Vorsätzliche Geschäftsschädigung
    "Willkommen in der Marktwirtschaft"

    Prinzipiell ist das normales Konkurrenzgebahren, GHB muss mit dieser Situation also zurecht kommen. Solange sie nicht gegen Gesetze verstößt.

    Hier würde ich den einzigen Ansatzpunkt für GHB sehen: Sollten die Bewertungen und Aussagen zu GHB nicht korrekt sein, kann GHB diesen widersprechen und die Löschung verlangen. Das kann GHB auch ohne Anwalt, solange es sich nicht um "Rewchtsgeschäfte" handelt, kann GHB dabei auch durchaus Hilfe in Anspruch nehmen, die etwas günstiger als Anwälte ist .... Zusätzlich kann GHB wegen Geschäftsschädigung (sofern nachweisbar, irgendwelche Vermutungen reichen da nicht aus) vorgehen.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Vorsätzliche Geschäftsschädigung
    Zusätzlich kann GHB wegen Geschäftsschädigung (sofern nachweisbar, irgendwelche Vermutungen reichen da nicht aus) vorgehen.
    Eine Beweisführung, dass GHA durch einen Mittelsmann vorsätzlich negative Bewertungen verteilt, ist natürlich schwerlich möglich.

    Sollten die Bewertungen und Aussagen zu GHB nicht korrekt sein, kann GHB diesen widersprechen und die Löschung verlangen
    Dazu müsste aber auch das Auktionshaus erreichbar sein. Erfahrungsgemäß ist das nicht der Fall, und die Händler/Käufer werden sich mit solchen Problemen selbst überlassen.
    Emails erhalten nur automatisierte Antworten.

    kann GHB dabei auch durchaus Hilfe in Anspruch nehmen, die etwas günstiger als Anwälte ist
    Wie sähe so eine Hilfe aus?

    Tja, am Ende bleibt es wohl wie es immer war: Jeder kann ales mit dir machen, solange du dich nicht wehrst und es sonst keinen interessiert.

    "Willkommen in der Marktwirtschaft"
    Eine zweifelhafte Ehre, aber danke

    Lieben Dank für deine Meinung

    LG, iFreak

    PS: Es ist auch schon vorgekommen, dass der Kunde defekte Ware bekommen hat. I.d.R. meldet er sich dann, bekommt die Ware ersetzt und erhält ein kleines Geschenk dazu.
    Das sämtliche 26 Teile kaputt waren, ist natürlich vollkommen ausgeschlossen. Normalerweise wird jedes Teil von 2 Personen überprüft. Und auch ein "nicht passendes" Teil ist nicht möglich. Selbst wenn ein Teil defekt wäre, rechtfertigt das nicht 26 negative und neutrale Bewertungen, sondern maximal 1.
    GHB hat über 5000 Bewertungen, 99,8% positiv, und Detailbewertungen von (bisher) 4,8 und mehr.
    Geändert von iFreak (01.06.2010 um 16:06 Uhr)

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Vorsätzliche Geschäftsschädigung
    Eine Beweisführung, dass GHA durch einen Mittelsmann vorsätzlich negative Bewertungen verteilt, ist natürlich schwerlich möglich.
    Das ist sicherlich schwer - nur ich habe auch oft erlebt, dass sich manche soetwas auch einreden - und dann gibt es das Phänomen der "selbsterfüllenden Prophezeiung" Nur wer etwas behauptet, muss es auch beweisen können, so ist das nun mal. Wäre es anders, wäre es sehr schlimm - denn dann wären wir alle einer Willkür ausgesetzt, der man nichts entgegenzusetzen hat ...
    Dazu müsste aber auch das Auktionshaus erreichbar sein. Erfahrungsgemäß ist das nicht der Fall, und die Händler/Käufer werden sich mit solchen Problemen selbst überlassen.
    Emails erhalten nur automatisierte Antworten.
    Hier gilt: Wie man hineinruft, so schallt es heraus Wer nur die Standardformulare nutzt, darf nicht mehr erwarten (erfahrungsgemäß werden die von irgendwelchen externen Call-Centern bearbeitet, die nicht den geringsten Bezug und/oder Ahnung haben). Das gilt aber nicht nur für irgendwelche Auktionshäuser ... Bewährt hat sich bei mir immer ein Einschreiben mit der Firmenanschrift und dem Zusatz "z.Hd. Geschäftsführung/Vorstand" - ab und zu wird auf sowas sogar reagiert.
    Wie sähe so eine Hilfe aus?
    Kommt immer darauf an, wen und was man findet. Entweder einen Bekannten, der gerade Jura studiert, Consultinmg Firmen die einen weiter helfen ... Man muss bei "wirtschaftlichen Angelegenheiten" nicht immer zu einem Anwalt laufen, wenn es um die Erörterung einer (rechtlichen) Angelegenheit geht. Erst wenn derjenige (nach außen) tätig wird (Definition der Rechtsberatung findet sich im Rechtsdienstleistungsgesetz) wird es problematisch. Aber ein Gespräch und ein paar Hinweise zum Vorgehen sollten durchaus möglich sein ...
    Tja, am Ende bleibt es wohl wie es immer war: Jeder kann ales mit dir machen, solange du dich nicht wehrst und es sonst keinen interessiert.
    Sicherlich ist es so, Darwin gilt auch in der Wirtschaft: "Der Rücksichtslosere überlebt." - ich weiß, bei Darwin heißt es anders, aber Stärke interessiert heute doch niemanden mehr ... Allerdings birgt das das Problem, dass wenn er es übertreibt oder die Regeln verletzt, es umso härter für ihn wird. Und deswegen sollte man sich eben (wie auch im Kindergarten und der Schule ) nicht alles gefallen lassen.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  5. Neuer Benutzer
    Registriert seit
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    Standard AW: Vorsätzliche Geschäftsschädigung
    Das ist sicherlich schwer - nur ich habe auch oft erlebt, dass sich manche soetwas auch einreden - und dann gibt es das Phänomen der "selbsterfüllenden Prophezeiung" Nur wer etwas behauptet, muss es auch beweisen können, so ist das nun mal. Wäre es anders, wäre es sehr schlimm - denn dann wären wir alle einer Willkür ausgesetzt, der man nichts entgegenzusetzen hat ...
    Das ist zweifellos richtig.

    Hier gilt: Wie man hineinruft, so schallt es heraus Wer nur die Standardformulare nutzt, darf nicht mehr erwarten (erfahrungsgemäß werden die von irgendwelchen externen Call-Centern bearbeitet, die nicht den geringsten Bezug und/oder Ahnung haben). Das gilt aber nicht nur für irgendwelche Auktionshäuser ... Bewährt hat sich bei mir immer ein Einschreiben mit der Firmenanschrift und dem Zusatz "z.Hd. Geschäftsführung/Vorstand" - ab und zu wird auf sowas sogar reagiert.
    Bei sowas sage ich immer: Wer sich schnell abwimmeln lässt, kann kein unlösbares Problem gehabt haben. Andere mögen das anders sehen. Oder sie sehen es genauso, wissen aber nicht wie sie es anstellen sollen.
    Sich mit den korrekten Mitteln zur Wehr zu setzen ist ebenso ein Lernprozess wie vieles andere im alltäglichen Geschäft.

    Kommt immer darauf an, wen und was man findet. Entweder einen Bekannten, der gerade Jura studiert, Consultinmg Firmen die einen weiter helfen ... Man muss bei "wirtschaftlichen Angelegenheiten" nicht immer zu einem Anwalt laufen, wenn es um die Erörterung einer (rechtlichen) Angelegenheit geht. Erst wenn derjenige (nach außen) tätig wird (Definition der Rechtsberatung findet sich im Rechtsdienstleistungsgesetz) wird es problematisch. Aber ein Gespräch und ein paar Hinweise zum Vorgehen sollten durchaus möglich sein ...
    Das wäre tatsächlich in Erwägung zu ziehen.

    ich weiß, bei Darwin heißt es anders, aber Stärke interessiert heute doch niemanden mehr
    Naja, nimmt sich so oder so nicht viel. Ob finanzielle oder körperliche Stärke: Wenn die Deckung fehlt, geht man früher oder später k.o. Auch ein Lernprozess.

    LG,
    iFreak

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