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Schadensersatzforderung

  1. Neuer Benutzer
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    Frage Schadensersatzforderung
    Sehr geehrte Beitragsleser,

    Ich befinde mich zurzeit in einer Situation wo ich allein nicht mehr weiter weiß, deshalb bitte ich euch um Hilfe, folgende Situation:

    Person A wurde vor ca. 12Monaten von der Person B (Autor einer Internetseite) angezeigt, Tatvorwurf "Computersabotage", genauer definiert Manipulation einer Internetseite. Dieses Verfahren wurde vor ca. 4Monaten eingestellt, ein Grund wurde nicht genannt, jedoch wurde der Tatvorwurf von nicht beteiligten Personen als "lächerlich" benannt.

    Nun wird nach circa 5 Monaten die Person A wird von einer Rechtsanwaltskanzlei C angeschrieben, welche für die Person B handelt (Außergerichtliche Vollmacht vorhanden).

    Inhalt des Schreibens ist eine Schadensersatzforderung, für angeblich entstandene Arbeitszeit der Person B, inkl. Kosten der Kanzlei.
    Weiter wird im Schreiben erläutert warum die Behauptung von Person A, auf einen Fehler hinzuweisen, nichtig ist und Person A in voller Schädigungsabsicht gehandelt haben soll.

    Nach Ansicht der Person A, sowie von weiteren Personen ist die Forderung:
    a) mit einer Bezahlung von 40€ zu hoch (Pro Arbeitsstunde, insgesamt 18Arbeitsstunden)
    b) die Arbeitszeit überzogen hoch, und
    c) unangemessen, da Hilfestellung geleistet und nicht absichtlich geschädigt wurde.

    Welches Vorgehen ist Person A zu empfehlen, da mit einer Anklage gedroht wurde, wenn der Forderungsbetrag nicht innerhalb von sieben (fünf Werktagen) gezahlt wurde.


    Mit freundlichen Grüßen
    FreakiS
    Geändert von FreakiS (23.04.2010 um 17:08 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler korrigiert.

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Zu einem Anwalt gehen und prüfen lassen, ob die Forderung berechtigt ist.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Hallo, vielen Dank für die Antwort!

    Ist es möglich einen ungefähren Preis für diesen Schritt zu nennen?

    Sollte Person A einen Anwalt aufsuchen der sich auf Internetrecht spezialisiert hat, oder einen Anwalt mit anderer Fachrichtung?

    Wie ist ihre Meinung zu dem Schritt, der Anwaltskanzlei C die eigene Meinung des Tatbestandes zu erläutern und einen niedrigeren Preisvorschlag zu machen?


    Mit freundlichen Grüßen

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Ist es möglich einen ungefähren Preis für diesen Schritt zu nennen?
    Das kann man vorher erfragen.
    Sollte Person A einen Anwalt aufsuchen der sich auf Internetrecht spezialisiert hat, oder einen Anwalt mit anderer Fachrichtung?
    Internetrecht wäre nicht schlecht, aber es kommt eher auf alle Umstände an. Zumindest Zivilrecht ist auf jeden Fall angebracht (also nicht Strafrecht oder öffentliches Recht)
    Wie ist ihre Meinung zu dem Schritt, der Anwaltskanzlei C die eigene Meinung des Tatbestandes zu erläutern und einen niedrigeren Preisvorschlag zu machen?
    Sicherlich kann man das machen. Das nennt sich im Recht ein Vergleich
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Hallo FreakiS

    so ganz direkt gesagt: Diese Schadensersatzforderung macht für mich absolut keinen Sinn.

    Person A wurde angezeigt von Person B.
    Das Verfahren wurde dann eingestellt (aus welchen Gründen auch immer).
    Damit ist Person A entlastet.
    Person B hat also Person A durch eine unnütze Anzeige unnötige Probleme verursacht.
    Nun fordert der Verursacher (Person B) via Kanzlei C Schadensersatz vom eigentlich Geschädigten (Person A).
    Das ist ja, als wenn mein Nachbar mir mit einem Stein die Scheibe einschmeißt, und dann mir den geworfenen Stein plus Lieferkosten in Rechnung stellt.

    Für mich ist diese Rechnung so hahnebüchen, dass ich diese als Nötigung betrachten würde und nun selbst eine Anzeige bei der Polizei machen würde.

    Aber dass vereinzelte Anwälte ungesetzlich handeln ist leider nichts neues.
    Also nicht ins Bockshorn jagen lassen. Klappern gehört in diesem Geschäft zum Handwerk.
    Wenn du dir selbst nicht sicher genug bist um darauf zu reagieren, dann musst du eben ein paar Euro investieren, damit ein Anwalt das für dich tut.

    Meine bisherige Erfahrung war, dass bei solch absurden Forderungen nach einem Schreiben meines Anwalts die Gegenseite nicht einmal mehr geantwortet hat. (Vermutlich aus Furcht ich könnte nun selbst Schadensersatz einfordern.)

    Gruß

    Kandidat66

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Für welchen Schaden könnte man denn bei dir bitte Schadensersatz einfordern?

    Nur, weil dem Ganzen strafrechtlich nicht weiter nachgegangen wird (und vor allem sind ist die Begründung hier für nicht bekannt), heißt es nicht, dass nicht zivilrechtlich etwas zu "reißen" ist. Das siehst du auch bei den Klagen der Musikindurstir - dort ist die Anzeige nur Mittel zum Zweck um an die Person hinter der IP-Adresse zu gelangen.
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Hallo, danke für eure Meinungen!

    Person A hat auf einer Internetseite eine Sicherheitslücke gefunden und Person B durch ausnutzen dieser darauf hingewiesen, weil keine Kontaktdaten vorhanden waren.
    Mittlerweile sind Kontaktdaten vorhanden, und Person B behauptet das diese die ganze Zeit vorhanden waren).

    Person B ist nun der Meinung das angeblich Arbeitsstunden zur:
    a) Behebung des Problems
    b) Vorbeugung weiterer Probleme (jeden Tag X Minuten die Seite geprüft)
    c) Behebung der Probleme bei Endanwendern

    Person A und weitere -unbeteiligte- Personen sind der eindeutigen Meinung das:
    a) Die Problembehebung innerhalb von sehr kurzer Zeit hätte stattfinden können
    b) Die Vorbeugung der Probleme nicht Person A in Rechnung gestellt werden kann
    und c) Der Seitenersteller (Person B) nicht den Endanwendern Hilfe leisten muss, dies ist zwar nett aber auch die genannte Zeit ist völlig übertrieben.

    Dazu kommt das Person A Schüler ohne monatliches Grundeinkommen ist, und die Forderung nur knapp unter dem vier stelligen Bereich liegt, also nicht ohne weiteres Zahlbar.



    Was würdet ihr Person A raten, diese denkt zur Zeit an ein Erklärungsschreiben der eigenen Meinung und einen "Vergleich" mit einer Summe die aufbringbar ist.

    Mit freundlichen Grüßen.

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Ist in dem Schreiben eine Anspruchsgrundlage genannt, oder überhaupt irgendwleche §§?
    Ich kann mit meinen Beiträgen nur einen Ausschnitt des Rechts abdecken und auch nur meine eigene Position aufzeigen. Im Recht hängt viel von Argumentation ab. Ich bitte daher zu beachten, dass meine Beiträge keinen anwaltlichen Rat ersetzen können.

  9. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Hallo FreakiS

    ich denke, man sollte erst mal locker bleiben.
    Die andere Seite ist hier in der Beweißpflicht wofür die Rechnung bezahlt werden soll. So wie es sich bisher anhört, hast du also unter Ausnutzung einer Sicherheitslücke den anderen auf diese aufmerksam gemacht.
    Danach hat er diese Sicherheitslücke geschlossen, und stellt diese Bemühungen nun die in Rechnung.
    Also ich würde dieser Rechnung einfach widersprechen.
    Das kann mit einem ganz kurzen Text geschehen.

    z.B.
    Sehr geehrte Firma xy,
    Ihre Forderungen sind ohne Grundlage, daher weise ich diese zurück.

    Unterschrift

    Der einzige Grund für eine berechtigte Forderung wäre, wenn deine Ausnutzung der Sicherheitslücke dort zu einem Systemabsturz oder ähnlichem geführt hätte, d.h. dort ein Schaden erst durch dein eingreifen entstanden ist. Dies müssen diese dann beweisen.

    Also sofern es so war, wie du sagst, wird diese Firma bzw. deren Anwalt es nicht zu einem Prozess kommen lassen, weil sie in diesem keine Chance hätten.

    Du sagtest du bist Schüler. Bist du eigentlich schon volljährig oder noch jugendlich? Frage doch mal deine Eltern, ob diese eine Rechtssutzversicherung haben, die auch dich mit einschließt.
    Falls ja, dann mach nicht lang rum und gib die Sache an einen Anwalt.
    Das spart dir eine Menge Nerven.

    Gruß

    Kandidat66

  10. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Hallo, wirklich vielen Dank für eure Beiträge, ihr habt mir wirklich sehr weitergeholfen.

    Um eure Nachfragen zu beantworten:
    Ist in dem Schreiben eine Anspruchsgrundlage genannt, oder überhaupt irgendwleche §§?
    Nein, es sind keine Paragraphen genannt, lediglich welche Arbeiten angefallen sind, diese sind erläutert und mit einer Stundenanzahl genannt.

    Du sagtest du bist Schüler. Bist du eigentlich schon volljährig oder noch jugendlich? Frage doch mal deine Eltern, ob diese eine Rechtssutzversicherung haben, die auch dich mit einschließt.
    Person A ist volllährig, die Eltern sind nicht Rechtsschutzversichert.


    Nun stellt Person A sich die Frage, ob ein "Vergleich" mit einer niedrigeren Summe oder der Schadensersatzforderung einfach widersprochen werden sollte.
    Letzteres hört sich plausibler an, da auf eine Sicherheitslücke aufmerksam gemacht wurde und kein Schaden entstanden ist, d.h. der Seitenersteller wurde vor weiteren -u.U. deutlich schlimmeren- Schäden bewahrt.

  11. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Schadensersatzforderung
    Guten Tag,

    es hat sich etwas getan und ich würde gerne eure allgemeine Meinung zu dem Fall hören.


    Person A hat der Person B bzw. derem Rechtsanwalt C einen Vergleich vorgeschlagen, dieser wurde abgelehnt und es wird weiterhin eine unrealistische Summe gefordert.

    Ist es korrekt das Person B in einem Gerichtsverfahren alle Vorwürfe beweisen muss, oder muss Person A das Gegenteil beweisen können?

    Gibt es Paragraphen im deutschen Gesetz welche sich auf das "einfügen von Scripten in Gästebücher" beziehen?
    Technisch gesehen war der "Angriff" nur ein einfügen von Text in ein Gästebuch, wofür dieses letzendlich auch gedacht ist.


    Gerne möchte ich auch auf den Vorschlag eines Users eingehen
    Die andere Seite ist hier in der Beweißpflicht wofür die Rechnung bezahlt werden soll. So wie es sich bisher anhört, hast du also unter Ausnutzung einer Sicherheitslücke den anderen auf diese aufmerksam gemacht.
    Danach hat er diese Sicherheitslücke geschlossen, und stellt diese Bemühungen nun die in Rechnung.
    Also ich würde dieser Rechnung einfach widersprechen.
    Das kann mit einem ganz kurzen Text geschehen.

    z.B.
    Sehr geehrte Firma xy,
    Ihre Forderungen sind ohne Grundlage, daher weise ich diese zurück.

    Unterschrift
    Dies bezieht sich auf meine Fragen, ist Person B in Beweispflicht, gibt es überhaupt ein Gesetz, gegen welches Person A verstoßen hat, ansonsten wäre die Forderung wirklich ohne Grundlage?



    Mit freundlichen Grüßen FreakiS

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