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Anzeige wegen Betrugs. Wie weit wird es kommen?

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Anzeige wegen Betrugs. Wie weit wird es kommen?
    Nabend zusammen,

    ich hab mal eine Frage und für diese Art von Frage seh ich nich ein bei nem Anwalt 50 bis 100 Euro zu blechen.

    Kurzfassung

    V verkauft über ebay z.B einen Artikel (als Privatverkäufer)
    K erhält den Artikel wie abgebmacht, gibt eine Positive Bewertung und bestätigt das der Artikel funktioniert. Nach 3 Monaten meldet er sich und sagt der Artikel funktioniert nun nicht mehr.

    Der Artikel KANN aber durch zu häufiger benutzung den Geist aufgeben. Auch in der Artikelbeschreibung stand dabei das der Artikel nur für ein Gerät genutzt werden darf.

    Nun will K nach 3 Monaten sein Geld zurück.

    Es geht um knapp 79 euro
    Wird sowas bis vors Gericht kommen?
    Desweiteren, wer sagt mir denn das K den Artikel nicht selbst durch zu häufiger nutzung kaputt gemacht hat?

    Hoffe mir kann da jemand ma paar Infos geben.

    greetz

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anzeige wegen Betrugs. Wie weit wird es kommen?
    Wird sowas bis vors Gericht kommen?
    Wenn man sich nicht irgendwie einigt und K Klage einreicht und die nicht wieder zurückzieht: ja. Denn die Gerichte sind verpflichtet, in ungeklärten Streitfällen zu entscheiden, wenn einer die gerichtliche Entscheidung beantragt (klagt). Ich rede hier aber von der zivilrechtlichen Forderung (K will sein Geld zurück).
    Wenn K aber eine Anzeige macht, wegen Betrug, werden die Ermittlungsbehörden zwar ermitteln, aber wenn keine Straftat vorliegt (denn das ist was anderes, als das K sein Geld zurück will), wird auch nicht verhandelt. Man muss hier also Strafrecht (Betrug) und Zivilrecht (Vertragsrecht) voneinander trennen.
    Desweiteren, wer sagt mir denn das K den Artikel nicht selbst durch zu häufiger nutzung kaputt gemacht hat?
    Da es sich um einen Privatkauf handelt, müsste K beweisen, dass der Artikel von Anfang an defekt war, damit er von V Sachmängelgewährleistung fordern kann. Das dürfte anhand der geschilderten Sachlage für K schwer werden

    Ich persönlich sehe, egal was K macht, kaum Chancen für ihn.
    ich hab mal eine Frage und für diese Art von Frage seh ich nich ein bei nem Anwalt 50 bis 100 Euro zu blechen.
    Wenn mich nicht alles täuscht, wird sowas heutzutage auch in der Schule gelernt, oder? Das ist rechtliches Grundwissen
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Anzeige wegen Betrugs. Wie weit wird es kommen?
    Danke dir erst mal aaky für die Antwort.

    In der Schule hab ich das ein oder andere gelernt allerdings war ich mir nicht sehr sicher deshalb lieber die Frage hier

    Also muss der Käufer beweisen das der Artikel von Anfang an unbrauchbar war...
    Wie würde das denn Ablaufen? Ich mein wenn er nun zu der Polizei geht, anzeige erstattet, muss er ja den verlauf vortragen. Wenn der Polizist nun fragt ob der Artikel funktionierte, dieser das bestätigt das es 3 Monate knapp funktioniert hat und dann nicht mehr funktionierte, was wird der Polizist sagen?

    Ich mein er wird ihm nich sagen das das eventuell durch selbstverschuldung passieren könnte.

    K möchte ja wie es scheint sein Geld zurück, allerdings sagte er das er Anzeige bei der Polizei machen wird.

    Noch ein kurzes beispiel, er zeigt mich an, verliert die Anzeige... kann er mich danach immernoch Klage einreichen beim Gericht?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Anzeige wegen Betrugs. Wie weit wird es kommen?
    Wie würde das denn Ablaufen? Ich mein wenn er nun zu der Polizei geht, anzeige erstattet, muss er ja den verlauf vortragen. Wenn der Polizist nun fragt ob der Artikel funktionierte, dieser das bestätigt das es 3 Monate knapp funktioniert hat und dann nicht mehr funktionierte, was wird der Polizist sagen?
    Die Polizei wird das gar nicht interessieren. Denn die interessiert nur die Straftat Betrug. Also kurz: Schuldhaft wurde das Vermögen des K verletzt. K müsste also nachweisen, das sein vermögen gemindert wurde und das V schuld daran hat. Wenn die hören, dass der Artikel funktioniert hat und irgendwann kaputt gegangen ist, werden die K wieder rausschicken und ihm empfehlen, sich an einen Anwalt zu wenden ... Meiner persönlichen Meinung nach wird der Gang von K zur Polizei wegen Anzeige umsonst sein. Und erst recht, wenn die hören, dass K nur sein Geld wieder haben will. Denn das würde er selbst dann nicht bekommen, wenn V wegen Betrugs verurteilt würde ... (wenn die Polizisten viel Zeit haben würden sie K vielleicht den Unterschied zwischen Strafrecht und Zivilrecht erklären, aber dann müssten die gute Laune und viel Zeit haben ...)
    Noch ein kurzes beispiel, er zeigt mich an, verliert die Anzeige... kann er mich danach immernoch Klage einreichen beim Gericht?
    Wie gesagt, mit der Anzeige (selbst wenn sie aufgenomm,en und ermittelt würde) und einem möglichen Verfahren (bei dem K anhand der genannten Sachverhalte zwar nicht gewinnen würde, aber nehmen wir das mal an) dass er wider Erwarten sogar noch gewinnt - K häte immer noch keinen Cent. Und selbst wenn V eine Geldstrafe bezahlen müsste, K würde immer noch nichts davon sehen, denn das Geld bekommt der Staat.
    Um sein Geld wiederzubekommen muss K seine Forderung zivilrechtlich geltend machen. Das fordert man dann einfach. Und wenn V sich weigert zu zahlen, kann K das mit Hilfe eines Anwalts machen. Und wenn V sich dann immer noch weigert, dann kann K eine Zivilklage einreichen. Das kommt dann vor Gericht und der Richter entscheidet wer im recht ist und wer nicht.
    Im Gegensatz zum Strafverfahren (Anzeige) ist bei einem Zivilrechtsstreit der Staat außen vor (da hat die Polizei oder die Staatsanwaltschaft überhaupt nichts mit zu tun).

    Das einzig gleiche zwischen Strafrecht und Zivilrecht ist, dass im Endeffekt ein gericht entscheidet. Allerdings sind das bei den beiden Rechtsarten unterschiedliche Gerichte ...
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

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