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Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen

  1. Neuer Benutzer
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    Standard Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    Stellen wir uns folgenden Fall vor:

    - A erstellt Werk X
    - A schickt Werk X an B, damit dieser Werk X online stellt.
    - A erlaubt B das ausdrücklich und A bestätigt B, dass er der Urheber von Werk X ist.
    - B fällt Werk X nicht als Werk eines Dritten auf.
    - B nimmt also A als Urheber an.
    - B veröffentlicht Werk X.
    - Doch dann kommt C, meint, Werk X sei seine Kreation und will B (nicht A) abmahnen.

    Das Problem an der Sache: A ist minderjährig (sagen wir 15 jahre alt). Wurde zwischen A und B ein Vertrag abgeschlossen? Sind die Lizenz(?) von A und die Erklärung von A dennoch gültig? Hat B sich damit abgesichert?
    Geändert von GSandSDS (23.02.2010 um 15:17 Uhr)

  2. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    Zunächst: B kann sich gar nicht absichern. Wenn B die Inhalte veröffentlicht, steht er auch in der Haftung.
    Er könnte die Haftung "weitergeben", doch muss er sich dabei anrechnen lassen, die Urhberschaft nicht geprüft zu haben.
    Kurz: C ist durchaus im recht, B in die Verantwortung zu hemen. Ob und wie da B rauskommt ist ganz allein seine Sache.
    Einen Vertrag (und damit verbunden Minderjährigkeit) sehe ich hier nicht. Und Urheberrecht kennt keine Alterseinschränkungen (auch ein 5-jähriger könnte heute Urheber sein - wenn es heute einen kleinen Mozart gäbe).
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    Hmm, dann wäre da die nächste Frage. Wie sähe so eine typische Überprüfung aus? Ich kann mir gerade nicht vorstellen, wie das gehen soll. Außer natürlich vielleicht sich von jedem Mensche auf der Welt eine Erklärung unterschreiben zu lassen, dass sie nicht der Urheber sind. Scheitert so eine Überprüfung nicht an der schieren Unmöglichkeit der selbigen?

  4. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    Die Überprüfung ist allein Sache desjenigen, der die Inhalte verwendet. Wie er das anstellt ist sein Problem. Viel wichtiger ist, dass Urheberrecht eben Rechte des Urhebers mit sich bringt.
    Und eigentlich ist die Überprüfung gesetzlich nicht verlangt, hab ich nicht behauptet Und deswegen muss auch nicht vorgeschrieben werden, wie sie gemacht werden muss. Was aber verlangt wird, dass die Rechte des Urhebers gewahrt werden. Die sind klar und deutlich im UrhG definiert.

    Und wenn man nicht in der Lage ist, die Einhaltung von Rechten zu gewährleisten und zu überprüfen, muss man fragliche Inhalte ja nicht verwenden, dazu ist keiner verpflichtet ...
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  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    Hmm … interessant. Leider auch etwas ernüchternd, da es den Anschein hat, dass das Urheberrecht die Vertreiber zu riskanten ©-Glücksspielchen zwingt, wenn es nicht angibt, was eine ordentliche Überprüfung der urheberrechtlichen Verhältnisse ist (wie gesagt, eine wirklich hieb- und stichfeste Überprüfung dürfte gar nicht möglich sein – nicht mal theoretisch). Gibt es denn keine Verordnungen oder Urteile für den Kram? O.o

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    da es den Anschein hat, dass das Urheberrecht die Vertreiber zu riskanten ©-Glücksspielchen zwingt
    Unsinn. Es tut nur das was alle Gesetze tun: Sie zwingen zur Einhaltung. Und Gesetz ist Gesetz. Und wems nicht passt, der darf sich mittels Petition an den gesetzgeber wenden - wenn genügend der gleichen Meinung sind, kann es durchaus passieren, das Gesetze geändert werden ... So funktioniert ein demokratischer Rechtsstaat.
    wenn es nicht angibt, was eine ordentliche Überprüfung der urheberrechtlichen Verhältnisse ist (wie gesagt, eine wirklich hieb- und stichfeste Überprüfung dürfte gar nicht möglich sein – nicht mal theoretisch).
    Es verlangt ja keine Überprüfung. Nur die Einhaltung. Keiner wird gezwungen, fragliche Bilder zu verwenden. Wenn es doch so wäre, dann müsste es eine Überprüfung definieren. Das Gesetz kann sich nicht um jeden "Kleinkram" kümmern - zum glück, ein klein wenig Freiheit sollte noch bleiben. Und das sowohl für den urheber als auch den Verwender.
    Gibt es denn keine Verordnungen oder Urteile für den Kram? O.o
    Urteile - genügend. Verordnungen - nein danke. Das Gesetz reicht schon völlig aus - aus meiner Sicht ist das eines der klarsten Gesetze überhaupt (wenn man von der Schöpfungshöhe mal absieht)
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  7. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    Was ist nicht ganz verstehe. In seinem Beispiel geht es ja nicht um irgendwelchen Dubiosen Graphiken, die vielleicht noch mit der google Bildersuche gefunden wurden ...

    B hat sich ausdruecklich von A versichern lassen, dass A der Urheber ist.
    Trotzdem kann B von jedem dahergelaufenen C abgemahnt werden ?
    Was ist, wenn die Abmahnung von C gar nicht rechtens ist, da C weder der wahre Urheber noch die Rechtsvertretung des selbigen ist ?
    Wer ist in der Beweispflicht ?

    B kann weder verifizieren noch falsifizieren, dass A der Urheber des Werkes ist, sondern sich nur in Treu und Glauben auf die Aussage von A beziehen.

    Kann B dann C nicht einfach an A verweisen ?
    Muss C irgendwie beweisen, dass wirklich er und nicht A der Urheber ist ? Oder liegt das in der Aufgabe von B ?

  8. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    B hat sich ausdruecklich von A versichern lassen, dass A der Urheber ist.
    Wenn er das nachweisen kann und weiß wer A ist:
    Er könnte die Haftung "weitergeben", doch muss er sich dabei anrechnen lassen, die Urhberschaft nicht geprüft zu haben.
    Das hatte ich also durchaus berücksichtigt.
    Trotzdem kann B von jedem dahergelaufenen C abgemahnt werden ?
    Ganz einfach: Weil C ja nichts von A weiß
    Was ist, wenn die Abmahnung von C gar nicht rechtens ist, da C weder der wahre Urheber noch die Rechtsvertretung des selbigen ist ?
    Wer ist in der Beweispflicht ?
    Deswegen sollte jede Abmahnung auch überprüft werden. Am besten von einem Anwalt.
    B kann weder verifizieren noch falsifizieren, dass A der Urheber des Werkes ist, sondern sich nur in Treu und Glauben auf die Aussage von A beziehen.
    Sicherlich kann er das nicht, aber wenn er Zweifel hat, muss er das Bild nicht verwenden. B muss sich eben bewußt sein, dass er für seine Inhalt haftet.
    Muss C irgendwie beweisen, dass wirklich er und nicht A der Urheber ist ? Oder liegt das in der Aufgabe von B ?
    C muss das schon, aber das hat mit dem eigentlichen Problem nichts zu tun, dass B für mögliche Rechtsverletzungen haftet und sich darauf herausreden will, nicht prüfen zu können oder von nichts gewusst zu haben.
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  9. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Urheberrecht von Minderjährigen und die Folgen
    Zitat Zitat von Ineluki Beitrag anzeigen
    Was ist nicht ganz verstehe. In seinem Beispiel geht es ja nicht um irgendwelchen Dubiosen Graphiken, die vielleicht noch mit der google Bildersuche gefunden wurden ...

    B hat sich ausdruecklich von A versichern lassen, dass A der Urheber ist.
    Trotzdem kann B von jedem dahergelaufenen C abgemahnt werden ?
    Nein. Nicht von jedem dahergelaufenen C, sondern nur von einem C, der der tatsächliche Urheber ist.

    Was ist, wenn die Abmahnung von C gar nicht rechtens ist, da C weder der wahre Urheber noch die Rechtsvertretung des selbigen ist ?
    Dann wäre die Abmahnung letztlich unwirksam.
    Wer ist in der Beweispflicht ?
    Wer einen Anspruch erhebt, muß beweisen, daß dieser berechtigt ist. C wird also ggf. vor Gericht nachweisen müssen, daß er Urheber ist.

    B kann weder verifizieren noch falsifizieren, dass A der Urheber des Werkes ist, sondern sich nur in Treu und Glauben auf die Aussage von A beziehen.
    Ja. Und deshalb kann B ja auch ggf. A in Regress nehmen, wenn der ihn angeschwindelt hat.

    Kann B dann C nicht einfach an A verweisen ?
    Nehmen wir mal an, Sie sind C, und besitzen einen Mercedes E280.

    Nun kommt A und verkauft dem B Ihren Mercedes.

    Sie merken das, und sagen zu B: "Aber hallo! Das ist mein Mercedes! Den nehmen Sie jetzt nicht einfach vom Parkplatz mit!"

    Worauf Ihnen B antwortet: "Klären Sie das mit A. Ich hab den Benz bei A gekauft, alles weitere ist doch nicht mein Bier."

    Wenig lustig, oder?
    Was ich schreibe, ist nicht als "Rechtsberatung im Einzelfall" zu verstehen.

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