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Online-Shop

  1. Neuer Benutzer
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    Hallo zusammen!

    ich plane einen Online-Shop zu eröffnen, habe auch bereits meine Umsatzsteuer-ID, da ich aus Großbritannien DVDs importieren möchte.

    Nun zu meiner steuerrechtlichen Frage:

    Wie ist der genaue Ablauf für diese Beispiele:
    a) Shop1 gestattet mir nicht den gewerblichen Einkauf, also kaufe ich DVD1 für 10 Pfund (inkl. VAT) bei Shop1.
    b) Shop2 gestattet mir den gewerblichen Einkauf, ich kaufe DVD2 für 8 Pfund (exkl. VAT) bei Shop2.

    a) Ich verkaufe DVD1 für 20€ (inkl. Mwst.) über meinen Shop.
    b) Ich verkaufe DVD2 für 20€ (inkl. Mwst.) über meinen Shop.

    1. Darf ich überhaupt gewerblich inklusive Vat einkaufen?
    2. Muss ich dann doppelt versteuern (17,5% Vat + 19 % Umsatzsteuer) oder muss ich zusätzlich zu den 17,5% noch 1,5% Umsatzsteuer draufzahlen?

    Habt ihr Erfahrungen in diesem Bereich gemacht? Oder habt ihr Tipps für mich, wie ich am besten vorgehen kann?

    Grüße!

  2. Erfahrener Benutzer
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    zu 1. Natürlich.
    zu 2. Da hab ich die Frage nicht verstanden.
    Meine Beiträge sind immer (auch wenn es nicht ausdrücklich dabei steht) meine persönliche Meinung und müssen (und werden) nicht immer mit der aktuellen Rechtssprechung oder der Lehrmeinung im Jurastudium / anderen rechtswissenschaftlichen Studiengängen übereinstimmen. Sie sind lediglich meine Auslegung von mir bekannten Gesetzen und Urteilen.

  3. Neuer Benutzer
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    In Deutschland müsste ich 19% Umsatzsteuer zahlen.
    Da ich in Großbritannien aber schon 17,5% (VAT) gezahlt habe, ist die Frage, was in Deutschland an Steuern fällig wird.
    a) nur die Differenz von 1,5% zur deutschen Umsatzsteuer oder
    b) nochmals 19% (deutsche Umsatzsteuer)

  4. Erfahrener Benutzer
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    Die Umsatzsteuer bezieht sich auf den Umsatz, nicht wie es gekauft wurde. Das hat damit nichts zu tun.

    Bedeutet also, wenn die Ware für 20 E verkauft wird, muss 3,19 E USt (Umsatzsteuer) an das Finanzamt abgeführt werden. Ob man die Ware nun mit oder ohne VSt (Vorsteuer) kauft ist dabei völlig egal.

    Man kann VSt geltend machen, wenn man welche im Inland bezahlt hat (würde also nicht zutreffen) oder man muss keine Vorsteuer zahlen, wenn man innerhalb der EU kauft und beide (Verkäufer und Käufer) Umsatzsteuer-IDs haben und diese auf den Rechnungen angegeben sind.

    Aber die USt und die VSt sind eigentlich zwei völlig unterschiedliche Sachen, die sich steuertechnisch nicht gegenseitig beeinflussen. Sie werden lediglich bei der Umsatzsteuermeldung gegeneinander verrechnet (ich gehe davon aus, dass keine Kleinunternehmerregelung angewandt wird)

    Was mich aber stark wundert: Das ist das absolute Grundwissen eines Unternehmers, wie das 1x1 in der Schule. So etwas sollte man eigentlich wissen, bevor man ein Gewerbe anmeldet
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  5. Neuer Benutzer
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    Standard AW: Online-Shop
    Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
    Wo kann ich denn dieses Grundwissen herbekommen? Hast Du einen Literatur-Tipp oder einen hilfreichen Link für mich. Ich stehe ja erst am Anfang meiner Planung und möchte nichts falsch machen.
    Es geht mir wie gesagt, nur um den Import aus UK/Verkauf in Deutschland.

    Was ich an deiner Antwort noch nicht verstehe:
    Wo kommt denn plötzlich die Vorsteuer her? VAT aus GB ist doch die dortige Umsatzsteuer. Oder ist das gleichzusetzen mit Vorsteuer?
    Wenn ja, dann bedeutet das, ich kann als Händler dort ohne VAT einkaufen. Zahle ich VAT trotzdem muss ich in Deutschland zusätzlich 19 % USt an das Finanzamt abführen? Hab ich dich da richtig verstanden?
    Noch mal Danke!

  6. Erfahrener Benutzer
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    Standard AW: Online-Shop
    Wo kann ich denn dieses Grundwissen herbekommen? Hast Du einen Literatur-Tipp oder einen hilfreichen Link für mich. Ich stehe ja erst am Anfang meiner Planung und möchte nichts falsch machen
    Ich würde da eher Gründerseminare u.ä. empfehlen, die werden von einigen Behörden oder örtlichen Einrichtungen kostenlos oder gegen kleines Entgelt gegeben. Muss man sich mal erkundigen. Ansonsten sind die primären Informationsquellen die Gesetze, nur sind die nicht unbedingt einfach zu verstehen. Man sollte sich am besten jemanden suchen, der Bescheid weis ...
    Wo kommt denn plötzlich die Vorsteuer her?
    Aus der Buchaltung

    Ich versuchs mal kurz (das Ganze unter außer Acht lassen der Kleinunternehmerregelung, wenn du dazu mehr erfahren willst, ist das wieder ein Thema für sich):

    MWSt: Der Oberbegriff auf die Steuer, die beim Verkauf von Produkten erhoben wird. Also in D die 7% bzw. 19%, in anderen Ländern eben andere Zahlen. Die MWSt. ist immer eine nati0nale Angelegenheit, wird also unterschiedlich gehandhabt. Eine Ausnahme ist die EU, wo bei Vorhandensein entsprechender IDs auf die Erhebung dieser Steuer verzichtet wird. Das vereinfacht den Handel zwischen den Ländern und wird zwischen denen direkt abgerechnet (deswegen gibt es entsprechende Meldungen, wenn man innerhalb der EU unter Befreiung von der MWSt. handelt)

    VSt.: Ist die nati0nale(!) MWSt., die ein Unternehmer auf Waren zahlt, die für sein geschäftliches Handeln (Waren, Ausstattungen und Ausrüstungen, Leistungen, Handelsware, Rohstoffe ....) benötigt und dafür einsetzt. Die Vorsteuer kann vom Staat wieder zurückgeholt werden.

    USt.: Ist die nati0nale(!) MWSt., die der Unternehmer berechnen muss, wenn er Waren, Dienstleistungen o.ä. verkauft - zur Berechnung dieser Steuer ist er verpflichtet. Die USt. bezieht sich deshalb also auf das, was der Unternehmer durch geschäftliches Handeln verkauft. Die USt. ist an den Staat abzuführen.

    Soweit kurz zu den Erklärungen. Wie du siehst, steht hier nichts von gegenseitigem Verrechnen oder doppeltem Zahlen oder ähnlichem. Du hast bei dem Versuch, das eine irgendwie gegen das andere aufzurechen einen großen Denkfehler.
    Es ist also völig egal, ob man etwas mit VSt. kauft oder nicht. Beim Verkauf sind immer 19% (oder 7% bei bestimmten Waren und Dienstleistungen) des Erlöses (also des eingenommenen Geldes) an den Staat abzuführen.
    Im Gegenzug ist es zulässig, dass man als Unternehmer die bezahlte nati0nale(!) VSt. vom Staat wiederholt.

    Hier nochmal Rechenbeispiele, wobei ich annehme, dass du die vielleicht nicht ganz verstehen wirst Die Beispiele sind stark vereinfacht und berücksichtigen nicht alle gesetzlichen Regelungen und Möglichkeiten, ich hoffe aber, sie verdeutlichen das Problem.

    1. Normalfall (Kauf und Verkauf in D, also nati0nal)
    ===========================================
    U kauft Waren im Wert von 8 € zzgl. 19% MWSt = 9,52 €
    U verkauft diese Ware für 10 € zzgl. 19% MWSt = 11,90 €
    Somit ergibt sich:
    U hat 2 € (10 € - 8 €) Gewinn, muss 1,90 € USt. an das Finanzamt abführen und bekommt 1,52 € VSt. vom Finanzamt erstattet (USt. und VSt. werden verrechnet, U zahlt also nur 0,38 €)

    2. EU mit UmsatzsteuerID (also ohne MWSt. [VAT - was das Gleiche ist] des Herkunftslandes)
    ===========================================
    U kauft Waren im Wert von 8 € ohne MWSt (VAT) = 8 €
    U verkauft diese Ware für 10 € zzgl. 19% MWSt = 11,90 €
    Somit ergibt sich:
    U hat 2 € (10 € - 8 €) Gewinn, muss 1,90 € USt. an das Finanzamt abführen. Da er keine VSt. bezahlt hat, bekommt er auch nichts vom Finanzamt. U führt 1,90 € an das Finanzamt ab.

    3. EU ohne UmsatzsteuerID oder kein EU Land (also mit MWSt.[VAT] des Herkunftslandes - ich geh mal von den 14% im Beispiel aus)
    ===========================================
    U kauft Waren im Wert von 8 € zzgl. 14% MWSt (VAT) = 9,12 €
    U verkauft diese Ware für 10 € zzgl. 19% MWSt = 11,90 €
    Somit ergibt sich:
    U hat 0,88 € (10 € - 9,12 €) Gewinn, muss 1,90 € USt. an das Finanzamt abführen. Da er keine nati0nale VSt. bezahlt hat, bekommt er auch nichts vom Finanzamt. U führt 1,90 € an das Finanzamt ab.
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